Mystery Tour 2026

Einige von uns waren bereits ein paar Tage früher in Madrid, aber heute hat die Tour nun offiziell begonnen. Wir trafen uns im Hotel zu einem kleinen Briefing. Natürlich hatten wir alle gehofft, dass Rainer vielleicht den einen oder anderen Hinweis auf unser Ziel preisgeben würde, aber bisher wissen wir nur, dass es für uns Richtung Norden geht. Er hatte versprochen, dass das Briefing nicht länger als eine Stunde dauern würde. Es war ein guter Versuch, aber diejenigen, die ihn kennen, werden sich wahrscheinlich schon gedacht haben, dass er das Zeitlimit nicht ganz einhalten konnte. Unterhaltsam war es allerdings allemal. Zu Beginn stellte er uns alle vor und erzählte jeweils kurz, wie er die einzelnen Teilnehmer kennengelernt hatte. Das sorgte für eine sehr persönliche und angenehme Einführung. Anschließend ging es um Informationen zur Tour selbst – wobei diese, wie zu erwarten, eher spärlich ausfielen. Wir wissen jetzt, dass wir uns besser nicht verfahren sollten. Noch wichtiger ist aber die Gewissheit, dass uns eine großartige Zeit erwartet, wir beeindruckende Orte sehen und hervorragend essen werden. Außerdem gab es einen dezenten Hinweis darauf, dass auf dieser Reise möglicherweise auch das eine oder andere Glas Cava auf uns wartet. Nach dem Briefing bekamen wir die Schlüssel für unsere Motorräder und machten uns auf den Weg zum Abendessen. Das Ziel war ein gemütliches kleines Restaurant, das internationale Gerichte auf spanische Art interpretierte. Es gab spanisches Sushi, spanische Tacos und viele weitere leckere Kleinigkeiten zum Probieren. Nach dem Abendessen machten wir noch einen kurzen Abstecher zum Flughafen, um das letzte fehlende Gepäckstück abzuholen. Umso schöner, dass nun endlich alle ihr komplettes Gepäck dabei haben und wir als vollständige Gruppe gemeinsam losfahren können! Alles in allem war es ein gelungener Auftakt für unsere gemeinsame Reise. Mal sehen, was die kommenden Tage für uns bereithalten!
Unser erster Fahrtag – mal sehen, wohin uns diese Reise führt! Zunächst mussten wir unseren Weg aus Alcalá de Henares finden, dem Ort, in dem wir übernachtet hatten. Im Grunde ist es ein Vorort von Madrid. Es gab zwar etwas Verkehr, doch schon bald hatten wir die Stadt hinter uns gelassen und waren auf den ersten schönen Landstraßen unterwegs. Rainer hatte uns am Vortag noch damit aufgezogen, dass er sicherstellen würde, dass wir diese Strecken noch nie gefahren sind – indem er uns einfach überall über die Autobahn schickt. Zumindest heute war das glücklicherweise nicht der Fall. Stattdessen erwarteten uns herrlich kurvige Straßen, die direkt Lust auf mehr machten. Unser erster Stopp führte uns nach Patones de Arriba, ein wunderschön restauriertes Dorf, in dem wir durch die kleinen Gassen schlendern und die beeindruckenden Steingebäude bewundern konnten. Man nennt den Ort auch das „Schwarze Dorf“, da viele der Häuser aus dem dunklen Gestein der Region gebaut wurden. Da wir für spanische Verhältnisse recht früh unterwegs waren, hatten die Cafés noch nicht wirklich geöffnet. Also wurde der Kaffee kurzerhand aus dem Begleitfahrzeug serviert. Nicht ganz das Hafermilch-Café, das man sich vielleicht wünschen würde, aber definitiv ausreichend. Danach ging es wieder auf die Motorräder und weiter Richtung Mittagessen. Das Mittagessen wurde in einem Fahrradzentrum serviert. Natürlich hoffte ich insgeheim, dass wir unsere Motorräder für den Nachmittag gegen Fahrräder tauschen würden – ich bin mir allerdings ziemlich sicher, dass ich mit dieser Idee allein dastand. Nach dem Essen führte uns die Strecke weiter durch Berge und Wälder. Kilometer um Kilometer genossen wir fantastische Straßen und großartige Ausblicke. Die Landschaft wechselte ständig, doch die Qualität der Straßen blieb durchgehend hervorragend. Am Nachmittag erreichten wir schließlich Segovia, unser Tagesziel. Heute Abend werden wir die Stadt bei einem kleinen Rundgang erkunden, gemeinsam zu Abend essen und uns anschließend noch das berühmte Aquädukt ansehen. Ein Auftakt wie dieser macht definitiv Lust auf mehr – wir sind gespannt, was die nächsten Tage für uns bereithalten.
