Reise ans Ende der Welt – Abenteuer Patagonien (APA2601)

Willkommen in Chile und Patagonien! Einige von uns sind bereits seit ein paar Tagen hier und hatten so die Gelegenheit, die Stadt Osorno zu erkunden, anzukommen und ein erstes Gefühl für diesen Teil der Welt zu bekommen. Den Tag haben wir genutzt, um letzte Vorbereitungen zu treffen, die Motorräder zu checken und sicherzustellen, dass alles bereit ist für die Abenteuer, die in den nächsten Wochen gemeinsam auf der Straße vor uns liegen. Am Abend war es dann endlich Zeit, für unser Welcome-Briefing zusammenzukommen. Dabei ging es um einige organisatorische Punkte, vor allem aber um die Tour selbst und das, was uns erwartet. Ein Überblick über die Route, die Highlights und auch über ein paar Abschnitte, die etwas herausfordernder sein könnten – zum Beispiel einige Schotterpässe. Aber nichts, was wir nicht meistern können! Ein gemeinsames Abendessen gibt uns die Gelegenheit, unsere Erwartungen auszutauschen und die Vorfreude auf alles Kommende weiter zu steigern. Wir sind alle sehr gespannt und freuen uns darauf, morgen endlich zu starten!
Heute war unser erster Fahrtag. Er führte uns von Osorno nach Pucón, und es war wirklich eine Aufwärmrunde. Am Morgen ging es aus der Stadt heraus und direkt auf den Highway. Eine gute Möglichkeit, Strecke zu machen, sich an die Bikes zu gewöhnen und dabei schon etwas Landschaft mitzunehmen. Nach dem Highway hatten wir eine kurze Toilettenpause – die dann doch deutlich länger wurde als geplant, da uns die Baustelle viel länger warten ließ als erwartet. Ab dort wurde es kurviger und die Aussichten immer besser, als wir in den Lake District National Park einfuhren. Und dort bekamen wir auch unsere ersten Blicke auf die schneebedeckten Vulkane im Hintergrund. Ein schönes Mittagessen in einem kleinen Ort führte uns direkt in die Welt der chilenischen Portionen ein. Sicher ist: Auf dieser Tour werden wir nicht verhungern. Nach dem Mittagessen gab es noch ein paar Gelegenheiten für Fotos vom See, den Vulkanen und natürlich die obligatorischen Selfies mit Vulkan im Hintergrund. Alles in allem war es ein sehr guter erster Tag – im wörtlichen wie im übertragenen Sinne ein Warm-up. Heute Abend werden einige von uns noch in die Stadt laufen und das wunderschöne Pucón erkunden. Dann geht’s ab ins Bett und bereit machen für morgen, denn dann wartet unsere erste Begegnung mit patagonischem Schotter…
Der Tag in Pucon beginnt mit perfektem Wetter, Nicht zu Warm, nicht zu Kalt und kaum Wolken am Himmel. Das Briefing können wir draußen Erleben. So kann ein Fahrtag in Patagonien beginnen. Die ersten Kilometer am morgen fahren wir auf nahezu perfekt Asphaltierten und herrlich kurvigen Straßen. Der Villarica Nationalpark bietet mit Schneebedeckten Bergen und dichten Wäldern die passende Kulisse. Nach einem Entspannten Kaffeestop am Fluss nehmen wir unseren ersten Grenzübergang der Tour in Angriff. Der wiederrum kostet weniger Zeit als gedacht und so heißt es schon sehr bald Willkommen in Argentinien. Nach einem sehr guten Mittagessen in Junin de los Andes biegen wir auf eine kleine Unbefestigte Nebenstraße ab und haben ein wenig Spaß im Patagonischen Schotter und genießen die Aussicht über den Lago Lolog. Unser Ziel heute ist San Martin de los Andes, Ein kleiner Ort dessen Charme uns eher an die Schweiz als an Südamerika erinnert. Ein rundum gelungener Tag, so kann es weiter gehen.
