CAS2601- Perlen der Adria

Der erste Tag in Split stand ganz im Zeichen der Anreise, erster Eindrücke und wachsender Vorfreude. Im Laufe des Tages trafen die letzten Gäste im Hotel ein, während andere bereits die wunderschöne Altstadt von Split erkundeten. Vom antiken Diokletianpalast bis zur lebhaften Uferpromenade versprühte die Stadt sofort ihren mediterranen Charme. Auch die Tourguides gingen auf Entdeckungstour und fanden in den engen Gassen einige überraschend kreative Eissorten. In der Stadt und sogar rund um das Hotel genossen einige von uns zudem ein eher unerwartetes „Birdwatching“. Am Abend kam schließlich die gesamte Gruppe zum Welcome Briefing zusammen, bevor die Motorräder an ihre Fahrer übergeben wurden. Die Bike-Übergabe ging nahtlos in angeregte Benzingespräche über, bei denen Erfahrungen ausgetauscht und die Maschinen begutachtet wurden. Beim gemeinsamen Abendessen war eines deutlich zu spüren: Die Vorfreude stieg von Minute zu Minute, und alle konnten es kaum erwarten, am nächsten Morgen endlich den Gummi auf die Straße zu bringen.
Heute war unser erster offizieller Fahrtag – und was für ein fantastischer Start in unser Abenteuer! Nach einem ausgiebigen Frühstück in unserem Hotel in Split und einem kurzen Morgenbriefing konnten wir es kaum erwarten, endlich auf die Motorräder zu steigen. Um möglichst entspannt durch den Verkehr von Split zu kommen und jedem die Möglichkeit zu geben, den Tag in seinem eigenen Tempo zu genießen, teilten wir die Gruppe in zwei Fahrgruppen auf. Eine Gruppe machte sich mit Rubin auf den Weg, die andere folgte Philipp. Kaum hatten wir Split hinter uns gelassen, wurden wir sofort daran erinnert, warum Kroatien ein so beliebtes Motorradreiseziel ist. Spektakuläre Küstenstraßen, malerische Dörfer und endlose Ausblicke auf die Adria begleiteten uns den ganzen Vormittag. Tatsächlich gefiel Philipp die Stadt Omiš so gut, dass er gleich dreimal hindurchfahren wollte 😊. Einer der ersten großen Höhepunkte war die atemberaubende Cetina-Schlucht. Die dramatische Canyonlandschaft und die kurvenreichen Straßen boten unzählige Gelegenheiten anzuhalten, die Aussicht zu genießen und einige unvergessliche Fotos zu machen. Weiter in Richtung Süden erreichten wir schließlich die Fährüberfahrt vom Festland zur Insel Hvar. Schon die Überfahrt selbst war ein Genuss: Das Meer war ruhig, die Fähre glitt außergewöhnlich sanft über das Wasser, und die rund 30-minütige Fahrt bot eine entspannte Pause, während wir die wunderschöne Adriakulisse auf uns wirken ließen. Nach der Ankunft in Sućuraj kehrte ein Teil der Gruppe in ein charmantes Restaurant direkt am Meer zum Mittagessen ein. Frische regionale Meeresfrüchte standen auf der Speisekarte, und besonders der gegrillte Oktopus – eine Spezialität der Region – erwies sich als absoluter Favorit. Direkt am Wasser zu sitzen, köstliches Essen zu genießen und die mediterrane Atmosphäre aufzusaugen, war die perfekte Stärkung für die Nachmittagsfahrt. Die Straße quer über die Insel Hvar bot gleich das nächste Highlight. Vorbei an Weinbergen, Lavendelfeldern und idyllischen Dörfern zeigte die Insel an jeder Kurve ihre einzigartige Schönheit. Schließlich erreichten wir unser Hotel, wo ein erfrischender Pool und ein hervorragendes Abendessen bereits auf uns warteten. Für die beiden Philip(p)s war der Fahrtag damit allerdings noch nicht beendet. Da sie offenbar noch nicht genug Zeit im Sattel verbracht hatten, machten sie sich auf den Weg zur historischen napoleonischen Festung oberhalb der Altstadt von Hvar. Dort wurden sie mit einem spektakulären Panoramablick über den Hafen, die Pakleni-Inseln und die umliegende Adria belohnt. Den perfekten Abschluss dieses wunderbaren Tages erlebten wir schließlich in der bezaubernden Altstadt von Hvar. Bei einem wohlverdienten Eis schlenderten wir durch die engen Gassen und entlang der Uferpromenade. Über uns erhellte ein wunderschöner Mond den Abendhimmel, und natürlich wurden mehrere Versuche unternommen, seine Magie mit der Kamera einzufangen – ein passender Abschluss für einen unvergesslichen ersten Fahrtag. Morgen geht unser Adriatisches Abenteuer weiter!
