Andalusien - Motorradreisen vom Feinsten - CSS2504

Heute geht es endlich los. Wir treffen alle in unserem Starthotel ein, das mit Blick aufs Mittelmeer und angenehmen Temperaturen um die 20 Grad Celsius lockt – die Sonne wärmt uns im Gesicht. Die Motorräder sind startklar und warten auf ihre neuen Fahrer, die es kaum erwarten können, sie in Empfang zu nehmen. Doch zunächst treffen wir uns am späten Nachmittag zu unserer Welcome Briefing. Hier stellen wir uns vor, erklären den Tagesablauf, unsere Vorgehensweise und was uns erwartet. Außerdem können Fragen gestellt werden, bevor wir die Motorräder aushändigen und sie zum ersten Mal auf dem Parkplatz begutachten werden können. Nach diesem aufregenden Moment geht es zum Begrüßungsabendessen. Wir genießen einen den ersten Eindruck andalusischer Küche, tauschen Motorradgeschichten aus und lernen uns besser kennen. Alle gehen heute Abend voller Vorfreude auf den morgigen Start ins Bett!
Unser erster Fahrtag war einfach perfekt! Er begann im sanften Schein der andalusischen Herbstsonne, die uns den ganzen Tag begleitete. Nachdem wir frühmorgens das geschäftige Málaga verlassen hatten, fuhren wir hinauf in die Hügel rund um die Stadt, in den Nationalpark Montes de Málaga. Die fantastischen Bedingungen lockten bereits einige andere Rad- und Motorradfahrer an, die sich dem Vergnügen anschlossen. Von oben genossen wir einen atemberaubenden Blick über die Stadt und die Bucht, die den Horizont einnahm. Von hier aus ging es weiter ins Landesinnere, ins ländliche Hinterland. Die Straße war ein absoluter Traum, kurvenreich und mit einem Rhythmus, in dem man sich verlieren konnte. In Colmenar legten wir eine wohlverdiente Kaffeepause ein, bevor wir wieder Richtung Süden zur Küste fuhren. Hier wurde es wieder belebter, Siedlungen, Restaurants und Hotels säumten die wunderschönen Strände. Sobald wir diese urbanen Zentren hinter uns gelassen hatten, schlängelten sich unsere Wege wieder an einer felsige Küste entlang. Bis wir schließlich unser Mittagsziel erreichten – ein hübsches kleines Fischrestaurant direkt am Strand mit Blick auf die hereinrollenden Wellen. Besser geht es nicht. Wir entspannten uns, genossen den angenehm warmen Tag, unterhielten uns angeregt und ließen uns ein fantastisches Essen schmecken. Es wäre gelogen zu behaupten, es sei leicht gewesen, wieder auf die Motorräder zu steigen – eine Siesta unter einem der Sonnenschirme am Strand war das, was sich alle wünschten. Doch wir schwangen uns wieder auf die Bikes und fuhren in den Naturpark Sierras de Tejeda, Almijara y Alhama. Was für eine atemberaubende Schönheit! Man fährt langsam bergauf, die Straßen schlängeln sich durch die Landschaft. Oben angekommen, erstrecken sich Pinienwälder, und die Luft ist angenehm kühl. Der Blick Richtung Küste wird mit fantastischen Aussichten belohnt, und in der anderen Richtung ragen die Gipfel der Sierra majestätisch empor. Jeder musste sich ein breites Grinsen unter dem Helm verkneifen. Wir beschlossen, einen letzten Stopp in einer urigen kleinen Bodega am Straßenrand einzulegen, die von Outdoor-Fans und Wochenendausflüglern gleichermaßen gut besucht war. Wir genossen einen Kaffee in der Sonne auf der Terrasse und tauschten uns über unsere Fahrerlebnisse aus. Von hier aus war es nur eine Stunde bis Granada, und da Wochenende war, blieben wir vom Berufsverkehr verschont, was eine schnelle Fahrt in die Stadt ermöglichte. Vor dem Abendessen trafen wir uns auf der Dachterrasse unseres Hotels, um einen Drink und den glitzernden Lichtern der Stadt zu genießen. Was für ein toller Start in unser Andalusien-Abenteuer!
