HAT2601 - High Alpine Tour (21.06.2026 - 28.06.2026 )

Willkommen zur High Alpine Tour Jetzt geht es endlich los – die heiß ersehnte High Alpine Tour beginnt! Wir zwei – Albert und ich (Axel) – heißen Euch herzlich willkommen in Erding. Doch noch bevor die eigentliche Tour startet, wartet auf einen Teil unserer Gruppe bereits das erste Highlight. Gemeinsam mit Albert geht es auf eine geführte City-Tour durch München. Nach einem traditionellen Weißwurstfrühstück werden einige der schönsten Plätze der bayerischen Landeshauptstadt erkundet. Vom Isartor über den Viktualienmarkt und den Marienplatz bis hin zur Frauenkirche – und natürlich darf auch ein Besuch im berühmten Hofbräuhaus nicht fehlen. Das sind nur einige Stationen Ihrer Entdeckungs Tour durch München. Solltet Ihr also einmal in München sein, lohnt es sich definitiv, vor oder nach einer Tour etwas Zeit einzuplanen, um diese Stadt zu entdecken. Nachdem unsere Entdecker wieder zurück in Erding waren, ging es zum eigentlichen Startschuss für die High Alpine Tour über. Zum ersten Mal trifft die gesamte Gruppe zusammen und bei unserem Welcome Briefing tauchen wir gemeinsam tiefer in die bevorstehende Reise ein. Die ersten Highlights werden greifbar und die Vorfreude auf die kommenden Tage ist bei allen deutlich spürbar. Nach den letzten Informationen folgt schließlich ein Moment, auf den viele gewartet haben: die Übergabe der Motorradschlüssel. Jetzt hat jeder alles, was er für die Tour braucht. Die Zeit bis zum ersten gemeinsamen Abendessen wird direkt genutzt, um die Motorräder mit allem auszurüsten, was man unterwegs benötigen könnte. Wir beide freuen uns schon jetzt auf die kommenden Fahrtage, an denen wir unsere Gruppe auf traumhaft schönen Straßen durch die spektakuläre Welt der Alpen und Dolomiten führen dürfen. Und jetzt gibt es nur noch eines zu sagen: Bleibt gespannt auf das, was uns erwartet, und freut Euch auf viele beeindruckende Bilder und unvergessliche Momente! Bis morgen, Albert & Axel
Montag – Endlich geht es los Nach einer erholsamen Nacht erwacht unsere Neugier – und sie wird mit jeder Minute größer. Deshalb geht es nach dem Frühstück direkt zum ersten Briefing der Tour. Albert öffnet die Master Map und gemeinsam mit der kleinen Zeichnung des Tages ist die Vorfreude sofort geweckt. Dazu gibt es spannende Einblicke in die Geschichte der Region und einen Ausblick auf all das, was wir unserer Gruppe heute zeigen werden. Und dann? Dann geht es endlich zu den Motorrädern – unsere Reise beginnt! Auf kleinen Straßen fahren wir durch das wunderschöne bayerische Farmland bis nach Wasserburg, wo wir unseren ersten Fotostopp einlegen. Anschließend geht es weiter zum Chiemsee, dem größten See Bayerns. Bei einer Kaffeepause genießen wir noch einmal den Blick auf das malerische bayerische Hinterland, bevor wir die Grenze nach Österreich überqueren und in den Genuss des Alpenvorlandes kommen. Die Straßen werden kurviger, die Berge höher und die Täler tiefer. Und plötzlich sind wir angekommen – am Beginn des Motorradparadieses, das für die nächsten vier Tage unser Zuhause sein wird. Willkommen in den Alpen! Und wenn man in dieser Region unterwegs ist, darf