Von Hvar nach Dubrovnik auf zwei Rädern Route: Hvar → Fähre → Ston → Pelješac-Brücke → Dubrovnik Hvar — die Insel auf zwei Rädern Der Tag beginnt so, wie jeder gute Motorradtag beginnen sollte: Salzluft und eine offene Straße vor einem. Hvar ist die viertgrößte Insel Kroatiens, und das spürt man — hier ist genug Raum, um sich wirklich frei zu fühlen. Von der Stadt Hvar aus schlängelt sich die Straße durch eine Landschaft aus Olivenbäumen, Lavendelfeldern und trockenen Steinmauern, die diese Felder seit der griechischen Besiedlung vor rund 2.400 Jahren einteilen. Diese Mauern stehen noch immer — unverändert. Das Fahren selbst ist herrlich. Kurvenreiche Straßen mit wechselnden Ausblicken: Mal blickt man auf die Adria, mal fährt man durch das karge, felsige Innere der Insel. Der östliche Teil von Hvar ist fast unbewohnt — winzige Dörfer mit zwei Straßen, die eine oder andere abgelegene Bucht und eine Stille, die man nur auf einer Insel findet. Die Straße lässt einen nicht zu schnell fahren, und das ist gut so — denn sonst würde man all das verpassen. Ston — Mittagessen zwischen den Mauern Auf dem Festland angekommen ist Ston der erste richtige Stopp — und was für einer. Wir genießen ein herrliches Mittagessen im Zentrum, nur einen Steinwurf von den mittelalterlichen Stadtmauern entfernt, die sich über die Hügel erstrecken. Ein Glas lokalen Weins dazu, die Sonne im Gesicht. Genau dafür steigt man aufs Motorrad. Die Pelješac-Brücke Nach Ston folgt die Brücke, die diesen Teil Kroatiens für immer verändert hat. Die Pelješac-Brücke ist 2,4 Kilometer lang, hängt 55 Meter über dem Wasser und wurde von einem chinesischen Staatsunternehmen gebaut — finanziert mit europäischen Geldern. Vor ihrer Eröffnung im Jahr 2022 musste jeder, der nach Dubrovnik fuhr, durch Bosnien-Herzegowina, mit Passkontrolle und langen Warteschlangen in der Hochsaison. Dieser Umweg gehört der Vergangenheit an. Auf dem Motorrad erlebt man die Brücke so, wie sie erlebt werden soll: Wind, Meer auf beiden Seiten — und keine Maut. Ankunft in Dubrovnik Nach der Brücke windet sich die Straße weiter südwärts entlang der Küste. Die Kurven werden enger, die Ausblicke weiter. Und dann, plötzlich, liegt Dubrovnik vor einem — die weißen Stadtmauern leuchten in der Sonne, die Adria so blau, dass es einen kurz sprachlos macht. Eine schönere Ankunft gibt es nicht.