Unser zweiter Fahrtag führte uns von Segovia nach Ávila, einer weiteren wunderschönen historischen Stadt. Wir dachten, die erste Herausforderung des Tages würde darin bestehen, unseren Weg durch die engen Gassen von Segovia zu finden. Stattdessen hatten wir schon damit zu kämpfen, überhaupt aus dem Parkhaus herauszukommen. Nach einer Weile und dank einiger guter Vorschläge von Charly haben wir es aber geschafft und konnten endlich losfahren. Kurz außerhalb der Stadt machten wir einen Stopp, um das beeindruckende Schloss zu bestaunen, bevor wir uns auf den Weg zum Valle de los Caídos machten, wo das höchste Kreuz der Welt steht. Unter dem Kreuz befindet sich eine riesige Kathedrale, die direkt in den Fels gehauen wurde. Es ist wirklich beeindruckend, durch diese Anlage zu gehen und dieses gewaltige Bauwerk zu bewundern, dessen Errichtung unglaublich arbeitsintensiv gewesen sein muss. Zum Mittagessen kehrten wir in ein wunderbares kleines Restaurant ein, das zu einem Weingut gehört. Natürlich konnten wir während der Fahrt keine Weine probieren, aber jetzt, da wir im Hotel angekommen sind, haben wir einen guten Grund, einige der lokalen Weine zu kosten. Nach dem Mittagessen führte uns die Straße hinauf in die Berge auf über 1.800 Meter Höhe. Auf rund 25 Kilometern genossen wir eine fantastisch kurvenreiche Strecke, ohne auch nur ein einziges Auto oder Motorrad zu sehen. Dieses kleine Stück Paradies ganz für uns allein zu haben, war etwas ganz Besonderes. Nun sind wir in Ávila angekommen und werden uns die beeindruckende Stadtmauer genauer ansehen, auf die Mauer hinaufsteigen und herausfinden, wie die Aussicht von dort oben ist.
Es war Zeit für unseren dritten Fahrtag. Beim morgendlichen Briefing verkündete Rainer, dass wir nun genug alte Steine gesehen hätten und es Zeit für etwas anderes sei. Wir verließen die Stadt Ávila entlang ihrer beeindruckenden mittelalterlichen Stadtmauer und machten uns auf den Weg in Richtung Sierra de Gredos. Die Morgenluft war angenehm frisch – eine willkommene Abwechslung nach der Hitze der vergangenen Nachmittage. Schon bald ging es hinauf in die Berge, wo uns herrliche kurvenreiche Straßen erwarteten. Verkehr gab es praktisch keinen, sodass wir die Fahrt und die beeindruckende Landschaft in vollen Zügen genießen konnten. Wir wissen ehrlich gesagt nicht, wo Rainer diese Straßenperlen immer wieder auftreibt, aber das ist uns eigentlich auch egal. Solange wir sie fahren dürfen, kann er gerne noch viele weitere davon finden. Einer der Höhepunkte des Vormittags war die Fahrt über den Puerto de la Peña Negra. Der Pass bot atemberaubende Ausblicke auf das Tal tief unter uns, während auf einigen der umliegenden Gipfel sogar noch Schnee lag – ein wunderschöner Kontrast zu den warmen Temperaturen, die wir bisher erlebt hatten. Nach der Abfahrt ins Tal kamen wir zügig unserem Mittagsziel näher, wo wir erneut mit hervorragender spanischer Küche verwöhnt wurden. Einige entschieden sich für Fisch, andere für Schweinefleisch, und selbstverständlich durfte zum Abschluss ein Postre – ein spanisches Dessert – nicht fehlen. Am Nachmittag standen weitere kurvenreiche Straßen auf dem Programm, bevor wir schließlich die Autobahn nahmen, um rechtzeitig unser Hotel zu erreichen. Offenbar war für den Abend noch ein besonderes Programm geplant, daher wollten wir früh genug dort sein, um die Anlage genießen zu können. Nach unserer Ankunft erhoben wir die Gläser auf unser Geburtstagskind. Alles Gute zum Geburtstag, Valerie! Und was hatte es nun mit dem Abendprogramm auf sich? Offenbar drehte sich alles um zwei der größten Genüsse Spaniens: Wein und gutes Essen. Was sollte da schon schiefgehen?