Heute starten wir nicht auf dem Motorrad, sondern mit einem Spaziergang durch die Geschichte – ein Besuch der beeindruckenden Alhambra! Dieses Meisterwerk maurischer Architektur thront über Granada, dessen Name "Granada“ (Granatapfel) vom rötlichen Schimmer der Stadtmauern inspiriert ist. Der warme Farbton stammt vom eisenhaltigen Lehm, aus dem die Alhambra erbaut wurde – ein einzigartiges Glühen im Sonnenlicht Andalusiens. Beim Rundgang durch ihre Gärten und Paläste konnte man den Geist vergangener Zeiten spüren – kunstvoll, poetisch und voller Geschichte. Raus aus Granada und nach einem kurzen Transitstück über die Autobahn ging es in die sanften Olivenhügel, wo uns Franziska in einem Pinienwald mit einem wunderbaren Picknick erwartete. Nach dem exklusiven Überraschungs-Lunch mit tollem Ausblick führte unser Weg auf endlosen Kurven-Orgien ununterbrochen an gefühlt Millionen von Olivenbäumen vorbei, nur unterbrochen durch einen kurzen Kaffeestop, bevor wir unser Tagesziel "JAÉN" - die ungekrönte Hauptstadt des Olivenöls - erreichten. Auf der Anhöhe Santa Catalina und neben der Burg mit demselben Namen gelegen, krönt der "Parador de Jaén" die Stadt mit seiner beeindruckenden Fassade aus riesigen Steinmauern und seinem eindrucksvollen Innengewölbe und bietet uns einen spektakulären Panoramablick auf die Berge der Sierra Morena und Sierra Mágina. Sein Inneres versprüht den Charme der andalusischen Renaissance im traditionellen Stil und durch die nüchterne Verteidigungsarchitektur mit Kunsthandwerk aus der Region kombiniert, fühlen wir uns direkt in eine vergangene Epoche versetzt. Ein köstliches Abendessen und fröhliche Gespräche runden den Tag perfekt ab.
Es fiel uns heute Morgen etwas schwer, unser tolles Hotel zu verlassen, aber wir mussten uns dem bittersüßen Abschied stellen. Sobald wir wieder auf der Landstraße waren, wurden wir mit herrlich geschwungenen Kurven und einer fast mystischen Landschaft belohnt. Der Morgennebel hing noch über den Tälern und Senken dieser zerklüfteten Landschaft, und die warme Morgensonne spiegelte sich sanft auf ihnen. Es war ein wahrer Genuss, so in den Tag zu starten. Bei der Einfahrt nach Alcalá la Real bewunderten wir die Fortaleza de la Mota, die Überreste einer mittelalterlichen Festung, die die Umgebung überblickt. Im Ort fanden wir ein kleines Café, wo wir einen Kaffee genossen und uns angeregt unterhielten. Von hier aus ging es weiter durch Olivenhaine zum Staudamm von Iznájar. Olivenbäume prägen das Bild seit unserer Abreise aus Granada, nur gelegentlich unterbrochen von anderen landwirtschaftlichen Flächen. Hin und wieder stößt man auf kleine Kooperativen oder sogar kleine Ölmühlen. Olivenöl ist wirklich das Herzstück dieser Kultur und Bestandteil jeder Mahlzeit, die einem serviert wird. Wir hatten heute Morgen so viel Spaß beim Motorradfahren, dass wir frühzeitig an unserem geplanten Mittagsziel ankamen. Da wir aber noch nicht genug hatten, beschloss die Gruppe, weiterzufahren. Also steuerten wir Embalse de Iznájar direkt an und suchten uns einen Platz in einem entzückenden kleinen Restaurant am See. Wie schon so oft auf unserer Andalusienreise wurden uns riesige Teller mit fantastischen Gerichten serviert. Kein Wunder also, dass wir dort ein ausgiebiges Mittagessen und -pause genossen. Martin und Mike machten einen Spaziergang am Ufer, während die anderen zurückblieben und sich am Blick auf das azurblaue Wasser erfreuten. Die letzte Etappe führte wieder durch einsame Hügel mit vereinzelten Bauernhöfen und kleinen Weilern. Es war nur noch eine kurze Fahrt bis Antequerra, aber auch diese war wieder wunderschön. Wir schafften es noch rechtzeitig zurück, um auf der sonnigen Hotelterrasse einen Sundowner zu genießen, bevor der Abend hereinbrach und wir uns wieder ins Hotel zurückzogen. Was für ein toller Tag auf dem Motorrad!