Von Dubrovnik zur Bucht von Kotor Der heutige Tag begann früh mit einem zeitigen Frühstück, sodass wir uns einen Vorsprung für eines der absoluten Highlights der Adriaküste sichern konnten: Dubrovnik. Die Entscheidung, den Touristenmassen zuvorzukommen, erwies sich als Volltreffer und gab allen die Möglichkeit, die einzigartige Atmosphäre der Stadt in entspannterer Umgebung zu genießen. Je nach Interesse teilte sich die Gruppe auf. Ein Teil machte sich auf den Weg, die berühmte Stadtmauer zu erkunden und dabei die spektakulären Ausblicke auf die Adria und die terrakottafarbenen Dächer der Altstadt zu genießen. Andere steuerten Dubrovniks legendären Basketballplatz an, um die fantastische Aussicht zu erleben und das besondere Flair des Ortes auf sich wirken zu lassen. Ob beim Erkunden jahrhundertealter Geschichte, beim Bewundern der beeindruckenden Architektur oder auf der Suche nach bekannten Drehorten aus Game of Thrones – jeder genoss seinen Vormittag in dieser außergewöhnlichen Stadt in vollen Zügen. Nach unserem Besuch kehrten wir zum Hotel zurück, zogen die Motorradkleidung an und schwangen uns endlich in die Sättel. Als wir Dubrovnik hinter uns ließen, hatte Rubin noch eine Überraschung für uns vorbereitet. Etwas außerhalb der Stadt, an einem versteckten Aussichtspunkt, erwartete uns ein fantastisches Picknick. Mit köstlichen Spezialitäten wie Burek und Schweinegrieben, bester Gesellschaft und einem unvergesslichen Blick auf Dubrovniks ikonische „Rote Festung“ war dies der perfekte Auftakt für unseren Fahrtag. Frisch gestärkt und voller Vorfreude auf die Strecke setzten wir unsere Reise in nordöstlicher Richtung fort. Nach dem Picknick überquerten wir zunächst die Grenze nach Bosnien und Herzegowina, bevor wir weiter nach Montenegro fuhren. Beide Grenzübertritte verliefen reibungslos und ohne nennenswerte Wartezeiten, sodass wir die Fahrt und die sich ständig wandelnde Landschaft in vollen Zügen genießen konnten. Die ersten Kilometer in Montenegro lieferten sofort eines der großen Highlights der Tour: die beeindruckende Bucht von Kotor. Entlang der Küstenstraße, umgeben von dramatischen Bergkulissen und glitzernd blauem Wasser, fuhren wir unserem Tagesziel entgegen – dem wunderschönen Hotel Huma Kotor. Dort erwartete uns bei unserer Ankunft die wohlverdiente Belohnung: ein eiskaltes Bier aus dem Motorradstiefel. Der perfekte Abschluss eines fantastischen Tages auf der Straße und ein weiterer guter Grund, die Gläser zu erheben. Ein Prost auf Rubin! 🍻🍻🍻
Ruhetag, Fahrtag – Das Beste aus beiden Welten in Kotor Heute war offiziell Ruhetag angesagt, was bedeutete: kein früher Wecker und ein deutlich entspannterer Start in den Morgen für alle. Wer in der Nacht einen Blick auf die Bucht von Kotor geworfen hatte, wurde mit einem spektakulären Anblick belohnt. Ein riesiges Kreuzfahrtschiff war im Schutz der Dunkelheit lautlos in die Bucht eingelaufen und hob sich eindrucksvoll vor der Kulisse der umliegenden Berge ab. Zu sehen, wie ein solch gewaltiges Schiff durch die engen Gewässer einer der schönsten Buchten Europas navigiert, war wirklich beeindruckend. Nach einem weiteren hervorragenden Frühstück im Hotel entschied sich eine Gruppe, den Ruhetag auf die vielleicht schönste