Im Herzen Europas BOE 2504

Der erste Fahrtag. Bereits früh um sieben waren die ersten beim Frühstück! War es weil sie nicht mehr schlafen konnten oder vor lauter Vorfreude auf den ersten Tag auf dem Motorrad? Nachdem wir das Buffet ausgiebig genossen hatten, war es auch schon Zeit für das obligatorische Morning Briefing. Der Ablauf und die Tagesetappe wurden noch einmal erläutert und dann ging es, nachdem alle Set-Ups erledigt waren, endlich los. Zunächst entspannt durch die Hallertau eines der bekanntesten Hopfenanbaugebiete in Deutschland. Leider wurde die Fahrfreude durch anhaltenden und teils kräftigen Regen etwas getrübt. Nach einer Weile dann der erste Stop bei dem wir eine kleine Kapelle mitten im Wald besuchten. Wahrscheinlich wurden unsere Gebete zum Wettergott erhört, denn anschliessend hörte es etwas auf zu regnen. Zur Mittagszeit klarte es dann endlich auf und so konnten wir nach unserer Pause in Eichstätt die Regenjacken in die Koffer packen. Der Dom zu Eichstätt und die eine oder andere Leckerei standen hier auf dem Programm. Frisch gestärkt ging es dann weiter und so erreichten wir (fast) ohne Regen unser heutiges Ziel in Rothenburg ob der Tauber. NAch dem Abendessen wartet noch ein besonderes Highlight auf uns: eine Tour mit dem Nachtwächter durch die Altstadt. Wir sind gespannt.
Das heutige Thema: Flüsse und Burgen Bei trockenem, aber wolkenverhangenem Wetter brechen wir auf in Richtung Jagst. Bevor wir den Fluss erreichen, machen wir einen Stopp in Langenburg, um den Blick ins Tal zu genießen. Anschließend geht es hinab zum Fluss, dem wir ein gutes Stück folgen. Unterwegs überqueren wir die Jagst mehrmals – unter anderem auf einer überdachten Holzbrücke. Unsere amerikanischen Gäste kennen solche Brücken bereits von der Ostküste, aber diese hier ist über 200 Jahre alt! Weiter geht’s nach Schöntal, wo wir das Kloster und die Kirche besichtigen und eine Kaffeepause einlegen. Danach folgen wir erneut der Jagst, fahren durch die Burg Hornberg und werden dort mit dem ersten Blick auf den Neckar belohnt. Zum Mittagessen halten wir in Diedesheim. Todd und Isaak sind erstaunt über die riesige Portion – ein wahrer Berg aus Fleisch und Pommes für zwei Personen! Ein letzter Halt steht noch bevor: die Burg Hirschhorn, ein weiterer Aussichtspunkt über das Neckartal. Von dort aus folgen wir dem Fluss bis nach Heidelberg, begleitet von Sonne und wunderschönen Ausblicken. Am Abend erwartet uns ein weiteres Essen – mit neuen, leckeren Spezialitäten aus Süddeutschland!
Heute ging es von Heidelberg in Richtung der Vogesen nach Frankreich. Beim Blick aus dem Fenster am Morgen sah es nicht gut aus. Es regnete bereits in Strömen. Das blieb auch erst einmal so aber egal, wir sind ja nicht aus Zucker :-). Nachdem wir Heidelberg hinter uns gelassen hatten, ging es erst einmal auf die Autobahn um das dicht besiedelte Gebiet möglichst schnell zu umfahren. Kurz hinter Karlsruhe sind wir dann in Richtung Schwarzwald auf kleinen Landstrassen unterwegs zu unserem ersten Stop. Hier wurde uns nicht zu viel versprochen. Unser Tour Guide hatte uns bereits gestern Abend von einer Schmiede und Kunsthandwerk erzählt und das was wir hier zu sehen bekamen war wirklich vom feinsten. Teils hundert Jahre (und mehr) hatten einige der Werkzeuge bereits auf dem Buckel, aber was die Schmiede uns hier zeigten war allerbeste Handwerkskunst. Noch einmal vielen Dank an Fabian und sein Team aus der Schmiede Tata für die Vorführung. Kurz nach dem Besuch in der Schmiede hörte es dann auch auf zu regnen und unsere Reise konnte fortgesetzt werden. Immer tiefer ging es Richtung Schwarzwald und die Strassen wurden immer enger und kurviger. Motorradfahren at its finest. Am Nachmittag, nachdem wir die berühmte Schwarzwaldhöhenstrasse verlassen hatten, klarte der Himmel dann vollends auf und die Sonne kam zum Vorschein. Müde aber Happy erreichten wir dann Frankreich und die Vogesen, wo unser Tour Guide Michel bereits mit einem Boot Bier auf uns wartete. Der perfekter Abschluss für einen wundervollen Tag.
