Südfrankreichs Schönste Straßen - RNN2501

Einige von uns sind bereits gestern im wunderschönen Vence bei herrlichen 28 Grad (76 Grad) angekommen, der Rest versammelte sich heute. Die Aufregung vor der Tour ist direkt spürbar. Die meisten Fahrer waren schon einmal mit uns auf Tour und wissen daher, was sie erwartet. Aber es gibt auch ein paar Neulinge, für die alles noch ganz aufregend ist. Um 17:00 Uhr trafen wir uns alle zum obligatorischen Willkommensbriefing. Die Präsentation gab einen Einblick in die Tour, was uns erwartet und wie man sich in verschiedenen Situationen verhalten sollte. Und dann war es soweit: Jeder bekam seine Motorradschlüssel. Es fühlt sich ein bisschen an wie Weihnachten, wenn man jung ist und seine Geschenke auspacken darf. Aber Achtung, diese Geschenke sind nur geliehen! ;) Trotzdem gab es Zeit, ein wenig mit den neuen Spielsachen zu spielen, das digitale Menü zu studieren und alles nach Belieben einzurichten. Danach trafen wir uns alle im Hotelrestaurant zum Abendessen und um uns ein wenig besser kennenzulernen. Franziska und die Jungs von der Ostküste waren letztes Jahr schon einmal zusammen auf Tour, daher wurden natürlich auch einige Geschichten und Momente der Alps Deluxe Tour noch einmal resümiert. Schnell entstand ein angeregtes Gespräch am ganzen Tisch und alle freuten sich schon sehr auf die erste Fahrt der Tour am Morgen!
Von St. Paul de Vence nach Forcalquier – Kurven, Canyons und Lavendelfelder Schon am Morgen empfing uns der Süden Frankreichs mit einer erstaunlichen Wärme - 25 Grad kündigten an, dass auch dieser Tag wieder schweißtreibend werden würde. Trotzdem war die Vorfreude bei allen spürbar, als wir unser Hotel in St. Paul de Vence verließen und die Motorräder brummend zum Leben erweckten. Die ersten Kilometer über das Col de Vence waren wie geschaffen, um in den Rhythmus des Tages zu finden: geschwungene Kurven, enge Straßen und der Duft der Provence in der Luft. Nach einem kurzen Technik-Check an der Gorge du Loup – sicher ist sicher – ging es weiter Richtung Nordwesten. Der Weg dorthin: ein Fest für Kurvenliebhaber. Switchbacks, langgezogene Sweeper und schmale Bergstraßen wechselten sich ab und ließen die Zeit wie im Flug vergehen. Nach etwa zwei Stunden rollten wir zur ersten wohlverdienten Kaffeepause. Kurze Erholung, kalte Getränke – und weiter ging es. Unser Lunch-Stop lag dann in unmittelbarer Nähe der atemberaubenden Schlucht von Verdon, wo wir in einem netten kleinen Restaurant mit Salaten, Burgern oder Sandwiches neue Energie tankten. Den ersten Vorgeschmack auf das Highlight des Tages die „Gorges de Verdon“ hatten wir bereits passiert. Der Grand Canyon Europas, wie die Verdon-Schlucht oft genannt wird, zeigte sich von seiner spektakulärsten Seite. Steile Felswände, die bis zu 400 Meter in die Tiefe fallen, begleiteten uns auf einem schier endlosen Band aus Kurven. Hier war volle Konzentration gefragt – nicht nur wegen der teils engen Straßen, sondern auch, weil der Blick in die Tiefe schlicht überwältigend war. Wer Höhenangst hat, sollte hier lieber nicht zu weit über die Fahrbahnkante hinausschauen. Ein Fotostopp an der Mündung des Verdon in den türkisfarbenen Lac de Sainte-Croix rundete diesen Abschnitt ab. Dann war es nur noch ein kurzes Stück bis zu unserem Tagesziel: Forcalquier. Eine charmante Kleinstadt mit mittelalterlichen Wurzeln, umgeben von blühenden Lavendelfeldern, die in der Nachmittagssonne beinahe surreal leuchteten. Unser Quartier, das Hotel „Charembeau“, liegt etwas abseits auf einem Hügel – ruhig, familiär geführt und mit einem Pool, der heute zum Sehnsuchtsort wurde. Nach einem langen Tag im Sattel, an dem jeder schattige Platz zur Rarität wurde, war das kühle Wasser ein Geschenk. Ein Tag voller Eindrücke, voller Straßen, die man nicht so schnell vergisst – und der Beginn einer Reise, die noch viele solcher Momente bereithält.
