Irland & Die Wilde Atlantikküste

Scott und Uwe starteten heute früh. Beide wollten einen kleinen Einblick in das geschäftige Treiben Dublins gewinnen. Wir begannen mit dem Guinness Storehouse, denn Guinness ist seit über 260 Jahren fester Bestandteil der Dubliner Identität! Arthur Guinness unterzeichnete 1759 einen 9000-jährigen Pachtvertrag – ein Bekenntnis zur Stadt und ihrer Gemeinde. Die Brauerei erstreckt sich über fast einen ganzen Stadtteil, und die Aussicht von oben ist atemberaubend. Haben wir schon das kostenlose Bier erwähnt, das man gleichzeitig genießen kann? Von hier aus warfen wir einen Blick auf die Christ Church Cathedral, ein beeindruckendes Steingebäude, dessen Ursprünge bis zu den Wikingern zurückreichen. Natürlich erwiesen wir Tom und Jerry, zwei langjährigen Bewohnern dieser alten Hallen, unseren Respekt. Wir hätten Dublin nicht besuchen können, ohne einen Blick auf Molly Mellone zu werfen und ihre Statue für etwas Glück zu berühren. Eine Tradition, die dem Münzwurf im Trevi-Brunnen in Rom oder dem Reiben von Teilen der Affenstatue auf der Brücke in Heidelberg ähnelt. Dublin war voller Besucher und Einheimischer, die einen Tagesausflug genossen, einen Spaziergang machten oder in einem der vielen Restaurants und Pubs entlang der Straße entspannten. Besonders schön waren die üppigen Blumentöpfe an den Fassaden der Geschäfte und anderer Lokale. Am Nachmittag war es Zeit, zurückzugehen und sich mit den anderen zu unserem offiziellen Willkommensbriefing und dem schönsten Teil, der Übergabe der Motorräder, zu treffen! Nach dieser Aufregung gingen wir zum Abendessen und hörten uns die ersten Tourgeschichten an, die viele aus unserer Gruppe bereits erzählen konnten, da die meisten schon bei mehreren unserer Fahrten dabei waren. Bei dieser Gelegenheit bekam Uwe auch sein Jubiläums-Shirt und konnte sich an jede einzelne Tour und einige ihrer Höhepunkte erinnern. Was für ein schöner erster Abend! Wir freuen uns auf mehr davon.
Erster Tag unseres Irland-Roadtrips. Nach einem reichhaltigen Frühstück im Hotel trafen wir uns alle draußen zu unserer täglichen Besprechung. Wir gingen die Route kurz durch und wurden wiederholt daran erinnert, dass wir auf den Linksverkehr achten müssen, der für manche eine neue Erfahrung ist. Unser Weg aus der Stadt führte uns zunächst entlang der Küste im Süden der Stadt, bevor wir ein Stück der Ringstraße nutzten, um aufs Land zu gelangen. Der erste Halt war Trim Castle, bekannt aus dem Film Braveheart. Einige verbanden dies mit einer Kaffeepause, während andere sich ein wenig die Beine vertreten wollten. Von hier aus fuhren wir auf schmalen Straßen durch üppig grüne Umgebung Richtung Norden nach Kells. Dieselbe Stadt, nach der das berühmte Book of Kells benannt ist. Bemerkenswert war jedoch die Höflichkeit der irischen Autofahrer. Oft ließen uns langsamere Fahrzeuge vorbei, und als einige Fahrer an einer Kreuzung falsch abbogen, hielt ein einheimischer Fahrer sie an, machte sie darauf aufmerksam und erklärte Ihnen wie sie zur Gruppe zurück finden. Unser Mittagsstopp war etwas ganz Besonderes. Nicht nur das Essen war köstlich, auch ist Fitzpatrick's Bar ein wahres Juwel. Draußen blühen zu dieser Jahreszeit ein üppiges Blumenmeer gespickt mit alte Gebrauchsgegenständen aller Art, und drinnen geht es genauso weiter. Beim Mittagessen bestaunten wir die Ausstellungsstücke und versuchten, den Zweck der vielen Dinge zu erraten, die jeden erdenklichen freien Platz bedeckten! Mit vollem Bauch nahmen wir die letzte Etappe unserer heutigen Reise in Angriff und fuhren hoch nach Belfast, einem weiteren wichtigen Knotenpunkt der Insel. Es war eine kleine Herausforderung, aber alle meisterten sie, und es zeigte sich bereits ein gutes Gruppengefühl. Trotzdem freuten wir uns alle über den Anblick von Michaela, die uns an der Parkplatzeinfahrt erwartete. Im Hotel schlossen wir uns Tamaras und Karls Tradition des „Beer in Gear“ an und tauschten die Geschichten des Tages aus.
