Südfrankfreichs schönste Straßen RNN2502

Willkommen in Vence und damit willkommen auf unserer Tour auf Südfrankreichs schönsten Strassen. Ein paar von uns sind bereits angekommen, ein Teil reist heute im Laufe des Tages an. Die Tourguides haben die Motorräder aus Österreich angeliefert, von Staub des Transports befreit und startklar gemacht. Beim Welcome Briefing und der Motorradübergabe ist die Vorfreude auf die kommenden Tage mit all den Highlights bereits zu spüren. Anschließend lassen wir den Tag beim ersten gemeinsamen Abendessen gemütlich ausklingen, lernen uns etwas kennen und sind schon voller Vorfreude auf unsere Tour.
Guten Morgen Frankreich, Guten Morgen Sonnenschein. Der erste Fahrtag unserer Südfrankreich Tour bricht an. Endlich ist es soweit. Nach nur wenigen Minuten haben wir die Stadt hinter uns gelassen und das Motorrad Paradies wartet auf uns mit weit geöffneten Pforten. Über den Tag verteilt überqueren wir einen Pass nach dem andern, Wir klettern auf 1000 Meter und wieder herunter…immer und immer wieder. Die Straßen sind unfassbar kurvig und der Asphalt meistens in sehr gutem Zustand. Besser geht es nicht. Hinter jedem Abzweig wartet eine neue Überraschung auf uns, sei es eine Spektakuläre Aussicht oder eine erstaunlich schmale Straße die man mühsam in den Fels gehauen hat. Zu den absoluten Highlights heute zählen, neben den Straßen, eine der wohl schönsten und Spektakulärsten Schluchten Europas und die vielen kleinen Dörfer am Wegesrand in denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Eines davon sehen wir uns am Nachmittag etwas Näher an. Und so beenden wir diesen Fahrtag mit einem breiten Grinsen im Gesicht…Was für ein Tag.
Zum Frühstück werden wir heute bereits mit strahlenden blauen Himmel und Sonnenschein begrüsst. Nach unserem üblichen morgendlichen Briefing fahren wir los. Auf uns warten wieder meist perfekte Straßen mit unzähligen Kurven, eines der schönsten Dörfer der Provence, welches bekannt ist für die Ockersteinbrüche, welche unglaubliche Farben zutage befördert haben, ehrwürdige Gebäude, Schluchten und als ganz besonderes Highlight der Mont Ventoux, der höchste Berg der Provence. Hier geniessen wir den Ausblick und sind von der unglaublichen Weite des Landes beeindruckt. Zum Abschluss stellen wir uns noch dem Verkehr in Avignon und kommen zufrieden in unserem Hotel an. Wir sind schon gespannt, darauf was der morgige Tag für uns bereit hält.
Und wieder beginnt der Tag mit Sonnenschein. Nachdem wir die Parkplatzzeremonie hinter uns gebracht haben lassen wir den Trubel der Stadt sehr bald hinter uns und fahren wieder hinein ins Hinterland. Am Vormittag bietet sich uns ein guter Mix aus gut ausgebauten Hauptstraßen und winzigen Nebensträßchen auf denen erstaunlich viel Schwerverkehr verkährt. Unzählige kleine Dörfer und wilde Kurvenkombinationen bestimmen das Bild. Zur Mittagszeit erreichen wir den Nationalpark Corniche des Cevennes, dessen Schönheit durch den Schriftsteller Robert Louis Steveson Weltberühmt wurde. Die Landschaft und die Straßen sind zum Verlieben. Der Fluss Tarn und die von ihm geschaffene, spektakuläre, Landschaft ist nun nicht mehr weit. Nach einer Spektakulären Abfahrt in eines seiner Täler erreichen schließlich unser kleines Schlosshotel in dem wir die nächsten zwei Tage verbringen werden.
Guten Morgen Sonnenschein heißt es auch an Tag fünf unserer Tour. Heute ist Rasttag, das bedeutet aber natürlich nicht das wir nur auf der faulen Haut liegen müssen. Immerhin sind wir hier in einem Motorrad und Natur Paradies. Es gibt also viel zu sehen. Ein Teil der Gruppe macht sich auf die Tropfsteinhöhlen von Aven Armandi zu erkunden. Ein echtes Highlight in der Region und definitiv einen Besuch wert, aber seht selbst. Nach der Führung durch die Höhle erkunden wir die Region noch ein wenig mit dem Motorrad und genießen den Rest des Tages im beschaulichen La Malene. Am frühen Nachmittag kehren, mit einem breiten Grinsen im Gesicht, dann auch jene zurück welche die Große Runde durch den Cevennes Nationalpark und die Gorge du Tarn gefahren sind. Ein Rundum gelungener Tag.
