ADO2502 Abenteuer Dubai & Oman

Wie ihr sehen könnt, sind wir gleich zu Beginn aus der Großstadt Dubai mit ihren unzähligen Wolkenkratzern direkt hierher in die Wüste des Emirats Sharja entflohen. Den Stadtverkehr heben wir uns noch bis zum Ende der Tour auf. Zunächst wollen wir es entspannt angehen in unserem weitläufigen Wüstenhotel. Die tolle Architektur und die Wüste um uns herum lassen uns direkt entspannen und geben uns das Gefühl im Märchen von 1001 Nacht angekommen zu sein. Sobald wir allerdings unsere Motorräder "bestückt" hatten und mit Frühstück gestärkt waren, hielt uns nichts mehr zurück - wir starteten die Motoren und sausten los durch die Wüste gen Nordosten, vorbei am Museum der gigantischen Wüstenfahrzeuge, und auch vorbei an den Zementwerken in Ras Al Khaima. Hinauf ging es dann auf den höchsten Berg der Emirate und des Hajargebirges hier in diesem Teil des Landes - auf den "Jebel Jais". Was für eine tolle Motorradstrecke! Lange und sanft geschwungene Kurven auf bestem Teer ließen uns trotz der Stollenreifen in fließender Fahrt über 30 Kilometer bis ganz nach oben schrauben wo wir im Gipfelrestaurant mit einem Mittagessen empfangen wurden. Am späteren Nachmittag trudelten wir in unserem Spitzenhotel in Fujairah ein.
Ausnahmslos alle kamen heute Morgen frisch ausgeruht zum Frühstück. Was für ein tolles Hotel! Äußerst bequeme Betten, exzellentes Essen und ein schönes Ambiente! Was könnte es Schöneres geben? Genau - einen weiteren tollen Fahrtag 😁 Heute starten wir unseren Tag mit dem Besuch der ältesten (und sicherlich auch der kleinsten), noch in Benutzung befindlichen Moschee in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Sie liegt im Emirat Fujairah und das Besondere an ihr ist, dass sie nur eine einzige tragende Säule in der Mitte hat, die mit vier Dachgewölben umsäumt ist. Gestern konnte sich jeder Fahrer mit seinem Motorrad auf normalen Teerstraßen vertraut machen. Heute, nach unserer erfrischenden Kaffeepause am Vormittag war es endlich soweit und wir konnten die Motorräder auf Schotter bewegen! Nachmittags besuchten wir den Wasserpark in den Bergen um die Stadt Hatta, bevor wir schließlich den "Sprung" über die Grenze in den Oman wagten. Glücklich saßen wir abends alle beieinander und tatsächlich stellte sich heraus, dass wir lauter Edelweiss Veteranen auf Tour dabei haben! Fantastisch!
Sohar, die Stadt in der sich die Geschichte Sindbads und der 40 Räuber abgespielt haben soll, verlassen wir in den Morgenstunden bei noch „kühlen“ 24 °C. Später, als wir durch die Ausläufer des Hajargebirges fahren, steigen die Temperaturen auf angenehme 28-32 °C. Aber der Fahrtwind verwandelt das Fahren durch die tolle Naturlandschaft zum puren Vergnügen. Für das ungewohnte europäische und amerikanische Auge sind die braunen und schroffen Berge ohne jeglichen Baumbewuchs ein eher ungewohnter Anblick. Allerdings haben sie auf den Betrachter einen beruhigenden Effekt, und so rollen wir nach dem Mittagessen die verbleibende Strecke nach Maskat, trotz teilweisen Baustellenverkehrs, völlig entspannt in unser unglaubliches Hotel zwischen den Klippen des Golf von Oman ein. Ein wunderschöner Abend auf der Terrasse des Hotelrestaurants mit Musikuntermalung rundet den Tag ab.
Auch wenn es verführerisch ist, sich am Strand unseres schönen Hotels auszuruhen, begeben wir uns selbstverständlich auch heute an unserem Rasttag hier in Maskat auf Sightseeingtour. In anderen Städten sind wir meist zu Fuss unterwegs. Hier im weitläufigen Maskat sind die Sehenswürdigkeiten allerdings so verstreut, dass wir uns einfach aufs Motorrad schwingen und bequem alles abfahren. Gleich als erstes besichtigen wir die berühmte Sultan Qaboos Grand Mosque im nördlichen Teil der Stadt. Im Anschluss fahren wir wieder zurück an die Küste der Omanischen Hauptstadt, dem Stadtteil Mutrah. Hier befinden sich die Regierungsgebäude, die Flaniermeile, sowie der Souk, der arabische Markt.