Art zu genießen – im Sattel eines Motorrads. Kaum hatten wir Kotor verlassen, wurden wir vom berühmten morgendlichen Verkehrschaos begrüßt. Autos, Busse, Lieferwagen und Touristen schienen alle gleichzeitig dieselbe Idee gehabt zu haben. Glücklicherweise ermöglichte uns ein kurzer Umweg die Flucht aus dem Stop-and-Go-Verkehr, und schon bald befanden wir uns auf der spektakulären Bergstraße hoch über der Bucht von Kotor. Was dann folgte, war Motorradfahren in seiner schönsten Form: endlose Serpentinen, kaum Verkehr, perfekter Asphalt und atemberaubende Ausblicke. Mit jeder Kurve wurden die Grinser hinter den Visieren breiter. Ein ganz bestimmter Tourguide auf einer MV Agusta Veloce schien dabei besonders viel Freude zu haben, je höher sich die Straße in die Berge schraubte und je mehr das Motorrad klang, als würde Pavarotti Metallica singen. Oben angekommen legten wir einen Stopp ein, um das grandiose Panorama der weit unter uns liegenden Bucht von Kotor zu genießen. Die Kombination aus steilen Bergen, glitzerndem Wasser und den kleinen Dörfern entlang der Küste beeindruckt jedes Mal aufs Neue. Von dort führte uns die Tour weiter durch den wunderschönen Nationalpark Lovćen. Die Straße schlängelte sich durch felsige Berglandschaften und dichte Wälder, bevor sie wieder in Richtung Küste abfiel. Etwa auf halber Strecke legten wir eine wohlverdiente Kaffeepause ein – die perfekte Gelegenheit, die Aussicht zu genießen und die Geschichten des bisherigen Fahrtages auszutauschen. Nachdem wir die beeindruckende Küstenstadt Budva passiert hatten, folgten wir der Straße zurück in Richtung Kotor. Leider erwartete uns dort ein gewaltiger Stau. Zum Glück gehört Ortskenntnis zu den vielen Vorteilen erfahrener Tourguides. Über eine clevere Ausweichroute konnten wir uns an der Blechlawine vorbeischleichen und waren bereits gegen 14 Uhr zurück im Hotel. So blieb noch reichlich Zeit, den Pool zu genießen, am Strand zu entspannen oder mit einem kühlen Getränk den Blick über die Adria schweifen zu lassen. Die zweite Gruppe widmete sich hingegen ganz dem „Ruhe“-Teil des Ruhetags und machte sich auf den Weg in die wunderschöne Altstadt von Kotor. Durch das berühmte Seetor betraten sie die Stadt und lernten schnell, warum Kotor liebevoll auch „die Stadt der Katzen“ genannt wird. Die vierbeinigen Bewohner waren scheinbar überall anzutreffen – entspannt auf den Plätzen liegend, auf alten Mauern dösend oder ganz selbstverständlich das Treiben in den mittelalterlichen Gassen beobachtend. Die Gruppe verbrachte den Vormittag damit, durch die engen Gassen, charmanten Plätze und historischen Winkel der UNESCO-Welterbestadt zu schlendern, bevor sie gemütlich zum Hotel zurückkehrte. Die entspannte Atmosphäre brachte alle in die perfekte Stimmung für einen ruhigen Nachmittag am Strand oder am Pool. Der heutige Tag bot das Beste aus beiden Welten: großartiges Motorradfahren für alle, die Montenegros fantastische Bergstraßen erkunden wollten, und einen entspannten Tag am Meer für diejenigen, die das besondere Flair von Kotor in aller Ruhe genießen wollten. Morgen geht das Abenteuer weiter. Dann lassen wir Montenegro hinter uns und fahren nach Bosnien und Herzegowina – mit Kurs auf die historische Stadt Mostar.