Nach einem etwas ruhigeren Start in den Tag war es wieder Zeit, das Weingut zu verlassen. Auch wenn uns gesagt wurde, dass wir Richtung Norden fahren würden, ging es wie so oft heute erstmal nach Westen und schließlich über die Grenze nach Portugal. Die Strecke begann noch auf einer relativ breiten Straße, wurde aber schon bald deutlich schmaler und kurviger. Auf einer Harley mit 6 cm Federweg wird’s da zwar etwas ruppig, aber das konnte uns den Spaß natürlich nicht nehmen. Wir überquerten einen Fluss über einen riesigen Staudamm – und genau dort verläuft auch die Grenze. Auf der einen Seite des Tals liegt Spanien, auf der anderen Portugal. Schon verrückt, einfach so darüber zu fahren. Da wir sehr gut in der Zeit lagen, wären wir deutlich zu früh zum Mittagessen gekommen. Also haben wir noch eine kleine Zusatzrunde eingebaut – und die war absolut lohnenswert: fantastische Straßen und unglaubliche Ausblicke. Das Mittagessen fand in einem kleinen Restaurant statt, das alle Erwartungen übertroffen hat. Die Qualität und Zubereitung waren herausragend – Burrata, Cracker mit Schinken und Pilzen, Rind, Schwein… wirklich für jeden etwas dabei, und alles auf sehr hohem Niveau. Nach dem Essen ging es weiter Richtung Hotel, wo wir glücklicherweise etwas früher ankamen. Genau richtig, denn es ist ein ganz besonderer Ort. Die Zimmer sind sehr großzügig geschnitten und blicken direkt ins Tal. Mit Sonne am Nachmittag und einem angekündigten Sonnenuntergang später ist die Aussicht einfach beeindruckend. Der Infinity-Pool war der perfekte Ort, um gemeinsam über die bisherigen Eindrücke der Reise zu sprechen. Ich bin gespannt, was noch alles kommt.
