ATC2504 - Traumfahrten in einer Postkarte!

Etwa ein Drittel der Gruppe war bereits früher angereist, um die Gegend rund um Seefeld zu erkunden. Heute, am offiziellen Starttag, trifft der Rest der Gruppe nach und nach im Hotel ein und freut sich auf eine Woche voller Abenteuer. Für die bereits Anwesenden beginnt der Tag bereits am Morgen. Harald, einer der Tourguides, führt fünf Fahrer in den Alps Prep Course ein, um ihnen mehr Sicherheit auf Alpenstraßen zu geben. Nach einer Unterrichtseinheit übt er mit ihnen auf einem Parkplatz und anschließend auf einigen Bergstraßen, um sie an diese Art von Straßen zu gewöhnen. Daniel, einer unserer Tourguide-Kollegen, begleitet einen der Gäste auf der Guided City Tour durch Innsbruck. Und Markus trifft die Vorbereitungen für einen reibungslosen Tourstart. Schließlich treffen wir uns alle um 17 Uhr und die Show beginnt!
Der erste Tag verlief entspannt! Während wir uns an die Motorräder, die Straßen und den Verkehr gewöhnten, fuhren wir Richtung Norden. Kurz vor Mittenwald überquerten wir die Grenze nach Deutschland. Die Tourguides wichen auf schöne Nebenstraßen aus um dem Urlaubsverkehr zu entgehen. Ein erster Halt am Walchensee beinhaltete auch unseren ersten Kaffeestopp, bevor wir die ersten steilen Kurven des Kesselbergs meisterten, einer Straße, die früher für Motorrad-Bergrennen genutzt wurde. Durch die sanften Hügel Bayerns erreichten wir das Kloster Ettal, eine beeindruckende Barockkirche. Nach dem köstlichen Mittagessen machten wir uns auf den Weg zum Schloss Linderhof, der Residenz von König Ludwig II. von Bayern. Leider war es so überfüllt, dass wir nicht hineinkamen, aber was wir von außen sahen, der Park und der in die Höhe schießende Brunnen, war den Besuch wert. Ein letzter Kaffeestopp am Heiterwanger See rundete den Tag ab, während wir weiter Richtung Seefeld fuhren.
Ein weiterer Tag wie aus dem Bilderbuch! Nach einer kurzen Fahrt im Inntal bogen wir ins Ötztal ab, ein malerisches, langgezogenes Tal, das sich zum Alpenhauptkamm erstreckt. Nach Sölden begann der Spaß: Kurven, Kehren und Serpentinen führten hinauf zu einem Schrein für Motorradsammler – hunderte von Vintage-Motorrädern sind dort ausgestellt. Nachdem wir der Straße bis zum höchsten Punkt gefolgt waren, überquerten wir die italienische Grenze. Auf der Südseite "erfuhren" wir die ersten Serpentinen, leichte und breite, eine Art Aufwärmübung für die engen Serpentinen, die uns auf dem Stilfserjoch erwarteten. Der Gasthaus, in dem wir zu Mittag aßen, war der Geburtsort des Tiroler Helden Andreas Hofer, der Anfang des 19. Jahrhunderts gegen Napoleons Truppen kämpfte. Wir mussten noch zwei Pässe überwinden, um nach Hause zu kommen, und nachdem wir wieder nach Österreich zurückgekehrt waren, machten wir noch einen Stopp an der Europabrücke, einer technischen Meisterleistung ihrer Zeit.
Ein weiterer Tag wie aus dem Bilderbuch – diesmal aber mit ein paar Tränen! Dem Wetter entsprechend entschieden sich die Tourguides für eine einfache und kurze Runde, ohne irgendwelchen Pass- oder Bergstraßen. Wir verließen Seefeld in Richtung Innsbruck, umfuhren die geschäftige Stadt auf der Autobahn und erklommen die Südseite des Tales. Auf und ab, wir fuhren durch Dörfer und Felder, um dann wieder ins Inntal zurückzukehren. Die mittelalterliche Stadt Hall in Tirol ist voller Geschichte und verborgener Schätze. Markus führte uns herum, wir besichtigten die gotische Kirche und drehten eine Runde durch die Stadt. Danach fuhren wir weiter Richtung Osten, bis wir über eine steile Straße zum Achensee abbogen. Die Dampfzahnradbahn wollte gerade abfahren, als wir dort ankamen. Nach dem Mittagessen testeten wir unsere Regenkleidung auf dem Rückweg nach Seefeld. Zu unserer Überraschung veranstalteten die Tourguides eine Party – Zeit für ein "Bootbeer"!
Heute haben wir zwei Postkarten! Scott und Joy, Scott B. und Libby sowie Chris und Anita beschlossen, König Ludwig noch einmal zu besuchen. Sie machten eine tolle Fahrt durch Bayern zum Schloss Neuschwanstein. Sie wanderten zur Brücke hinauf, kamen dem Schloss ganz nah und besichtigten auch Schloss Hohenschwangau (das Schloss von König Ludwigs Vater). Sie legten einige Kilometer zu Fuß zurück, bevor sie nach Seefeld aufbrachen. Ihr eigenes großes Abenteuer! Einige blieben in Seefeld, und eine mutige Gruppe von acht Fahrern und den Reiseleitern riskierte entweder nass zu werden oder den Passo Stelvio zu bezwingen. Nach einem Stück Autobahn rollten wir Richtung Reschenpass. Nach der Einfahrt nach Italien standen wir vor dem Kirchturm der Kirche von Grain, einem Dorf, das beim Bau des Staudamms überflutet wurde. In Glurns checkten die Tourguides bei einem Kaffee noch einmal das Wetter und wir probierten es aus. 48 Serpentinen zu erklimmen, durch Nebel zu fahren und die dramatische Wechsel der Landschaft zu erleben, war ein echtes Abenteuer. Und als Belohnung gab es Brunos berühmten Hotdog für alle! Wir fuhren weiter über den Umbrail-Pass in die Schweiz, weiter über den Ofenpass, machten eine Pause in Zernez und fuhren schließlich zurück nach Seefeld. Die letzten anderthalb Stunden waren wir im Regen unterwegs – aber das machte nichts, denn wir hatten es geschafft – den Passo Stelvio zu erklimmen!
Nach vier Tagen bleibt nur noch eine Postkarte übrig: Innsbruck und Kühtai. Da der gestrige Tag anstrengend war, haben die Tourguides den heutigen Start auf 9:00 Uhr verschoben, was sehr angenehm war. So starteten wir, kein Regen und trockene Straßen – einfach perfekt. Wir vermieden das Zentrum von Innsbruck und fuhren direkt zum Stadtteil Hungerburg. Wir erhaschten einen ersten Blick auf die Stadt von oben, aber nachdem wir mit der Seilbahn zur Seegrube weitergefahren waren, bot sich uns ein Bild, fast wie aus der Luft – oder wie eine Postkarte. Wolken und Nebel zogen hin und her, es war einfach spektakulär. Am Nachmittag verließen wir Innsbruck und fuhren die Straße hinauf nach Kühtai, einem Skigebiet auf 2000 Metern Meereshöhe. Im Dorfstadel, einem bekannten Gasthaus, probierten wir den berühmten Apfelstrudel mit Vanillecreme, eine traditionelle Süßspeise, unschlagbar. Einige letzte Serpentinen brachten uns zum Edelweiss-Hauptsitz in Mieming, dem Ende unserer Reise. Ein Taxi brachte uns zurück zum Hotel, und nun warten wir auf den Abschiedsabend