Burgen und Schlösser

Bei hervorragendem Wetter starteten wir unsere Stadtrundfahrt durch Wien! Der Stephansdom, der Graben, der Kohlmarkt und natürlich die Schatzkammer in der Hofburg waren nur einige der Höhepunkte am Vormittag. Die Kaffeepause verbrachten wir im berühmten Café Landtmann gegenüber dem Stadthaus, und am Nachmittag gab es Wiener Schnitzel zum Mittagessen und einen Besuch im Schloss Schönbrunn.
"Ich mag wenn es regnet, denn wenn ich es nicht mag, dann regnet es auch." Mit diesem Zitat des Münchener Komikers, Karl Valentin, starten wir unsere Tour mit Wiener Schmuddelwetter. Schnell lassen wir die Stadt hinter uns und können trotz der eingeschränkten Sicht, die Schönheit der Region Wachau erahnen. Nach einer wohlverdienten Kaffeepause halten wir für unseren ersten Foto Stopp gegenüber der Burgruine Dürnstein. Nach seiner Rückkehr vom dritten Kreuzzug, wurde hier Richard Löwenherz gefangen gehalten, bevor er an den deutschen Kaiser Heinrich IV ausgeliefert wurde. Das nächste Highlight ist die Überquerung der Donau, nicht über eine gewöhnliche Brücke, sondern über die Fähre bei Weissenstein. Wir folgen der Donau bis zum Abzweig Maria Taferl. Von dort oben, haben wir eine sensationelle Aussicht über die Donau und genießen dabei unser Mittagessen. Endlich hört es auf zu regnen und wir verlassen die Donau in Richtung tschechische Grenze. Seit Tschechien dem Schengenraum beigetreten ist, wird der Grenzübergang bei Phyrabruck nicht mehr genutzt. Die Rest des immer noch erkennbaren Todesstreifen lässt uns erahnen, wie es hier zur Zeit des Kalten Krieges war. Wir machen die obligatorischen Bilder der Grenzschilder und begeben uns nach Budweis. Budweis wird auch das Siena von Südböhmen genannt. Die wunderschöne Altstadt mit ihren Gebäuden aus dem 16. Jahrhundert lässt uns dem zustimmen. Da sich das Edelweiss- Tour- Hotel direkt am Rande der Altstadt befindet, nutzen die meisten Gäste einen kleinen Spaziergang um Budweis zu erkunden.
Die letzten Tropfen vom Himmel störten uns nicht, und so erreichten wir bereits Krumlov, die Perle der mittelalterlichen Städte, bevor der Massentourismus Einzug hielt. Durch die abgelegene Gegend des Böhmerwaldes auf kurvigen Straßen mit fast keinem Verkehr und schließlich einem sonnigen Finale, als wir Prag erreichten.
Auch wenn die Motorradtour am Ruhetag sehr verlockend ist, ist die schöne Stadt Prag ein Muss, und dafür braucht man Zeit. Alle Teilnehmer dieser Tour haben sich dafür entschieden, und so machten wir uns von unserem Tourhotel aus auf zu unserer Entdeckungstour. Wir überquerten den Wenzelsplatz und gingen durch die Fußgängerzone zum alten Rathaus. An der Südmauer des Rathauses (von 1381) befindet sich eine der ältesten, astronomischen Uhren der Welt. Einige Teile stammen aus dem Jahr 1410. Weiter geht es über die weltberühmte Karlsbrücke und von dort weiter hinauf zur Festung. Von einem versteckten Teil eines Cafés haben wir einen sensationellen Ausblick über die Stadt. Und dann unser Mittagstopp: Eine alte Gaststädte, die seit 1375 durchgehend geöffnet ist!!! Hier mundeten uns nicht nur die Speisen, sondern auch das hervorragende, tschechische Bier. Gut gelaunt traten wir den Rückweg an.
