3FI2501 Island Feuer und Eis

Die Islandtour startet für einen der Reiseleiter bereits eine Woche früher! In Mieming müssen alle Motorräder zusammen mit den Tourboxen und der restlichen Ausrüstung auf den Anhänger geladen werden – nur nichts vergessen! Dann kann der Roadtrip losgehen. Von Österreich aus reiste ich durch Deutschland und Dänemark Richtung Norden bis nach Hirtshals, ganz oben in Dänemark. Drei Tage dauerte das! Dort ging es mit dem LKW und dem Anhänger an Bord der Norröna-Fähre und wir begannen unsere Fahrt über den Nordatlantik. Nach ein paar Tagen auf See – inklusive eines kurzen Zwischenstopps auf den Färöern – erreichten wir Seyðisfjörður an Islands Ostküste. Von dort fuhr ich quer durchs Land, durch atemberaubende und surreale Landschaften, bis ich schließlich Reykjavik erreichte, wo das Abenteuer nun beginnen sollte! Es war eine lange, aber unvergessliche Reise – von den Alpen ins Land aus Feuer und Eis, alles aus Liebe zu Motorrädern und Abenteuern!
Nach einer mehr oder weniger langen Anreise haben alle Reykjavik erreicht. Und egal ob mit dem Flugzeug oder per Schiff, die Insel hinterlässt bereits bei der Ankunft einen ganz speziellen Eindruck. Schnell merken wir das es hier anders als ist als anderswo. Viele von uns nutzen den Tag um die Stadt zu erkunden und sich einzugewöhnen. Im Hintergrund laufen derweil die letzten Vorbereitungen für die Tour. Am Nachmittag lernen wir uns endlich alle kennen. Nach dem Welcome briefing bekommen wir auch endlich die Schlüssel für unsere Bikes. Das anschliesende Abendessen gibt uns schonmal einen guten Einblick in die Isländische Küche. Wir können es kaum erwarten morgen endlich loszulegen.
Wir begannen den Tag unter einer Decke tief hängender Wolken und fuhren Richtung Südwesten, bereit, einige der faszinierendsten geologischen und geothermischen Stätten Islands zu erkunden. Nach einem kurzen Besuch im Wikingermuseum war unser erster Halt die Brücke zwischen den Kontinenten, wo man zwischen der nordamerikanischen und der eurasischen tektonischen Platte spazieren kann. Was für ein Gefühl! Als Nächstes ging es nach Gunnuhver, einem wilden geothermischen Gebiet mit kochenden Schlammlöchern, zischenden Dampfquellen und dem starken Schwefelgeruch, der vom Meereswind herübergetragen wurde. Von dort fuhren wir zur Blauen Lagune. Wir gingen zwar nicht schwimmen, machten aber einen kurzen Stopp, um ein paar Fotos vom berühmten milchig-blauen Wasser zu machen, umgeben von Lavafeldern und aufsteigendem Dampf – eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten Islands. Zur Mittagszeit erreichten wir Grindavík, ein kleines Fischerdorf am Meer. Wir aßen köstlich in einem gemütlichen Restaurant am Hafen und genossen eine köstliche Hummersuppe. Am Nachmittag setzten wir unsere Reise nach Selfoss fort. Wir ritten durch grüne Felder und sanfte Hügel und sahen unterwegs immer wieder Islandpferde. Ein wunderbarer erster Ausritt in Island!
Der Neue Tag begrüßt uns mit deutlich besserem Wetter als der letzte. Und das kommt uns sehr gelegen, immerhin steht heute der erste Große Adventure Fahrtag auf dem Programm. Doch bevor es endlich in den Schotter geht staten wir dem Gullfoss, einem der berühmtesten Wasserfälle Islands einen Besuch ab. Das Licht ist Perfekt, wir können unsere Augen nur schwer von der Schönheit dieses Ortes lassen. Aber der Staub ruft, nach einer kurzen Einweisung geht es auf ins Isländische Hochland. Die Schotterpiste windet sich durch die Karge Landschaft, mächtige Gletscher, auf beiden Seiten des Weges, thronen auf und zwischen den Bergen. Es ist Traumhaft. Schier endlos scheint diese Piste zu sein. Es dauert bis in den frühen Nachmittag bis wir den Norden der Insel erreichen. Hier ist es soviel anders als im Süden, Sanfte Hügel und viel mehr Grün bestimmen das Bild. Eine Willkommene Abwechslung zu der Wüstenlandschaft vom Vormittag. Auf dem Weg zum Hotel, machen wir noch einmal halt für einwenig Kultur und Geschichte um diesen Großartigen Tag abzurunden.