eines natürlich auf keinen Fall fehlen: Die Großglockner Hochalpenstraße! Eine Straße, die wie für Motorradfahrer geschaffen wurde. Der Nationalpark Hohe Tauern, durch den sie führt, ist dabei eine Augenweide. Schneebedeckte Gipfel, saftig grüne Almwiesen und unzählige Wasserfälle prägen diese beeindruckende Landschaft. Gefühlt könnte man alle zehn Meter anhalten, um ein Foto zu machen. Und genau das haben wir getan aber keine Angst nicht alle 10 Meter. Der Höhepunkt unserer Fahrt war die Auffahrt zur Edelweißspitze. Dort wurden wir heute mit einem unglaublichen Blick auf den Großglockner belohnt – und mit einem erfrischenden Eiskaffee. Anschließend ging es auf der anderen Seite wieder hinunter ins Tal und weiter Richtung Lienz, wo wir für eine Nacht bleiben werden, bevor unsere Reise morgen weiter in die Dolomiten nach Italien führt. Man könnte wahrscheinlich noch tausend Worte über diesen Tag verlieren, doch sie würden ihm niemals ganz gerecht werden. Denn live ist es immer noch am schönsten. Deshalb: Kommt mit uns auf Tour! Wir stärken uns jetzt erst einmal und laden die Akkus für morgen wieder auf. In diesem Sinne: Bis morgen! Albert & Axel
Es ist Dienstag, Tag 3 unserer Tour – und das bedeutet vor allem eins: Willkommen in den Dolomiten! Endlich ist es soweit. Heute geht es in eine Region, die für mich persönlich ganz weit oben auf der Liste der schönsten Motorradreviere der Welt steht. Am Morgen folgen wir zunächst der Drau flussaufwärts, bevor es hoch hinaus auf die Pustertaler Höhenstraße geht. Auf rund 1.600 Metern genießen wir einen traumhaften Blick über das Tal und die umliegende Bergwelt. Schon hier wird klar: Das wird ein ganz besonderer Tag. Anschließend führt uns die Route wieder hinunter ins Tal. Kaum haben wir die Grenze nach Italien überquert, tauchen wir in eine völlig andere Welt ein – die Welt der Dolomiten. Seit 2009 gehören die Dolomiten zum UNESCO-Welterbe. Allein das wäre schon Grund genug, diese Region auf jede Motorrad-Bucket-List zu setzen. Warum? Diese Frage beantworte ich heute lieber mit Bildern als mit Worten. Denn das Gefühl, mit dem Motorrad durch die Dolomiten zu fahren, lässt sich nur schwer beschreiben. Die gewaltigen Felsformationen, die scheinbar endlosen Kurvenkombinationen und die atemberaubenden Ausblicke machen diese Region einzigartig. Natürlich ist hier auch die Geschichte allgegenwärtig. Die Spuren des Ersten Weltkriegs sind überall sichtbar und dürfen keinesfalls unerwähnt bleiben. Die Front zwischen Italien und Österreich-Ungarn verlief mitten durch diese Berge. Der sogenannte Alpenkrieg hinterließ Bunker, Stellungen, Tunnelanlagen und Kriegsfriedhöfe, die bis heute an diese schwere Zeit erinnern. Doch diese Geschichte lässt sich vor Ort viel intensiver erleben und verstehen, als Worte es jemals vermitteln könnten. Wer einmal hier war, spürt die besondere Atmosphäre dieser historischen Schauplätze. Aber Hand aufs Herz: Das war heute nicht das Highlight der Highlights! Denn wenn man diese Zutaten in eine einzige Motorradroute packt: Pustertaler Höhenstraße – Passo Tre Croci (1.809 m) – Cortina d'Ampezzo – Passo di Giau (2.236 m) – Passo di Falzarego (2.105 