Heute führte uns die Etappe von San Martín nach Bariloche, über den berühmten Paso Córdoba. Direkt nach dem Verlassen der Stadt hatten wir fantastische Ausblicke. Eine kurvige Straße am Berghang, mit einem wunderschönen See auf der anderen Seite. Absolut postkartenreif. Der Asphalt reichte gerade so für ein kleines Warm-up, bevor er bald von einer Schotterstraße abgelöst wurde. Wir folgten der wunderbar kurvigen Strecke durch den Wald, bis wir an einem See ankamen – und bei einem kleinen Geheimtipp. Direkt am Strand des Sees gibt es eine kleine Bäckerei, in der alles mit Holzfeuer hinter der Bäckerei gemacht wird. Kekse, Gebäck, Kuchen – alles, was man sich nur wünschen kann. Mehr kann man sich von einer Kaffeepause kaum erträumen, besonders an so einem Ort. Nach dem Mittagessen ging es weiter über den Pass. Der Schotter zog sich noch eine Weile hin und führte uns durch das Tal mit atemberaubenden Ausblicken. Ein Fotostopp am höchsten Punkt ließ uns den Pass bestaunen, wie er sich zwischen den Bergen hindurchwindet. Zum Thema Mittagessen: Man sollte meinen, wir hätten in den letzten Tagen gelernt, dass die Portionen hier sehr groß sind … Tja, haben wir nicht – und so landeten bei allen riesige Portionen auf dem Teller, von denen die Hälfte mehr als gereicht hätte. Das gesagt: Das Essen war wirklich hervorragend – ein großartiger Mittagsstopp. Nach dem Mittagessen brachten wir einen Teil der Gruppe zum Hotel und drehten mit nur noch einer Handvoll Bikes eine zusätzliche Schleife. Zum Glück hatten wir viel Verkehr beim Verlassen der Stadt, denn sonst wären wir nicht mit 30 km/h unterwegs gewesen – und dann hätten wir nicht die Gelegenheit gehabt, jedes kleine Detail der Stadt so intensiv zu betrachten. Als der Verkehr schließlich weniger wurde, konnten wir uns durch den Wald schlängeln und machten uns auf den Weg zu unserem Kaffeestopp mit fantastischem Blick auf einen See. Was für ein Abschluss unseres Fahrtages! Zurück ins Hotel, ab ins Bett und bereit für den nächsten Tag!
Nach dem Aufregen Tag gestern lassen wir es heute etwas ruhiger angehen, Zugegebener Masen nicht ganz freiwillig denn südlich von Bariloche wüten seit Wochen schwere Waldbrände, den Alceres Nationalpark können wir daher nicht besuchen. Aber Langweilig wird uns hier in Patagonien trotzdem nicht. Wir setzen unsere Reise richtung Süden fort, Die Straße in richtung El Bolson ist für Argentinische Verhältnisse recht kurvig und die Landschaft ist ein Traum, Gigantische Berge, Endlos scheinende Täler und Tiefblaue Seen. Die berühmte Ruta 40 zeigt sich hier von ihrer besten Seite. Das Highlight unseres Tages ist Zweifelsohne dieses kleine Gebäude mitten im Nirgendwo, in dem sich zu unserer Überraschung ein kleines Museum befindet. Denn niemand geringeres als der berühmte Gesetzlose Butch Cassidy hatte ganz in der nähe ein Versteck. Wir stärken uns hier mit ein paar Empanadas und machen uns im Umland auf, die Spuren des Gesuchten zu Verfolgen😉 Am Nachmittag setzen wir unseren Weg durch die immer Karger werdende Landschaft fort. Unser Ziel heute ist Esquel. Kein fancy Touristenort sondern echte Patagonische Dorfromantik.