Weiter gehts auf unserer Reise durch den Oman. Zunächst starten wir gleich am Morgen auf einer Schotterpiste, die schon so gut präpariert war, dass es eine Freude war, darauf zu fahren. Im Oman sollte man unbedingt einige dieser Pisten fahren, um die volle Schönheit der Natur des Landes genießen zu können. Als Sweeper heißt es meist Staub schlucken, aber mit etwas Abstand fährt es sich ganz gut. Großen Spass hat es uns definitiv allen gemacht. An der Sinkhöhle sind Becky und David ins Wasser gehüpft, während der Rest der Gruppe sich den vom Hotel vorbereiteten Lunchboxen widmete. In Sur besuchten wir die letzte, noch existierende Dhow Fabrik. Dieses Highlight kann ohne Übertreibung als eines der besten der Tour bezeichnet werden! Es ist hochinteressant zu sehen, was es alles braucht, um ein solches Dhow Boot zu bauen. Bei unseren Glampingzelten angekommen, haben die einen die Ruhe genossen während andere die nähere Umgebung erkundeten. Der größere Sinn dahinter war es tatsächlich, die Zeit bis zum Abend zu überbrücken, denn wir gingen heute Abend an den Strand, um die grüne Riesenschildkröte zu sehen. Sie kehrt genau hier an diesen Strand zurück, um ihre Eier abzulegen. Außerdem hatten wir noch das Glück drei von den Babyschildkröten zu sehen..
Was für ein magisches Erlebnis, diese beeindruckenden Riesenschildkröten in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten. Es warten bereits einige Besucher im Vorraum des Turtle Reserve, um dabei zu sein, wenn wir mit den omanischen Experten die exotischen Tiere dabei beobachten dürfen, wie sie ihre Eier am Strand ablegen. Als Hotelgäste genießen wir Vorrang vor Besuchern von außerhalb. Aber selbst wenn sich auch nur eine Schildkröte am Strand aufgetaucht war, bekamen doch alle Besucher die Gelegenheit sie zu sehen. Heute Morgen satteln wir jedoch schon wieder auf und wir setzen unsere Reise zur Wahiba-Sands-Wüste fort. Dort werden wir in einem der Wüstencamps übernachten. Unser Highlight während des Tages ist die kurze Wanderung ins Wadi Bani Khalid mit anschließendem Bad in den natürlichen Wasserbecken. Wadis sind meist ausgetrocknete Flussbetten. Das Wadi Bani Khalid hat jedoch diesen wunderbaren verschnörkelten Wasserlauf, dessen Pools eine großartige Gelegenheit sind, sich abzukühlen und ein wenig zu entspannen. Obwohl es auf unserem Weg in die Wüste ziemlich windig ist, können wir dennoch einen klaren Abend auf einer der Sanddünen erleben. In einer kurzen, aber sehr aufregenden Fahrt mit dem Jeep werden wir auf die Dünen gebracht, um dort unseren Sundowner zu genießen.
Eine Übernachtung in der Wüste ist immer ein großartiges Erlebnis! Auch wenn andere Menschen um einen herum sind oder diverse Fahrzeuge die Ruhe kurz unterbrechen, nimmt man die totale Stille der Wüste wahr. Der Sand schluckt die Geräusche, wenn man zwischen den Sanddünen sitzt. Gestern Abend hatten wir den Sonnenuntergang genossen, und heute Früh hatten die Gäste die Möglichkeit, die Kamele zu reiten oder zu fotografieren. Kurz darauf hüpften wir wieder in unsere Pick-ups und fuhren aus der Wüste zurück zum Parkplatz unserer Motorräder. Ein besonderes Highlight fanden wir direkt bei unserem ersten Stopp in der Stadt Ibra. Dort gibt es den bekannten Frauenmarkt. Früher war dieser Markt nur für Frauen, die vor dem Krankenhaus auf ihre Behandlung warten mussten. Damals (vor etwa 55 Jahren) war das Land noch nicht so weit entwickelt, dass Frauen einfachen Zugang zu medizinischer Versorgung hatten. Für sie war der Markt eine gute Möglichkeit, erstens Geld für ihre Behandlungen zu verdienen, und zweitens war er auch ein perfekter Ort der Kommunikation zwischen den Frauen. Was Letzteres betrifft, ist es heute noch genauso wie damals. Anstelle von hochwertigen Produkten verkaufen die Frauen auf einer kleinen Fläche hauptsächlich Kleidung, Stoffe und Stickereien. Aber das Plaudern und Knüpfen von Kontakten ist gleich geblieben. Wir erleben dort eine ganz besondere Atmosphäre. Leider ist das Fotografieren nicht erlaubt. Männer dürfen heute, anders als bis vor kurzem noch, den Markt betreten. Früher mussten sie draußen warten. Unsere Fahrt entlang einer sehr schönen und kurvenreichen Straße führte uns nach „Birkat al Mouz”, einem alten, kleinen, verlassenen Dorf. Vom Dach des Cafés aus hatte man einen guten Ausblick darauf. Unser fantastisches Hotel auf dem Gipfel des Jebel Akhdar wird uns für die nächsten zwei Nächte beherbergen.