m) – Passo di Valparola (2.197 m) – Corvara – Passo Gardena / Grödner Joch (2.121 m) – Grödnertal … dann erlebt man einen dieser Tage, die man nie wieder vergisst. Und wie bereits erwähnt: Selbst die schönsten Bilder können nur ansatzweise wiedergeben, was wir heute erleben und genießen durften. Als wäre das nicht schon genug gewesen, überraschte uns Albert unterwegs noch mit einem Picknick an einem der schönsten Plätze der Tour. Spätestens in diesem Moment war klar: Dieser Tag wird uns allen noch lange in Erinnerung bleiben. Zum Abschluss führte uns die Strecke auf den Hausberg von Bozen – den Ritten. Von unserem Hotel aus genießen wir einen fantastischen Blick auf die schroffen Gipfel der Dolomiten, die im Abendlicht noch einmal ihre ganze Schönheit entfalten. Ich lehne mich jetzt einfach einmal weit aus dem Fenster und behaupte: Das war einer der schönsten Motorradtage im Leben vieler unserer Gäste. Nun geht es zum gemeinsamen Abendessen auf die Terrasse – mit Blick auf die Dolomiten. Danach heißt es: ab ins Bett. Denn morgen ist zwar Rasttag, aber das bedeutet bei uns ganz sicher nicht, dass wir im Hotel bleiben! In diesem Sinne: Viel Spaß mit den Bildern und freut euch auf morgen. Albert & Axel
Ist der Rasttag der beste Tag? Lasst es uns herausfinden! Willkommen zu unserem Rasttag hier im Herzen Südtirols. Heute gab es die Qual der Wahl – und ich kann Euch sagen: Ich möchte diese Entscheidung nicht treffen müssen! Entweder man nutzt die Gelegenheit, noch mehr von den Dolomiten zu entdecken, oder man entscheidet sich für eine etwas kürzere Runde durch die traumhafte Landschaft Südtirols. Eine schwere Entscheidung. Am Ende sind vier Teilnehmer unserer Gruppe mit Albert in die Dolomiten aufgebrochen, während fünf Fahrer mit mir unterwegs waren. Meine Gruppe wollte das Hinterland von Bozen erkunden, und dafür haben wir einige der schönsten Straßen der Region gewählt. Zunächst ging es durch Bozen Richtung Penegal. Um dorthin zu gelangen, muss man einen der schönsten Pässe Südtirols befahren – den Mendelpass. Wobei man mit solchen Superlativen hier vorsichtig sein muss, denn in dieser Gegend gibt es eigentlich keinen Pass, der nicht begeistert! Also los – hinauf auf den Mendelpass. Was für ein Vergnügen! Kaum Verkehr, perfekter Asphalt und Kurven, die einfach nur Spaß machen. Als Krönung bogen wir schließlich rechts ab und arbeiteten uns weiter hinauf auf den Penegal auf über 1.700 Meter Höhe. Oben angekommen wurden wir mit einer spektakulären Aussicht belohnt. Natürlich war es Zeit für eine „Kaffeepause“ – wobei Kaffee bei Temperaturen von bis zu 39 Grad Celsius heute nicht gerade die erste Wahl war. Jeder Eiswürfel im Getränk wurde dankbar angenommen! Danach ging es auf der anderen Seite wieder talwärts, vorbei an Apfelplantagen, soweit das Auge reicht. Nicht umsonst wird Südtirol oft als die Obstkammer Europas bezeichnet. Ein Großteil der europäischen Apfelernte stammt von hier. Und wenn gerade keine Apfelbäume zu sehen sind, dann reihen sich unzählige Weinberge aneinander, die einige der köstlichsten Tropfen des Landes hervorbringen. Für Weinliebhaber ein wahres Paradies. Da wir noch eine weitere Nacht in