Wie beschrieben und angekündigt, sollte heute ein Ruhetag in Ribeauvillé sein. Aber unsere Gäste wollten nicht nur ruhen und so machten sich einige am Vormittag auf um die kleine Stadt zu erkunden, während andere zum Chateau Haut Koenigsburg fuhren. Die Höhenburg die im 12. Jahrhundert erbaut wurde und zwischen 1901 und 1908 renoviert und wiederhergestellt wurde. Eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Frankreich. Gegen Mittag kamen wir dann alle wieder im Innenhof des Hotels zusammen, wo Chef Michel, mit einem köstlichen Picknick bereits auf uns wartete. Den Nachmittag hat dann jeder wieder individuell gestaltet. Einige haben die Weine der Region bei einer Verkostung in Ribeauvillé probiert, die anderen sind zu einer Runde über die Route de cretes mit dem Motorrad aufgebrochen. Die bekannte Panoramastrasse in den Vogesen, die auch als Vogesenkammstrasse bekannt ist, erstreckt sich über mehr als 70 km bis nach Cernay im Süden. Leider wurden wir bereits kurz nach dem Start der Tour von einer heftigen Regenschauer erwischt und so haben wir dann nur eine kleine Runde gedreht und waren wieder nach anderthalb Stunden zurück im Hotel. Dort angekommen schien die Sonne wieder, perfekt um den Tag auf der Terrasse mit einem leckeren elsässischen Flammkuchen ausklingen zu lassen.
Die Wettervorhersage versprach besser zu sein als alles, was wir bisher auf dieser Tour erwartet hatten. Die Route würde uns von Frankreich durch Deutschland in die Schweiz führen. Drei Länder an einem Tag mit einigen schönen Kurven im Schwarzwald! Trockene Straßen und Kurven, los geht’s! Zuerst hielten wir an einem Denkmal für eine Schlacht in der Nähe von Jens-Heim im Zweiten Weltkrieg. Dort fixierten wir Kazuhiros Stiefel mit Klebeband. Dann ging es durch den Schwarzwald zur Hexenlochmühle, wo wir Kaffee und die berühmte Schwarzwälder Kirschtorte genossen. Noch ein paar Kurven bis zum Mittagessen und dann zum größten Wasserfall Europas, dem mächtigen Rheinfall. Es ist das europäische Erlebnis einer Maid im Nebel, nur dass man weniger nass wird. Das Wetter blieb den ganzen Tag schön, der erfrischende Nebel des Wasserfalls war willkommen. Das Hotel war nur ein kurzes Stück entfernt.
