Kurvenparadies Eifel

Nachdem die Motorräder vorbereitet waren und alles fürs obligatorische Willkommen-Meeting parat war, durften wir unsere Gäste aus den Vereinigten Staaten begrüßen. Auf dieser Tour begleiten uns: Rebecca und Patrick aus Colorado, Buzz aus New Mexico, Barb, Steve und Chris aus Colorado Louis aus Nevada und unser „special Guest“ Charlie aus Florida. Special Guest? Ja, richtig gelesen, Charlie ist schon very special, denn er feiert ein Jubiläum auf dieser Tour. Unglaubliche 40 Touren !!! mit Edelweiss Bike Travel. Seit vielen Jahren ein treuer Gast, rund um den Globus unterwegs mit Edelweiss. Das muss natürlich gebührend gewürdigt werden und so können wir ihm bereits vor dem ersten km ein Präsent überreichen. Herzlichen Glückwunsch Charlie, alles Gute und auf viele weitere Touren.
Von Bad Kreuznach aus starten wir ins wunderschöne Rheintal und geniessen die ersten km um uns an die neuen Motorräder zu gewöhnen. Durch klein verträumte Dörfer immer am Fluß entlang. Einige versuchten die Burgen, die rechts und link hoch über dem Rhein liegen, während der Fahrt zu zählen, aber nach einer Weile geben sie auf. Es sind zu viele. Damit es nicht zu eintönig wurde haben wir in St. Goar die Rheinseite per Fähre gewechselt und haben ein kurzen Abstecher in höhere Lagen gemacht, um von dort einen Blick auf den Rhein zu werfen. Anschliessend ging es dann immer rheinaufwärts Richtung Koblenz. Dort angekommen stand natürlich der Besuch des Kaiserdenkmals am deutschen Eck an. Tausende hatten wohl die selbe Idee und so sind wir nach einem kurzen Stop schnell weitergefahren um den Massen zu entkommen. Am Nachmittag haben wir dann immer wieder die Uferstrasse verlassen um ein paar Kurven zu geniessen. Der Schlusspunkt am heutigen Tage war die Fahrt durch die Eifel zum Nürburgring, wo heute einiges los ist. Rennbetrieb gleich viel Verkehr rund um den Ring. Aber alle haben das Hotel mit einem Grinsen erreicht und freuen sich jetzt auf das Abendessen direkt an der Rennstrecke.
Zeitgleich mit dem Beginn des Rennens auf dem Nürburgring sind auch wir gestartet. Noch etwas kuehl, aber schon trocken mit Aussicht auf tolles Fahrwetter machten wir uns auf den Weg. Unseren ersten Stop haben wir in Ahrweiler am Marktplatz gemacht. Ein warmer Kakao oder ein Milchkaffee in der jetzt schon waermenden Sonne waren sehr willkommen. Weiter gings zum Aussichtspunkt ueber das Ahrtal, wo wir beeindruckende Ausblicke in das Tal geniessen konnten. Bad Muenstereifel, eine kleine sehr schoene Stadt aus dem 13. Jahrhundert, war unsere Wahl fuer das Mittagsessen. Einige waehlten herzhaftes Essen „auf die Hand“ von einem Food Truck, waehrend andere einen kleinen Spaziergang durch die Stadt mit Restaurantbesuch machten. Genossen haben wir alle diesen Stop bei herlichstem Wetter. Auf dem Weg nach Aachen haben wir dann nur noch kurz auf der „Biker-Ranch“ gehalten, um unseren Akku fuer die letzten Kilometer aufzuladen. Angekommen in Aachen wurde die Zeit bis zum gemeinsamen Abendessen genutzt, um die Stadt und seine Sehenswuerdigkeiten zu erkunden.
