ADO2601 Abenteuer Dubai & Oman

Von Sharja geht es zunächst nördlich Richtung Musandam, dem Teil des Omans, der am äußersten östlichen Ende an den Emiraten hängt. Eigentlich wollen wir die kurvenreiche Passstraße auf den Jebel Jais, dem höchsten Berg der Emirate, hinauf fahren. Allerdings haben die Regenfälle des Winters der Straße einige Schäden zugefügt, so dass wir nur einen kleinen Teil der Straße befahren dürfen. Nach ca. 10 km ist Schluss und wir werden freundlich aber bestimmt gebeten, wieder umzukehren. Dennoch war es ein schönes Erlebnis. Da auch unser Restaurant auf dem Gipfel für uns natürlich nicht erreichbar war, haben wir unser Mittagessen kurzerhand in ein Freiluftrestaurant verlegt. Sehr ungewöhnlich für unser Verständnis, gehen ein Emirati und seine Familie eigentlich selten in ein Restaurant zum Essen. Vielmehr wird für alle bestellt, dann rollt das Auto vor das Restaurant, einmal kurz gehupt, und schon hüpft ein Bediensteter mit einer Tüte aus dem Restaurant und bringt sie dem Autofahrer. Dieser fährt anschließend wieder und alles ist wieder ruhig. Solange, bis wir "Cowboys und Cowgirls" mit unseren Motorrädern heran donnern. Ein bisschen sieht es fast so aus wie in einem Westernfilm ... nur dass keine Pferde mehr vor dem Saloon stehen ... :) Gegen Abend allerdings werden hier die jungen Araber auf der Bildfläche erscheinen. Deswegen gibt es rund um das Restaurant auch so vele Sofas. Hier wird dann gemütlich beisammen gesessen, gegessen und getrunken (selbstverständlich kein Alkohol!) und geratscht. Überraschenderweise sind die Sofas ganz bequem, wie wir feststellen konnten :) Nachmittags kommen wir in unserem luxuriösen Hotel in Al Aqah im Emirat Fujairah an.
Einen wunderschönen guten Morgen ihr lieben Leut da draußen! Gut ausgeruht, mit ein bisschen weniger Jetlag im Körper schlüpften wir heute Morgen wieder in unsere Motorradklamotten und stehen jetzt gut gefrühstückt bereit zur Abfahrt in unseren zweiten Fahrtag. Vormittags verlief unsere Route durch das nördliche Hajar Gebirge. Zunächst auf gut ausgebauten Straßen und später auch für ein erstes, kurzes Stück auf ungeteerten Wegen. Das hat allen ziemlich viel Spaß gebracht! Unser Mittagessen in Hatta, der kleinen Stadt des Wassers im Emirat Dubai, mundete vorzüglich und gab uns die Energie, um zuerst zum Hatta Damm hinaufzufahren und danach die Grenze in den Oman zu überqueren.
Mike hat heute Morgen schon ein Hochzeitsauto vor unserem Hotel entdeckt. Schade, dass wir nicht bleiben konnten, um die Party aufzumischen. Wir mussten ja „leider“ schon wieder mit unseren Motorrädern weiterfahren :) Hier in Oman ist es nicht ganz so wie in den Alpen, wo man gefühlt an jeder Ecke ein Café oder Restaurant findet, das zur Route passt. Stattdessen gibt es hier in der Tat einen sogenannten Saftladen. Wir nutzen also die frühe Gelegenheit, um am einzig sinnvollen Saftladen auf unserer Route Halt zu machen, bevor sich gleich auf den kommenden 150 Kilometern kein einziges Café mehr finden lässt. An diesen frisch gepressten, superleckeren Fruchtsäften einfach so vorbeizugehen ist ein Ding der Unmöglichkeit. Mango-Passionsfrucht, Granatapfel, was auch immer ... Ibrahim hat für uns alle vororganisiert. Wir haben einen langen Fahrtag vor uns und wollen keine Zeit damit verschwenden, auf die 12 Getränke zu warten. Sobald wir das Flachland um Sohar verlassen haben, biegen wir ins Landesinnere in Richtung Hajar-Gebirge ab. Die fantastisch gewundene Straße führt uns durch die Ausläufer der Berge bis zur Stadt Al Rustaq. Nach dem Mittagessen legen wir noch einen Fotostopp im Wadi Bani Awf ein, bevor uns die Autobahn nach Muscat und in unser Hotel bringt. Wow! Das war heute ein Fahrtag ganz nach unserem Geschmack!