Wir verlassen eine der schönsten Städte Europas und fahren nach Melnik. Als im 16. und 17. Jahrhundert die Pest in Europa wütete, wurde der Platz knapp, um die Toten zu beerdigen. Deshalb ging man dazu über, die Überreste vergangener Jahrhunderte in Gebeinhäusern, unterhalb der Kirche zu lagern; so auch in Melnik. Hier liegen die Schädel und Gebeine von 10.000 bis 15.000 Toten, ein schauriger Anblick. Außerhalb der Kirche befindet sich ein Aussichtspunkt, von wo aus man den Zusammenfluss von Moldau und Elbe sehen kann. Wir fahren weiter durch die böhmische Landschaft nach Jetrichovice, wo uns Franz mit einem köstlichen Picknick überrascht. Frisch gestärkt cruisen wir durch die tschechische und sächsische Schweiz zur Bastei. Von dort oben haben wir einen tollen Ausblick auf das Umland und die Elbe, die tief unten ihre Bahnen zieht. Nach der Bastei ist es nur noch ein Katzensprung nach Dresden. Auch hier sind wir dankbar, dass unsere Tour Hotel sehr zentral liegt. Der Weg zum Restaurant lässt uns an den meisten Sehenswürdigkeiten vorbeikommen, Zwinger, Semperoper, Residenzschloss, Kathedrale Sanctissimae Trinitatis und Frauenkirche säumten unseren Weg. Unsere Gäste waren davon mehr als beeindruckt, aber die Edelweiss Tourguides hatten noch einen Pfeil im Köcher, die "Brühlsche Terasse", auch Balkon Europas genannt, offenbart einen traumhaften Blick über die Elbe und die Sehenswürdigkeiten der Stadt, die am Ende des II. Weltkriegs fast komplett zerstört wurde. Die Abendstimmung tat ihr übriges.
Da in Dresden alles sehenswerte nah beieinander liegt, reicht der Nachmittag aus, um die Altstadt zu erkunden. Zunächst legten wir die paar Meter zum Zwinger zurück und sahen uns dort die Zwinger Xperience an, eine multi- mediale Zeitreise durch die Geschichte und die Highlights des Zwingers. Vorbei an Semperoper, katholischen Dom und Stadtschloss (inkl. Turnierplatz) und hinauf auf die Frauenkirche. Wenn man von dort oben den Ausblick genießt, dann war es den Aufstieg allemal wert. Das (oder die) anschließenden Augustiner Bier(e) haben wir uns mehr als verdient. Nur ein paar Meter weiter wartete schon das Restaurant Edelweiss auf uns, wo wir uns schweizerische Köstlichkeiten einverleibten und den Geburtstag einen der Teilnehmer feierten. Der Heimweg durch die traumhafte Altstadt war ein krönender Abschluss eines ereignisreichen Tages.
Heute ist einer unserer längsten Fahrtage. 100 km zum Frühstück auf der deutschen Autobahn :-)). Aber zu viel Verkehr, um Spaß zu haben. Wir kamen in Görlitz an, bevor die Cafés öffneten, also machten wir einen Spaziergang durch die Stadt mit ihren 4000 restaurierten historischen Häusern. Aber dann hatten wir genug von der Stadt und machten uns auf den Weg zum „Riesengebirge“: kurvige Straßen durch Wälder und Wiesen. Wir hatten wirklich gutes tschechisches Essen in einem kleinen Resort oben in den Bergen und kamen pünktlich in unserem Hotel an.........
Heute geht es von Lazne Belohrad nach Stary Jicin. Unser erster Stopp ist Nove Mesto, wo es im historischen Stadtkern einiges zu besichtigen gibt und wir uns eine Kaffeepause genehmigen. Von dort geht es weiter in das Adlergebirge, dessen einsamen Straßen genau an der Grenze zwischen Tschechien und Polen langführen. Dort besuchen wir auch eine Bunkeranlage aus dem II. Weltkrieg. Dann geht es hinab in die tschechische Provinz Moravia, wo uns die Kurven, entlang endloser Weizenfelder fahren lassen. Dann ist von der Ferne schon die Burg von Stary Jicin zu erkennen, zu deren Fusse unser heutiges Quartier liegt.
Der Tag beginnt mit perfektem Wetter, sonnig, und da es Samstag ist, gibt es wenig Verkehr. Wir nehmen den schnellsten Weg nach Krakau und halten nur kurz an einer mittelalterlichen Holzkirche. Nach einer Kaffeepause geht es weiter nach Krakau. Die Anfahrt in eine Großstadt ist manchmal etwas schwierig wegen der vielen Umleitungen und der Rushhour, aber unsere Gruppe scheint darin schon sehr routiniert zu sein! Es läuft einfach super! Wir kamen kurz nach 13:30 Uhr im Hotel an, aßen schnell zu Mittag und machten dann wie üblich einen Bummel durch die Stadt ..........