Was für ein toller Tag, super Strecke, das Beste was ich bisher gefahren bin… Diese und noch viele andere Superlative, haben wir heute am Ende des Fahrtages von Schaffhausen in der Schweiz nach Warth, im Bundesland Vorarlberg gehört. Es war tatsächlich etwas ganz besonderes, tief in die Alpenwelt einzutauchen. Nachdem wir bei strahlend blauem Himmel am Vormittag in Schaffhausen losgefahren sind, kam bereits beim ersten Fotostop die Frage auf: Wo sind wir eigentlich? Deutschland oder Schweiz? Man konnte wirklich den Überblick verlieren, da wir uns im Grenzgebiet zwischen beiden Ländern bewegten. Beim ersten Halt allerdings, haben wir definitiv auf der deutschen Seite des Rheins angehalten, weil wir anschliessend über die alte Zollbrücke in Dissenhofen in die Schweiz gefahren sind. Ein untrügliches Zeichen wo wir sind, waren die vielen Schweizer Flaggen, die wahrscheinlich noch von den vielen Feiern am Nationalfeiertag die Häuser und Strassen schmückten. Nach einem weiteren Stop, bei dem wir einen Blick aufs schwäbische Meer (Bodensee) geniessen konnten, ging es dann immer höher in Richtung Alpen. Das Highlight des Tages wartete auf uns. Eine Fahrt mit der Seilbahn auf den 2500 m hohen Säntis. Die Fernsicht an diesem Tag: unbezahlbar. Leider waren wir natürlich nicht die einzigen die auf die Idee kamen den Gipfel zu besuchen und so haben wir ziemlich schnell beschlossen unsere Mittagspause in einem Lokal am Fusse des Bergs und nicht in einem der Schnellrestaurants am Gipfel zu geniessen. Am Nachmittag ging’s dann durch Liechtenstein, wobei man schon aufpassen musste, dass man diesen Teil der Strecke nicht verpasste, so kurz war der Abstecher in eins der kleinsten Länder in Europa. Oben am Furkajoch dann ein kleiner Nervenkitzel für unseren Guide. Einer der Teilnehmer hatte noch 1 km Reichweite auf der Anzeige stehen. Die nächste Tankstelle war aber noch 20 km entfernt! Also ganz vorsichtig bergab fahren und hoffen dass es reicht. Und was soll ich sagen? Es hat tatsächlich gereicht. Danach dann noch über die „schwebende“ Haarnadelkurve am Hochtannberg und zum Abschluss ins Hotel in Warth am Arlberg. What a day!
Der letzte Tag ist angebrochen – die Gäste waren von der gestrigen Fahrt total begeistert, also hatte unser Guide Michel heute eine echte Herausforderung: das Ganze noch zu toppen. Wir machten uns auf den Weg ins wunderschöne Lechtal, fuhren durch kleine Ortschaften und dann hinauf nach Namlos – mit vielen Kurven und perfekt glattem Asphalt, ganz ohne Verkehr. Nach einem kurzen Kaffeestopp ging es weiter zum Fotostopp beim Schloss Neuschwanstein – dem Disney-Schloss, das von Ludwig II. erbaut wurde. Und es sollte nicht das letzte Mal sein, dass wir heute etwas von diesem Herrn zu sehen bekommen würden. Danach ging es weiter zum Plansee, wo uns ein traditionelles Edelweiss-Picknick mit Leberkäs erwartete. Das Wetter wurde richtig warm, also gönnten sich William, Isaac, Patti und Jason eine erfrischende Abkühlung im See. Ein weiteres Highlight stand noch an: noch ein Schloss von Ludwig – Linderhof. Die geführte Tour durch das Schloss hat uns alle begeistert. Jetzt stand nur noch die letzte Etappe zurück nach Erding an. Das Ende einer großartigen Tour – wir wünschen unseren Gästen eine gute und sichere Heimreise!
LIebe Teilnehmer der Tour im Herzen von Europa. Es war uns eine große Freude mit euch durch das Herz Europas zu fahren und gemeinsam mit euch all die tollen Momente auf dieser Reise zu geniessen. Wir haben viel zusammen gelacht und jeden Blödsinn mitgemacht. Danke für all das. Es war uns ein Fest. Wir wünschen euch alles Gute für die Zukunft und hoffen euch auf einer unserer Touren wiederzusehen. Eure Tourguides Michel und Tom