SPTCN26017- Adriatic highlands ride extreme

Perfekte Bedingungen zum Auftakt: trockene Straßen, blauer Himmel und angenehme 15–20 °C beim Start in Ljubljana. Der erste Stopp ist bereits beeindruckend – Kaffee an einem ruhigen See, mit den Kamnik-Savinja-Alpen im Hintergrund. Von dort geht es direkt hinein in die Berge, die Straße zieht uns hinauf zum Seebergsattel. Ein kurzer Abstecher nach Österreich und ein paar Kurven später sind wir schon wieder über den Paulitschsattel zurück in Slowenien. Der Rhythmus passt und die Strecke fühlt sich wie gemacht für den ersten Tag an. Im Savinja-Tal öffnet sich die Landschaft – sanfte Hügel, weite Ausblicke und kristallklare, tiefblaue Flüsse. Hier wird das Tempo automatisch ruhiger, nicht aus Zwang, sondern um die Umgebung wirklich aufzunehmen. Am Nachmittag führen uns kleine, ruhige Straßen weiter Richtung Süden. Otočec erreichen wir genau im richtigen Moment, entspannt und zufrieden nach einem runden Fahrtag. Vor dem gemeinsamen Abendessen bleibt noch Zeit für eine Weinverkostung im stilvollen Ambiente der Wasserburg.
Von Otočec geht es früh los, und schon nach kurzer Zeit erreichen wir die kroatische Grenze – Land Nummer drei auf der Tour. Direkt dahinter führt die Strecke in den Žumberak Nationalpark. Dichte Wälder wechseln sich mit weiten Ausblicken über endlose Hügellandschaften ab – enge Straßen, kaum Verkehr – stellenweise wirkt die Landschaft fast unberührt. „This park is amazing!“, trifft es Vico ganz gut. Der Regen begleitet uns den ganzen Tag, passt hier aber gut ins Bild. Die Stimmung ist ruhig, fast etwas mystisch, auch wenn die schmalen Straßen bei Nässe volle Konzentration verlangen. Am Ende des Parks machen wir Pause. Die Locals empfangen uns trotz Sprachbarriere sehr freundlich, mit einer Offenheit, die sofort auffällt – genau der richtige Moment zum Aufwärmen bei einem Kaffee. Danach öffnet sich die Landschaft. Wir fahren durchs kroatische Hinterland, die Straßen werden breiter und wir gönnen uns auf den langgezogenen Kurven etwas mehr Speed. Zur Mittagspause gibt es Janjetina na ražnju (Lamm am Spieß, gegrillt), gegrillte Cevapcici, Salat und Kartoffeln. Einfach, ehrlich und genau richtig nach ein paar Stunden auf dem Motorrad. Alan würde am liebsten gleich zum Abendessen bleiben. Am Nachmittag geht es weiter durch eine ruhige, ländliche Region mit viel Wald und kleinen Orten. Manche Häuser wirken sichtbar in die Jahre gekommen – ein Eindruck, der gut zur Geschichte der Gegend passt. Beim letzten Tankstopp entscheiden wir uns, direkt zum Hotel zu fahren und den Fahrtag früh zu beenden, um einen entspannten Abend zu haben. Das Ziel liegt in der Nähe des Plitvice Lakes National Park (mehr dazu morgen). Abends genießen wir gegrillte Forelle, Hähnchen, Trüffel-Pasta, köstlichen Apfelstrudel und guten lokalen Wein. Gutes Essen, ruhiger Ausklang – fantastischer Tag.