Heute machen wir eine Führung durch das schlimmste Kapitel der Geschichte, das jemals geschrieben wurde. Unsere ganze Gruppe hat beschlossen, das Konzentrationslager Auschwitz zu besuchen, damit wir davon erzählen können. Am Abend hat Michel ein fantastisches polnisches Restaurant mit Piroggen, Borschtsch und Bier gefunden ;-)
Es müssen nicht immer die Alpen sein, wie wäre es mit der Hohen Tatra? Dem kleinsten europäischen Hochgebirge? Seit Jahren ein Geheimtipp unter Motorradfahrern und nicht nur bei Wanderern und Wintersportlern. Schon kurz nach dem wir Krakow verlassen haben, bewegen wir uns auf die polnische Seite der Hohen Tatra zu. Kurz vor dem bekannten, polnischen Wintersportort Zakopane biegen wir ab, Richtung Slowakei. Traumhafte Straßen schlängeln sich entlang der Hohen Tatra und das ganze mit wenig Verkehr, ein Traum für jeden Motorradfahrer. Und so geht es weiter, durch die wunderschönen Landschaften der Slowakei, bis zu unserem Edelweiss- Tour- Hotel in Rajecke Teplice.
Die nächste große Stadt wartet auf uns. Heute fahren wir in Richtung Süden, wo die Hügel beginnen, und schließlich erreichen wir die Pannonische Tiefebene und die ungarische Hauptstadt Budapest mit ihren 1,6 Millionen Einwohnern.
Auch wenn man Budapest nicht mit Prag vergleichen kann, so ist auch die ungarische Hauptstadt wunderschön und mit vielen Highlights. Einige dieser Sehenswürdigkeiten liegen direkt an der Donau und so bietet es sich an, diese von einem der zahlreichen Ausflugsschiffe zu entdecken. Nach dem Anlegen schlenderten wir die Donau entlang und ließen uns von den Gerüchen und dem regen Treiben der Großen Markhalle einfangen. Einige von uns speisten, an einem der Essenstände, auch zu Mittag. Von dort war es ein weiterer Fußmarsch zu den Ruinenbars. Die Ruinenbars von Budapest sind einzigartige Kneipen im historischen jüdischen Viertel der Stadt, die in verlassenen Vorkriegsgebäuden untergebracht sind und ein einzigartiges Flair bieten. Allzu lange konnten wir dort allerdings nicht verweilen, den der Abend hielt ein weiteres Highlight bereit. Die Fischerbastei, die mit ihren konischen Türmen an die Zelte der Magyaren erinnern soll, wird als Aussichtsterrasse auf Donau und Pest genutzt. Dort oben aßen wir auch zu Abend und nach Sonnenuntergang war der An- und Ausblick noch schöner.
Und irgendwann ist er dann da, der letzte Fahrtag. Dieser führt uns zurück nach Wien, dem Ausgangsort unserer aufregenden Reise. Wir folgen der Donau raus aus Budapest und weiter nach Esztergom. Schon die Kelten und Römer siedelten hier, sowie Slawen, Magyaren, Mongolen und Türken. Im 19. Jahrhundert wurde hier eine der größten Kathedralen Europas erbaut, die imposant auf dem Burghügel thront. Wir fahren wieder einige Kilometer durch die Slowakei, queren erneut die Donau zurück nach Ungarn und erreichen nach einiger Zeit Sopron. Sopron bezeichnen viele als die schönste, mittelalterliche Stadt Ungarns und befindet sich nur wenige Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt. Und die Grenze ist unsere nächstes Ziel. An einem kleinen Grenzübergang trafen sich am 19. August 1989 Österreicher und Ungarn zu einem gemeinsamen Picknick und an diesem Tag war der eiserne Vorhang zum ersten Mal durchlässig. Das nutzten einige Hundert DDR- Bürger und flohen in den Westen. Der Rest ist Geschichte. So eine Gelegenheit lässt sich Edelweiss natürlich nicht entgehen und veranstaltet hier ebenfalls ein Picknick für seine Gäste. Franz verwöhnt uns mit leckeren Leberkässemmeln, eine willkommene Stärkung für die letzten Kilometer nach Wien. Nachdem die Motorräder übergeben waren und wir uns frisch gemacht haben, trafen wir uns zu unserem Abschiedsessen. Und wie bei so vielen Edelweiss Touren können wir sagen: "Sie kamen als Fremde und gingen als Freunde" Wir hoffen jeden von euch in der Zukunft wiederzusehen. Vielen Dank für die tolle Zeit Franz und Michael