Die schönheit Westkanadas CCW2501

Als wir vom Flughafen ins Hotel fahren, merken wir schnell Vancouver ist alles andere als nur eine weitere Großstadt von vielen. Vancouver ist eine Weltstadt mit einem ganz besonderen Flair, Überall sieht, spürt und schmeckt man die Einflüsse all jener Kulturen, die hier ihren Fußabdruck hinterlassen haben. Ein toller Ort, um unsere Tour zu beginnen. Und während der oder die eine die Zeit nutzt um zu entspannen, erkunden andere seit Tagen eifrig die Stadt. So soll es sein. Am Nachmittag treffen wir uns alle, hoch über der Stadt, und bekommen bei einem Welcome briefing nicht nur wichtige Tipps für die nächsten Tage, sondern auch richtig Lust darauf das es endlich los geht. Am Abend stürzen wir uns dann noch einmal ins geschäftige Treiben der Metropole für unser erstes gemeinsames Abendessen. Und das ist schon mal eine gute Benchmark für die kommenden Tage. Und so schön und faszinierend Vancouver auch ist, wir können es kaum erwarten morgen endlich loszufahren. Gute Nacht.
Endlich! Die Tour startet! Nach Monaten des Wartens geht es los. Nachdem wir unsere Motorräder abgeholt haben, lassen wir Vancouver hinter uns. Da heute Labor Day ist, sind die Straßen relativ leer, und nach unserem ersten Kaffeestopp bei Timmy Hortons (!) beginnt die Landschaft wunderschön zu werden. Flüsse, Berge und wilde Natur.
Unser zweiter Fahrtag beginnt wie der letzte endete, strahlender Sonnenschein bei blauem Himmel. Wir nutzen die Gunst der Stunde und bekommen unser morgentliches briefing kurzerhand am Strand vor dem Hotel. Der Tag steht unter dem Motto, Seen, Berge und Westernstädte und genau das bekommen wir. Wir fahren Richtung Osten immer entlang der Grenze zu den USA. Die Landschaft wird nach und wieder Grüner und schon bald fahren wir wieder durch endlos scheinende Nadelwälder. Die Straßen schlängeln sich Sanft entlang der Flußläufe und Bergflanken Britisch Columbias. Immer wieder fahren wir durch kleine Orte in denen, mal abgeshen von den Pick up Trucks, die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Früh am Abend erreichen wir schließlich Nelson, eine charmante kleine Stadt mit einer bewegten Geschichte und einem ganz besonderen Flair. So geht Kanada
Wir lassen die Art-Deco-Stadt Nelson hinter uns und fahren wieder in die Berge. Kühle Temperaturen, wunderschöne Seen und schöne Straßen – ein perfekter Tag zum motorradfahren! Die SS Moyie, ein Paddelboot aus dem Jahr 1898, ist wie eine Reise in die Vergangenheit. Die geschwungenen Straßen sind ein wahres Vergnügen! Die Fähre in Fauquir ist eine willkommene Pause, und danach geht es über den Monashee Pass! Dieser Tag bietet ein Highlight nach dem anderen, vor allem, weil Thomas mit eiskaltem Bier auf uns wartet!