Tag 6 brachte uns von Esquel nach La Junta, zurück nach Chile. Der erste Teil der Strecke führte uns aus der Stadt Esquel hinaus und auf eine wunderschöne, kurvige Straße mit perfekten Bedingungen. Das bedeutete Fahrtwind zur Abkühlung und Kurven, die uns sehr, sehr glücklich gemacht haben. Die großartigen Ausblicke unterwegs waren dabei nur ein Bonus. Nach einer Weile wechselte der Belag zu Schotter und wir konnten wieder schöne Staubwolken hinter unseren Bikes aufziehen lassen. Die Straße war in sehr gutem Zustand, alles schön festgefahren, was das Fahren auf dem Schotter angenehm und flüssig gemacht hat. An der Grenze mussten wir einen ähnlichen Ablauf durchlaufen wie beim ersten Grenzübertritt. Der einzige Unterschied war, dass sie einen Blick in unser gesamtes Gepäck werfen wollten – sowohl auf den Motorrädern als auch in die Taschen auf dem Truck. Trotz dieser zusätzlichen Kontrollen lief alles sehr reibungslos und wir waren im Handumdrehen durch. Nach der Grenze machten wir uns auf den Weg nach Futaleufú, wo wir einen Kaffee- und einen schönen Lunch-Stopp einlegten. Dieses Mal in deutlich überschaubareren Portionen als in den letzten Tagen. Nach dem Mittagessen ging es weiter über herrliche, kurvige Asphaltstraßen, bis wir wieder auf Schotter wechselten. Dieser Abschnitt verlief parallel zum Futaleufú-Fluss, sodass wir während der Fahrt immer wieder kleine Blicke auf das unglaublich blaue Wasser zwischen den Bäumen erhaschen konnten. Kurz vor einer Brücke war die Straße frisch gemacht und der Untergrund etwas weicher. Langsam und entspannt gefahren kamen wir alle problemlos durch und hatten anschließend die Gelegenheit, ein paar schnelle Fotos vom Fluss zu machen. Die Fahrt ging weiter über Schotter, vorbei an Bergen, Wäldern und Seen – durchweg Ansichten wie aus dem Bilderbuch. Nach einem weiteren kurzen Kaffeestopp ging es weiter auf die berühmte Carretera Austral, die Straße, die sich durch Chile zieht und die verschiedenen Regionen miteinander verbindet. Dieser nördliche Abschnitt war komplett asphaltiert und sorgte für eine angenehm ruhige, aber dennoch sehr landschaftlich geprägte Fahrt. Der letzte kleine Abstecher des Tages, bevor wir das Hotel erreichten, war eine optionale Schleife. Diese Straße besteht komplett aus Schotter und wird nur von einer Handvoll Farmen genutzt. Dadurch hatten wir sie fast ganz für uns allein. Teilen mussten wir sie eigentlich nur mit ein paar Kühen, die mitten auf der Straße standen und uns anstarrten – ein echtes ländliches Erlebnis. Ein Tag voller Eindrücke, wie man sie sonst nur aus Magazinen kennt, und Straßen, von denen man normalerweise nur träumt. Ich kann mir keinen besseren Ort vorstellen, an dem wir heute lieber unterwegs gewesen wären als genau hier.
