Ultimate Alps: himmlische Berge!

Endlich ist es soweit: Unsere wunderschöne Tour durch die Alpen beginnt. Start und Ziel ist Seefeld. Der Ort ist bekannt für Langlauf und Wandern. Heute starten wir hier mit einer kurzen Begrüßung und lernen alle Mitglieder unserer Gruppe kennen. Wir kommen aus den USA, den Niederlanden, der Schweiz, Mexiko, Österreich, Brasilien und Slowenien. Macht euch bereit für 10 Tage voller Spaß und Freude: Motorradfahren!
Alle sind startklar, und was für ein Tourstart! Sonniges Wetter und blauer Himmel! Unser erster Stopp ist der Gacher Blick, ein toller Aussichtspunkt mit Blick auf das Inntal. Der zweite Stopp mit einem ausgezeichneten Kaffee an der italienischen Grenze. Bienvenuti a Italia! Der Kirchturm, der aus dem See ragt, erinnert daran, dass es hier vor der Flutung des Staudamms Dörfer gab. Der Passo Stelvio, wahrscheinlich der Höhepunkt der Tour, zeigte uns schon am ersten Tag unsere Grenzen auf. Brunos Bratwurst war die verdiente Belohnung für die Mühen.
Mit 330 km vor uns liegt ein langer Tag vor uns, an dem wir die Schweizer und italienischen Alpen in vollen Zügen genießen können. Fünf Bergpässe und Hunderte von Serpentinen – was für ein Genuss! Wieder ist das Wetter perfekt, ebenso die Aussicht. Ein kurzer Stopp an den Cascate dell'Acquafraggia (Wasserfällen) und ein leckeres Mittagessen (super Pizza!) an einem weiteren Wasserfall. Und weiter geht es zum nächsten Pass, und zum nächsten und zum nächsten. Warm und zufrieden erreichen wir den Vierwaldstättersee für ein kühles Bier.
Dieser Tag begann ganz besonders! Nach einem frühen Start und einer 15-minütigen Fahrt stellten wir uns am Anlegesteg der Fähre über den Vierwaldstättersee an. Während wir auf das Boot warteten, erzählte uns Juri von unserem heutigen Plan. Es sollte ein langer Tag werden, inklusive eines Picknicks hoch oben in den Bergen, aber manchmal müssen Pläne geändert werden. Die Fahrt mit der Fähre über den See verlief reibungslos, und dann fuhren wir Richtung Brüning, unserem ersten Pass. Der Sustenpass war aufgrund eines Unfalls auf der Passstraße gesperrt, so wir mussten einen Umweg machen und das Picknick aufgeben. Stattdessen erklommen wir den Grimselpass, eine weitere spektakuläre Straße, die auf etwa 2000 Meter hinaufführte. Das Wetter hatte sich inzwischen geändert, und die Wolken versprachen Regen. Am Fuße des Grimselpasses bekamen wir die Furka-Dampfbahn zu sehen, die auf einer 18 Kilometer lange Bahnstrecke, fast auf 2000 Meter hinaufführt und die Täler auf beiden Seiten des Furkapasses durch einen kurzen Tunnel verbindet. Die Lokomotive und die meisten Waggons sind über 100 Jahre alt. Ab Furka folgten wir dem Tal Richtung Westen, bis wir Richtung Zermatt abbogen.
Da die Motorräder etwas außer Reichweite in Täsch waren und ein Aufenthalt in Zermatt eher ein einmaliges Erlebnis ist, machten alle einen Ruhetag. Was nicht unbedingt heißt, dass alle Ruhetag hatten. Einige aus der Gruppe fuhren mit der Zahnradbahn hinauf zum Gornergrat, der Endstation auf 3.050 Metern Meereshöhe. Die Aussicht auf die Umgebung, den herabstürzenden Gletscher und die über 4.000 Meter hohen Berggipfel in der Ferne waren einfach überwältigend. Andere schlenderten einfach durch die Stadt oder suchten nach der besten Schweizer Schokolade.
Ja! Wir sind wieder mit unseren geliebten Motorrädern vereint! Und ab geht’s in die Schweizer Berge. Raus aus der Schweiz, rein nach Italien und wieder rein in die Schweiz. Eine coole Fährfahrt über den Lago Maggiore und zurück in die Hügel und Berge. Die Landschaft verändert sich ständig, und müde von all den Eindrücken kommen wir im schönen Lugano an, um ein kühles Bier zu trinken.
Lugano ist wohl eine der italienischsten Städte der Schweiz und wir verlassen sie mit Wehmut. Entlang des Luganersees geht es Richtung Comer See, und die Fähre bringt uns auf die andere Seite. Eine Gruppe nimmt die kurze Strecke entlang des Comer Sees, die andere Gruppe reist weiter ins Landesinnere und überquert dabei mehrere wunderschöne Pässe. Am Abend gab es dann einen Grund zum Feiern: Rebecca und David sind auf ihrer 10. Tour und wurden dafür mit einem besonderen Edelweiß-Shirt ausgezeichnet.
Kurz nach dem Start verließen wir das Tal Richtung Bozen und bogen Richtung Süden ab. Madonna di Campillio ist ein bekanntes Skigebiet. Erstaunlich, wie viele Skilifte es hier gibt. Leider war der Passo Daone wegen Bauarbeiten gesperrt, sodass wir der Hauptstraße folgen mussten. Bei einem Zwischenstopp am Lago di Molvena erfuhren wir von dem gewaltigen Erdrutsch, der den See vor langer Zeit geschaffen hatte. Jan überraschte uns mit einem Picknick in Duelago, und gegen Ende des Tages genossen wir die kurvenreiche Abfahrt vom Mendelpass nach Bozen.
Ruhetag? Von wegen! Trotz Regenvorhersagen unternimmt eine Gruppe namens „The Sexy Six“ eine spektakuläre Fahrt in die Dolomiten. Und spektakulär ist genau das richtige Wort, um diese Bergkette zu beschreiben. Wir erleben spitze Kalk- und Granitfelsen, Gletscher, dichte Wälder und wild fließende Flüsse. Kann man sagen, das ist der schönste Fahrtag der Tour? Zumindest ein großartiger! Während die anderen unterwegs waren, erkundete die andere Hälfte der Gruppe Bozen. Die Altstadt, die seit dem 12. Jahrhundert besteht, beeindruckt mit alter Architektur, hinter jeder Ecke steckt Geschichte. Ein toller Spaziergang durch die Stadt, der mit einem Abendessen in einem Restaurant endete, das ursprünglich 1895 eröffnet wurde.
Das Wetter hat aufgeklart und es geht auf die letzte Etappe der Tour. Mit dem Timmelsjoch ist es ein würdiger Abschluss einer tollen Tour! Das beeindruckende Motorradmuseum verfügt über eine wunderbare Sammlung aus aller Welt. Ein letzter Fahrtag bedeutet einen herzlichen Abschied von den Menschen, die zu Freunden wurden und die wir hoffentlich wiedersehen werden.