Von der Bucht von Kotor ins verregnete Mostar Wir begannen den Tag mit unserem täglichen Briefing beim Frühstück auf der Terrasse unseres Hotels und genossen dabei den wunderschönen Blick über die Bucht von Kotor. Während die Landschaft beeindruckend war, sah die Wettervorhersage für unsere Fahrt nach Mostar deutlich weniger vielversprechend aus. Da für den Nachmittag dunkle Wolken angekündigt waren, sorgte jeder dafür, dass die Regenkleidung griffbereit verstaut war, bevor wir uns auf den Weg machten. Schon bald schlängelten wir uns durch den dichten Morgenverkehr rund um die Bucht und ließen Montenegro langsam hinter uns. Nach dem Grenzübertritt nach Bosnien und Herzegowina bogen wir in Trebinje nach Norden ab und fuhren weiter durch die ländliche Umgebung, bis es Zeit für das Mittagessen war. Ein gemütliches Restaurant am Straßenrand bot den perfekten Zwischenstopp, und die Speisekarte ließ keinen Zweifel an einer Sache: In dieser Region nimmt man Fleisch sehr ernst. Von gegrillten Spezialitäten bis hin zu herzhaften lokalen Gerichten war für jeden Fleischliebhaber in der Gruppe etwas dabei. Gut gestärkt und bereit für die nächsten Kurven fuhren wir weiter in die dunklen Karstberge Ostbosniens. Die dramatische Landschaft hatte einen völlig anderen Charakter als die Adriaküste, der wir in den vergangenen Tagen gefolgt waren. Unterwegs legten wir einen Fotostopp am Kraftwerk von Gacko ein – und nutzten die Gelegenheit ebenso, endlich die Regenkleidung anzuziehen. Der Himmel wurde zunehmend dunkler, und es war offensichtlich, dass die Wettervorhersage langsam Wirklichkeit wurde. Als wir uns Mostar näherten, sah es zunächst noch so aus, als könnten wir die Stadt trocken erreichen. Selbst an unserem letzten Tankstopp waren die Straßen noch trocken. Doch nur wenige Minuten später öffnete der Himmel seine Schleusen. Was folgte, war ein echter Balkan-Wolkenbruch. Innerhalb kürzester Zeit verschlechterte sich die Sicht dramatisch, und Wasserströme schossen durch die Straßen. Trotz der schwierigen Bedingungen setzte die Gruppe ihre Fahrt fort und erreichte schließlich sicher unser Ziel: ein wunderschönes Hotel im mittelalterlichen Stil, mitten im historischen Zentrum von Mostar. Nachdem wir uns getrocknet und in bequemere Kleidung gewechselt hatten, trafen wir uns alle im Restaurant, um wohlverdiente lokale Biere und andere erfrischende Getränke zu genießen. Der Abend entwickelte sich schnell zu einem entspannten geselligen Beisammensein, bei dem viele Geschichten von der Straße ausgetauscht wurden. Einige von uns lernten dabei ein Kartenspiel namens „Farao“ kennen, das uns Rubin beibrachte. Bis heute gibt es allerdings Diskussionen darüber, ob dieses Spiel tatsächlich offizielle Regeln besitzt oder ob Rubin sie im Laufe des Abends einfach spontan erfunden hat. Gegen 21 Uhr hörte der Regen schließlich auf. Als die Straßen langsam trockneten und die Altstadt in stimmungsvollem Abendlicht erstrahlte, beschlossen einige Teilnehmer der Gruppe, Mostar noch zu Fuß zu erkunden. Die berühmte Alte Brücke und die atmosphärischen Gassen der historischen Altstadt machten den nächtlichen Spaziergang mehr als lohnenswert. Morgen steht bereits der nächste Grenzübertritt an, wenn wir Bosnien und Herzegowina wieder verlassen und nach Kroatien zurückkehren. Unser Ziel ist die wunderschöne Küstenstadt Zadar, die erneut spektakuläre Straßen, beeindruckende Landschaften und neue Abenteuer entlang der Adriaküste verspricht.