Die Sonne begrüßte uns heute Morgen bereits strahlend und warm. Wir frühstückten gemütlich auf der Terrasse, bevor wir uns für den Tag fertig machten. Die Morgenbesprechung fand an einem schattigen Platz im Garten statt, und dann ging es auch schon los in das französische Hinterland. Unsere Route führte uns direkt aus der Stadt hinaus auf eine kleine Landstraße, die sich durch die umliegenden Hügel schlängelte. Die erste Kaffeepause fand in Roussillon statt, einem malerischen Städtchen, das von roten Ockerfelsen dominiert wird und dessen ehemaliger Steinbruch jedes Jahr viele Besucher anzieht. Von hier aus fuhren wir westwärts auf einer Schluchtstraße, die sich durch felsige Tunnel schlängelte, zur Abtei von Sénanque, einem Kloster aus dem 12. Jahrhundert, das für die Region ein Wahrzeichen ist. Ein mittelalterliches Zeugnis von kirchlichem Einfluss inmitten farbenfroher Lavendelfelder. Kein Wunder, dass die Region bei Motorrad- und Radfahrern gleichermaßen beliebt ist. Daher war es keine Überraschung, als wir unseren Mittagsplatz in Sault erreichten und auf dem Dorfplatz viele Zweiräder aller Art sahen, deren Besitzer sich von der unerbittlichen Mittagshitze erholten. Wir genossen den Blick ins Tal und beobachteten die Leute bei einem frischen, leichten Mittagessen. Der Nachmittag war weiterhin ein Genuss: leere Nebenstraßen schlängelten sich durch eine hügelige und teilweise bergige Landschaft. Wir fuhren durch die Gorges de la Nesque, eine atemberaubende Kalksteinformation. Wegen der Hitze und eines vorübergehend festsitzenden Bremssattels an einem der Motorräder beschloss die Gruppe, die Fahrt abzukürzen, und wir nahmen die kürzesten Weg nach Avignon. Was für ein toller und abenteuerlicher Tag!
Was für ein erlebnisreicher Tag! Morgens verließen wir wieder Avignon – und schon beim Losfahren war uns klar: Eine Nacht ist viel zu kurz, um diese faszinierende Stadt mit ihren Gassen, Plätzen und dem ehrwürdigen Papstpalast wirklich zu entdecken. Avignon hat eine ganz besondere Atmosphäre, die uns direkt in ihren Bann gezogen hat. Wir folgten zunächst dem Ufer der Rhône. Das sanfte Glitzern des Flusses begleitete uns kilometerweit und schenkte uns herrliche Ausblicke auf weite Ebenen, bevor wir uns wieder in die Berge wagten. Die Landschaft veränderte sich spürbar: von den weiten Uferwegen hinein in grüne, teils wilde Hügel und schließlich auf enge, kurvige Bergstraßen. Diese Straßen führten uns durch verträumte und abgelegene Ortschaften, die wie kleine Zeitkapseln wirkten. Steinhäuser, verschlungene Gassen und bunte Blumen an den Fenstern machten jede Durchfahrt zu einem kleinen Highlight. Es war, als würde uns jede Kurve ein neues Postkartenmotiv schenken!
Heute hatten wir einen Ruhetag für La Marlène eingeplant. Allerdings haben wir uns kaum ausgeruht. Richard, Larry und Steven begleiteten Franzi auf einer kürzeren Tour durch die örtlichen Schluchten, Täler und über das Viaduc du Millau, die derzeit höchste Brücke der Welt mit 343 m Höhe. Ein Sprung ins kalte Wasser der Tarn gab es aber auch für die Fahrer am Ende des Tages Mitch, Caroline, Eric, Gina und Henning erlebten ein fantastisches Kanuabenteuer auf dem Tarn durch die Tarnschlucht. Keine schlechte Wahl bei Temperaturen von bis zu 38 °C. Ed beschloss, sich heute Morgen im Hotel richtig auszuruhen. Trotzdem schloss er sich wenig später einer kleinen Gruppe für einen kurzen Besuch im Nachbardorf an. Auf der Suche nach der örtlichen Wassermühle und ihrem ungewöhnlichen Souvenirladen. Ein wirklich gelungener Tag! Was gibt es denn jetzt zum Abendessen? ;)
