CCG2601 - Griechenland nach Kroatien

Ein bisschen Nervosität ist wohl bei jedem dabei: neues Bike, fremde Region, eine neue Gruppe – und dann zum Start auch noch der leicht chaotische Verkehr von Athen. Doch schnell wird klar, dass die Gruppe gut harmoniert. Ohne größere Probleme verlassen wir die Stadt und nutzen die Autobahn erstmal ganz entspannt, um ein Gefühl für die Motorräder zu bekommen. Der erste Stopp folgt wenig später am Kanal von Korinth. Beeindruckende Ausblicke, Kaffee, erste Fotos – ein gelungener Auftakt. Bevor es tiefer in den Peloponnes geht, machen wir noch einen kurzen Halt mit weitem Blick über die Ägäis und zurück aufs griechische Festland. Danach folgen die ersten richtig schönen Kurven des Tages, bevor wir in Epidauros direkt am Wasser zu Mittag essen. Natürlich darf auch das berühmte Theater von Epidauros nicht fehlen. Anschließend geht es durchs Hinterland weiter Richtung Tolo. Die Straßen sind nicht immer perfekt, die Kulisse dafür umso besser. Ein entspannter erster Fahrtag – und ein ziemlich guter Start in die Tour.
Wir verlassen Tolo und fahren weiter tief in den Peloponnes Richtung Kalamata. Über den Tag wechseln sich fließende Küstenstraßen mit Panoramastrecken im Gebirge ab und sorgen immer wieder für neue Landschaften und Fahrrhythmen. Zur Mittagszeit stoppen wir in einer schönen Bucht am Argolischen Golf bei Kyparissi. Frischer Fisch, gegrilltes Fleisch, gutes Essen und der Blick direkt aufs Wasser – ein Ort, an dem man leicht länger bleibt als geplant. Am Nachmittag wird die Strecke deutlich alpiner, als wir in den Langada Pass im Taygetus-Gebirge einfahren. Endlose Kurven, steile Hänge und weite Ausblicke machen diesen Abschnitt zu einem der Highlights des Tages. Als wir in Kalamata ankommen, haben wir bereits eine große Vielfalt an Straßen und Landschaften an nur einem Fahrtag erlebt.
Lasst die Spiele beginnen! Unser Tag in Kalamata begann mit einem wunderbaren Frühstücksbuffet in unserem Hotel direkt am Meer. Die Sonne, die hell auf die majestätischen Berge rundherum scheint, spornt uns zum Losfahren an. Nach der kurzen Tagesbesprechung ließen wir unser Hotel und das Zentrum von Kalamata hinter uns. Wir machten einen kurzen Halt an einer Kirche, deren Altar in einer Höhle versteckt ist. Ein paar Fotos später setzten wir unsere kurvenreiche Tour fort, um einen Kaffee zu trinken. Einige schmale und kurvige Straßen führten uns durch wunderschöne Bergdörfer, bis wir unseren Mittagspausenort erreichten. Leider mussten wir kurz vor unserer Ankunft unsere Regenbekleidung anziehen. Als wir bereit waren, wieder auf die Motorräder zu steigen, machte uns ein lauter Donnerschlag klar, dass wir richtig nass werden würden. Und so kam es auch. Aber die kurvige und abenteuerliche Straße machte trotzdem Spaß, und so kamen wir schließlich sicher in unserem Hotel in Olympia an. Einige von uns beeilten sich ein wenig, um mit einem ortskundigen Führer einen Rundgang durch die archäologischen Stätten von Olympia zu machen. Glücklicherweise hatte sich das Wetter dort bereits geändert und die Sonne war wieder da. Wir trafen uns alle wieder im Hotelrestaurant, wo wir ein großartiges Abendessen vom reichhaltigen Buffet genossen. Der wunderschöne Sonnenuntergang war nur ein weiteres Highlight dieses fantastischen Tages.