Ziemlich viele Eindrücken für einen Rast-Tag: Am Vormittag geht's zum Plitvice Lakes National Park – für manche ein Haken auf der Bucket List. Und das völlig zurecht. Die Kombination aus türkisfarbenen Seen und riesigen Wasserfällen ist wirklich beeindruckend. Zur Mittagszeit geht es zurück ins Hotel. Ein bisschen ausruhen, runterkommen, die Beine hochlegen – genau das Richtige nach dem Spaziergang durch den Park. Am Nachmittag steht noch eine kurze Motorradrunde an. Plan ist ein Abstecher Richtung bosnische Grenze, aber vor Ort zeigt sich: Die Grenzbeamten lassen sich heute Zeit. Also kurzerhand Planänderung. Wir bleiben auf kroatischer Seite und nutzen die Gelegenheit für ein paar schnellere Abschnitte. Zum Abschluss fahren wir zur Željava Air Base. Ein beeindruckender Lost Place mit riesigen unterirdischen Anlagen und einer endlos wirkenden Landebahn. Und wie oft hat man schon die Gelegenheit, so eine Runway für sich zu haben? “Boys will be boys.”
Wir verlassen den Plitvice Lakes National Park und fahren über schnelle Landstraßen zunächst ein paar Höhenmeter nach oben. Es ist noch kühl am Morgen, aber die Straßen bieten guten Grip. Ein kurzer Kaffee-Stopp in einem bei Locals beliebten Café, dann geht es weiter ins Velebit-Gebirge. Von oben eröffnet sich ein beeindruckender Blick über die Adria, die kroatischen Inseln und die Jadranska Magistrala. Genau dort geht es als Nächstes hin. Bei erfreulich wenig Verkehr reiht sich Kurve an Kurve, und hinter jeder wartet ein neuer Blick auf die Küste. Das Mittagessen gibt es – passend – direkt am Meer. Danach machen wir noch einen kurzen Abstecher ins Hinterland, durch kleine kroatische Dörfer mit engen Gassen. Noch ein Kaffee, dann nehmen wir die Autobahn durch Rijeka, um rechtzeitig in Motovun anzukommen – einer schönen Hügelstadt mit besonderem Flair.
Von Motovun geht es Richtung Küste zur Fähre nach Cres. Nach der Überfahrt folgen wir der Panoramastraße bis in die Stadt Cres, wo wir an der Hafenpromenade einen Kaffee trinken und uns etwas Zeit nehmen. Von dort geht es weiter nach Merag und mit der Fähre rüber nach Krk. In der Stadt Krk treffen wir auf eine Oldtimer-Show mit vielen schönen Klassikern – ein perfekter Zufall. Das Mittagessen gibt es direkt am Wasser. Zurück auf dem Festland über die Krk Bridge teilen wir die Gruppe für den zweiten Teil: Wer schneller zurück zum Hotel will, wählt die bekannte Autobahnstrecke, der Rest genießt ein paar extra Kilometer mit extra wenig Geraden. Am Abend gibt es vielseitiges, leckeres Essen. Dazu lockerer Austausch mit der Bedienung und neue Kontakte mit anderen Reisenden. Super Wetter, geniale Straßen, tolle Aussichten, leckeres Essen, nette Kontakte – was will man mehr von einem Motorradtrip?
Wir verlassen das wunderschöne Motovun und passieren kurze Zeit später die Grenze nach Slowenien. Sofort fühlt es sich wieder an wie am ersten Fahrtag: enge Landstraßen, weite Blicke und bewaldete Hügellandschaften begleiten uns durch den Tag. Zur Mittagszeit machen wir Halt an der Burg Predjama. In eine 120 Meter hohe Felswand gebaut, bot sie einst dem Ritter Erasmus Schutz. Wir nutzen den Stopp gleich für ein Mittagessen – mit der Burg als beeindruckender Kulisse. Am Nachmittag nehmen wir die letzten Kilometer durch Slowenien auf und sind immer noch überrascht von diesem Land. Nicht umsonst bezeichnen einige Biker Slowenien als eines der Highlights der Tour. Beim letzten gemeinsamen Dinner feiern wir eine erfolgreiche Reise, Davids fünfte Edelweiss-Jubiläumstour, und lassen die vielen besonderen Erlebnisse noch einmal Revue passieren. Vielen Dank an unsere Biker aus Kanada – bis zum nächsten Mal.