Die Hitzeschlacht der Extraklasse! Was für ein unvergesslicher Tag auf zwei Rädern! Das Thermometer kletterte gnadenlos auf bis zu 41 Grad im Schatten – eine echte Hitzeschlacht, die uns alles abverlangte. Doch genau das machte den Tag zu einem Abenteuer, das wir so schnell nicht vergessen werden. Die Route führte uns durch spektakuläre Landschaften: Entlang der Tarn schlängelten wir uns durch wildromantische Schluchten, vorbei an steilen Felswänden und türkisgrünem Wasser, das im Sonnenlicht funkelte. Weiter ging es in die Ardèche, wo kurvige Straßen sich wie ein Band durch zerklüftete Kalksteinformationen und urige Dörfer wanden. Schließlich folgten wir der majestätischen Rhône, deren breites Tal eine atemberaubende Kulisse bot. Die Motorradstrecken waren ein Traum: endlose Kurven, perfekte Asphaltbänder, die sich durch die Landschaft zogen, und immer wieder Panoramablicke, die einem den Atem raubten. Trotz der sengenden Hitze war es beim Fahren oft erträglicher, das Visier geschlossen zu halten, als den heißen Wind ins Gesicht wehen zu lassen – ein kurioses, aber effektives Mittel gegen den Backofeneffekt. Unser Ziel: Loriol-sur-Drôme. Dort wartete der ersehnte Hotelpool auf uns – eine wahre Oase nach diesem heißen Ritt. Ein Teil der Gruppe entschied sich, der Hitze zu trotzen und die komplette, liebevoll geplante Route zu fahren, während der andere Teil etwas abkürzte. Trotzdem erreichten alle spätestens gegen 16:00 Uhr unser heutiges Etappenziel. Ein Tag voller grandioser Landschaften, genialer Motorradstraßen und unvergesslicher Eindrücke – genau so stellt man sich einen perfekten Fahrtag vor…von der Hitze mal abgesehen;-)
Ein weiterer heißer Tag war vorhergesagt, also beschlossen wir, der Hitze etwas zu entgehen und starteten heute früher. Unser Morgen führte uns ins Vercors-Gebirge, auch bekannt als die französischen Dolomiten. Zahlreiche Kurven und gelegentliche Serpentinen begleiteten uns auf unserem Weg. Die Morgenluft war kühl und die Sonne bereits hell aufgegangen. Der erste Halt war der Col de la Bataille (1313 m) mit atemberaubenden Ausblicken auf beiden Seiten des Bergrückens, gefolgt vom Col de la Machine, wo wir unsere morgendliche Kaffeepause einlegten. Von hier aus fuhren wir direkt auf die Combe Laval, eine beeindruckende Balkonstraße, die Ende des 19. Jahrhunderts in Handarbeit in den Fels gehauen wurde. Wir beendeten unsere Erkundung des Vercors mit der Gorges de la Bourne, einer weiteren Straße, die in den harten Untergrund gebaut wurde und den Fluss direkt unterhalb zu unserer Rechten führt. Danach mussten wir uns der Hitze und den geschäftigen Straßen am Stadtrand von Grenoble stellen. Wir aßen ein leichtes Mittagessen in einer örtlichen Bäckerei und stiegen dann wieder etwas höher hinauf in die Chatreuse-Berge, eingebettet zwischen Grenoble und Chambéry. Eine weitere tolle Strecke, diesmal sahen wir etwas mehr Wald und malerische kleine Dörfer. Die Gegend ist im Winter auch ein bekanntes Skigebiet und im Sommer ein beliebtes Ziel für Radfahrer und Wanderer. Auf dem Weg zurück in die Ebene erreichten wir Teile von Chambéry, bevor wir die umliegenden Hügel und unser schönes Hotel erreichten. Es war eine willkommene Überraschung, dass Henning uns mit kalten Getränken erwartete, was den Austausch von Geschichten von der Fahrt noch angenehmer machte. Danach gingen wir alle von dort auf unsere Zimmer und dann direkt zum Pool. Es gibt keine bessere Möglichkeit, sich bei diesen Temperaturen abzukühlen.
