Atlantic Mountains Extreme - 4CI2603

Da fast alle ein paar Tage früher angereist sind, blieb genügend Zeit, Teneriffa schon vor dem offiziellen Tourstart zu erkunden. Für einige bedeutete das: rauf aufs Bike und direkt die legendären Straßen unter die Räder nehmen — hinauf in die Vulkanlandschaft, durch kleine Schluchten mit engen Straßen und unzähligen Kehren. Einfach schon mal eintauchen in das, was diese Insel fahrerisch zu bieten hat. Andere gingen es etwas entspannter an: ein paar Stunden mehr am Hotelpool, ein Spaziergang am wunderschönen Strand entlang, vielleicht ein Abstecher ins kleine Städtchen nebenan. Auch kein schlechter Start. Am Abend trifft man sich dann auf einen Drink an der Bar. Genau der richtige Moment, um die ersten Geschichten auszutauschen — über Lieblingsstrecken, besondere Ausblicke und die kleinen Abenteuer des Tages. Natürlich stand auch unser offizielles Briefing auf dem Programm. Wir haben besprochen, was uns in den nächsten Tagen erwartet, worauf wir achten sollten — und die Vorfreude noch ein Stück weiter gesteigert. Nach dem Briefing folgt einer der schönsten Momente: die Motorradübergabe für alle, die ihr Bike noch nicht hatten. In dem Augenblick, in dem man den Schlüssel in der Hand hält, beginnt die Reise so richtig. Morgen heißt es früh aufstehen. Wir nehmen die Fähre nach La Gomera, um möglichst viel Zeit auf dieser kleinen Insel zu haben — einem Ort, der sich anfühlt, als wäre er speziell dafür gemacht worden, ihn auf zwei Rädern zu entdecken.
Unser erster Fahrtag führte uns rüber auf die Insel La Gomera. Eine sehr kurze Fahrt zur Fähre, ein bisschen Zeit zum Abhängen an Bord – und dann wieder rauf auf die Bikes. Wir haben so gut wie alle guten Straßen der Insel mitgenommen – und man, waren die gut. Die einzigen geraden Stücke waren die zwei Tunnel, durch die wir gefahren sind – alles andere ist kurvig und verwinkelt. Von kleinen, super engen Kurven bis hin zu langen, flüssigen Bögen. Sogar ein paar enge Bergauf-Haarnadeln waren dabei – also wirklich von allem etwas. Beim Mittagessen gab’s Tajine und Tintenfisch – frischer bekommt man Meeresfrüchte wahrscheinlich nirgendwo als in so einem kleinen Hafenort hier. Danach, in der Sonne gebadet, ging’s wieder zurück auf die Straße. Im mittleren und oberen Teil der Insel war es etwas kühler – manche würden sagen kalt – aber schon bald ging es wieder bergab Richtung Hotel. Der letzte Abschnitt zieht sich in weiten Schwüngen den Berghang hinunter, mit atemberaubendem Blick auf den Ozean, der im Sonnenlicht fast blendet. Zur Feier eines erfolgreichen ersten Fahrtags haben wir uns ein kleines „Boot-Beer“-Special organisiert und es auf der Dachterrasse unseres Hotels genossen. Kaum waren wir oben, fing es an zu regnen – perfektes Timing also. Walker kam mit guten Neuigkeiten zurück. Ich frage mich, was passiert ist – hat er beim Cola-Holen irgendwas verloren? Das muss ich ihn später mal fragen… Alles in allem ein genialer erster Tag – und da kommt noch einiges!
*Bilder folgen wenn das Netzwerk es zulässt Es war eine Zeit, es war ein Tag. Unser Morgen begann mit einer kleinen Runde auf La Gomera. Zurück hinauf in die Berge waren die Straßen noch leicht nass, aber das Wetter meinte es gut mit uns. Der Grip hat gepasst, die Stimmung auch – und die Ausblicke erinnern einen jedes Mal wieder daran, warum wir hier so gerne unterwegs sind. Auch die Fährüberfahrt hatte ihre eigenen „Schräglagen“. Fast wie auf der Straße – nur eben auf dem Atlantik. Es hat ordentlich geschaukelt, genug, um ein paar der schlafenden Passagiere aufzuwecken, aber nichts Dramatisches. Nur eine kleine Erinnerung daran, dass das Meer immer mitredet. Zurück auf Tenerife ging es dann hinauf Richtung Teide. Die Sonne schien, der Asphalt war traumhaft und die Kurven haben einfach nur Spaß gemacht. Oben am Vulkan angekommen, wurden wir mit einem atemberaubenden Ausblick belohnt. Wir haben noch gescherzt, dass es deutlich wärmer sei als gedacht. Tja… vielleicht haben wir es damit verschrien. Auf dem Weg nach unten fiel die Temperatur auf 1 °C. Erst Schnee, dann Hagel – und kurz darauf kräftiger Regen. Die Abfahrt hatte definitiv einen ganz anderen Charakter als die Auffahrt. Gleicher Berg, komplett andere Bedingungen. Vom Vulkan aus ging es weiter Richtung Masca im Teno Mountains. Diese Strecke ist jedes Mal ein Erlebnis. Extrem schmal, unzählige Bergauf- und Bergab-Haarnadeln – und Verkehr in beide