Von Olympia aus geht es heute Richtung Norden. Beim Kaffee-Stopp werden wir mal wieder selbst zur kleinen Attraktion – einige Einheimische interessieren sich mindestens genauso sehr für unsere Motorräder wie wir für ihr Land. Wenig später erreichen wir die beeindruckende Rio–Antirrio Bridge und verlassen damit den Peloponnes zurück aufs griechische Festland. Danach folgt eine fantastische Strecke entlang der Küste: kleine griechische Buchten, tiefblaues Wasser und hügelige Landschaften wechseln sich ständig ab. Das Mittagessen gibt es direkt am Strand. Am Nachmittag fahren wir weiter nach Delphi. Schon beim Ankommen begeistert der unglaubliche Ausblick vom Hotel über das Tal bis hinunter zum Meer. Ein toller Tag – und am Abend gibt es noch einen weiteren Grund zum Feiern: Carlos Geburtstag.
Der Morgen im V-Hotel in Delphi begann mit einem atemberaubenden Blick auf das Pleistos-Tal. Während des köstlichen Frühstücks konnten wir diese herrliche Aussicht noch eine Weile genießen. Wir trafen uns vor dem Hotel zu unserer täglichen Besprechung. Die Wolken wurden immer dunkler und dichter, sodass wir beschlossen, sofort unsere Regenbekleidung anzuziehen. Das stellte sich als gute Idee heraus; kurz bevor wir den Gipfel unseres ersten Bergpasses am Parnassos erreichten, waren wir bereits ziemlich nass. Wir fuhren vorsichtig weiter über die kurvigen Straßen, um zu unserer ersten Kaffeepause zu gelangen. Nach dem Kaffee, netten Gesprächen und Kartenspielen mit wunderschöner Aussicht nahmen wir einige gerade Straßen, um ein paar Kilometer zurückzulegen. Kurz nachdem wir wieder auf kleinere und kurvigere Straßen zurückgekehrt waren, erwartete uns direkt hinter einer Kurve eine Überraschung: Ein paar Fahrzeuge, die Polizei und eine ordentliche Portion Schlamm mitten auf der Straße. Ein Unfall? Nein, wir waren auf einer Rallye-Strecke gelandet. Die Polizei ließ uns passieren und wir fuhren direkt durch den Servicebereich, wo die Rallye-Autos ihre Reifen wechseln ließen. Leider mussten wir wegen der Rallye unsere Route ändern und landeten so wieder im Regen. Wir hielten an einem Restaurant an, um zu Mittag zu essen, und beschlossen, unsere Route etwas abzukürzen, um nicht so viel Regen ausgesetzt zu sein. Nachdem wir uns im Hotel etwas ausgeruht und die atemberaubende Aussicht auf die Meteora-Felsen genossen hatten, trafen wir uns zum Abendessen im Hotelrestaurant. Ein sehr schönes Buffet mit einer riesigen Auswahl an verschiedenen Speisen. Wir verbrachten einen schönen Abend zusammen, gingen aber früh ins Bett, um etwas Schlaf zu bekommen und für den nächsten Tag fit zu sein.
Heute legen wir einen Rasttag ein. Am Vormittag geht es mit einer komfortablen Busfahrt zu den berühmten Meteora-Klöster. Hoch oben auf gewaltigen Felssäulen gebaut, wirken die Klöster schon von weitem beeindruckend und fast unwirklich. Drei davon schauen wir uns genauer an und bekommen dabei einen guten Eindruck von der Geschichte dieses besonderen Ortes und der einzigartigen Landschaft rundherum. Auch die Ausblicke von oben sind beeindruckend. Der Nachmittag steht ganz im Zeichen der Entspannung. Einige nutzen die Zeit für einen Spaziergang durch die Innenstadt von Kalambaka, ein Eis oder etwas Shopping, andere gönnen sich Spa und Massage im Hotel. Ein ruhigerer Tag zwischendurch – Entspannung muss schließlich auch sein.