Ein weiterer Tag im Abenteuerland bricht an. In Richtung Süden hängen Dunkle Wolken über den Bergen. Wirklich Nass werden wir heute aber trotzdem, zumindest nicht von Aussen😉 Unsere Route führt uns zunächst nach Puyuhuapi und von dort entlang des Gleichnamigen Fjords. Die berühmte Carratera Austral schlängelt sich abwechselnd befestigt und Unbefestigt entlang der Steilen Felswände. Imposante, Schneebedeckte Berge und Dichte Wälder bestimmen die Landschaft. Was für ein Start in den Tag. Unser Highlight des Tages ist zweifelsohne der Paso Queulet. Auf etwa 5Kilometern länge windet sich diese ungeteerte Straße den Berg hinauf. Eine echte Herrausforderung und ein unvergessliches Erlebnis zugleich. Der Weg nach unten ist Asphaltiert und kann in Sachen Fahrspaß durchaus mit bekannten Bergpässen in Europa mithalten. Nach dem Mittagessen geht es dann weiter auf dem Unbefestigten Teil der Carratera Austral. Kaum Verkehr, eine Landschaft wie gemalt und Strahlend Blauer Himmel. Das war unser Nachmittag. Am frühen Nachmittag erreichen wir schießlich Coyhaique und laden unsere Zivilisationsbatterien noch einmal auf. Unter anderem können wir in einem Motorrad Bekleidungsgeschäft noch einmal unsere Ausrüstung überarbeiten. Denn morgen brechen wir auf in die Wildniss. Was für ein Tag
Nachdem wir den gestrigen Nachmittag im Schoß der Zivilisation ausgiebig genossen haben, starten wir heute etwas früher als sonst, der heutige Tag hält sehr viel für uns bereit. Bereits kurz hinter der Stadtgrenze tauchen wir ein in eine Überwältigend schöne Bergwelt ein, Wilde Tiere, Tolle Panoramen und eine herrlich kurvige Straße lassen unser Biker Herz höher Schlagen. Nach etwa 100kilometern endet die befestigte Straße und wir finden uns auf einem der berühmtesten Abschnitte der Caraterra Austral wieder. Die Pist schlängelt sich durch die Täler entlang des Rio Ibanez durch dichte Wälder, bis wir schließlich den mächtigen Chelenko erreichen. Ein gigantischer See mit vielen Namen in einer Beeindruckenden Landschaft. Die Bootsfahrt in die Marmor Höhlen ist sicher das Highlight des Tages. Unser Hotel heute ist ebenfalls etwas ganz besonderes, dies Ruhe und Rauhe Schönheit dieser Landschaft ist einfach Atemberaubend. Heute Nacht werden wir sehr gut schlafen.
Heute führte uns die Etappe von Puerto Bertrand nach Lago Posadas. Wir folgten derselben Straße wie am Vortag, bei schönem Wetter und mit wunderbaren Ausblicken auf den See, an dem wir die Nacht zuvor verbracht hatten. Wir erreichten das Visitor Center am Paso Roballos, wo wir uns etwas umsahen und einen Kaffee tranken. Der erste Teil der Strecke war asphaltiert, doch nach dem Besucherzentrum ging es wieder auf Schotter weiter. Die Landschaft war absolut beeindruckend – extrem spektakulär und voller Eindrücke, die in Erinnerung bleiben. Anschließend schlängelten wir uns weiter in Richtung eines weiteren Grenzübergangs. Dieser ist etwas speziell, da dort nicht alles digital erfasst wird, sondern vieles noch in ein Buch eingetragen wird. Das bedeutete, dass wir einige Tage zuvor ein Online-Formular ausfüllen und genehmigen lassen mussten. Interessanterweise war es nicht möglich, das Formular auszufüllen, wenn man in Österreich oder Slowenien geboren ist. Daher mussten wir das mit der PDI organisieren und diese drei Personen als aus den Niederlanden stammend eintragen lassen, was dann händisch bestätigt wurde. Danach verlief die Abfertigung an der Grenze jedoch recht problemlos, und wir konnten ohne größere Schwierigkeiten passieren. Nach dem Grenzübertritt ging es weiter in Richtung Lago Posadas. Zunächst lief alles sehr entspannt, und wir kamen gut voran. Es gab ein wenig Regen, aber nur etwa 20 Minuten lang – nichts, worüber man sich groß Gedanken machen musste. Das änderte sich etwa 4 km vor unserem Hotel. Plötzlich verwandelte sich die Straße in reinen Lehm, und alle 13 Motorräder blieben stecken. Der Lehm setzte sich an den Vorderrädern fest und blockierte den Bereich zwischen Reifen und Kotflügel, sodass sich die Räder nicht mehr drehen konnten. Wir versuchten, den Schlamm zu entfernen, doch nach wenigen Metern blieben die Motorräder erneut stecken. Einige Teilnehmer machten sich zu Fuß auf den Weg zum Hotel, und Amir organisierte sogar die Polizei sowie einen Einheimischen, um einen Teil der Gruppe abzuholen. Anschließend nutzten wir das Auto mit Anhänger, um die Motorräder jeweils zu zweit zum Hotel zu bringen. Das war definitiv ein Erlebnis, an das wir uns alle noch lange erinnern werden – ein echtes Abenteuer und etwas, das keiner von uns zuvor erlebt hatte. Am Ende schafften wir es alle ins Hotel, bekamen eine gute Nacht Schlaf und konnten am nächsten Morgen sogar ausschlafen, da wir nicht direkt weiterfahren konnten. Wir benötigten etwas Zeit, um alternative Lösungen zu organisieren, was bedeutete, dass wir die lebhafte Stadt Lago Posadas noch etwas länger genießen konnten. Ich bin mir sicher, dass sich die Dame in der lokalen Bäckerei sehr über unseren Besuch gefreut hat – sie hatte den ganzen Tag über gute Gesellschaft.