Heute startet unser zweiter Tag auf dem Motorrad mit einer schweren Entscheidung für Karl ;-) . Aber er fand die richtige Entscheidung. Wir verlassen Belfast auf dem schnellsten Weg um Richtung Norden zu kommen. Die Antrim Coast ist einer spektakulärsten Küsten der Welt. Und wir entdecken sie auf dem Motorrad. Nach unserem ersten Kaffee Stop in einem kleinen verschlafen Dorf, geht's weiter Richtung des berühmten Gaint´s Causeway. Er ist seit 1986 UNESCO-Weltkulturstätte. 40.000 Basaltsäulen, 60 Million Jahre alt, müssen bewundert werden. Was eine fantastische Aussicht. Aber es geht weiter entlang der Küste, auf kleinsten und kurvigen Strassen und wir sehen Torr Head leider nicht, weil ein wenig mystisch in Wolken verhangen. Man könnte alle paar Meter anhalten, da die Aussicht so atemberaubend ist. Unser heutige Unterkunft ist ein kleines Schloss aus dem 1600 Jahrhundert. Der Weg dorthin ist gesäumt von Wiesen und Wälder, Pferde begleiten uns am Weg. Angekommen, genießt die Gruppe das wohlverdient Getränk der Wahl im wunderschönen romantischen Garten.
Ein strahlend blauer Himmel erwartete uns zu Beginn eines langen Fahrtages entlang der Nordwestküste Irlands, die auch den Ausgangspunkt des berühmten „Wild Atlantic Way“ markiert. Aufgrund der zu erwartenden Distanz brachen wir etwas früher als üblich auf und wurden mit einer atemberaubenden Küstenlandschaft belohnt, die nur sanft von der Morgensonne berührt wurde. Es war einfach magisch, und wir kamen alle gut gelaunt in Horn Head an. Wir nahmen uns einen langen Moment Zeit, um alles in uns aufzunehmen, bevor wir zu unserer ersten Kaffeepause im verschlafenen Fischerdorf Dunfanaghy weiterfuhren. Von hier aus ging es entlang der wunderschönen Küste der Grafschaft Donegal durch malerische kleine Küstenstädte und wir genossen die Sonne und die leichte Brise im Gesicht. Scott gefiel die Fahrt so gut, dass er einen kleinen Abstecher durchs Hinterland machte, bevor Franzi ihn einholen konnte – ein kleines Abenteuer im Abenteuer. Das heutige Mittagessen entpuppte sich als Überraschung: ein Picknick auf dem Glengesh Pass mit malerischer Aussicht, leckeren Leckereien und einer charmanten Gastgeberin – all-inclusive. Nur ein kurzes Stück weiter hielten wir am Sliabh Liag, einem bekannten Aussichtspunkt über dem Atlantik. Wir bekamen VIP-Behandlung, denn die Ranger erlaubten den Motorrädern, ganz oben am Aussichtspunkt zu parken, während die Autos unten parken mussten und die Besucher entweder zu Fuß oder mit einem Shuttleservice die Klippen hinauffahren konnten. Dieser belebte Stopp bot nicht nur eine atemberaubende Aussicht, sondern auch einen kleinen Eisstand und einen Souvenirladen. Überraschenderweise widerstanden alle dieser Versuchung. Am Nachmittag fuhren wir dann Richtung Süden nach Ballina, wo die Straßen breiter und damit auch etwas befahrener wurden. Das war jedoch eine gute Übung, um unsere Überholkünste als Gruppe zu trainieren. Nach einem letzten kurzen Stopp in einem Rasthaus, um den Kopf zu entspannen und den Körper zu strecken, nahmen wir die letzte Etappe unserer Reise in Angriff und freuten uns, Michaela im Zielhotel zu sehen. Scott gab die ersten Runden aus, und wir unterhielten uns angeregt über die individuellen Tageserlebnisse.