Südtirol verbringen, führte uns unsere Route über das Ultental zurück Richtung Klobenstein. Doch diese kurze Erwähnung wird dem Ultental eigentlich nicht gerecht. Es fühlte sich an, als hätten wir die gesamte Strecke für uns allein. Die Straße ist ein Traum für jeden Motorradfahrer: enge Kehren wechseln sich mit schnellen, flüssigen Kurven ab, sodass man sich förmlich von einer Kurve in die nächste legen kann. Es war einfach nur göttlich! Am Ende des Tales wartete dann der heiß ersehnte Pizza-Moment auf uns. Schließlich kann man Italien nicht verlassen, ohne vorher noch einmal eine echte italienische Pizza genossen zu haben. Sie war hervorragend! Anschließend ging es über kleine, verwinkelte Nebenstraßen zurück Richtung Hotel – Straßen, die uns mehr als einmal ein breites Grinsen ins Gesicht zauberten. Tja, das war die Runde mit mir. Und Albert? Der tauchte tief in die südlichen Dolomiten ein. Es war ein Tag zum Pässesammeln, 8 haben sie unter die Räder genommen: Ito, Mark und Kimber, Kevin und Albert. Seine Route führte über den Passo di Lavazè (1.808 m), weiter über den Passo Rolle (1.984 m) Richtung Osten, hinauf zum Passo Cereda (1.369 m), anschließend über den Passo Duran (1.601 m) Richtung Norden und weiter zum Passo Fedaia (2.057 m). Von dort ging es wieder nach Westen und schließlich über den Passo di Costalunga – besser bekannt als Karerpass (1.745 m) – zurück Richtung Bozen und zum Hotel. Ihr seht: Diese Strecke hatte es in sich! Vor dem Passo Rolle legte die Gruppe einen Kaffeestopp ein, bei dem die umliegenden Bauern ihre regionalen Spezialitäten anbieten. Von Käse über herzhafte Salami, Speck und Marmeladen bis hin zu vielen weiteren Köstlichkeiten konnte man dort nach Herzenslust probieren und einkaufen. Etwa zur Halbzeit der Tour stand eine Stärkung in Form von Pizza auf dem Programm. Und ein absolutes Muss ist natürlich die Kaffeepause am Passo Fedaia, direkt am Fuße der Marmolata. Der Name leitet sich vom Wort „Marmor“ ab – und genauso beeindruckend wirkt dieser gewaltige Berg. Was für ein Anblick! Das höchste Bergmassiv der Dolomiten ist eine Augenweide, die ihresgleichen sucht. Die gewaltigen Felswände, die Gletscherreste und die einzigartige Kulisse sorgen für einen Moment, den man so schnell nicht vergisst. Ich würde sagen: Ein weiterer gelungener Tag geht zu Ende. Morgen packen wir unsere Koffer und verlassen Italien, um unsere Reise in Richtung Schweiz fortzusetzen. Was wir auf dem Weg dorthin erleben werden? Das erfahrt Ihr morgen. Albert & Axel
Tag 4 – Die Königin der Alpenstraßen Heute starten wir unsere Reise hoch über Bozen in Klobenstein. Von dort führt uns die Route auf direktem Weg nach Glurns, der kleinsten Stadt Italiens. Hinter ihren vollständig erhaltenen Stadtmauern verbirgt sich eine bewegte Geschichte: Bereits seit dem 12. Jahrhundert war Glurns eine der bedeutendsten Handelsstädte Norditaliens. Natürlich bleibt auch Zeit für einen gemütlichen Kaffee und eine ordentliche Portion Sonnenschein, bevor das nächste große Abenteuer beginnt. Denn danach!!!? Danach erwartet uns eines der absoluten Highlights der gesamten Tour: das legendäre Stilfserjoch. Mit seinen 48 engen Kehren auf