Von Mostar nach Zadar – Der lange Weg nach Norden Heute stand der längste Fahrtag unseres Adriatischen Abenteuers auf dem Programm. Die Strecke führte uns von der historischen Stadt Mostar in Bosnien und Herzegowina bis an die kroatische Küste zu unserem heutigen Tagesziel: Zadar. Der Tag begann mit unserem üblichen morgendlichen Briefing nach dem Frühstück im charmanten Hotel Kriva Ćuprija, das mitten im Herzen der mittelalterlichen Altstadt von Mostar liegt. Vor der Abfahrt fiel es einigen Teilnehmern überraschend schwer, sich loszureißen – allerdings nicht wegen der Motorräder, sondern wegen einer besonders zutraulichen Katze, die sich innerhalb kürzester Zeit zum neuen besten Freund vieler Gäste entwickelt hatte. Da der Regen des Vortages unsere Zeit in Mostar etwas eingeschränkt hatte, beschlossen wir gemeinsam, den Tagesplan leicht anzupassen. Anstatt früh aufzubrechen, nahmen wir eine spätere Ankunft in Zadar in Kauf, um noch etwas mehr Zeit in der Altstadt verbringen zu können. Es erwies sich als hervorragende Entscheidung. Wir genossen den Blick auf die berühmte Alte Brücke, schlenderten durch die bunten Marktgassen direkt neben dem Hotel und ließen die einzigartige Atmosphäre dieses faszinierenden kulturellen Schmelztiegels auf uns wirken. Schließlich war es Zeit, die Motorräder zu starten. Aufgeteilt in zwei Fahrgruppen richteten wir unsere Maschinen nach Nordwesten aus und begannen unsere lange Reise durch das bosnische und kroatische Hochland. Die Route bot genau das, wovon Motorradfahrer träumen: endlose Kurven, spektakuläre Ausblicke und ständig wechselnde Landschaften. Obwohl die Motorradsaison bereits in vollem Gange ist, begegneten wir unterwegs in einer Nationalparkregion sogar noch Schnee – ein überraschender Anblick nach den warmen Tagen an der Mittelmeerküste, die erst wenige Tage zurücklagen. Zur Mittagszeit erreichten wir einen fantastischen Picknickplatz mit Blick auf den Prološko-Blato-See. Das Picknick stand unter einem ganz besonderen Motto: „Was macht man, wenn man ein Picknick organisieren muss und dann feststellt, dass Feiertag ist und alle Geschäfte geschlossen haben?“ Glücklicherweise macht Not erfinderisch. Mehrere lokale Bäckereien hatten geöffnet, und ein nahegelegener Bauernhof versorgte uns mit köstlichen süßen Spezialitäten und frischer Butter. Das Ergebnis war ein wunderbar authentisches Balkan-Picknick, das alle Teilnehmer bei herrlicher Aussicht auf den See genießen konnten. Nach der Mittagspause machten sich beide Gruppen auf den zweiten Abschnitt der „Road to Zadar“. Weitere geschwungene Bergstraßen, abgelegene Dörfer und beeindruckende Landschaften begleiteten uns auf unserem Weg zurück zur Adria. Gegen 19:00 Uhr rollten wir schließlich nach einem langen Tag im Sattel in Zadar ein. Im Hotel wartete bereits die perfekte Belohnung für den längsten Fahrtag der Reise: ein wohlverdientes Boot Beer, das wir gemeinsam genossen, während wir die Höhepunkte dieser unvergesslichen Fahrt von Mostar bis an die kroatische Küste Revue passieren ließen. Morgen wartet bereits das nächste Abenteuer auf uns. Doch heute Abend feiern wir eine großartige Etappe, gute Gesellschaft und ein weiteres unvergessliches Kapitel unserer Adriatischen Motorradtour.