Die Sonne hat es heute Morgen schwer ihre Strahlen auf die Erde zu schicken. Es liegt Rauch in der Luft, nur etwas weiter Südlich breiten sich einmal mehr Waldbrände aus. Leider nicht ungewöhnlich für die Region. Der Dunst wird uns den ganzen Tag begleiten und die Sicht etwas trüben. Wir verlassen Vernon und fahren auf den Highway Nummer eins, besser bekannt als der trans canadian highway. Die Strecke ist nicht spektakulär kurvig aber sie führt uns entlang unzähliger Seen hinein in die Rocky Mountains. Schon bald sehen wir durch den Dunst die Riesigen Berge am Horizont empor ragen. Auf unserem Weg lernen wir, ganz nebenbei, etwas mehr über den Bau der Canadian Pacific Railway. Auch unser erster Nationalpark steht heute auf dem Programm. Kein geringerer als der berühmte Revelstoke Park soll es sein. Der Meadows in the Sky Parkway lässt unser Motorradfahrer Herz auch trotz der eingeschränkten Sicht höher schlagen. Hoch über Revelstoke wartet Jan dann auch noch mit einem kleinen Picknick auf uns. Einfach Traumhaft. Am Nachmittag folgen wir dem Verlauf des Highway eins weiter, genießen die spektakulären Panoramen am Rogers Pass bevor wir schließlich Golden erreichen. Dort wartet tief im Wald, eine gemütliche, von Bergen umgebene, Lodge auf uns. So lässt es sich aushalten
Nachdem wir das Abendessen vom Vorabend verdaut und das Frühstück verarbeitet haben, geht es auf die motorräder und los geht es zu einem entspannten Start entlang eines riesigen Flusses am Rande der kanadischen Rocky Mountains
Deutlich unter 10grad Celsius zeigt das Thermometer am Morgen, Die Luft ist klar und kaum eine Wolke ist am Himmel zu sehen. Perfekte Bedingungen also für unsere heutige Etappe. Denn dieser Tag ist, zumindest Landschaftlich, das Highlight unserer Tour. Wir Verlassen Lake Louise richtung Norden und befahren die wohl schönste Straße Westkanadas, den Icefields Parkway. Etwas mehr als 230km sind es von hier bis nach Jasper. Die Straße führt uns mitten durch die kanadischen Rockies entlang des Columbia Eisfeldes. Links und rechts der Straße türmen sich mächtige Gipfel auf, zwischen deren Gipfeln immer wieder Gletscherzungen zum Vorschein kommen. Im Tal fahren wir entlang Kristallklarer Seen, die wie Spiegel in der Landschaft zu liegen scheinen. Türkisfarbene Flüsse speisen unzählige Wasserfälle. Den zwei beeindruckendsten statten wir natürlich ebenfalls einen Besuch ab. Am Nachmiitag erreichen wir schließlich Jasper. Und obwohl die Region vor zwei Jahren durch Waldbrände schwer verwüstet wurde hat der Ort nur wenig von seinem Charme verloren. An unserem morgigen Rasttag haben wir genug Zeit die Stadt und die Region zu erkunden. Das Leben ist schön
Das Gute an einem Ruhetag ist, dass man ausschlafen, tun und lassen kann, was man will, und trotzdem fahren kann! Erster Stopp ist der Medicine Lake, wo der Wasserstand niedriger ist als letztes Jahr. Mann kann auch viele der Schäden der letzten Brände sehen. Am Maligne Lake trinken wir Kaffee und die Atmosphäre ist sehr entspannt. Auf dem Rückweg gehen wir in den Wald, um die Maligne-Wasserfälle zu sehen. Am Nachmittag fuhren einige mit der Skytram auf den Whistler Mountain. Die Fahrt war spektakulär und die Aussicht von oben beeindruckend
Alle sind gut ausgeruht und bereit für einen langen Radtag. Erster Stopp ist Mount Robson. Mit fast 4000 Metern ist er der höchste Berg der kanadischen Rocky Mountains. Und wir haben Glück, denn wir können ihn in seiner ganzen Pracht sehen. Da wir bei Timmys Tour nur einen Kaffee getrunken haben, ist es Zeit für einen weiteren Besuch. Die Donuts sind wirklich lecker! Am Dutch Lake, einem der schönsten Seen Kanadas, hat Thomas ein herrliches Mittagessen zubereitet – danke Thomas! Irgendwo unterwegs sind wir über den besten Eiswagen in ganz Westkanada gestolpert! Und obwohl es lange gedauert hat, sind wir plötzlich schon in Kamloops und können uns über ein paar kalte Getränke freuen, Prost!
Ein weiterer Sonniger Tag erwartet uns. Perfekt für unseren letzten Fahrtag. Denn heute werden wir eine der berühmtesten Motorradstrecken des Landes befahren. Doch bevor es los geht müssen wir uns erst um eines der Bikes kümmern. Das leider über Nacht entschieden hat nicht mehr Starten zu wollen. Kurzerhand wird also der Van zum Tourguide Fahrzeug umgewidmet und los geht’s. Unsere Route führt uns auf den Highway Nummer 99. Den Sea to Sky Highway. Eine Herrlich kurvige Strecke durch die Täler des Frazer rivers. Die Panoramen sind spektakulär und bieten inklusive des Duffy Lake eine Art best of Landschaft der vergangenen Tage. Etwas später als geplant erreichen wir schließlich das berühmte Whistler. Wo wir in Alpinem Ambiente Kraft für unsere letzte Etappe nach Vancouver tanken. Dem Ort wo unsere Reise begann und leider schon wieder endet. Dieses kleine Abenteuer zum Ende der Tour wird uns in Erinnerung bleiben.