der Südtiroler Seite zählt es zu den berühmtesten Motorradstraßen der Welt – und das völlig zu Recht. Kurve für Kurve schrauben wir uns durch eine spektakuläre Hochgebirgslandschaft hinauf auf 2.758 Meter Höhe. Was für eine Fahrt! Oben angekommen genießen wir die atemberaubende Aussicht, schießen die obligatorischen Erinnerungsfotos und stärken uns mit einer der wohl besten Bratwürste der Alpen an Brunos legendärem Bratwurststand, bevor es über die ebenso beeindruckende Westseite hinunter nach Bormio geht. Allein das hätte schon gereicht, um diesen Tag unvergesslich zu machen. Aber wer uns kennt und unserem Blog folgt, weiß: Da kommt noch mehr! Mit dem Passo di Gavia wartet direkt der nächste fahrerische Leckerbissen auf uns. Schmal, anspruchsvoll und unglaublich schön schlängelt sich die Straße durch die wilde Bergwelt der Lombardei. Die Gipfel werden höher, die Gletscher zahlreicher und langsam wird deutlich, dass unser heutiges Ziel nicht mehr allzu weit entfernt ist. Die Rede ist von Pontresina in der Schweiz. Doch bis dahin erwarten uns noch einige traumhafte Straßen, die jedem Motorradfahrer ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Schließlich überqueren wir die Grenze zur Schweiz, wo mit dem Berninapass das nächste Highlight auf uns wartet. Perfekter Asphalt, türkisfarbene Seen und der majestätische Piz Bernina sorgen für einen würdigen Abschluss eines Tages, der ganz im Zeichen der großen Alpenpässe steht. Am Ende rollen wir erfüllt von unzähligen Eindrücken nach Pontresina. Hinter uns liegen einige der spektakulärsten Straßen Europas, vor uns ein gemütlicher Abend inmitten der Engadiner Bergwelt. Ein Tag, den man als Motorradfahrer garantiert niemals vergisst. Tja und jetzt heißt es erholen, denn Morgen geht es zurück nach Österreich. Bis dahin viel Spaß mit den Bilder Albert und Axel
Ein neuer Tag, der mit gutem Wetter und angegenehmer Temperatur begann. Wir waren bereit, kleine Länder mit großartiger Landschaft zu genießen: die Schweiz, Liechtenstein und Österreich. Nachdem wir gestern das Stilfser Joch bewältigt hatten, waren alle hochmotiviert und selbstbewusst. Es dauerte nicht lange, bis wir das erste Highlight des Tages erreichten – den Albulapass – toller Fahrspass, wenig Verkehr, herrliche Landschaft. Wieder ging es bergab, und wir hatten eine super schöne Fahrt bis zu unserer Kaffeepause in Lantsch, bevor wir weiter nach Lenzerheide, Chur und Maienfeld fuhren. Das Mittagessen wartete schon auf uns, und es war gut – wir aßen im Heidihof, direkt an der Grenze zwischen der Schweiz und Liechtenstein. Gut gestärkt fuhren wir weiter nach Liechtenstein; es war heiß, aber schön, und wir hatten einen sehr schönen Blick auf das Schloss Vaduz. Es dauerte nicht lange, bis wir die nächste Grenze überquert hatten und wieder in Österreich waren, wo uns weitere wunderschöne Landschaften und herrliche Fahrstrecken erwarteten. Wir nahmen das Furkajoch und den Hochtannberg in Angriff und kamen schließlich im Hotel Jägeralpe in Warth an – glücklich nach einem wirklich schönen Tag auf dem Motorrad. Axel wartete schon auf uns und hatte kalte Getränke bereit – einfach perfekt an einem Tag wie diesem.