Heute verlassen wir das wunderschöne Pedra Pura Resort in der Nähe von Chaves. Gestern Abend konnten wir beim Abendessen einen fantastischen Sonnenuntergang genießen, aber nun ist es Zeit, weiterzuziehen. Rainer ist heute Morgen „unter einem Felsen“ aufgewacht, nachdem er gestern scherzhaft gesagt hatte, wir würden die Nacht unter Felsen verbringen. Zum Glück war das nicht ganz der Fall – die Zimmer waren absolut traumhaft und äußerst komfortabel. Beim morgendlichen Briefing kündigte Rainer an, dass wir eine Kirche besuchen und viele Kurven fahren würden. Außerdem meinte er scherzhaft, wenn das Mittagessen nicht schmecken sollte, könnten wir den Koch anschreien. Das hört man auch nicht alle Tage! Dann ging es los, und er hatte nicht übertrieben – kurvig war es ... sehr kurvig. Die Temperaturen stiegen bereits deutlich an, als wir nach gefühlt unzähligen Kurven auf perfektem Asphalt unseren Kaffeestopp erreichten. Nach einem kurzen Blick auf die örtliche Kirche ging es direkt weiter – mehr Kurven, mehr Kehren und noch mehr Fahrspaß. Je höher wir kamen, desto angenehmer wurden die Temperaturen und desto beeindruckender die Ausblicke. Eine fantastische Bergstraße führte uns bis zum Gipfel, wo uns eine weitere Kirche erwartete – und ein von Lars vorbereitetes Edelweiss-Picknick. Nachdem wir unsere Mägen mit einem für unsere Verhältnisse überraschend leichten Mittagessen gefüllt hatten, ging es wieder bergab und direkt auf die nächste großartige Bergstraße. Endlose Kurven, kein Verkehr und eine atemberaubende Landschaft – ein wahres Paradies für Motorradfahrer. Auch unsere Ankunft im Lavandeira Douro Hotel war spektakulär. Eine lange Zufahrt durch die Weinberge führte uns zu einem wunderschönen Hotel mit tollem Pool und hervorragenden Zimmern. Rainer verkündete, dass wir hier zwei Nächte bleiben würden. Nun sind wir gespannt, was er für uns geplant hat – wir können es kaum erwarten, es herauszufinden!
Heute stand ein Ruhetag auf dem Programm, was bedeutete, dass wir den Morgen etwas entspannter angehen und ein wenig länger schlafen konnten. Wahrscheinlich hat auch der Wein und Portwein vom Vorabend dazu beigetragen. Bei ein paar Gläsern saßen wir noch lange zusammen und tauschten Reisegeschichten aus. Dabei ging es um unsere Lieblingsorte auf der Welt zum Motorradfahren und um Erinnerungen an vergangene Abenteuer – unter anderem an Bergpässe in Indien, die vor einigen Jahren wegen Schneefalls unpassierbar waren. Auch wenn die heutige Etappe etwas kürzer ausfiel, kamen die Kurvenfans definitiv auf ihre Kosten. Wunderschöne, verwinkelte Straßen führten uns durch Weinberge und entlang von Flüssen und boten Fahrspaß und tolle Ausblicke zugleich. Beim Mittagessen schien die Küchencrew etwas effizienter zu arbeiten als der Service. Die Steaks waren hervorragend, aber bei Getränken und Essen dauerte es etwas, bis alles bei jedem angekommen war. Solche kleinen Erlebnisse machen eine Reise aber oft erst richtig erinnerungswürdig – also alles halb so wild. Nach dem Mittagessen warteten noch einige herrliche Kurven auf uns, bevor wir wieder im Hotel ankamen. Dort blieb genügend Zeit, um am Pool zu entspannen und die Annehmlichkeiten dieses wunderschönen Hauses zu genießen. Und heute Abend steht noch ein besonderes Highlight auf dem Programm: eine Weinverkostung mit anschließendem BBQ. Pssst ... nicht weitersagen! Noch nicht alle wissen Bescheid