Heute starteten wir in Antequera – bei strahlend blauem Himmel und bester Laune. Unsere kleine, internationale Truppe aus Kanada, England und der Schweiz war bereit für einen Tag, der alles bot, was man sich unter andalusischem Motorradglück vorstellt: Landschaft, Kurven und Geschichten, die man am Abend mit einem breiten Grinsen erzählt. Nur eine halbe Stunde nach dem Start standen wir bereits mitten im Naturschutzgebiet "El Torcal". Diese bizarre, fast mondähnliche Landschaft aus verwitterten Kalksteinformationen zählt zu den spektakulärsten Karstgebieten Europas. Wind, Regen und Zeit haben hier aus massivem Gestein Skulpturen geschaffen, die aussehen wie übereinander gestapelte Steinscheiben, verformte Türme oder gigantische, von Hand gemeisselte Figuren. Ein surrealer Ort – und ein perfekter Auftakt. Weiter ging es auf einem endlos scheinenden Kurventanz über schmale Strassen, die sich wie ein feines Netzwerk in die Landschaft legen. Und dann wartete unser erster Kaffeestopp: Café Mirador. Einheimischer Stil, etwas Vintage, ein bisschen kurios – aber vor allem: ein Aussichtsbalkon direkt über einem Strassentunnel, mit Blick auf den smaragdgrünen Stausee "Embalse del Conde de Guadalhorce". Kaffee mit Aussicht bekommt hier eine ganz neue Bedeutung. Gestärkt nahmen wir die nächste Herausforderung in Angriff: die enge und wunderbar verwinkelte Strecke hinauf zum "Mirador Tajo Encantada". Von hier blickt man weit über Täler, Felsen und die Wasserflächen des Stausees. Der Name bedeutet sinngemäß "verzauberter Abgrund" – und wer einmal dort oben stand, weiss warum. Weiter führte unser Weg in die Garganta del Chorro, eine tiefe, dramatische Schlucht, die von hohen Felswänden eingerahmt wird und berühmt ist wegen seiner schwindelerregenden, in die Felswände gehauenen Wanderpfade. Hier hat die Natur ein Monument geschaffen, das sowohl einschüchtert als auch begeistert. Ein Ort, der zeigt, was Wasser und Zeit gemeinsam vollbringen können. Nach diesen drei Highlights und gefühlten 10.000 Kurven, meldete sich irgendwann der Körper: Die Motorradsättel fühlten sich plötzlich härter an als noch am Morgen. Also Zeit für eine Pause – und die gab es in Setenil, in einem Restaurant mit wunderbar lokalem Essen. Genau das, was man in diesem Moment braucht: ein Teller, der nach Region und Tradition schmeckt. Gut gestärkt ging es weiter und schon bald tauchten wir in Olvera ein – eines der schönsten weissen Dörfer Andalusiens. Hoch über dem Ort thront die arabische Burg wie ein Wächter aus der Vergangenheit, daneben erhebt sich die majestätische Kirche Iglesia de la Encarnación mit ihren zwei markanten Türmen. Ein Bild, das sich tief einprägt. Nach einem letzten Kaffeestopp in einem typisch spanischen Strassencafé von Coripe flogen wir schliesslich in flottem Tempo im Licht der untergehenden Sonne durch langgezogene Kurven Richtung Sevilla. Die Schatten wurden länger, der Himmel golden – und kurz darauf fuhren wir in die Stadt hinein, bereits von der Dunkelheit empfangen. Unsere kleine internationale Gruppe war sich einig: Das war ein Tag, den man nicht vergisst. Ein Tag, der nachklingt – im Körper, im Kopf und im Herzen. Nach einer wohltuenden Dusche treffen wir uns gleich zu einem gemütlichen Dinner in einem tollen Lokal, nur wenige Minuten zu Fuss entfernt. Und bei andalusischen Spezialitäten und einem Glas Wein werden die Geschichten dieses Tages mit Sicherheit noch einmal lebendig. Viva la España, Viva la Andalucía. Und morgen? Morgen wartet das nächste Kapitel unseres andalusischen Motorrad-Märchens…