Heute wartet ein fantastischer Fahrtag auf dem Wild Atlantic Way auf uns. Und es wird wild. Zu Beginn ist das Wetter etwas feucht. Aber bei Sonnenschein kann jeder. Unser erster Stopp ist ein echtes Highlight: Downpatrick Head. Laut Legende erbaute St. Patrick hier eine seiner ersten Kirchen. Ebenso spektakulär ist das Blowhole. Bitte nicht reinfallen! Der Aufstieg war auf jeden Fall lohnenswert. Ein kurzes Stück weiter stoppen wir bei den Ceide Fields. Wir gönnen uns einen Kaffee und etwas Geschichte im Museum. Die Céide Fields (irisch Achaidh Chéide) sind eines der größten neolithischen Feldsysteme der Welt und liegen an der Nordwestküste Irlands im County Mayo. Auch hier ist die Aussicht auf die Klippen atemberaubend. Wir sind nun am nördlichsten Punkt unserer Reise. Weiter geht es durch eine Landschaft, die einem die Sprache verschlägt. Weite Wiesen, Hügel und menschenleer. Wir haben keine Vorstellung, was uns nach unserem Mittagsstop erwartet, aber das, was nun kommt, zaubert jedem Motorradfahrer ein Grinsen ins Gesicht: kleinste Straßen mit perfektem Asphalt, gespickt mit Kurven. Der Doo Lough Pass gehört uns ganz allein. Nach dieser rasanten Fahrt kommen wir unserem Ziel näher – Galway, wo wir zwei Nächte bleiben werden.
Unser erster Ruhetag, aber nicht für alle: David, Scott und Uwe beschlossen, eine Fahrt entlang der Küste der Grafschaft Galway zu unternehmen. Aus der Stadt hinaus fuhren wir durch weite, offene Landschaften, nur unterbrochen von einigen langsam rotierenden Windrädern, die in der Ferne wie sanfte Riesen wirkten. Die Straße war tatsächlich ziemlich holprig, obwohl der Asphalt glatt war. Die Erklärung kam später, nachdem wir an einigen Bauern vorbeigekommen waren, die Torf abbauten. Die umliegenden Hügel sind voll davon, was den Boden in Bewegung versetzt und eine perfekte Straße in eine kleine Achterbahnfahrt verwandelt. Der erste Kaffeestopp war in Costelloe. Wir genossen unsere Getränke unter blauem Himmel mit Blick auf die Bucht. Danach fuhren wir ein Stück Richtung Norden, und David hatte beschlossen, uns an der nächsten Kreuzung zurückzulassen und den Rest des Tages mit Mary zu verbringen, um Galway zu erkunden. Also fuhren Uwe, Scott und Franzi weiter Richtung Westen nach Clifden. Entlang der Küste, durch kleine Fischerdörfer und vorbei an einigen einsamen Häusern mit Blick auf den wilden Atlantik. Clifden ist eine geschäftige kleine Stadt, gut an Gallway angebunden und bei Tagesausflüglern beliebt. Wir fanden ein gemütliches Plätzchen vor einem Fischrestaurant und genossen dort ein leichtes Mittagessen, während wir das Treiben an uns vorbeiziehen ließen. Nach der Rast folgten wir der sogenannten Sky Road außerhalb der Stadt zu einem umwerfende Aussichtspunkt über die Bucht. Wir konnten nicht vorbeigehen, ohne viele Fotos von den saftigen, grünen Hügeln zu schießen, die sich in das Blau des Ozeans erstrecken. Unser letztes Highlight des Tages, die Kylemore Abbey, war nur einen Katzensprung entfernt, und wir stürzten uns in das geschäftige Treiben dieses berühmten Benediktinerklosters. Was für ein beeindruckendes Gebäude! Mit etwas mehr Zeit hätten wir die wunderschönen Gärten besichtigen können, aber da der Nachmittag schon vorangeschritten war, beschlossen wir, nach Gallway zurückzukehren, was Scott und Uwe die Möglichkeit gab, vor dem Abendessen noch einen Spaziergang durch die Stadt zu machen. Wir fragen uns, was die anderen heute wohl gemacht haben…
Nach einem fantastischen Ruhetag verlassen wir Galway in südlicher Richtung. Heute jagt ein Highlight das nächste. Aber fangen wir der Reihe nach an. Wir bleiben weiterhin auf dem Wild Atlantic Way. Die atemberaubende Küste lässt uns träumen. Wir stoppen an dem kleinen Schloss Dunguaire aus dem Jahr 1520. Die Schwäne auf dem Wasser lassen das Ganze fast kitschig wirken. Dann geht es weiter zu den berühmten Cliffs of Moher. Bis zu 214 Meter hohe Steilküste ragen dort aus dem Atlantik. Der O’Brien’s Tower entstand 1835 als Wachturm. Hier leben fast ausschließlich Vögel, laut einer Zählung 30.000 Stück und 29 Arten. Wir verlassen diesen Ort, um unseren Lunchplatz pünktlich zur Reservierung zu erreichen. Unsere Gäste wissen nicht, wohin uns die immer kleiner werdenden Straßen führen werden. Aber als sie den Edelweiß-Van entdeckten, war ihnen klar: Heute ist Picknick-Tag. Das ist immer wieder ein Highlight, das unsere Kunden begeistert, und sie lieben es. Nach diesem leckeren Lunch, gezaubert von Franzi, geht's weiter. Um mit dem Motorrad unsere Fähre zu erreichen. Das ist immer ein besonderes Abenteuer. Und der Fluss Shannon hält Delphine für uns bereit, die uns kurz hallo sagen. Nun ist unser Gepäck für diesen Tag voll mit Erlebnissen und wir erreichen unser Hotel in Killarney, das direkt am Seeufer liegt.