Oh je… dieser wunderschöne Ausblick aus dem Zimmerfenster und das herrliche Rauschen der Wellen lassen einen fast die Zeit vergessen! Bei einem Spaziergang durch die Anlage unseres Hotels fand Peter heraus, dass heute in diesem Hotel eine indische Hochzeitsfeier stattfinden wird. Anscheinend sind wir hier im Oman gerade mitten in der Hochzeitssaison. Wir haben heute aber bereits andere Pläne für unseren Ruhetag in Muscat. Also nichts wie los! Wir fließen sozusagen mit dem Verkehr Muscats in den Nordwesten der Stadt, um dort die Sultan-Qaboos-Moschee zu besuchen. Ein beeindruckendes Gebäude! Es bietet Platz für 20.000 Gläubige und ist mit einem 21 Tonnen schweren Teppich ausgelegt. Die Decke ist mit Swarovski-Kronleuchtern geschmückt, von denen der größte 8 Tonnen wiegt! Der Mutrah Souk in der Altstadt von Muscat ist nach wie vor ein sehr traditioneller Marktplatz, auf dem Touristen und Einheimische gleichermaßen Souvenirs, bzw. alltägliche Haushaltsgegenstände kaufen können. Eine letzte Sehenswürdigkeit, bevor wir zu unserem Hotel am Muscat Bay Beach zurückkehren, ist der Al Alam Palast. Der Nachmittag verläuft - wie soll es in einem solchen Hotel auch anders sein - entspannt und bereitet uns auf die morgige Fahrt weiter in den Süden vor.
Gut ausgeruht verlassen wir unser schönes Hotel am Strand von Maskat mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Es war wirklich fantastisch hier zu sein, aber natürlich gibt es auch noch einige Dinge zu sehen und zu erleben auf unserer Route zu den Riesenschildkröten. Zunächst wollen wir die tolle ungeteerte Strecke durchs Hinterland erkunden. Etwa zur Mittagszeit treffen wir an der Bimma Sinkhöhle ein. Das Meer hat hier ganze Arbeit geleistet und uns somit ein kühles Bad ermöglicht. Am Wadi Shab vorbei, fahren wir direkt weiter nach Sur, um dort die Werkstatt der Dhow Boote zu besichtigen. Ein sehr beeindruckendes Highlight. Am Abend gehört unsere Faszination ganz der seltenen grünen Riesenschildkröte, die an diesem Teil des omanischen Strandes heimisch ist.
Ein aufregender Tag liegt vor uns. Die längste Strecke ungeteerter Wege auf dieser Tour führt durch die Berge und wir freuen uns riesig darauf, sie kennen zu lernen. Eine extrem schöne Bergwelt empfängt uns hoch auf 2000 Metern über dem Meeresspiegel. Da es unterwegs kein Restaurant für unsere Mittagspause gibt, haben wir uns zuvor leckere Sandwiches besorgt, die wir uns mitten auf der Strecke ungestört schmecken lassen. Ende Januar kann man ganz oben in den Bergen manchmal auf Nebel und leichten Regen stoßen, der aber sogar ganz gut ist, da dann die Fahrt nicht so staubig ist. Begrüßt von zwei sehr zutraulichen Kamelen kamen wir am Nachmittag hochzufrieden und voller schöner Erlebnisse in unserem Wüstencamp an.
