Kurvenfahren im Motorradfahrerhimmel

Während mehr als die Hälfte der Gruppe noch auf dem Weg nach Seefeld ist, haben die anderen, die bereits seit gestern hier sind, einiges vor. Ein Teil nimmt am Alpenvorbereitungskurs teil und möchte sich offensichtlich auf die neue Herausforderung, die Bergstraßen zu meistern, vorbereiten. Nach einer Unterrichtseinheit nimmt Markus sie mit auf eine Trainingsfahrt. Nachdem sie zum ersten Mal Spätzle und Tiroler Gröstl zum Mittagessen probiert haben, rollen sie zurück nach Seefeld. Einige andere folgen Christoph nach Innsbruck. Geschichten über die mittelalterliche Altstadt und der Besuch interessanter Sehenswürdigkeiten werden den Tag ausfüllen. Noch keine Fahrräder – morgen geht es richtig los. Heute hat uns unser Reiseleiter Christoph zu Fuß durch Innsbruck geführt. Unsere Gruppe (John & Frannie, Sam & Susan und ich) kam mit dem Bus von Seefeld und startete am Bahnhof. Erster Halt: die Triumphpforte, wo Christoph über die Höhen und Tiefen des Lebens sprach – Hochzeiten und Tod. Anschließend spazierten wir die Maria-Theresien-Straße entlang zur Hofburg. Vor der Hofburg spielte das Euregio Jugendorchester ein umfangreiches Programm – darunter auch „Aurora Borealis“, das der Göttin der Morgenröte gewidmet ist. Passenderweise rissen in diesem Moment die Wolken auf und die Sonne kam durch. Das Mittagessen gab es im Goldenen Adler, einem Gasthof, der seit 1390 besteht und eine lange Liste berühmter Gäste vorweisen kann. Anschließend bestiegen wir den Stadtturm mit herrlicher Aussicht und besuchten den Jakobsdom, wo wir das berühmte Mariahilf-Gemälde sahen – ein Ziel vieler Pilger. Anschließend ging es zurück nach Seefeld – ein ruhiger und schöner Auftakt. Um 17 Uhr startet die Tour schließlich mit der Begrüßungsbesprechung und der Motorradübergabe offiziell.
Unser erster Fahrtagtag! Angesichts der Wettervorhersage beschlossen unsere Tourguides, die Route dem Wetter anzupassen. Sie wählten die Achensee-Route, mussten aber die Bergstrecke streichen. Wir fuhren von Seefeld hinunter ins Inntal und auf der Autobahn halb um Innsbruck herum. Der erste Anstieg auf der Südseite des Tales brachte uns auch die erste kurvenreiche Straße, die selbst bei halbtrockenen Bedingungen Spaß machte. Nach etwa einer Stunde erreichten wir Hall in Tirol, eine mittelalterliche Stadt, größer als Innsbruck. Charmante Häuser, eine beeindruckende Kirche und viel Geschichte und Geschichten, die Markus uns bei einem Spaziergang durch diese schöne Stadt erzählte, begleiteten uns. Nach einem Kaffee fuhren wir Richtung Osten bis zum Achensee, wo wir gerade noch rechtzeitig ankamen, um die historische Zahnraddampfbahn nicht zu verpassen, die unter dichtem Rauch zurück nach Jenbach dampfte. Nach einem ausgezeichneten Mittagessen in einem traditionellen Gasthaus fuhren wir bei teilweise starkem Regen nach Seefeld. Trotzdem war es ein toller Auftakt für unsere Woche, und wir freuen uns auf die nächsten Tage – hoffentlich mit weniger Regen!
Nachdem wir gestern die Wasserdichtheit unserer Ausrüstung überprüft hatten, war uns das Wetter heute egal. Allerdings regnete es nicht wirklich – zumindest nicht für die erste Gruppe. Während Markus und seine Fahrer sich im geschützten Bereich des Wasserkraftwerks am Kochelsee zum Kaffeetrinken niederließen, öffnete sich der Himmel und ließ den ganzen verfügbaren Regen auf Christoph und seine Gefolgschaft niederprasseln. Anschließend machten wir uns auf den Weg zum Kloster Ettal, um dort zu Mittag zu essen und die prächtige Barockkirche zu besichtigen. Zufällig spielte jemand auf der Orgel, was den Besuch noch besonderer machte. Als nächstes stand Schloss Linderhof auf dem Programm. Es war faszinierend zu sehen, in welcher Traumwelt König Ludwig II. lebte. Anschließend machten wir uns auf den kurzen Heimweg nach Seefeld.