Zurück in den Kalten Krieg – Die Željava Airbase und ein Abend in Zadar Heute war ein wenig anders als die bisherigen Tage. Während ein Teil der Gruppe einen entspannten Tag rund um Zadar genoss, bot ein spezieller Kundenwunsch sieben Fahrern die perfekte Gelegenheit für ein weiteres Motorradabenteuer. Unser Ziel: die legendäre Željava Airbase, einer der größten unterirdischen Militärflugplätze, die jemals in Europa gebaut wurden. Der Plan klang einfach genug: eine 300 Kilometer lange Rundtour ins kroatische Hinterland. Dank überraschend leerer Straßen verflogen die ersten 150 Kilometer nahezu mühelos unter unseren Rädern. Fließende Straßen, wunderschöne Landschaften und kaum Verkehr sorgten für eine fantastische Fahrt und erinnerten uns einmal mehr daran, warum Motorradreisen eine so besondere Art sind, ein Land zu erleben. An der Željava angekommen, nahmen wir uns zunächst Zeit für ein unverzichtbares Ritual unter Motorradfahrern: Kaffee. (Denn ein Leben ohne Kaffee ist einfach ... depresso!) Frisch mit Koffein versorgt machten wir uns daran, dieses gewaltige Relikt des Kalten Krieges zu erkunden. Tief im Berg Plješevica während der Zeit des ehemaligen Jugoslawiens erbaut, wurde Željava so konzipiert, dass die Anlage sogar einem direkten Nuklearschlag standhalten konnte. Einst beherbergte sie Kampfflugzeuge, Kommandozentralen, Radarsysteme, Treibstofflager und Unterkünfte – verborgen in kilometerlangen unterirdischen Tunnelsystemen. Auf dem Höhepunkt ihrer Bedeutung galt sie als eine der modernsten Militäranlagen Europas und soll Milliarden von Dollar verschlungen haben. Heute fühlt sich ein Spaziergang durch die dunklen, riesigen Hangars an wie eine Reise in ein vergessenes Kapitel der Geschichte. Die Betonwände, die gewaltigen Blast Doors und das scheinbar endlose Tunnelsystem erzählen noch immer von einer Zeit, in der sich Ost und West auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs misstrauisch beobachteten. Natürlich ist kein Besuch in Željava vollständig ohne das obligatorische Gruppenfoto unter dem berühmten MiG-21-förmigen Eingang zu den Kavernen. Die Kameras klickten, die Gesichter strahlten und wieder einmal wurden Erinnerungen geschaffen. Anschließend rollten wir entspannt über die legendäre KLEK-505-Startbahn und stellten uns vor, wie von genau diesem Ort einst Überschalljäger in den Himmel aufstiegen. Dann wartete bereits die nächste Überraschung des Tages auf uns. Der unscheinbare Kiosk an der Airbase servierte Burger, die sämtliche Erwartungen übertrafen. Manchmal findet man die besten Mahlzeiten an den unerwartetsten Orten – und diese Cheeseburger waren wirklich erstklassig. Bevor wir den Rückweg antraten, machten wir noch ein letztes Gruppenfoto vor der Dakota DC-3 beziehungsweise C-47 am Eingang des Geländes. Das Flugzeug war einst ein Geschenk der Vereinigten Staaten an Tito. Ein perfekter Abschluss für unseren Besuch dieses faszinierenden Ortes. Die Rückfahrt nach Zadar verlief entspannt und unkompliziert, eine Mischung aus kurvigen Landstraßen und einem kurzen Autobahnstück. Zurück im Hotel wurde die Motorradkleidung gegen etwas leichtere Abendgarderobe getauscht, und nach einem wohlverdienten Getränk an der Hotelbar machten wir uns auf den Weg in die wunderschöne Altstadt von Zadar. Einer der Höhepunkte des Abends war der Besuch der berühmten Meeresorgel. Die eigentümlichen und beinahe mystischen Klänge, die entstehen, wenn die Wellen durch die in den Steinstufen verborgenen Röhren gedrückt werden, faszinieren Besucher immer wieder aufs Neue. Als wäre das nicht schon genug Unterhaltung für einen Abend gewesen, hatten wir außerdem das Glück, eine echte kroatische Hochzeitsfeier mitzuerleben. Mit Parade, Fahnen, Bengalfackeln, Musik und ausgelassen feiernden Gästen war es ein beeindruckendes Schauspiel kroatischer Lebensfreude und Tradition. Das Abendessen genossen wir anschließend in einem charmanten kleinen Restaurant, versteckt in einer der schmalen Seitengassen der Altstadt. Das Essen war hervorragend, die Atmosphäre entspannt, und die Gespräche flossen ebenso leicht wie der lokale Wein und das Bier. Später spazierten wir entlang der Uferpromenade zurück zum Hotel, ließen die Erlebnisse des Tages Revue passieren und unterhielten uns über alles Mögliche – von Motorrädern und Geschichte bis hin zu zukünftigen Reiseplänen. Morgen steht bereits der letzte Fahrtag unserer Tour an. Während ich diesen Blogeintrag schreibe, muss ich zugeben, dass sich langsam ein leicht wehmütiges Gefühl einschleicht. Die Gruppe hat in den vergangenen Tagen so viele wunderbare Erlebnisse miteinander geteilt, dass es kaum zu glauben ist, wie schnell sich unser Adriatik-Abenteuer dem Ende nähert. Ich war noch nie besonders gut darin, Abschied zu nehmen.
