6CI2504 - Fahrakademie Teneriffa

Den Auftakt unserer Zeit auf Teneriffa nutzen wir, um uns optimal auf die nächsten Trainingstage einzustimmen. Am Vormittag sitzen wir zusammen und gehen wichtige theoretische Inhalte durch: Welche Arten von Kurvenfahrtechniken gibt es? Welche Linienwahl ist in welcher Situation sinnvoll? Und wann kommt die Hinterradbremse gezielt zum Einsatz? Anschließend schwingen wir uns zum ersten Mal auf die Motorräder. Nach einem kurzem Mittagsstop - Stärkung muss sein - geht es weiter zu einem abgesperrten Trainingsareal. Dort testen wir, ob wir das frisch Besprochene auch praktisch sauber umsetzen können. Ein intensiver, aber sehr gelungener erster Tag – jetzt steigt die Vorfreude auf die erste gemeinsame Ausfahrt morgen.
Auf Teneriffa stellt sich uns keine Entweder-oder-Frage. Wir wollen nicht nur eine Art von Strecke fahren – wir wollen das ganze Paket. Technische Haarnadeln genauso wie weite Bögen, die Tempo verlangen. Enge Ortskerne mit Anstiegen, in denen Präzision zählt. Kurven, die man erst sieht, wenn man schon drin ist. Und Straßen, die so wild verlaufen, als hätten sie ihren eigenen Charakter. Gut, dass die Insel genau diese Mischung bereitstellt. Zwischendurch halten wir an tollen Aussichtspunkten wie den "los Gigantes" oder Cafés. Nicht als große Pause, sondern um kurz durchzuatmen und über das zu sprechen, was gerade im Sattel passiert ist: Was funktioniert? Was fühlt sich schwierig an? Was nehmen wir für die nächsten Kilometer mit? So werden die unterschiedlichsten Streckenabschnitte zu unserem Trainingsraum – und jeder Halt zu einer kleinen Lernstation.
Ein weiterer intensiver Fahrtag auf Teneriffa steht an. Auf der alten Küstenstraße erwarten uns zunächst rund 30 Kilometer nahezu pausenloser Kurven – ideal, um die Linienwahl weiter zu verfeinern. Danach führt die Route hinauf in die Berglandschaft zum Fuß des Vulkans "El Téide". Je weiter wir Richtung Norden kommen, desto grüner wird die Insel, gleichzeitig werden die Straßen schmaler und technisch anspruchsvoller. Am Nachmittag verändert sich die Situation erneut: Tiefliegende Wolken ziehen über die Strecke und schränken die Sicht spürbar ein. Eine gute Erinnerung daran, wie entscheidend saubere Blickführung normalerweise ist. Sobald wir über mehrere Hügel in den Westen zurückkehren, öffnet sich die Wolkendecke wieder. Sonne, klare Sicht, beeindruckende Ausblicke und erneut eine Vielzahl an Kurven begleiten uns, bis wir schließlich ein entspanntes Stück Schnellstraße entlangfahren – mit Meerblick, zurück in Richtung Hotel.
Die Überfahrt nach La Gomera dauert keine Stunde – und trotzdem verändert sich die Szenerie komplett. Kaum von der Fähre runter, beginnt unser Trainingstag: perfekter Asphalt, klare Sicht und eine nicht enden wollende Folge weit gezogener Kurven. Ideale Bedingungen, um an Schräglage, Blickführung und sauberer Linienwahl zu arbeiten. Im Garajonay-Nationalpark wechseln die Eindrücke schnell. Dichte Lorbeerwälder, enge Bergstraßen und tiefe Schluchten fordern präzises Fahren und Konzentration. Jeder Abschnitt bringt eine neue Trainingssituation mit sich – mal flüssig, mal technisch, aber immer kontrolliert fahrbar. La Gomera zeigt sich damit einmal mehr als ideales Gelände für die Edelweiss Riding Academy: abwechslungsreich, anspruchsvoll und unglaublich lehrreich. Jede Runde schärft unser Gefühl fürs Motorrad – und belohnt uns gleichzeitig mit grandiosen Ausblicken.
Bevor die Fähre uns am späten Nachmittag zurück nach Teneriffa brachte, blieb uns noch ein ganzer Tag auf La Gomera – und den haben wir genutzt. Nach den intensiven Trainingseinheiten der letzten Tage ging es diesmal nicht darum, Neues zu lernen, sondern darum, das Erarbeitete in Ruhe fließen zu lassen. Wir umrundeten die Insel einmal komplett, genossen die vertraut gewordenen Kurven, den griffigen Asphalt und die abwechslungsreiche Landschaft. Ohne Druck, ohne Übungen – einfach entspannt fahren und spüren, wie sicher und rund sich vieles inzwischen anfühlt. Ein perfekter Abschluss: ein Tag, an dem Technik und Training leise im Hintergrund mitfahren durften, während wir die Insel noch einmal ganz bewusst erlebt haben, bevor es zurück nach Teneriffa ging.