Die heutige Fahrt war nicht allzu lang, sodass wir Hofsstadir ohne Eile verließen und durch die wunderschönen Landschaften Nordislands fuhren. Die Straße führte uns entlang dramatischer Küsten und ruhiger Fjorde bei kühlem, bewölktem Wetter – typisch isländischer Sommer. Unser wichtigster Stopp war das charmante Fischerdorf Siglufjörður, wo wir eine Kaffeepause einlegten, bevor wir das hervorragende Heringsmuseum besuchten. Es bot einen faszinierenden Einblick in das goldene Zeitalter der isländischen Heringsindustrie mit eindrucksvollen Ausstellungen und historischen Gebäuden. Das muss ein hartes Leben gewesen sein! Danach fuhren wir weiter Richtung Süden entlang der Küste und machten in Hauganes, einem friedlichen Dorf am Westufer des Eyjafjörður, das für seine Walbeobachtungstouren bekannt ist, Mittagspause. Bevor wir unser Hotel in Akureyri erreichten, machten wir noch einen letzten Stopp im Isländischen Motorradmuseum – ein echtes Highlight für jeden Motorradfahrer!
Heute verbringen wir, einmal mehr, etwas weniger Zeit im Sattel. Island hat neben tollen Straßen nämlich noch sehr viel mehr zu bieten. Wir verlassen Akureyri wegen des Wetters auf dem direkten Weg, einem acht Kilometer langen Tunnel, da der Track über den Berg in dichten Nebel gehüllt ist. Unser Weg führt uns zunächst weg von der Küste zum Godafoss, einem der berühmtesten Wasserfälle der Insel. Und das zurecht wie wir finden. Überhaupt muss man in diesem Teil der Insel nicht weit fahren um tolle und aussergewöhnliche Orte zu finden. Und so finden wir uns wenig später im Myvatn Gebiet wieder. Die Seenlandschaft ist nicht nur das Artenreichste Gebiet der Insel, sondern auch Geologisch sehr interessant. Und wo wir schon einmal da sind statten wir auch gleich den Lavaformationen von Dimmuborgir einen Besuch ab. Wie ein schwarzes Band liegt die Straße in der Hügeligen, grünen Landschaft welche uns zurück an die Küste führt. Unser Ziel für heute ist Husavik, das wir bereits mittags erreichen. Der Ort wird als die Hauptstadt des Whale watchings bezeichnet. Und genau dem gehen wir am Nachmittag auf den Grund. Einige von uns sind sogar Wagemutig genug sich in einem Schnellboot auf den Atlantik hinaus zu wagen. Die Fahrt auf dem ehemaligen Fischerboot ist hingegen deutlich entspannter;-). Mal sehen wer die besten Bilder hat.
Heute war eine wahrhaft epische Fahrt durch das wilde Herz Islands. Wir begannen mit einem Besuch des beeindruckenden Ásbyrgi-Canyons, einer gewaltigen hufeisenförmigen Formation, die angeblich von Odins Pferd geschaffen wurde – oder von katastrophalen Gletscherfluten, je nachdem, ob man Mythologie oder Geologie bevorzugt. Von dort fuhren wir weiter Richtung Südosten zum Dettifoss, einem der gewaltigsten Wasserfälle Europas. Bilder können die Pracht dieses Naturwunders nicht einfangen! Nach dem Dettifoss machten wir eine Mittagspause und fuhren anschließend durch die weite isländische Wüste – eine karge, unwirkliche Landschaft aus Vulkansand, Lavafeldern und fernen Bergen. Wir haben viele Kilometer auf Schotterstraßen zurückgelegt, was den Tag noch abenteuerlicher (und staubiger!) machte. Am Nachmittag machten wir einen Abstecher zum unglaublichen Stuðlagil-Canyon, bekannt für seine perfekten Basaltsäulen und seinen eisblauen Fluss. Ein absolutes Muss, bevor wir endlich unser Ziel erreichen. Was für ein atemberaubender Tag auf dem Rad!
Island zeigt sich heute morgen von seiner besten Seite, die Sonne scheint. Und die Temperaturen sind für Isländische Verhältnisse nahezu mild. Perfekte Bedingungen also für uns. Verglichen mit den kargen Landschaften von gestern ist die Gegend um Egilstadir beinahe ein Urwald…wie gesagt beinahe😉. Wir bleiben also eine Weile und genießen die Fahrt um den „Lagarfijot“ bevor wir dann in Richtung Süden fahren. Um an die Südküste zu gelangen müssen oder besser dürfen wir den Oxi Überqueren. Die Aussicht von hier oben , hinunter auf den Ozean, ist Atemberaubend. Links und rechts des Weges warten kleine Wasserfälle und interessante Felsformationen auf uns. Das Wetter spielt ebenfalls mit. Einfach Traumhaft. Nachmittags folgen wir der Küstenstraße und genießen die Landschaft die noch viel Majestätischer wirkt als jene im Norden. Am Horizont hängen zwar bereits wieder dunkle Wolken aber ab und zu können wir einen Flüchtigen Blick auf den mächtigen Vatnajökull Gletscher erhaschen, den größten Gletscher Europas. Einige von uns können es kaum erwarten dem Gletscher ganz nahe zu kommen. Und so fahren wir am Nachmittag noch eine kleine Extra Runde durch Unwegsames Gelände um zu einer seinen vielen Gletscherzungen zu Gelangen. Ein mutiges Unterfangen das sich aber durchaus lohnt.