Auch nach der zweiten Nacht ist der Blick auf die Meteora-Berge vom Hotelzimmer aus am Morgen beeindruckend. So beeindruckend, dass es eine Weile dauert, bis wir den Blick abwenden, um ins Restaurant zu gehen, wo das reichhaltige Frühstücksbuffet auf uns wartet. Einige Tassen Kaffee später trafen wir uns in der Sonne vor dem Hotel zu unserer täglichen Besprechung und um vor dieser wunderschönen Kulisse ein paar Fotos zu machen. Wir stiegen auf die Motorräder und machten uns auf den kurvenreichen Weg nach Metsovo. In diesem sehr schönen Dorf schauten wir uns um, machten ein paar Fotos und tranken natürlich noch einen Kaffee, bevor wir uns wieder auf den Weg machten, um dem Regen zu entkommen. Nach ein paar Kurven und Serpentinen hielten wir in einem winzigen, wunderschönen Dorf für noch einen Kaffee an. Dort bekamen wir schon Hunger, daher kam die Überraschung des Picknicks gleich hinter den nächsten Kurven genau zum richtigen Zeitpunkt, und alle freuten sich über die köstliche Auswahl an Aufschnitt, Obst und Süßigkeiten. Der nächste Halt war die atemberaubende Vikos-Schlucht, wo wir etwas Zeit verbrachten, um ein paar Fotos von allen zu machen, bevor wir uns auf den Weg zur albanischen Grenze machten. Dort dauerte es eine ganze Weile, aber schließlich fuhren wir in Albanien und kamen bald in unserem kleinen, aber schönen Hotel in Gjirokastra an, wo wir sehr herzlich empfangen wurden. Wir hatten noch etwas Zeit vor dem Abendessen, und so trafen sich einige aus der Gruppe auf ein paar Bier und Smalltalk im Hotelrestaurant. Das Abendessen war ein traditionelles 3-Gänge-Menü, das uns sehr gut geschmeckt hat. Alle waren ziemlich müde, und so gingen wir an diesem Tag recht früh ins Bett.
Von Gjirokastra aus geht es heute weiter Richtung Berat. Die UNESCO-Weltkulturerbestadt ist bekannt für ihre markanten osmanischen Häuser, die sich den Hang hinaufziehen und ihr den Beinamen „Stadt der tausend Fenster“ eingebracht haben. Zum Mittagessen machen wir Halt direkt am Fluss Osum, mit Blick auf die berühmten weißen Häuser der Altstadt – definitiv einer der besonderen Stopps der Tour. Am Nachmittag verlassen wir Albanien und fahren weiter nach Ohrid in Nordmazedonien. Unser Hotel liegt direkt am Ohridsee, einem der ältesten und tiefsten Seen Europas. Besonders am Abend sorgt der Blick über das ruhige Wasser für eine beeindruckende Atmosphäre. Wieder ein Tag voller unterschiedlicher Eindrücke, Landschaften und Kulturen.
Der Morgen in Ohrid beginnt mit dem wunderschönen Blick über den See direkt vor unserem Hotel. Es ist heute Morgen etwas kühl, aber beim Frühstück und bei einer Tasse Kaffee konnten wir uns aufwärmen. Nach der Einweisung machten wir uns wieder auf den Weg zur albanischen Grenze. Gleich nach dem Grenzübertritt legten wir unsere erste Kaffeepause ein. Einige aus unserer Gruppe wollten auf eigene Faust weiterfahren, also trennten wir uns. Ehrlich gesagt war es ein etwas seltsames Gefühl, einige Leute zurückzulassen, aber da wir wussten, dass es nicht lange dauern würde, war es in Ordnung. Kurvige Bergstraßen führten uns zu einem winzigen Dorf, wo aus dem Nichts ein kleines Café am Straßenrand auftauchte. Der sehr freundliche Besitzer servierte uns Kaffee und Softdrinks. Wir setzten unsere kurvenreiche Fahrt bis nach Kukes fort, wo wir uns mit dem Rest der Gruppe zum Mittagessen in einem sehr schönen Restaurant direkt an einem See trafen. Dort servierte man uns fantastisches traditionelles Essen. Mit neuer Energie aus diesem Essen fuhren wir alle gemeinsam weiter in Richtung Shkodra. Nach einer Weile wurden wir etwas müde, also hielten wir wieder an einem Café an. Es war den ganzen Tag schon so heiß, dass einer von uns es nicht mehr aushielt und direkt in den Fluss neben dem Café sprang. Wir kamen in unserem Hotel in Shkodra an und hatten noch etwas Zeit für eine Dusche und einen Spaziergang, bevor wir uns in einem Restaurant um die Ecke zum Abendessen trafen. Das Essen dort war einfach fabelhaft. Es war ein langer Tag und so waren alle froh, früh ins Bett zu gehen.