Ein erheiternder Besuch am Morgen auf dem Frauenmarkt von Ibra war ein gegensätzliches Erlebnis zu unserer Wüstenübernachtung. Obwohl es im Ort ziemlich geschäftig zugeht, konnten wir einen guten Parkplatz ergattern. So ein omanischer Frauenmarkt ist erfrischend anders im Vergleich zu den Märkten, die wir von zu Hause kennen. Zwar geht es natürlich auch ums Verkaufen, aber dennoch spielt bei den omanischen Frauen die soziale Komponente eine große Rolle! Manche sitzen auf dem Boden und ratschen miteinander, andere treffen sich an einem Kosmetikstand und decken sich mit Makeup ein. Einige Frauen verkaufen Stickereien oder bunte, glitzernde Stoffe. Donna und ich haben uns am Kosmetikstand beräuchern lassen. Das soll verschiedenerlei Wirkung haben. Auf jeden Fall dufteten wir hinterher gut ;) Keine Sorge, die Männer müssen aber nicht mehr draußen bleiben. Unsere Herren waren nur schneller fertig mit Schauen ;) Auf der nachfolgenden Fahrt durchs omanische Land zeigt sich uns so manche tolle Villa. Omanis haben ein Talent, diese schönen Häuser gekonnt in der Landschaft zu platzieren. Unser Mittagessen forderte dann uns neue Talente ab - essen mit den Händen ist wohl schon eine Weile her, hm? Das letzte Highlight unseres Fahrtages, bevor wir zu unserem Hotel auf dem Jebel Akhdar hinauf fuhren, war der Ort Birkat al Mouz. Die kleine Stadt hat einen Altstadtkern bestehend aus vielen zerfallenen Lehmhäusern. Diese sind aber noch so gut erhalten, dass man sie sehr gut besichtigen kann.
Vom großen grünen Berg, auf dem sich unser tolles Hotel befindet, windet sich ein perfekt geformtes Teerband von ca. 2000 Höhenmetern hinunter auf etwa 500 Höhenmeter. Manou sagte heute "derjenige, der diese Straße gebaut hat, muss ein Motorradfahrer gewesen sein!" Sein verzückter Blick zeigte seine Freude über die berauschende Fahrt :) Da wir auf dem Jebel Akhdar unseren Rasttag verbringen, kommen wir quasi 4 Mal in den Genuss, die ca. 30 Kilometer lange Passstraße zu fahren! Über eine ungeteerte Kurvenpiste erreichten wir einen weitern Pass, der auf den Jebel Al Sherquie führt. Die Aussicht von dort oben ist immer wieder aufs Neue umwerfend schön. Ein Sundowner auf der Hotelterrasse mit anschließendem Abendessen rundet diesen Rasttag ab.
Ein besonderes Erlebnis heute Morgen ist der Ziegenmarkt in Nizwa. Selbst wenn wir nicht zur eigentlichen Handelszeit vor Ort sind, so gibt es immer noch einige Aktivität dort zu sehen. Und der Platz selbst ist ebenso interessant zu sehen. Im Gebäute nebenan befindet sich der Handelsplatz für Halwa, eine typisch omanische Süßigkeit. Anschließend bekommen wir eine äußerst interessante Führung durch eines der ursprünglichen Lehmhäuser und genießen unser Mittagessen in einem der ältesten und best erhaltensten Dörfer des Omans. Die Fahrt hinauf zum Jebel Shams eröffnet uns einen bombastischen Ausblick auf die größte Felsenschlucht des Mittleren Ostens.
Heute werden wir am späteren Nachmittag vom Oman wieder zurück in die Emirate einreisen. Aber zuvor genießen wir noch ein letztes Mal die Fahrt auf ungeteerten Wegen durch die Berge des Omans. Wir kommen dabei an einem Ort vorbei der eine der ältesten Serien Bienenkorbgräber aufweist. Kaum zu glauben, aber in der Tat sind diese sehr gut erhaltenen Konstrukte 5000 Jahre alt. Mit Blick auf die Stadt Al Ain (VAE) beenden wir diesen vorletzten Fahrtag.
Ein Tag unserer Motorradtour durch den Oman bleibt uns noch. Von Al Ain fahren wir am Morgen die 60 Kurven der Mount Hafeet Staße wieder hinunter. Sobald wir die Stadt Al Ain durchfahren haben, gehts auf der Autobahn direkt nach Dubai, denn viel Auswahl an kurvigem Asphalt bietet die Wüste der UAE leider nicht. Aber wir legen auf dem Weg noch einen Stopp an Dubais Kamelrennbahn ein. Ein letzter Genuss ist das Mittagessen und das Schwimmen im Infinity Pool mit Aussicht.