Unsere Andalusien-Tour besteht bekanntlich nicht «nur» aus Motorradfahren. Heute stand der erste Rasttag an, und obwohl wir eine optionale Rundtour ins Hinterland von Sevilla angeboten haben, entschied sich die gesamte Gruppe einstimmig für individuelles Sightseeing und jeder machte sein eigenes Ding. Und ganz ehrlich: «gute Entscheidung!» Sevilla hat einfach zu viel zu bieten, um es links liegen zu lassen. Da wäre ganz zuoberst auf der Liste die königliche Eleganz im «Alcázar», diesem märchenhaften Palast, in dem jeder Innenhof und jeder Kachelstreifen so aussieht, als hätte man ihm gerade fürs Foto nochmal den Feenstaub aufgefrischt. Ein weiteres Pflicht-Highlight ist die «Kathedrale mit der Giralda», dem Wahrzeichen der Stadt – imposant, geschichtsträchtig und mit einem Turm, der früher mal ein Minarett war. Sevilla liebt es eben, Kulturen zu mixen. Auch die «Plaza de España» sollte auf dem Programm stehen: halb Filmkulisse, halb architektonisches Wunderwerk, ganz große Augen bei den Besuchern. Gleich nebenan lädt der «Parque María Luisa» zum Durchatmen ein – Schatten, Palmen, Springbrunnen, alles da. Wer’s moderner mag, kommt beim «Metropol Parasol» (was auf spanisch «Sonnenschirm» bedeutet) () auf seine Kosten: eine futuristische Holzkonstruktion, die aussieht, als hätte ein übermotivierter Architekt entschieden, dass Sevilla dringend ein paar XXL-Pilze braucht, weshalb diese von den Einheimischen auch «Setas de Sevilla» (die Pilze von Sevilla) genannt wird. Es ist übrigens der grösste Holz-Kunstbau der Welt. Zwischendurch lohnt sich ein Abstecher ins «Arbeiterviertel Triana», das mit seinen bunten Kacheln, Flamenco-Wurzeln und engen Gassen wie ein lebendiges Geschichtsbuch wirkt. Und natürlich gehören auch die Stierkampf-Arena «Plaza del Toro», die «Basilica de la Macarena», der «Torre del Oro» und die «Plaza Nueva» zum Tagesprogramm – Sevilla ist eben ein einziges Freilichtmuseum, wo jeder etwas für seinen Geschmack findet. Dazu überall Menschen, die in Cafés und Bars im Freien sitzen, plaudern, lachen und Tapas schlemmen. Man spürt einfach, dass diese Stadt das Leben liebt. Am Abend waren wir wieder komplett versammelt – ideale Voraussetzung für ein kulturelles Highlight: eine Flamenco-Show im «Casa del Flamenco». Und was für eine! Mitreißend, intensiv, voller Leidenschaft. Die Tänzer wirbelten über die Bühne, die Gitarre und Sänger klagten und jubelten, und wir sassen da mit offenem Mund. Grandios. Danach ging’s zum Dinner in eine typisch andalusische Tapas-Bar. Da der Wetterbericht für morgen wenig Gutes verspricht, nutzten wir die warmen Temperaturen und aßen draußen. Eine fantastische Auswahl an Speisen, gute Gespräche, viel Gelächter – der perfekte Abschluss für einen entspannten, aber erlebnisreichen Tag. «Sevilla hat geliefert. Und wie!»