Über die Königinnen der Alpenpässe Nach einer kurzen Verzögerung am Morgen – verursacht durch einen ungeplanten, aber glücklicherweise schnellen Boxenstopp bei BMW – starteten wir voller Vorfreude in unseren Tag. Wir verließen Chambéry bei, wie gewohnt, strahlendem Sonnenschein und einer klaren Sicht auf die majestätischen Gipfel der französischen Alpen. Perfekt! Nach dem passieren des Arc-Tals führte uns die Route bald hinauf über die 1000-Meter-Marke – und mit jedem Höhenmeter kühlte die Luft merklich ab. Im Durchschnitt zeigte das Thermometer etwa 10 Grad weniger als an den brütend heißen Tagen zuvor, was unsere Fahrt zu einer wahren Wohltat machte. Voller Vorfreude tauchten wir also in die hochalpine Welt Frankreichs ein. Der Col du Télégraphe war unser erster Höhepunkt, gefolgt vom legendären Col du Galibier, dessen Gipfel uns auf 2670 Meter hinaufführte und ein Panorama bot, das jedem den Atem raubt. Kurz darauf folgte der Col d’Izoard, wo wir uns auf 2360 Metern inmitten eines bizarren Felsmassivs wiederfanden – ein Gefühl von Freiheit machte sich breit, das man so wahrscheinlich nur auf dem Motorrad erlebt. Ein geplanter Mittagsstopp verwandelte sich aufgrund leerer Vorräte am Restaurant Napoleon kurzerhand in eine vorgezogene Kaffee- und Kuchenpause. Das Tortenbuffet - Extraklasse!!! Diese Etappe war ohne Zweifel ein Highlight! Die Begeisterung über diese Königsetappe war in jedem Gesicht zu lesen, und das Grinsen unter den Helmen wich bis zum Zielort nicht mehr. Wir erreichten schließlich unser gemütliches Hotel La Ferme in Avieux. Hier ließen wir den Tag bei einem wohlverdienten ausgezeichneten Abendessen und vielen Geschichten über epische Pässe Revue passieren, bevor wir müde und glücklich in unsere Betten fielen. Fortsetzung folgt… Uns bleiben ja noch 2 weitere Fahrtage;-)
The day couldn't have started any better. Sunshine, perfect riding temperatures and a fantastic route laid out in front of us. We all jumped eager on our bikes in the morning. The first leg took us to the Col de Vars (2108m) with a fantastic view into the valley and beyond. A little after that we meant to take the road up to the Colle della Maddalena, which was unfortunately closed due to a rockfall earlier. So instead we did an early coffee stop on the side of the road to give Franziska a chance to reroute today's stage. It was quickly clear that the Col de la Bonnette is an absolute highlight what can't be missed. So the plan was quickly established to approach it from the other side, which meant instead of doing a loop we would right in and the same way out. And the pass did not disappoint! The roads and views were absolute stunning. You were torn between the urge to stop and taking some photos and the desire to just keep on riding the great sweepers. No wonder everybody wants to ride Europe's second highest asphalted road! From here we continued further up to the Italian border and the Col de la Lombarde and we stepped on Italian soil for a short time. More photos were taken before we went down and met Henning with a small lunch at a lovely picnic location directly at a mountain river. Well rested, we went back towards the Col de la Bonnette encountering both local petrol stations closed, which meant the Multistrada wouldn't make it back oback over the pass. So Halfway we had to siphon petrol from one of the fuller bikes. Eric, channeled his inner McGyver and devised a little tool with a plastic bottle and chewing gum and in a great team effort we put the Ducati back on the road. All in all we had an eventful day, nobody will forget that easily and especially not our birthday boy Larry, who nearly followed the wrong riders home after we changed into our rain gear. ;)
Wie alle schönen Dinge im Leben geht auch diese unvergessliche Tour einmal zu Ende. Am zehnten und letzten Fahrtag führte uns unser Weg von Barcelonnette zurück nach Vence. Gleich zu Beginn erwartete uns mit dem Col de la Cayolle auf 2.360 Metern ein weiterer atemberaubender Höhepunkt. Danach rollten wir über kurvige Straßen entlang der Var und genossen noch einmal die wilde Schönheit der französischen Alpen. Die Tage hatten es in sich, und so entschied sich eine Gruppe, den direkten Weg zurück zum Starthotel zu nehmen, um entspannt ausklingen zu lassen. Lediglich Steve und Henning wollten es noch einmal wissen und nahmen auch das letzte, anspruchsvolle Teilstück noch in Angriff: den Aufstieg zur Madone d’Utelle. Diese hoch über dem Vésubie-Tal thronende Pilgerkirche wurde bereits im 9. Jahrhundert als Zeichen des Dankes von genuesischen Seefahrern errichtet, die nach schwerem Sturm auf See gelobt hatten, der Jungfrau Maria eine Kapelle zu widmen, sollten sie je wieder festen Boden erreichen. Seitdem zieht dieser mystische Ort Pilger und Abenteurer gleichermaßen an – ein perfekter letzter Höhepunkt unserer Reise. Am Abend fanden wir uns schließlich alle zum gemeinsamen Abschlussdinner zusammen, um bei gutem Essen und vielen Geschichten die Erlebnisse der vergangenen Tage noch einmal aufleben zu lassen. Wie bei jeder Tour, die ein voller Erfolg war, krönten wir den Abend mit unserer kleinen „Holy Wrench“-Zeremonie: Jeder Teilnehmer erhielt seinen individuellen Tournamen, als ein ganz persönliches abschließendes Andenken an diese Reise. Bei einem finalen Getränk saßen wir dann noch eine Weile zusammen, lachten, stießen an der Bar auf unsere gemeinsame Zeit an – und schmiedeten erste Pläne, wann und wo wir diese Geschichte evt. eines Tages weiterschreiben werden. Einige werden jetzt noch ein paar weitere Tage in Europa verbringen. Andere morgen zurück nach Hause fliegen. Wir wünschen allen in jedem Fall eine gute Heimreise! Vielleicht treffen wir uns mal wieder…auf irgendeiner Straße dieser Welt! Eure Tourguides Franzi & Henning