Unsere heutige Etappe führt uns von Aachen nach Bouillon in Belgien. Beim Blick aus dem Fenster am frühen Morgen sah es noch nicht so gut aus. Regen, nasse Strassen kein blauer Fleck am Himmel. Sollte das der erste Regentag werden? Zum Glück nicht! Pünktlich zum Start riss der Himmel auf und die Sonne lugte ab und zu hervor. Zunächst ging es ein paar km durch die Niederlande zum berühmten Drielandenpunt (Dreiländerpunkt) bei dem, wie der Name vermuten lässt, drei Länder aneinander Grenzen. Niederlande, Deutschland und Belgien. Danach ging’s direkt weiter nach Belgien wo wir als nächstes den Aussichtsturm an der Gileppe Talsperre, für einen Kaffeestop ansteuern wollten. Leider mussten wir wegen einer Baustelle einen kleinen Umweg machen und so kamen wir dann mehr oder weniger zufällig, am größten amerikanischen Militärfriedhof in Belgien vorbei. Natürlich haben wir hier ein Stop eingelegt und dieses Mahnmal besucht. Ein emotionaler Moment für viele in der Gruppe. Danach ging’s dann zu vorgenanntem Kaffeestop und anschliessend zur Rennstrecke in Spa-Francorchamps. Hier konnten wir ein paar Oldtimer, die ihre Runden auf der Strecke gedreht hatten, bewundern. Anschliessend war ein Besuch im Rennsportmuseum natürlich selbstverständlich. Der Nachmittag war dann geprägt von kurvigen Ardennenstrassen und so sind wir am Abend alle mit einem Lächeln in Bouillon and der Semois angekommen.
Heute mal eine Stunde spaeter und alle haben es genossen. Die Wettervorhersage war vielversprechend, so dass wir uns auf den Tag freuend in Richtung Suedosten auf den Weg machten. Geplant war eine Route von Belgien ueber eine Runde in Frankreich zurueck nach Belgien und dann weiter nach Luxemburg. 3 Laender an einem Tag! Fuer unseren obligatorischen Kaffestop waehlten wir die Burg in Sedan. Die groesste Burg in Europa, die aber eine kleine, urige Kaffestube beherbergt. Neben dem Kaffee, konnten wir einen kleinen Rundgang mit tollen Aussichten geniessen. Weiter auf unserer Strecke kamen wir gegen Mittag am Biermuseum in Stenay an. Da dort gerade Mittagspause war, nutzen wir die Stunde um uns in der angeschlossenen Brauerei mit Gaststube ein sehr leckeres Mittag zu goennen. Ein kurzer Foto- und Informationsstop an der franzoesischen Maginot-Linie folgte. Kurz vor dem Ziel hielten wir dann noch an der Abtei von Orval um uns auf einen Rundgang auf die dort herrschende Ruhe und Stille einzulassen. Zu schnell ging ein toller Fahrtag bei perfektem Wetter zu Ende. Beim gemeinsamen Abendessen wurde das Erlebte noch einmal besprochen und die Moeglichkeiten fuer den morgigen Ruhetag durch den Tourguide Tom aufgezeigt.