Not for nothing Markus showed up this morning wearing a T-shirt saying "Pass Colector". We started out this morning for the first serious mountain riding. Following the Ötz Valley south we reached the toll station/restaurant /museum at the beginning of the Timmelsjoch High Alpine Road. But before we climbed up the pass road, we visited the fabulous museum with hundreds of classic motorcycles and strengthen ouselfs with some coffee. Free riding up the pass was fun and on top we got awarded with spectacular views. The southern slope was alittle more challenging, the first real switchbacks were to take. After a lunch with traditional local cousin we headed for the next pass, Jaufenpass. Great road up there! Our last pass was the lowest - Brennerpass. One more coffee on the Italian side and we headed back to Austria and Seefeld. The tourguides surprised us with a "boot-beer" and we can call us "Pass Collectors" as well now.
Heute starteten wir früh und legten zunächst einen flotten Abschnitt auf der Autobahn zurück – die Motoren schnurrten im Takt. Unser erster Halt: der geheimnisvolle Reschensee, wo ein einsamer Kirchturm aus dem Wasser ragt – Überbleibsel des versunkenen Dorfs Graun, das in den 1950er-Jahren einem Stausee weichen musste. Nach einem kurzen Fotostopp fuhren wir weiter ins mittelalterliche Glurns – eine perfekt erhaltene Stadt aus dem 16. Jahrhundert, wo wir bei Kaffee und Kopfsteinpflaster die Zeitreise genossen. Dann ging es weiter zur legendären Königin der Alpenpässe: dem Stilfserjoch. Zwei Gruppen – eine mit Markus über den einsamen Umbrailpass, die andere mit Christoph über die berühmten 48 Kehren – meisterten den Aufstieg trotz wechselhaftem Wetter mit Nieselregen und Sonnenstrahlen. Am Pass hatten wir Glück: (fast) freie Sicht auf die beeindruckende Bergwelt. Oben gab’s bei Brunos Hotdog-Stand seltsam leckere Würstchen, dazu ein Panoramablick zum Niederknien. Der Rückweg führte uns durch die Schweiz mit einem stilvollen Kaffeestopp in Zernez. Ein Tag ganz im Zeichen alpiner Majestät!
Nach zwei Tagen voller Adrenalin (Timmelsjoch und Stilfserjoch) brauchten wir einen Tag zum Abschalten. Die einzige noch im Tourbuch verbleibende Runde war Innsbruck und Kühtai – wir wussten nicht, was uns erwarten würde. Die Tourguides hatten eine schöne Runde mit spektakulärer Aussicht ausgesucht. In Innsbruck angekommen, fuhren wir zur Hungerburg am nördlichen Stadtrand. Wir hatten schon etwas an Höhe gewonnen, aber was dann kam, übertraf alles vorherige. Wir fuhren mit der Seilbahn auf 1.800 Meter Höhe, weit über der Stadt. Dramatisch ziehende Wolken und Nebel, dazwischen ein spektakuläre Ausblicke auf die Berge und die Stadt, ein kurzer Schauer während des Mittagessens. Nachdem wir wieder auf die Motorräder gestiegen waren, fuhren wir Richtung Kühtai, unserem letzten Pass dieser Tour. Oben angekommen, sprang Ed vom Motorrad und rief: „Es ist wie auf einer Postkarte!“ – und so sah es auch aus. Hohe Berge, grasende Kühe, Pferde und Schafe, grün schimmernde Seen und einige letzte Serpentinen. Alles muss einmal zu Ende gehen und es war der perfekte Abschluss einer fast perfekten Woche!
Es war ein sehr emotionaler Abend gestern. Neue Freundschaften zu feiern, den Sieg über den Passo Stelvio noch einmal zu erleben und zu wissen, dass eine Gruppe, die sich als Fremde kennengelernt hatte, fast wie eine Familie geworden ist, ließ die Zeit wie im Flug vergehen. Wir danken euch, dass ihr so eine tolle Truppe begeisterter Motorradfahrer und Soziusfahrer ward und uns eine entspannte und angenehme Tour ermöglicht habt. Danke für die Gespräche, den Spaß und eure Freundschaft – wir hoffen, euch irgendwann mal wiederzusehen. Kepp the shiny side up and the rubberside down, alles Gute, Chris und Markus