Da wir die Motorräder aufgrund der schlammigen Straßenverhältnisse nicht aus der Stadt fahren konnten, blieben wir einen zusätzlichen Tag in Lago Posadas. Andy ging los, um den wunderschönen Cerro de los Indios mit seinen Felsmalereien zu erkunden, während sich einige andere die Zeit nahmen, ein Nickerchen zu machen, Karten zu spielen und Freundschaft mit dem Besitzer der lokalen Bäckerei zu schließen. Wir konnten einen Mann mit einem Anhänger finden, sodass wir die Motorräder über den Schotterabschnitt bis zur Straße transportieren konnten. Vier Motorräder luden wir in den Pferdeanhänger und vier auf unser Auto mit Anhänger. Auf diese Weise brachten wir die Motorräder in zwei Fahrten heraus und machten sie startklar. Zuerst mussten wir jedoch den Lehm entfernen, was einiges an Reinigung und das erneute Anbringen der vorderen Kotflügel erforderte. Morgen werden wir mit dem Bus die 70 Kilometer zu den Motorrädern zurücklegen und unsere Fahrt von dort auf einer geänderten Route fortsetzen. Es war ein ganz anderer Tag als geplant, aber es tat gut, einen Ruhetag in dem kleinen Ort zu haben, ein Nickerchen zu machen und neue Energie zu tanken.
Der Tag begann heute ein wenig früher, weil wir rechtzeitig beim Bus sein mussten, der uns über den Schotterabschnitt gebracht hat. Wir konnten ein frühes Frühstück organisieren, haben unseren Kaffee getrunken und uns auf den Weg gemacht. Als wir an der kleinen Tankstelle an der Kreuzung ankamen, wo der Asphalt beginnt, war es windig und ein bisschen kalt, also Zeit, sich warm anzuziehen. Nach einem kurzen Check und etwas Feinjustieren an den Bikes haben wir sie an der Tankstelle vollgetankt. Das war ein Erlebnis für sich – die einzige Tankstelle auf hundert Meilen ist schon ein besonderer Anblick. Die Straße danach war, abgesehen von ein einige Schlaglöchern, in sehr gutem Zustand, was bedeutete, dass wir auf unserem Umweg gut vorankamen. Etwa auf halber Strecke machten wir einen Tankstopp und hatten Mittagessen, und danach ging es weiter zu unserem Hotel für die Nacht. Eine kleine Stadt mit ein paar netten Restaurants. Die meisten von uns landeten im selben Lokal und machten unterschiedliche Erfahrungen, was die Qualität des Essens anging. Aber immerhin sind wir alle satt und haben ein bequemes Bett, sodass wir für morgen bereit sind und unseren Weg weiter nach El Calafate fortsetzen, wo wir wieder zu unserem regulären Zeitplan zurückkehren.ben was gegessen.