Heute waren sich alle einig: es ist mindestens genauso wichtig, Zeit zu haben, unser wunderschönes Hotel auf Oman's grünem Berg genießen zu können, als mit dem Motorrad umher zu flitzen. Kurzerhand haben wir uns auf einen halben Fahrtag geeinigt. Im Oman gibt es unzählige, meist sehr gut präparierte Pisten, die einen extrem hohen Fun-Faktor haben, wenn man mit dem Motorrad darüber flitzen kann. Unsere heutige Piste führte uns auf den Jebel Hatt hinauf und bescherte uns auf dem höchsten Punkt mit einer grandiosen Aussicht.
Bei zwar kühlen 6°C dafür aber strahlendem Sonnenschein fuhren wir wieder die tolle und kurvenreiche Strecke vom Jebel Akhdar hinunter Richtung Nizwa. Bis in das 12. Jahrhundert hinein war die Stadt Nizwa die Hauptstadt des Sultanats. Und auch heute noch gilt sie als die heimliche Hauptstadt Omans. Obwohl mit der Modernisierung die Stadt an Ursprünglichkeit eingebüßt hat, ist sie doch wegen ihres Forts und dem berühmten Ziegen- und Tiermarkt immer noch ein attraktiver Anziehungspunkt für viele Besucher. Jeden Freitag beginnt um ca. 7 Uhr ein Spektakel, bei dem um beste Preise für die Tiere gefeilscht wird. Für uns war dies allerdings etwas zu früh. Selbst wenn wir den Tiermarkt nicht mehr live gesehen haben, so konnten wir uns dennoch alles ansehen. Mit ein paar "übrig gebliebenen" Ziegen konnten wir auch noch ein wenig der Atmosphäre mitbekommen. In Al Hamra haben wir eines der typisch omanischen Lehmziegelhäuser besucht und lernten dort Einiges über das ursprüngliche Leben der Menschen aus früherer Zeit. Die Pistenfahrt durch die spektakuläre Landschaft des Jebel Shams - dem Berg der Sonne, rundete den heutigen Fahrtag perfekt ab.
Wir sind uns eigentlich alle einig: am Besten, wir kehren einfach um und fahren die Tour noch einmal. Das wäre fantastisch, aber leider können wir die Zeit nicht zurück drehen. Heute ist der Tag, an dem wir wieder die Grenze vom Oman zurück in die Vereinigten Arabischen Emirate überqueren. Unsere Zeit hier im Oman war einfach klasse! Wir haben viel über das Fahren auf unbefestigten Wegen gelernt, und das hat uns allen viel Spass gebracht! Aber hey Leute, heute Vormittag haben wir noch eine letzte dieser tollen Pisten auf dem Zettel stehen. Und außerdem wollen wir uns noch die Bienenkorbgräber anschauen. Sie sollen über 5000 Jahre alt sein. Nach den Bienenkorbgräbern genießen wir ein letztes Mal ein typisch omanisches Mittagessen und fahren dann über die Autobahn entlang des "Leeren Viertels" (arabisch: Rub al-Chali) Richtung Grenze in die VAE.
Wir rollten heute morgen auf unseren Motorrädern die perfekt geschwungenen Kurven des Jebel Hafeet wieder in die Ebene hinunter und fuhren dann auf der Autobahn durch die Wüste des Emirats direkt nach Dubai. Moment ... genau genommen nicht ganz so direkt. Kurz vor Dubai hielten wir am Kamelrennplatz des Emirats. Selbst wenn es schon zu spät und zu warm war, um die Kamele sprinten zu sehen, so konnten wir ihnen dennoch beim Training zusehen, was ebenfalls sehr interessant war. Heute Morgen regnete es in Dubai kurz aber heftig. Glücklicherweise kamen wir erst später in Dubai an und waren davon nicht betroffen. So konnten wir unsere Tour durch Oman mit einem Besuch auf einem der Wolkenkratzer Dubais abschließen. Wir bekamen ein köstliches Mittagessen serviert. Und wir genossen auch ein Bad im Infinity-Pool. Die Zeit vergeht wie im Flug, wenn man Spaß an dem hat, was man gern tut. Und das hatten wir in den letzten zwei Wochen auf jeden Fall! Ich bin glücklich über all die tollen Erlebnisse die wir auf unserem Dubai & Oman Abenteuer hatten und freue mich schon jetzt darauf, mit euch auf einem anderen Fleck unseres schönen Planeten Motorrad zu fahren. Vielen Dank für alles! Eure Tourguidess Angela