Luxembourg - Eins der kleinsten Länder in Europa. Von Nord nach Süd nur etwas mehr als 80 km und von West nach Ost mit 55 km sogar noch weniger. Man könnte das Land also locker an einem Tag umrunden. Und das haben wir auch fast getan. Obwohl heute ein Ruhetag angesetzt war habe sich 4 unerschrockene mit ein Guide aufgemacht das Land zu erkunden. Das ganze Land an einem Tag sozusagen. Ein bisschen von allem. Entfach einiger Burgen, der Sauer und natürlich nach Vianden mit seiner prächtigen Burg aus dem 10. Jahrhundert. Viele kleine Strasssen und jede Menge Kurven. Manchmal waren wir sogar alleine unterwegs, kein Gegenverkehr und bester Strassenbelag, was will man mehr. Der Rest der Gruppe hat sich die Stadt angesehen oder war zum shoppen. Jeder nutze den Tag um auf seine Art und Weise zu entspannen. Morgen gehts dann Richtung Endspurt und wir sind bereits gespannt wie es weitergeht…
Auf den Spuren des 1. Weltkrieges. So könnte man die heutige Etappe beschreiben. Ein sehr düsteres Kapitel der Geschichte haben wir uns heute etwas näher angeschaut. Auf dem Weg nach Nancy sind wir am Schlachtfeld von Verdun vorbeigefahren und haben das Museum sowie das Mahnmal besucht. Unvorstellbar was hier während 1917 geschehen sein muss. Hunderttausende wurden für ein paar m Frontverschiebung in den Tod gejagt. Grausam. Das Highlight nach dieser bedrückenden Szenerie war dann das Picknick was uns Ron zubereitet hatte. Vielen Dank dafür. Gestärkt sind wir dann am Nachmittag durch verschlafene kleine Dörfer Richtung Nancy gefahren. Das Wetter war perfekt heute. Strahlend blauer Himmel und Temperaturen jenseits der 20 Grad. Traumhaft.
Mit der Aussicht auf den laengsten Fahrtag machten wir uns bei bestem Wetter auf den Weg. Das quirlige Nancy waehrend des Berufsverkehrs zu verlassen, war eine ganz besondere Erfahrung. Aber schnell haben wir die Stadt hinter uns gelassen und freuten uns auf den ersten Stop fuer unseren Morgenkaffee. Weiter ging es in die Vogesen, wo wir dann einen Gipfel nach dem anderen „einsammelten“. Dabei auch den hoechsten Punkt unserer Tour, den Champ de Feu mit 1099 Metern. Vor dem Mittag auf dem Pass Col du Donon, haben wir noch an der Gedenkstaette Camp du Struthof angehalten. Ein beeindruckender und bewegender Halt. Das Schiffshebewerk in Saint-Louis/Arzviller war unser Hoehepunkt am Nachmittag. Eine imponierende Ingenieurleistung aus den 1960er Jahren. Nach weiteren kurzweiligen 80 km erreichten wir unser heutiges Hotel, wo uns eine herliche Aussicht und ein ueppiges Abendessen erwartete.
Da war er nun plötzlich, der letzte Fahrtag auf unserer Tour. Nach einem ausgiebigen Frühstück, der von einem spektakulären Sonnenaufgang begleitet wurde, hörten wir noch einmal beim letzten Briefing was der Tag uns bringen würde. Entlang der „Route du Vin“ und dann nach wenigen km bereits der Grenzübergang nach Deutschland. Burgen und Schlösser, und immer wieder eintauchen in den Pfälzer Wald. Am letzten Tag halten wir natürlich auch noch bei einer Burg an und wollen sie besuchen. Ein 5 min Fussmarsch :-) und schon sind wir in der Ruine der Burg Gräfenstein. Der Aufstieg zum Turm wurde mit einer spektakulären Rundumsicht belohnt. Anschließend ging’s weiter zum berühmten Biker Treffpunkt Johanniskreuz. Hier wollten einige noch einmal eine original Bratwurst essen. Gestärkt ging’s weiter durch den Pfälzer Wald und entlang der Weinberge in denen die Winzer bereits fleissig am Ernten waren. Zur Mittagspause dann noch einmal ein Highlight: Ron wartete mit einem tollen Picknick, voller lokaler Spezialitäten auf uns. Vielen Dank Chefkoch für das super Essen! Der Nachmittag war dann eher entspannt und so sind wir dann glücklich und zufrieden in unserem Tour Hotel in Bad Kreuznach, dort wo alles begann, angekommen. Vielen Dank liebe Teilnehmer für die tolle Zeit. Es war uns eine Freude euch zu begleiten und dieses Abenteuer gemeinsam mit euch zu gestalten. Wir hoffen, dass wir euch bald wiedersehen und wünschen euch alles Gute und allzeit gute Fahrt. Eure Tour Guides, Ron und Tom