Eigentlich wäre heute ein weiterer traumhaft kurvenreicher Tag auf dem Programm gestanden – doch der Wettergott hatte offenbar andere Pläne. Statt elegant durch Andalusiens Serpentinen zu schwingen, starteten wir am Morgen verkleidet wie eine Truppe futuristischer Gummipuppen und unsere Schräglagen auf den rutschigen Nebenstrassen waren nicht ganz auf Marquez-Niveau. Und Regenanzüge für unsexy hält, hat uns noch nie alle zusammen im Regen stehen sehen. Ein echter Catwalk-Moment! Erster Halt: Cabezas de San Juan, wo wir uns beim Kaffeestop kollektiv fragten, ob wir jemals wieder trockene Handschuhe erleben würden. Danach stand das erste richtige Highlight auf dem Plan: das Mittagessen im Parador de Arcos de la Frontera. Dieses historische Parador-Hotel, hoch oben im weißen Dorf thronend, ist in einem ehemaligen Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert untergebracht und gehört definitiv zur Kategorie „Wow“. Normalerweise hat man von der Terrasse aus einen unfassbaren Blick über die umliegenden Ebenen – heute jedoch war die Terrasse wegen Regen gesperrt und der Ausblick maximal „50 Shades of Grey“. Aber die Anfahrt dort hoch, auf engsten und steilsten Gässchen und dazu noch auf nassen Pflastersteinen, war wie immer ein kleines Abenteuer. Am Nachmittag führte uns die Route durch das Land der Kampf-Bullen - eine Gegend, in der die Stiere aufwachsen, die später einmal den Weg in die Arena antreten. Heute standen sie vermutlich irgendwo unter einem Baum, die Hufen im Matsch, und dachten sich: „Na, wenigstens regnet’s nicht nur auf uns.“ Wir hatten gehofft, dass sich nach dem Mittagessen der Himmel erbarmt – aber nö. Petrus hatte offenbar Spaß daran, uns weiterhin zu bewässern. Nach einem letzten nachmittäglichen Kaffee in Jimena de la Frontera – dort tropften wir bereits synchron wie ein schlecht gelaunter Wasserfall – kamen wir am Abend müde und patschnass im Hotel an. Bei einigen hatte der Regen übrigens kreative Wege unter die angeblich wasserdichte Kleidung gefunden, weshalb die Duschen und Massagen ganz oben auf dem Abendprogramm standen. Mit wiederbelebten Lebensgeistern genossen wir dann wie immer spanisch spät das gemeinsame, sehr feine Abendessen im Hotel, das schließlich ein kleines Lächeln auf alle Gesichter gezaubert hat – zumindest eine Mini-Entschädigung für den buchstäblich ins Wasser gefallenen Tag. Morgen soll es ebenfalls regnen, aber da wir einen Rasttag haben und die meisten statt Motorrad lieber Sightseeing, Tapas und Shopping bevorzugen, passt das fast schon perfekt. Am Ende hat eben alles zwei Seiten: Natürlich fahren wir Motorradfahrer lieber im trockenen, doch für die über den Sommer ordentlich strapazierte Natur sind Petrus’ Giessaktionen ein Segen. Viva la Aqua – und auf bessere Bedingungen nach dem Rasttag!
Wir haben heute Morgen etwas länger geschlafen und uns zu einem späten Frühstück getroffen – und was für ein fantastisches Frühstücksbuffet es gab! Es fiel schwer, mit dem Essen aufzuhören, und selbst Mike, unser Frühstücksmuffel, hat sich ordentlich bedient. Leider zeigte sich die Außenwelt von ihrer trübsten Seite: Das Wetter war richtig mies – Regen, Windböen und noch mehr Regen. Daher war es eine einfache Entscheidung, das Motorrad heute auf dem Parkplatz stehen zu lassen. Die Gruppe verteilte sich am Vormittag. Eine Massage war gebucht – wer würde bei so einem Wetter nicht gerne in der Spa entspannen? Außerdem wartete noch das Ende eines guten Buches, und einige Mutige trotzten dem Regen und machten sich auf den Weg in die Stadt. Man musste einfach die berühmte Puenta Nuevo gesehen haben. Ronda ist auch ein toller Ort, um in einem der kleinen Läden in der Nähe der Brücke noch ein paar Souvenirs zu ergattern. Am Nachmittag beschlossen wir, La Almazara zu besuchen, der Name steht für eine lokale öffentliche Ölmühle. Solche Ölmühlen sind auch heute noch in vielen Dörfern weit verbreitet, da die meisten Familien noch immer ein paar Olivenbäume besitzen und ihr eigenes Öl herstellen. La Almazara in Ronda ist eine kommerzielle Ölmühle, die einen wunderschönen Raum ganz dem Olivenöl gewidmet hat. Im Museum erfährt man mehr über die Geschichte des Öls und seine Herstellung, bevor man am Ende eine kleine Verkostung genießen kann. Alles in allem ein interessanter Ausflug für einen Regentag.