Heute sind wir von Luis Piedrabuena gestartet und nach Süden in Richtung Río Gallegos gefahren. Bevor wir mit unserem normalen Tagesablauf begonnen haben, gab es zwei Geburtstage zu feiern. Also haben wir ein kleines Ständchen gesungen und den beiden ein kleines Geschenk von Edelweiss überreicht. Da wir in Patagonien sind, was passt besser als eine Weste von der Marke Patagonia. Dann ging es zurück zu unserem regulären Programm mit einem Briefing und anschließend auf die Straße. Ich bin mir sicher, dass wir im Durchschnitt heute mit Abstand die größten Schräglagen der gesamten Tour hatten. Wir hatten sehr starken Wind, sodass wir, um geradeaus zu fahren, richtig in den Wind lehnen mussten. Auf dem Weg nach Río Gallegos kam der Wind von rechts, und um es auszugleichen, hatten wir ihn nach dem Mittagessen von der anderen Seite, da unsere Route in die entgegengesetzte Richtung führte. Es waren einige Kilometer, und mit dem Wind war es anspruchsvoll, aber alle haben es gut gemeistert und wir sind in El Calafate angekommen. Jetzt sind wir wieder in unserem regulären Zeitplan, sodass wir wie ursprünglich geplant weitermachen. Morgen ist der Ruhetag, an dem wir die Möglichkeit haben, den Perito-Moreno-Gletscher und den umliegenden Nationalpark Los Glaciares zu besuchen.
An unserem Ruhetag in El Calafate hatten wir die Gelegenheit, den Perito-Moreno-Gletscher zu erkunden. Andy und Boris schlossen sich mir für die „Gruppen“-fahrt an, während die anderen auf eigene Faust mit dem Fahrrad oder dem Taxi dorthin fuhren. Daraus entwickelte sich ein kleiner Insiderwitz, dass ich mit meinem Vater und dem selbsternannten Großvater unterwegs war. Es war ein schöner Familienausflug. Das Boot fährt ganz nah an den Gletscher heran, sodass man eine gute Gelegenheit hat, die beeindruckenden Eisskulpturen zu betrachten. Die Eiswände sind über 40 Meter hoch, daher ist es wirklich ein überwältigender Anblick, wenn man so nah herankommt. Zum Abendessen heute würde es mich nicht überraschen, wenn wir wie gestern wieder alle im selben Restaurant landen, denn das Essen dort war wirklich sehr gut. Das beste Steak der Tour, habe ich einige sagen hören – und das will auf einer Argentinien-/Chile-Tour schon etwas heißen.
Nach der Bootsfahrt zum Gletscher gestern war es Zeit, uns auf den Weg zu arguably dem größten Highlight der Tour zu machen: den Torres-del-Paine-Nationalpark. Heute Abend übernachten wir in Puerto Natales und werden morgen eine große Runde durch den Nationalpark drehen. Unsere heutige Fahrt begann damit, dass wir den gleichen Weg zurückgefahren sind, den wir schon vor zwei Tagen genommen hatten. Damals war es so bewölkt und extrem windig, dass einige die Straße heute zuerst gar nicht wiedererkannt haben. Da eines der Motorräder ordentlich mit dem Wind zu kämpfen hatte, gab es eine kleine, ungeplante Änderung bei der Fahrzeugverteilung in der Gruppe – aber dafür sind wir alle gut und sicher im Hotel angekommen. Heute Abend werden wir gemeinsam lecker essen und besprechen, was uns morgen erwartet. Ich bin mir sicher: Das wird ein Tag, den man nicht so schnell vergisst!