Heute war es wieder an der Zeit, den Weinberg und den wunderschönen Pool hinter uns zu lassen. Am Morgen hat es ein wenig geregnet, also haben wir unsere Regenkleidung wenigstens nicht umsonst mitgebracht. Es war trotzdem warm und der Regen nur sehr leicht, daher war das kein großes Problem. Für einen Fotostopp hielten wir auf einem Hügel mit einem kleinen Aussichtsturm, der uns wunderschöne Ausblicke auf die Umgebung bot. Offenbar kennen auch die Rinder hier diesen Aussichtspunkt, denn sie versperrten den Weg nach oben, während wir gerade herunterkamen. Während unserer Kaffeepause fühlte sich Philippes Motorrad etwas einsam, also nutzte es seine Alarmanlage, um Aufmerksamkeit zu bekommen, und hörte nicht auf zu schreien, bis Philippe und Emmanuelle von der kleinen Kirche im Ort zurückkamen. Vor der heutigen Etappe wurden wir gewarnt, denn man sagte uns, dass viele Kilometer und jede Menge Kurven auf uns warten würden. Außerdem sollten wir anschließend in einer Berghütte übernachten, sodass es nach zwei Tagen voller Verwöhnprogramm etwas einfacher werden würde. Zumindest ein Teil davon stimmte, denn meine Güte, hatten wir heute viele Kurven. Praktisch kein nennenswerter Verkehr und glatter Asphalt mit Kurven ohne Ende. Nach dem Mittagessen wurde es wieder wärmer, daher war es sehr angenehm, dass wir heute einige Höhenmeter gesammelt haben. Der letzte Teil unserer Strecke führte uns durch einen Nationalpark mit hohen Gipfeln. Genau dort werden wir auch morgen einen Großteil unserer Fahrzeit verbringen. Als wir am Hotel ankamen, stellte sich heraus, dass Rainer nicht ganz ehrlich gewesen war, denn von einer einfachen Berghütte kann hier keine Rede sein. Wir befinden uns weit oben am Berg und alle Zimmer blicken auf das Tal vor uns. Das Restaurant hat auf drei Seiten raumhohe Glasfronten und bietet fantastische Ausblicke auf die Umgebung. Ein wirklich beeindruckender Ort. Die Straße, die direkt vom Hotel hinunterführt, ist gesperrt, daher müssen wir morgen einen kleinen Umweg fahren. Die Routen wurden bereits neu geplant, sodass es jetzt auch für Rainer ein kleines Abenteuer wird.
Heute hatten wir einen weiteren Ruhetag und befinden uns im wunderschönen Naturpark Serra da Estrela. Laut Rainer ist diese Region ein wahres Paradies für Motorradfahrer, und wir waren uns sicher, dass er dies auf der heutigen Ausfahrt unter Beweis stellen würde. Einige unserer Gäste entschieden sich dafür, einen motorradfreien Tag einzulegen und die Umgebung unseres wunderschönen Hotels zu erkunden. Ingrid, Gottfried und Walter machten sich zu einer Wanderung auf, während Mauricio und Valerie das Spa des Hotels ausgiebig nutzten. Bei diesem traumhaften Ambiente sind wir sicher, dass sie eine großartige Zeit hatten. Der Großteil der Gruppe schloss sich Rainer zur heutigen Ausfahrt an. Zunächst fuhren wir die fantastische Straße hinunter, die wir bereits am Vortag bergauf gefahren waren. Über den Tälern lag eine Inversionswetterlage: Während sich unten eine dichte Wolkendecke gebildet hatte, war der Himmel in den höheren Lagen strahlend blau. Die Aussicht über den Wolken war einfach spektakulär. Im Tal angekommen führte uns Rainer erneut über die Berge in Richtung Manteigas, unterbrochen von einer kurzen Kaffeepause. Kurven und Kehren begleiteten uns den ganzen Tag, und die angenehmen Temperaturen sorgten für perfekte Bedingungen zum Motorradfahren. Zum Mittagessen kehrten wir in ein lokales Restaurant in Loriga ein. Serviert wurden Ente, Kabeljau und Schweinefleisch – alles hervorragend zubereitet und ausgesprochen lecker. Es war eine wunderbare Gelegenheit, die regionale Küche kennenzulernen. Nach dem Mittagessen ging es auf einem kurzen Abschnitt zurück hinauf zu unserem Hotel, sodass unseren Gästen noch genügend Zeit blieb, die Umgebung und die Annehmlichkeiten des Hotels zu genießen. Emmanuelle und Philippe wurden dabei beobachtet, wie sie die Gegend zu Fuß erkundeten und die herrlichen Ausblicke genossen, während einige der Tourguides die Gelegenheit für eine Fahrradtour nutzten. Am Abend trafen sich alle auf der Hotelterrasse zu einem Drink. Bei einem atemberaubenden Ausblick ließen wir einen weiteren wunderbaren Tag in der Serra da Estrela gemeinsam ausklingen.