Unsere Andalusien-Motorradtour neigt sich leider dem Ende zu – und wie so oft, wenn etwas richtig schön war, versucht das Wetter zum Schluss noch ein kleines Drama hinzuzufügen. Die Prognosen lasen sich jedenfalls wie ein düsteres Märchen: „Es war einmal ein Tag voller Regen…“ Also wählten wir vorsichtshalber unsere alternative, etwas kürzere Route. Doch dann: Start unter dunklen Wolken, die aussahen, als wollten sie uns gleich verschlucken – aber nein! Nach ein paar Kilometern wurde es heller, und hin und wieder blinzelte sogar die Sonne durch, als würde sie uns zuzwinkern: „Ich bin ja eh auf eurer Seite.“ Unser erster Stopp führte uns zum Naturpark Guarda Forestal, wo uns ein atemberaubender Blick über die umliegenden Täler erwartete. Ein Panorama, das selbst den erfahrensten Tourguide kurz zum Schweigen bringt – und das will was heissen. Danach folgte ein wunderbar geschwungener Kurvenreigen: nass, aber erstaunlich griffig. Also volle Konzentration, flotte Fahrt – und jede Menge Fahrspas, bei dem man fast vergaß, dass wir heute eigentlich Regen eingeplant hatten. Zu Mittag kehrten wir in Mijas ein – einem weiteren dieser typisch andalusischen weissen Dörfer, die aussehen wie frisch gewaschen und extra für Postkarten dekoriert. Cafés, Shops, enge Gassen – und mittendrin wir, beim letzten gemeinsamen Lunch unserer Tour. Dazu wurden die letzten Souvenirs ergattert oder einfach gute Laune in Flaschenform. Der Wettergott, offenbar gnädig gestimmt, ließ uns trocken nach Málaga zurückrollen. Am frühen Nachmittag erreichten wir unser Start-Hotel – und dort wartete sie schon: Franzi, bewaffnet mit dem legendären „Boot-Beer“. Eine Tradition von Edelweiss: ein Feierabendbier direkt aus dem Kofferraum. Schlicht, aber absolut genial. Die Gäste hatten nun frei, während wir Tourguides wieder in den Arbeitsmodus wechselten und die Motorräder auf den Trailer luden. Leider öffneten sich in dem Moment die Himmelsschleusen wieder und es regnete ununterbrochen bis da letzte Motorrad sicher verzurrt auf dem Trailer stand. Nass bis auf die Haut, aber glücklich, dass wir jetzt auch richtig «Feierabend» hatten freuten wir uns auf eine heisse Dusche trockene Kleider. Am Abend trafen wir uns ein letztes Mal zu einem entspannten Abschiedsessen. Es wurde zurückgeblickt, gelacht, geflachst und erzählt – genau so, wie ein Tourabschluss sein sollte. Alle waren sich einig: Diese Andalusien-Tour war ein voller Erfolg. Viel Sonne, viele Kurven, viele großartige Aussichten – und vor allem: pannen- und unfallfreie Kilometer, von denen man noch lange erzählen wird. Auf Wiedersehen Andalusien – Viva la Espania – und bis zum nächsten Abenteuer mit Edelweiss Bike Travel!