Der Nationalpark Torres del Paine stand heute auf unserem Programm, und es war richtig schön, alle auf dem Bike zu sehen – voller Vorfreude darauf, den Park zu entdecken. Schon bevor wir den Park offiziell erreicht haben, gab es mehrere Stopps für Fotos. Und im Park selbst wurde es nur noch besser. Wunderschöne Ausblicke auf Berge und Gletscher, mit Seen direkt davor. Unser Kaffeestopp war auf einer kleinen Insel. Da es heute absolut windstill war, lag das Wasser vollkommen ruhig und sorgte für großartige Spiegelungen der schneebedeckten Gipfel im Hintergrund. Mittagessen gab es im Besucherzentrum Del Paine. Wir standen alle in derselben Schlange, um Essen zu bestellen, während Thomas das Auto auf der anderen Seite parkte. Als er dann dazukam, konnte er keinen Burger mehr bestellen, weil der Koch gerade Mittagspause gemacht hat. Immer praktisch, wenn der Koch Pause macht, genau dann, wenn alle anderen Mittag essen wollen 😅 Zum Glück gab es genug Sandwiches und andere Sachen. Danach ging es an einem weiteren Wasserfall vorbei und zurück Richtung Puerto Natales. Besser hätte man sich den Tag für den Nationalpark nicht aussuchen können – kein Wind und nur ein paar Tropfen Regen auf den letzten Kilometern.
Heute starten wir in das letzte viertel unserer Tour. Und dieser Teil der Tour steht ganz im Zeichen langer Tage und großer persönlicher Errungenschaften. Wir kommen dem Ende der Zivilisierten Welt immer näher. Unsere erste Etape ist knapp 400kilometer lang. Das klingt erstmal viel, auf den Einsamen und fast Schnurgeraden Straßen kommen wir gut voran. Die Fahrt Richtung Magellanstraße ist nicht sonderlich Ereignisreich. Für etwas Auflockerung sorgt ein kleiner Umweg über eine Schotterpassage der uns mit wunderschönen Aussichten belohnt. Auf dem Weg stocken wir unsere Motorrad Flotte wieder auf und fahren entlang einer verlassenen Estanzia inklusive Schiffswrack weiter richtung Süden. Der Wind hält uns den gesamten Tag über auf Trapp. Doch ehe wir uns versehen sind wir auch schon an der berühmten Magellanstraße angekommen. Wir merken schnell das wohl nicht viele Touristen diese Route nehmen. Keine fancy Restaurants oder Überlaufenen Aussichtspunkte, stattdessen nur wir, unsere Bikes und ganz viel Pampa. Nach einem sehr sehr rustikalen Mittagessen nehmen wir die Fähre über die Magelanstraße. Und erreichen so einen der Meilenstein unserer Tour, Feuerland. Ein Ort dessen Name vielen Menschen bekannt ist, aber kaum jemand weis sich darunter etwas vorzustellen. Wir sind hier, Wir haben es geschafft. Das Ende der Welt ist zum greifen Nah.
Der Moment, auf den wir die ganze Reise hingearbeitet haben: die Ankunft in Ushuaia, am Ende der Welt! Wir starteten in Cerro Sombrero mit der Wahl zwischen einer Schotter- oder Asphaltstrecke für die ersten 100 Kilometer. Das Wetter war großartig, die Straße in einem hervorragenden Zustand und wunderschöne Landschaften umgaben uns. Nachdem wir uns beim Kaffeestopp wieder mit beiden Gruppen getroffen hatten, war es Zeit, uns auf den nächsten Grenzübertritt vorzubereiten. Dieser verlief super schnell und reibungslos. Dann ging es weiter zu einem einfachen Mittagessen, aber es war gut, sich noch etwas für unseren nächsten Kaffeestopp aufzusparen. Dabei handelt es sich um eine berühmte Bäckerei in Tolhuin, gegründet von einem Bäcker aus Málaga. Schon beim Reingehen bekommt man einen Zuckerschock und möchte einfach alles probieren, was sie haben. Die Pampas wichen rund um Ushuaia den Bergen, was bedeutete, dass uns einige wunderbare Kurven und noch beeindruckendere Ausblicke auf Täler und den Ozean erwarteten, bevor wir unser Ziel erreichten: Ushuaia. Natürlich mussten wir einen obligatorischen Fotostopp am Willkommensschild machen, wenn man in die Stadt kommt. Um es noch mehr zu feiern, dass wir es geschafft haben, bereitete Thomas für uns ein Boot-Bier vor, sodass bei unserer Ankunft im Hotel Getränke und Snacks auf uns warteten. Jetzt ist es Zeit für das Abendessen und ein wenig Erkundung der Stadt, und für einige von uns auch, sich auf die Bootstouren morgen entlang des Beagle-Kanals vorzubereiten, um die Pinguine zu sehen.