Rasttag? Oder doch lieber ausschlafen? Die einen drehen eine schöne Runde mit dem E-Bike, andere wiederum machen einen schönen Spaziergang um den See und die meisten folgen dem Ruf „Ring of Kerry”. Die Nummer 1 der „11 Dinge, die man in Irland gemacht haben sollte, bevor man stirbt”. Also, lasst uns die Stahlpferde satteln und Spaß haben! Wir verlassen Killarney und biegen in die schmalsten Straßen ein, die es in Irland gibt. Sie werden Ziegenpfade genannt. Aber wir treffen Pferdekutschen. Was für ein Tanz rauf auf den Gap of Dunloe! Wenn sich Autos begegnen, müssen sie rückwärts ausweichen. Und das war erst der Anfang, denn es sollte noch viel mehr folgen. Dann nehmen wir die Straße „Ring of Kerry” unter die Räder. Sie gilt als einer der schönsten Küstenabschnitte Europas. Wir müssen öfter stehen bleiben, weil uns so viele wunderschöne Motive geboten werden. Im Zeitalter der digitalen Kamera sollte das kein Problem sein. Wir fahren einen schönen Slalom um die Wolken, denn die erwischen uns nicht. Ein letzter Stopp am Ladies View, und dann haben wir die fantastischen 220 km hinter uns. Den Abend lassen wir im Hotel ausklingen, andere gehen in die nahe gelegene Ortsmitte, um sich die Pubs anzuschauen. Bis morgen, dann geht's weiter.
Today, we are leaving the Wild Atlantic Way behind and heading eastwards towards Waterford. The morning was dominated by gentle backcountry roads interrupted only by the occasional a-roads. Our first stop was Blarney Castle first mentioned in the 13th century but with today's ruins dating back to the 15th century. Carlos had visited the castle the day before on his own and was happy to give his very personal tour of the gardens and showing the millennial old yew trees, he was fascinated by. Interesting was also the selection of plants in the poisson garden and the horse carriages in the stables cafe. Nobody dared to kiss the stone Blarney Stone, but to our defence the queues were long and the hygiene aspect questionable. From here we went to the city of Cork on more country roads and turned north towards Lismore. The countryside was lush and green as you would imagine it, featuring many farms, sheep herds and meadows. Our lunch spot couldn't have been more authentic, we stopped at a local pub in a little roadside village and the lady in charge was just a gem. Food was simple, but good and the stone floor in the public house were worn throughout the years. All in all a cozy experience, while in the meantime outside a thunderstorm was passing through. Just in time for our departure, the sun came out again and we wiggled our way through the Vee and enjoyed a short stop at the viewpoint over the valley. Now we only had a short stretch left, we bought some time and had a last little coffee stop before we went into Waterford for a late check-in of 4:00pm. We had plenty of time before dinner, so a small group went straight for the bar and others enjoyed a stroll on the waterfront.
Heute ist leider schon unser letzter Tag. Wie schnell die Zeit doch vergeht! Aber es wird ein fantastischer Tag, das verspreche ich euch. Wir fahren in die Grafschaften Wicklow und Wexford im Südosten Irlands. Auf uns warten kleine Straßen und eine fantastische Natur. Im kleinen Ort Thomastown besuchen wir die Jerpoint Abbey aus dem Jahr 1180, eine beeindruckende Ruine. Nach einer Stärkung mit Kaffee in Bunclody nehmen wir kleine Bergstraßen unter die Räder. Das „Tal der zwei Seen” lockt seit Tausenden von Jahren Besucher an. Diese spektakuläre Landschaft und die historischen Gebäude lassen unsere Kameras glühen. Und nun kommt etwas, mit dem niemand gerechnet hat: Der Wicklow Mountains Nationalpark. Eine wild in die Landschaft integrierte, kurvenreiche und enge Bergstraße bereitet uns ein breites Grinsen. Was für ein Spaß. Dieser Tag ist einer der schönsten letzten Fahrtage, wenn nicht der schönste. Ja, das war Irland. Voller Überraschungen. Die größte: Wir hatten zehn Tage Sonnenschein. Schweren Herzens verabschieden wir uns und sagen Dankeschön für diese tolle Reise, neue Freunde und unvergessliche Erinnerungen. Wir sehen uns wieder, irgendwo auf dieser Welt. Euer Frauenpower-Team Franzi und Michaela