Heute Morgen kündigte Rainer an, dass er uns die Stunde wieder wegnehmen würde, die er uns vor ein paar Tagen geschenkt hatte. Das konnte nur eines bedeuten: Wir fahren zurück nach Spanien. Irgendwann mussten wir ohnehin zurück, denn ein Teil unseres Gepäcks wartet noch im Starthotel auf uns. Heute steht eine längere Etappe mit 313 Kilometern auf dem Programm. Die Strecke führt zunächst weiter durch die kurvenreichen Straßen der Serra da Estrela, die uns nun schon seit einigen Tagen begeistert. Lars ist etwas früher losgefahren, um einige Drohnenaufnahmen zu machen. Wir sind gespannt, wie die Bilder am Ende aussehen werden. Um 8:30 Uhr steigen wir auf die Motorräder und rollen hinunter ins Tal. Bevor wir es erreichen, biegen wir jedoch in Richtung Torre ab – dem höchsten Punkt des portugiesischen Festlands und Heimat des einzigen Skigebiets Portugals. Wusstet ihr, dass es in Portugal ein Skigebiet gibt? Viele von uns jedenfalls nicht. Die Auffahrt belohnt uns mit spektakulären Ausblicken, fantastischen Straßen und endlosen Kurven. Oben angekommen legen wir einen Stopp ein, um die Aussicht zu genießen, bevor es wieder bergab in Richtung spanische Grenze geht. Vor dem Grenzübertritt machen wir noch eine letzte Kaffeepause in Sortelha, einem charmanten mittelalterlichen Dorf auf einem Hügel. Als wir ankommen, sind die Gassen noch menschenleer. So bleibt genügend Zeit für einen entspannten Spaziergang durch den Ort. Natürlich gibt es Kaffee – und weil die Temperaturen bereits deutlich steigen, auch ein Eis. Kurz nach Sortelha erreichen wir die Grenze. Sie wird lediglich durch einen kleinen Fluss markiert und ist so unscheinbar, dass man sie leicht überqueren könnte, ohne es überhaupt zu bemerken. Nun fahren wir durch die Extremadura, wo sich die Landschaft langsam verändert: Das satte Grün weicht zunehmend trockeneren, sonnenverwöhnten Ebenen. Gleichzeitig wird es immer heißer. Zum Mittagessen kehren wir in ein typisch spanisches Restaurant ein. Serviert werden ein frischer Salat und anschließend eine klassische Paella mit Meeresfrüchten. Gut gestärkt machen wir uns danach auf den Weg zur letzten Etappe des Tages. Die nächste anderthalbe Stunde führt uns durch die Hitze in Richtung Hotel. Kurz vor dem Ziel fragt Rainer, ob jemand Lust auf ein paar zusätzliche Kurven in den Bergen hat, bevor der Tag endet. Einige Teilnehmer sind sofort dabei, während andere lieber direkt zum Hotel fahren, um sich mit einem Sprung in den Pool und einem kühlen Bier zu belohnen. Bereits am Morgen hatte Rainer alle daran erinnert, ihre Hausaufgaben bis zum Abend zu erledigen: ein Selfie mit einem Einheimischen, ein Foto einer Blume und die Lösung eines Rätsels, das den Ort der nächsten Mystery Tour enthüllen soll. Nun sind wir gespannt, wer seine Aufgaben richtig gelöst hat – und ob Rainer tatsächlich das nächste Ziel verraten wird. Eines ist sicher: Das Abendessen verspricht heute besonders spannend und unterhaltsam zu werden.