Unser Ruhetag in Ushuaia bedeutete, dass wir endlich ein bisschen Zeit hatten, etwas zu unternehmen. Also haben wir eine Bootstour durch den Beagle-Kanal gemacht. Nach so vielen Kilometern auf der Straße war es richtig angenehm, einfach mal nur dazusitzen und übers Wasser zu fahren. Wir haben jede Menge Kormorane gesehen, den berühmten Leuchtturm mitten im Nirgendwo, viele Seelöwen, die entspannt auf den Felsen lagen, und als absolutes Highlight – einen ganzen Strand voller Pinguine. So viele auf einmal zu sehen, war schon etwas Besonderes. Das Boot blieb an den verschiedenen Spots immer wieder länger stehen, sodass wir wirklich die Chance hatten, die Tiere aus nächster Nähe zu beobachten und ihnen einfach zuzuschauen. Während der Fahrt zwischen den Stopps konnten wir die beeindruckende Landschaft auf beiden Seiten des Kanals genießen, mit Bergen im Hintergrund und Vögeln, die rund um das Boot flogen. Ein perfekter Ruhetag, am Ende der Welt.
Mit Ushuaia haben wir sicherlich den größten Meilenstein unserer Tour erreicht. Aber noch ist unsere Entdeckungsreise nicht beendet. Das nächste Highlight wartet bereits auf uns. Zunächst verlassen wir Ushuaia richtung Westen. Die südlichste Stadt der Welt haben wir erreicht, aber die Straße ist noch nicht zu ende. Um deren Ende zu erreichen, müssen wir in den Tierra del Fuego Nationalpark fahren. Dort könnten wir die Romantische Schmalspurbahn nehmen um den Park erkunden. Jedoch sind die schmalen Schotterwege durch die Wälder mit dem Motorrad viel spannender. Auch wenn das Wetter heute nicht unser Freund zu sein scheint Und so erreichen wir etwas Nass und Schmutzig Fin del Mundo Das Ende der Welt. Hier geht es nun wirklich nicht mehr weiter. Die Koffer voller Eindrücke und Erinnerungen treten wir nun also den Rückweg Richtung Festland an. Noch einmal genießen wir die Fahrt über den Paso Garibaldi. Uber Nacht hat es geschneit und die Bergelandschaft um uns herum bietet ein Traumhaftes Szenario. Wir erinnern uns an die heißen Tage im Norden zu beginn der Tour. Während wir bei fünf grad Celsius Kurs auf die Pampas nehmen. Unser Ziel heute ist Rio Grande wo wir bei strahlendem Sonnenschein in einem fünf Sterne Hotel noch einmal alle Kräfte für unseren letzten großen Tag sammeln.
Auch wenn es eine lange Reise war, ist die Zeit trotzdem wie im Flug vergangen – und heute war tatsächlich schon unser letzter Fahrtag. Am Morgen sind wir von Río Grande Richtung Punta Arenas gestartet. Einen Großteil der Strecke kannten wir bereits, aber mit dem Sonnenschein heute hat sich die weite Pampa noch einmal von ihrer schönsten Seite gezeigt und uns würdige letzte Eindrücke beschert. Der Grenzübertritt und auch die Fährüberfahrt verliefen reibungslos, sodass wir zügig am Bike-Drop-off angekommen sind und anschließend entspannt ins Hotel weiterfahren konnten. Heute Abend haben wir unser gemeinsames Abschiedsessen, bei dem wir noch einmal die Highlights der Tour Revue passieren lassen. Und danach stoßen wir vielleicht noch an der Bar gemeinsam an und lassen die Reise in aller Ruhe ausklingen.