Ein weiterer unvergesslicher Tag auf Island! Wir verließen Höfn am Morgen und folgten der malerischen Südküste mit Gletschern auf der einen und dem Atlantik auf der anderen Seite. Unser erster großer Stopp war die atemberaubende Gletscherlagune Jökulsárlón, wo riesige Eisberge lautlos dem Meer entgegentreiben. Wir machten sogar eine Fahrt mit einem Amphibienfahrzeug und kamen den schwimmenden Eisbergen ganz nah! Gleich gegenüber spazierten wir am berühmten Diamantstrand entlang, wo kristallklare Eisbrocken wie Edelsteine über den schwarzen Sand verstreut liegen. Ein surrealer und unvergesslicher Anblick! Auf unserer Weiterfahrt Richtung Westen machten wir in der Nähe des Svínafellsjökull-Gletschers Mittagspause und machten anschließend eine kurze Wanderung, um ihn aus der Nähe zu bewundern. Am Nachmittag führte uns die Fahrt durch abwechslungsreiche Landschaften: moosbedeckte Lavafelder, Gletscherflüsse und endlose Vulkanebenen. Bevor wir Kirkjubæjarklaustur erreichten, machten wir einen Abstecher auf der Schotterstraße nach Fagrifoss, um für morgen zu trainieren (bleibt dran!). Die Fahrt beinhaltete einige Flussüberquerungen, was für jede Menge Spaß und Nervenkitzel sorgte! Und als wir endlich das Hotel erreichten – Überraschung des Tages: Thomas hatte ein Begrüßungsgetränk mit Eiswürfeln vom Diamond Beach vorbereitet!
Die heutige Fahrt von Kirkjubæjarklaustur nach Geysir bot zwei unvergessliche Routen – jede mit ihrem eigenen Abenteuer! Eine Gruppe folgte der Küstenstraße und machte unterwegs Halt an berühmten Sehenswürdigkeiten. Sie besuchten den spektakulären Black Sand Beach, bewunderten die Klippen und die Papageientaucher am Puffin Rock und fuhren dann zum majestätischen Skógafoss-Wasserfall, wo sie nach einer Wanderung zum oberen Ende des Wasserfalls auch zum Mittagessen anhielten. Die andere Gruppe wählte einen abenteuerlicheren Weg ins isländische Hochland: Sie bewältigten Schotterstraßen, überquerten Flüsse und genossen die raue, unberührte Schönheit des Landesinneren. Sie erreichten die geothermische Oase Landmannalaugar zum Mittagessen und fuhren dann noch eine ganze Weile auf Schotterstraßen weiter! Am Nachmittag erreichten beide Gruppen Geysir, und vor dem Abendessen nahmen wir uns Zeit, die berühmten Geysire zu besuchen und zu beobachten, wie mächtige Dampfstöße und kochendes Wasser aus der Erde schießen – ein unvergessliches isländisches Erlebnis!
Letzter Tag unterwegs – und eine weitere wunderschöne Fahrt zum Abschluss unseres Island-Abenteuers! Wir verließen Geysir am Morgen und machten uns auf den Rückweg nach Reykjavík, allerdings nicht ohne ein paar unvergessliche Zwischenstopps. Unser erster Halt war der markante Kerið-Krater, eine einzigartige Vulkanformation, die sich hervorragend für Fotos eignete und einen schönen Spaziergang um den Kraterrand ermöglichte. Als Nächstes besuchten wir den historischen Þingvellir-Nationalpark, wo die tektonischen Platten aufeinandertreffen und vor über tausend Jahren das erste Parlament der Welt gegründet wurde. Dieser Ort ist für Isländer von großer Bedeutung und wird von ihnen hochgeschätzt! Die Fahrt ging dann weiter durch den friedlichen Hvalfjörður-Fjord mit weitreichenden Ausblicken, ruhigem Wasser und sanften Kurven – perfekt für Motorräder. Zum Abschluss der Reise durchquerten wir den Unterwassertunnel unter dem Fjord und erreichten Reykjavík, wo wir ein letztes gemeinsames Mittagessen genossen, bevor wir zum Hotel fuhren. Ein perfekter Abschluss einer unvergesslichen Tour – voller Gletscher, Geysire, Schotter und toller Gesellschaft. Vielen Dank an alle und bis bald auf einer weiteren Edelweiss-Tour!