Und da ist er – der gefürchtete Tag. Die Rede ist vom letzten Fahrtag unserer Tour. Schade eigentlich, denn unsere Gruppe ist seit Tag eins wie eine kleine Familie zusammengewachsen. Man hat das Gefühl, sich schon seit Jahren zu kennen. Aber so sehr wir es auch versuchen würden – die Zeit lässt sich leider nicht zurückdrehen, um noch ein paar weitere Fahrtage herauszuholen. Also konzentrieren wir uns lieber auf das Positive. Und davon gab es heute mehr als genug. Der Plan für den Tag war eigentlich schnell erklärt: Von Warth sollte es durch das Lechtal und das Namloser Tal zum Plansee gehen. Danach wollten wir die Grenze nach Deutschland überqueren, das Schloss Linderhof besichtigen und einen Blick darauf werfen, wie König Ludwig II. einst lebte. Am Nachmittag sollte es über Ettal und ein kurzes Stück Autobahn zurück nach Erding gehen. Soweit die Theorie. Eigentlich beginnt dieser Tag aber schon beim Frühstück. Und was für eines! Auf der Terrasse, umgeben von den beeindruckenden Gipfeln der Lechtaler Alpen, genießen wir die Morgensonne und die letzten gemeinsamen Stunden auf Tour. Nach dem obligatorischen Briefing schwingen wir uns ein letztes Mal auf die Motorräder und rollen hinunter ins Lechtal. Lange dauert es nicht, bis wir den Blinker setzen und in das Namloser Tal abbiegen. Für Albert und mich ist sofort klar: Diese Straße darf auf keiner Tour durch die Region fehlen. Sie gehört für uns zu den schönsten Motorradstrecken überhaupt. Außerdem versuchen wir heute, der angekündigten Hitze so lange wie möglich zu entkommen. Und dann beginnt sie – die Achterbahnfahrt namens Namloser Tal. Kurve um Kurve tanzt unsere Gruppe durch die Landschaft. Fast wie eine perfekt eingespielte Polizeieskorte zieht sich die Reihe der Motorräder durch die Kurvenkombinationen. Es ist einer dieser Momente, die einen als Tour Guide besonders stolz machen. Man sieht förmlich, wie sehr sich alle Fahrer während der vergangenen Tage weiterentwickelt haben. Flüssig, entspannt und voller Fahrfreude genießen sie jede einzelne Kurve. Einfach wunderschön. Eigentlich sollte es anschließend weiter zum Plansee gehen. Doch eine Straßensperre macht uns einen Strich durch die Rechnung. Zum Glück gehört Improvisieren zum Tourguide-Alltag dazu. Also drehen wir kurzerhand um, passen die Route an und nehmen Kurs auf Garmisch-Partenkirchen. Auch das ist alles andere als eine schlechte Alternative. Die Stadt wurde bereits zur Zeit des Römischen Reiches erwähnt und blickt auf eine Geschichte von fast 1800 Jahren zurück. Bei mittlerweile 38 Grad Celsius parken wir die Motorräder und gönnen uns erst einmal ein Eis und einen kleinen Snack. Viel Hunger hat bei diesen Temperaturen ohnehin niemand mehr. Danach wartet ein Abschnitt, auf den sich einige unserer Gäste schon die ganze Woche gefreut haben: die deutsche Autobahn. Mit Vernunft, Respekt und dem einen oder anderen beherzten Dreh am Gasgriff geht es Richtung Wolfratshausen. Und dann – dreimal dürft ihr raten – wartet bereits die nächste Eis- und Kaffeepause in Sauerlach auf uns. Gleichzeitig ist es unsere letzte gemeinsame Pause auf dieser Tour. Von dort sind es nur noch wenige Kilometer bis Erding. Zum letzten Mal rollen wir gemeinsam auf den Hotelparkplatz und stellen unsere Motorräder ab. Und dann? Dann haben Albert und ich noch eine kleine Überraschung vorbereitet. Eiskalte Getränke warten bereits auf die Gruppe – und nach diesem heißen Tag schmecken sie wahrscheinlich besser als jemals zuvor. Am Abend geht es ein letztes Mal gemeinsam zum Essen. Ein besonderer Moment. Wir lassen die vergangenen Tage Revue passieren, sprechen über unsere persönlichen Highlights, erinnern uns an lustige Geschichten und an die vielen gemeinsamen Erlebnisse. Jeder hat etwas zu erzählen, jeder nimmt Erinnerungen mit nach Hause. Die berührenden Worte unserer kleinen Motorradfamilie bilden schließlich den emotionalen Abschluss dieser Reise. Albert und ich möchten an dieser Stelle einfach Danke sagen. Danke für diese wunderschöne Tour. Danke für die vielen Gespräche. Danke für die gemeinsamen Kilometer. Danke für die lustigen Momente, die wir niemals vergessen werden. Vor allem aber danke dafür, dass ihr genau so seid, wie ihr seid. Eines ist sicher: Das war nicht das letzte Mal, dass sich unsere Wege gekreuzt haben. In diesem Sinne: Bis bald! Albert & Axel