Die Kirche vor unserem Hotel in Shkodra läutet morgens die Glocken: Zeit aufzustehen für einen weiteren fantastischen Tag. Es ist bewölkt und die Wettervorhersage sieht nicht wirklich vielversprechend aus. Wir haben alles ein bisschen beschleunigt, um dem Regen zu entgehen, haben uns aber natürlich ein leckeres Frühstück am Buffet gegönnt. Wir trafen uns bei den Motorrädern, um den Tag zu besprechen, und machten uns gleich darauf auf den Weg. Ein paar gerade Straßen führten uns aus der Stadt hinaus und weg vom Verkehr. Einige super schöne Bergstraßen warteten auf uns und wir genossen das Fahren sehr. Erst bergauf, dann wieder bergab, mehrere Serpentinen, ein paar schöne Kurven, alles, was das Bikerherz höher schlagen lässt. Wir erreichten die Grenze zu Montenegro, Zeit, uns endlich von Albanien zu verabschieden. Die Wartezeit an der Grenzkontrolle konnten wir zum Entspannen nutzen. Danach war es Zeit für den ersten Kaffee in Montenegro. Wir hielten den Stopp kurz, bis jetzt hatten wir heute noch keinen Regen und wir hoffen, dass es so bleibt. Wir fuhren ein Stück weiter, bis wir zu einem Restaurant kamen, das unser Mittagessensort sein sollte. Die Wettervorhersage zeigte nun eindeutig Regen an und so holten alle schon ihre Regenbekleidung aus den Taschen. Das Essen hat uns gut geschmeckt, und danach machten wir uns auf den Weg zum nächsten Bergpass. Einige aus unserer Gruppe beschlossen, diesen zu umfahren, und so teilten wir uns erneut auf. Die Straße und die Landschaft dort oben waren wirklich wunderschön, und sogar der Regen hielt sich von uns fern. So kamen wir trocken und gut gelaunt an der Tankstelle an, wo wir den Rest unserer Gruppe trafen. Nur wenige Minuten später erreichten wir unser Hotel, wo wir ein fantastisches Abendessen genossen.
Die meisten der Gruppe nutzen heute ausgiebig das schöne Hotel in Kolašin und verbringen den Tag im Spa, Wellnessbereich oder bei einer Massage. Nach den vergangenen Fahrtagen ist das eine wohlverdiente Pause. Eine kleine Gruppe kann allerdings nicht ganz vom Motorrad lassen. Wir starten zwar etwas später, machen uns dann aber trotzdem auf zu einer vollwertigen Tagestour. Kolašin ist von Bergketten und Nationalparks umgeben, und genau diese Region nutzen wir heute aus. Das Highlight ist der Durmitor Nationalpark. Der Nationalpark gehört zum UNESCO-Weltnaturerbe und ist bekannt für seine schroffen Kalksteinberge, tief eingeschnittenen Schluchten und weiten Hochebenen. Die Straßen sind teilweise eng und anspruchsvoll, aber die Ausblicke entschädigen auf jeder Strecke. Hinter jeder Kurve öffnet sich eine neue Landschaft – mal Felsformationen, mal weite Täler, mal komplett neue Perspektiven. Carlos bringt es am Ende gut auf den Punkt: „Es fühlt sich an, als wären wir auf unterschiedlichen Planeten unterwegs.“ Beim Blick um uns herum ist dem kaum etwas hinzuzufügen.
Von Kolašin geht es am letzten Fahrtag noch einmal durch die Berge in Richtung Küste. Über den Lovćen National Park fahren wir durch eine Mischung aus Felslandschaften und Wald, mit immer wieder weiten Ausblicken ins Umland. Im Park legen wir ein Picknick in der Natur ein und nutzen die Pause für eine kurze Auszeit unterwegs. Danach geht es über viele Serpentinen hinunter nach Kotor. Die Fahrt bietet immer wieder schöne Blicke auf die Bucht von Kotor, die sich tief ins Landesinnere zieht und von Bergen eingerahmt wird. Nach dem letzten Grenzübertritt nach Kroatien folgen wir der Küste weiter bis nach Dubrovnik. Am Abend treffen wir uns zum letzten gemeinsamen Dinner. Viele Geschichten werden noch einmal erzählt, einzelne Momente der vergangenen Tage aufgegriffen und gemeinsam Revue passieren gelassen – ein ruhiger Abschluss eines intensiven Trips. Vielen Dank an alle Teilnehmer für diese schöne Motorrad-Reise.