Leider hat es der Wettergott nicht ganz so gut mit uns gemeint, der Himmel ist wolkenverhangen und auch der Blick auf das Wetterradar verspricht Regen. Trotzdem starten wir gut gelaunt und mit der Hoffnung trocken durch den Tag zu kommen los. Unsere heutige Strecke führt uns den ganzen Tag an Flüssen entlang. Zuerst am Gorges du Tarn, nach dem Mittag wechseln wir zur Gorges de l'Ardeche, wo wir diesmal nicht in der Schlucht sondern oben entlang fahren. Leider wurden wir während unsere Mittagspause von der Schlechtwetterfront eingeholt. Auf der Gorges de l'Ardeche haben wir uns kurzerhand dazu entschieden, direkt das Hotel anzusteuern. Trotzdem konnten wir noch den ein oder anderen Blick auf die Rhone erhaschen. Am Hotel angekommen, wartet bereits ein ganzer Besprechungsraum darauf unsere Motorradkleidung für den morgigen Fahrtag zu trocken. ;)
Der heutig Tag beginnt diesmal leider wieder nicht mit Sonnenschein. Die Aussichten sind leider auch besser als die Realität. Aber was solls bei schönem Wetter kann schließlich jeder Motorrad fahren. Nachdem wir die Endlos flachen Ebenen der Rhone verlassen haben geht es endlich wieder in die Berge. Die Wälder und Felsen sind in dichten Nebel gehüllt, wir sind fast allein unterwegs. Den vermeintlich Spektakulären Ausblick von den Balkonstraßen, Combe Laval, können wir indes nur erahnen, Schade. Aber Immer wieder trocknen die Straßen etwas auf und wir können, zumindest ein wenig, die tollen Straßen durch die Gorges de la Bourne und den Nationalpark Hauts de Chartreuse genießen. Kleine Stops zum Aufwärmen inklusive. Am Nachmittag erreichen wir dann Chambery, wo wir die Nacht, hoch über der Stadt in einem echten Schloss verbringen.
Einen weiteren Tag wurden wir mit einem wolkenverhangenen Himmel begrüsst, aber die Straßen waren trocken und wir haben uns warm angezogen. Den heute wartet ein ganz besonderes Highlight auf uns. Die französischen Hochalpen mit den, durch die Tour de France, weltberühmten Pässen Col du Galibier, Col du Lautaret und Col d'Izoard, um ein paar davon zu nennen. Zu Mittag wurden wir von Tom mit einem leckeren Picknick überrascht und genossen im Anschluss noch eine heiße Schokolade im naheliegenden Cafe. Unser heutiges Hotel liegt inmitten der Berge, auf welche wir uns den ganzen Tag mit unseren Motorrädern gespielt haben. Wir sind schon gespannt darauf was der morgige Tag für uns bereit hält.
Kalt ist es heute morgen, als wir etwas früher als üblich aus unseren Betten kriechen. In den Tälern rundherum sind aufgrund der Stürme in den letzten Tagen viele Baustellen entstanden. Um die Straßensperrungen möglichst geschickt zu vermeiden starten wir etwas früher. Wir kommen ganz gut voran, es ist zwar kühl aber die Straßen sind trocken und die ersten Pässe bieten viel Spaß und traumhafte Aussichten. Pünktlich zur Mittagszeit erreichen wir dann Italien. Die Gelegenheit auf ein kulinarisches Abenteuer in Bella Italia lassen wir uns natürlich entgehen. Das wir die Energie später noch gut gebrauchen können ahnen wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Es geht hinauf auf den Col de Lombarde, je weiter sich die Straße durch die Schlucht nach oben winden umso tiefer fallen die Temperaturen. Kurz vor der Passhöhe beginnt es schließlich zu Schneien. Wir verzichten auf das Foto und machen uns so schnell es geht an die Abfahrt. Ab jetzt versuchen wir dem Schneetreiben davon zu fahren, was uns zunächst auch gelingt, wir entdecken sogar einen Streckenabschnitt der Tour de France der auch auf dem Motorrad sehr viel Spaß macht. Zwischen uns und dem Hotel liegt nun nur mehr der 2326 Meter hohe Col de la Cayolle. Der, allerdings, hat es in sich. Zwar haben wir den Niederschlag hinter uns gelassen. Die Temperaturen jedoch erinnern eher an Winter als an Spätsommer. Die Winterlandschaft um uns herum ist bizarr aber wunderschön. Wirklich Freude beim Fahren kommt allerdings nicht auf. Wir sind heilfroh als wir diese, für diese Jahreszeit, absolut unübliche Herausforderung gemeistert haben. Ein Abenteuer das man so intensiv wohl nur auf dem Motorrad erleben kann.
Aufgrund der Witterungsbedingungen von gestern und den niedrigen Temperaturen haben wir uns dazu entschieden die ganz hohen Pässe für heute auszulassen. Wir haben uns stattdessen perfekte Strassen durch Nationalparks und wunderschöne kleine Dörfchen ausgesucht. Kaum fertig mit der Besprechung des Tages fuhren wir los und genossen nochmal in vollen Zügen die geschwungenen Straßen und langgezogenen Kurven, aber auch ein paar Spitzkehren durften auch heute natürlich nicht fehlen. Beim Kaffee wurde nochmal ausgiebig gefachsimpelt und je näher wir unserem Ziel für heute kamen umso freundlicher wurde das Wetter. Bei strahlend blauen Himmel kamen wir im Hotel an, wo wir von Tom mit einem Bootbier überrascht wurden. Beim gemeinsamen Abendessen haben wir die Tour nochmal Revue passieren lassen und genossen das leckere Essen und die Gesellschaft.