Richtungen, inklusive großer Reisebusse. Konzentration ist gefragt. Definitiv eine Erfahrung, die man nicht vergisst. Kurzer Stopp mit Kaffee, Snickers und Baguette – natürlich mit spektakulärer Aussicht. Danach führten verschiedene Routen zurück zum Hotel. Von noch steileren Bergauf-Haarnadeln, bei denen manche Autofahrer das Thema Abstand eher locker sahen, bis hin zu einer direkteren und entspannteren Variante. Und als wir dachten, der Tag wäre vorbei, kam raus, dass Walked seine ganz eigene Route geplant hatte. Die normalen Straßen waren wohl nicht spannend genug – also gab’s noch einen kleinen Offroad-Abstecher obendrauf. Ob das exakt so geplant war? Wer weiß. Aber wenn man es durchzieht, zählt es 💪
Gestern Abend hatten wir im Hotel richtig Spaß. Wir haben den lokalen Wein ausgiebig getestet – und offiziell für gut befunden –, herumgealbert und ein paar Würfelspiele gespielt. Auch wenn Janell ganz eindeutig geschummelt hat … Heute Morgen waren wir dann bereit für einen herrlich sonnigen Tag. Tja – das Wetter leider nicht. Schon beim Briefing hat es in Strömen geregnet, und eigentlich hat es erst aufgehört, als wir an der Fähre ankamen. Ein paar von uns haben das Mittagessen ausgelassen, die anderen haben ein wunderbares Tapas-Lunch mit traumhafter Aussicht genossen. Auf dem Boot wurden wir vorgewarnt, dass es ziemlich rau werden würde. Also haben wir uns natürlich ganz nach vorne gesetzt – bereit für die Achterbahnfahrt. Ein paar Wellen waren auch wirklich spannend, aber ganz so spektakulär wie erwartet war es dann doch nicht. Die Fahrt danach auf Gran Canaria war interessant. Anfangs ging es noch über eine größtenteils trockene Straße durch eine wunderschöne Schlucht. Je höher wir in Richtung Hotel kamen, desto dichter wurde der Nebel. Kurz vor dem Hotel konnten wir kaum noch etwas sehen – und als wäre das nicht genug, fing es auch wieder kräftig an zu regnen. Kurz gesagt: Wir waren ziemlich froh, endlich anzukommen, eine warme Dusche zu genießen und ein bisschen zu entspannen. Die Wettervorhersage für morgen sieht deutlich besser aus. Hoffentlich können wir dann die Landschaft richtig genießen – und endlich ein Stück bei Sonnenschein fahren.
Unser Ruhetag begann am Morgen noch etwas nebelig, deshalb entschieden wir uns, den Start um eine Stunde nach hinten zu verschieben und ganz entspannt in den Tag zu starten. Beim Verlassen des Hotels war es noch leicht diesig – aber kein Vergleich zu gestern. Sobald wir an Höhe verloren und Richtung Küste kamen, klarte das Wetter auf und wir wurden mit herrlich wechselhaft sonnigen Bedingungen belohnt. Wahrscheinlich die beste Etappe der gesamten Tour. Unglaublich kurvige Straßen, atemberaubende Ausblicke hinter jeder Biegung, griffiger Asphalt, größtenteils trocken – und keine einzige Gerade weit und breit. Absolutes Bikerparadies.
Schon unser letzter Fahrtag. Er begann im Nebel, aber schon bald waren wir darüber hinaus und mit ein paar kleinen Sonnenstrahlen fuhren wir entlang eines wunderschönen Sees auf herrlich kurvigen Straßen zurück zur Fähre. Die Fähre heute war die raueste, die wir hatten, und sie hat mich ganz schön durchgeschüttelt. Das hat uns aber natürlich nicht davon abgehalten, vorne zu sitzen, damit wir das Spektakel genießen konnten. Von dort aus haben wir uns aufgeteilt. Einige sind noch einmal in die Berge gefahren, um ein Stück Strecke nachzuholen, das wir zuvor verpasst hatten, während ein paar von uns noch einmal über die TO-28 zurückgefahren sind. Die ganze Zeit über waren wir in der Sonne – etwas, das wir auf dieser Reise nicht allzu oft hatten, und deshalb umso mehr zu schätzen wussten. Endlos schlängelt sich diese fantastische Straße bergab. Einfach dahinrollen, die Aussicht und die Fahrt genießen. Eine kurze Kaffeepause in einem coolen Café, das wie eine Höhle in den Fels gebaut ist, und dann war es auch schon Zeit, die Motorräder zurück zum Hotel zu bringen. Jetzt haben wir noch ein wenig Zeit, uns schick zu machen für unser Abschlussdinner, bei dem wir noch einmal die Highlights der Reise Revue passieren lassen. Die Gläser heben auf eine erfolgreiche Tour, ein großartiges Erlebnis und vor allem auf viele schöne gemeinsame Momente. Danke, dass ihr unsere Abenteuer verfolgt habt. Ich bin mir sicher, viele weitere Geschichten werden noch folgen. Und da ungefähr die Hälfte der Gruppe mit Kameras unterwegs war, wird es definitiv auch einiges an coolem Material zu sehen geben.