Die letzte Etappe – Von Zadar nach Split Jede großartige Reise findet irgendwann ihr letztes Kapitel – und heute war es für uns so weit. Es war der letzte Fahrtag unseres Adriatischen Abenteuers, als wir uns von Zadar auf den Weg nach Split machten, wo sich anschließend die Wege aller Teilnehmer wieder trennen würden. Wir verließen Zadar mit großen Erwartungen – besonders diejenigen, die noch immer hofften, eine der berühmten Meeresschildkröten zu entdecken. Leider ließ sich an diesem Morgen keine blicken. Doch Dalmatien hatte noch viele andere Überraschungen für uns auf Lager. Unser erster besonderer Halt war **Roški Slap**, wo wir eine entspannte Kaffeepause mit Blick auf den See und die Wasserfälle im Hintergrund genossen. Einige abenteuerlustige Teilnehmer kamen bei ihrer Erkundungstour sogar mit nassen Füßen zurück. Es war einer dieser magischen Orte, an denen man einfach länger bleibt als geplant, weil niemand wirklich weiterfahren möchte. Von dort ging es weiter nach **Visovac**, wo wir einen kurzen Stopp einlegten, um die kleine Klosterinsel mitten im Fluss Krka zu bewundern. Wie ein Gemälde scheint sie auf dem Wasser zu schweben und strahlt eine beeindruckende Ruhe aus. Manchmal hinterlassen gerade die stillsten Orte den größten Eindruck. Zur Mittagszeit erreichten wir **Knin**, wo eine Pizza genau das Richtige nach einem herrlichen Vormittag auf den Motorrädern war. Einfach, lecker und absolut verdient – die perfekte Stärkung für den letzten Abschnitt des Tages. Unser letzter landschaftlicher Höhepunkt war der wunderschöne **Kovačić-Wasserfall** – das perfekte Finale dieser Tour. Wir stellten die Motoren ab, schlenderten mit unseren Kameras durch die Umgebung und machten so lange Fotos, bis jeder sein perfektes Motiv gefunden hatte. Ruhig, malerisch und von Natur umgeben – genau der Abschluss, den eine solche Reise verdient. Währenddessen ging es im Begleitfahrzeug alles andere als ruhig zu. Rubin unterhielt Philipp einen großen Teil der Strecke mit Gesang und fröhlichem Pfeifen. Und dann geschah etwas, womit niemand gerechnet hatte: Ausgerechnet die Van-Crew entdeckte auf dem Weg nach Split tatsächlich eine Schildkröte. Philipp beschloss natürlich sofort, sie zu reiten. 🙂 Für die Motorradfahrer ging es anschließend direkt weiter nach Split – Helme ab, Motoren aus, die warmen Auspuffanlagen knisterten noch leise nach. Ein weiterer unvergesslicher Fahrtag war geschafft. Am Abend kamen wir ein letztes Mal alle zusammen und ließen die Höhepunkte der vergangenen Woche Revue passieren. Während jeder seine persönlichen Lieblingsmomente erzählte, entstand eine ganz besondere Atmosphäre der Gemeinschaft. Es ist immer wieder erstaunlich, wie aus völlig fremden Menschen innerhalb einer einzigen Woche Freunde werden – verbunden durch großartige Straßen, beeindruckende Landschaften und unzählige gemeinsame Erlebnisse. Vielen Dank, dass ihr mit uns gefahren seid. Wir alle hatten eine fantastische Zeit, und im Namen von Edelweiss Bike Travel wünschen wir euch eine sichere Heimreise und alles Gute für eure nächsten Abenteuer – wohin auch immer eure nächste Route euch führen wird. Bis zum nächsten Mal – und denkt immer daran: **Keep the shiny side up!**