Unser vorletzter Tag war gleichzeitig auch der längste, denn heute haben wir rund 360 Kilometer zurückgelegt. Am Morgen haben wir zunächst ein Stück Autobahn genutzt, um etwas Strecke zu machen. Doch schon bald ging es weiter auf die wunderschönen, kurvenreichen Straßen des Monfragüe-Nationalparks. Einen kurzen Stopp legten wir am Salto del Gitano ein, der als einer der besten Orte zur Vogelbeobachtung in Europa gilt. Unser Hauptstopp des Tages war jedoch Guadalupe. Dort haben wir gemeinsam zu Mittag gegessen, hatten etwas Zeit, durch den Ort zu schlendern, und konnten außerdem das Königliche Kloster Santa María de Guadalupe besichtigen. Es ist ein beeindruckend großes Bauwerk – da passt der lange Name durchaus. Zu diesem Zeitpunkt wurde es dann auch richtig warm, und sobald wir wieder auf den Motorrädern saßen, war die Hitze deutlich spürbar. Als wir schließlich zur Kaffeepause anhielten, waren alle froh, eine Weile im Schatten sitzen und ein Eis genießen zu können, bevor es auf den letzten Abschnitt des Tages ging. Obwohl die Temperaturanzeige zeitweise 38 °C erreichte, war es dennoch eine sehr schöne Fahrt, denn die Landschaft begeisterte uns den ganzen Tag über. Inzwischen sind wir in Toledo angekommen, wo unser Hotel einen wunderbaren Blick über die Stadt bietet. Zum Abendessen werden wir noch in die Altstadt hinuntergehen, um Toledo aus nächster Nähe zu erleben. Und morgen steht dann bereits der letzte Tag unserer Tour auf dem Programm.
Heute stand unser letzter Fahrtag auf dem Programm – und zum ersten Mal in dieser Woche wussten wir tatsächlich genau, wohin es gehen würde: zurück zu unserem ersten Hotel in Alcalá de Henares. Auch heute kündigte sich wieder ein heißer Tag an. Deshalb wurden die Motorräder noch einmal mit reichlich Wasser beladen, bevor wir etwas später als gewöhnlich aufbrachen. Das lag vor allem daran, dass das gemeinsame Abendessen in der Altstadt von Toledo am Vorabend etwas länger gedauert hatte. Nach spanischen Maßstäben völlig normal – für einige von uns war die Rückkehr nach Mitternacht jedoch eher ungewohnt. Unser erster Stopp führte uns zur königlichen Frühlingsresidenz in Aranjuez. Anschließend legten wir eine wohlverdiente Kaffeepause in Chinchón ein. Dort wurde auf dem historischen Marktplatz bereits alles für die traditionellen Stierveranstaltungen vorbereitet. Inzwischen zeigte das Thermometer deutlich über 30 °C, doch das hielt niemanden davon ab, einen weiteren großartigen Fahrtag zu genießen. Rainer hatte bereits angekündigt, dass die Strecke heute nicht mehr ganz so kurvenreich sein würde, da wir die Berge hinter uns gelassen hatten. Trotzdem fand er auch auf der letzten Etappe noch genügend schöne Kurven und abwechslungsreiche Straßen, sodass alle noch einmal voll auf ihre Kosten kamen. Nach einem Gruppenfoto und einem entspannten Mittagessen machten wir uns auf die letzte Stunde der Tour zurück nach Alcalá de Henares, wo wir die Motorräder abgaben und dieses unvergessliche Abenteuer offiziell beendeten. Zum krönenden Abschluss genossen wir ein hervorragendes Abendessen in einem exquisiten Restaurant, das Rainer persönlich ausgewählt hatte – der perfekte Ausklang einer beeindruckenden Reise durch Spanien und Portugal. Viele unserer Gäste waren bereits mehrfach in Spanien unterwegs gewesen, waren jedoch überrascht, wie viele neue Landschaften, Straßen und Eindrücke sie auf dieser Tour noch entdecken konnten. Genau das macht unsere Mystery Tour so besonders. Ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmer, die diese Reise erneut zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht haben. Wir freuen uns schon jetzt auf die nächste Mystery Tour in zwei Jahren. Wer weiß, welche Überraschungen Rainer bis dahin wieder für uns bereithält? Bis bald auf der nächsten Tour! **Eure Guides,** Rainer, Lars & Michel