Tour of the Pyrenees 2601

Pyrenäen Tour 2601

22 Jun 2026
/Holger Homann
Die Pyrenäen gelten noch immer als Geheimtipp unter Motorradfahrern. Genau das macht ihren besonderen Reiz aus. Zwischen Spanien und Frankreich erwartet uns eine faszinierende Mischung aus spektakulären Landschaften, einsamen Bergstraßen und nahezu endlosen Kurvenkombinationen. Wer die Alpen liebt, sich aber nach weniger Verkehr und mehr Ursprünglichkeit sehnt, wird hier sein persönliches Paradies finden. Unsere Reise beginnt in Badalona, unweit von Barcelona. Über die Autobahn verlassen wir die Metropole auf schnellstem Weg und lassen den dichten Stadtverkehr rasch hinter uns. Schon bald wechseln wir auf eine kurvenreiche Landstraße, die uns hinein ins katalanische Hinterland führt. Ziel der ersten Etappe ist das beeindruckende Kloster Montserrat, das hoch oben spektakulär über der Landschaft thront und einen eindrucksvollen Auftakt unserer Tour bildet. Von dort geht es weiter hinein in die abwechslungsreichen Hügel und Täler Kataloniens, wo die Straßen zunehmend ruhiger und die Kurven dafür umso verlockender werden. Bereits am zweiten Tag legen wir einen Ruhetag ein – allerdings nur dem Namen nach. Statt die Füße hochzulegen, nutzen wir die Gelegenheit, einige der schönsten Motorradstrecken der Region ohne Gepäck zu erkunden. Kurve reiht sich an Kurve, während sich hinter jeder Bergkuppe neue Ausblicke eröffnen. Anschließend führt uns die Route durch das Fürstentum Andorra und weiter nach Frankreich. Dort werden die Straßen noch schmaler, die Täler noch einsamer und der Fahrspaß nimmt kein Ende. Die französische Seite der Pyrenäen begeistert mit ihrem ganz eigenen Charakter: rau, ursprünglich und herrlich kurvenreich. Ein besonderer Höhepunkt erwartet uns in Carcassonne. Zwei Nächte verbringen wir in der berühmten Festungsstadt und nehmen uns Zeit, die beeindruckende mittelalterliche Zitadelle zu erkunden. Von dort aus unternehmen wir einen Ausflug in die geheimnisvollen Montagne Noire, die „Schwarzen Berge“, deren verwinkelte Straßen wie geschaffen für Motorradfahrer sind. Auf dem Rückweg nach Spanien folgen wir den Spuren der Katharer. Die spektakulär auf einem Felsgrat thronende Burg Peyrepertuse und die enge Schlucht von Galamus sorgen für unvergessliche Eindrücke. Hinter der Grenze verbringen wir die letzte Nacht, bevor uns die finale Etappe an die Mittelmeerküste führt. Dort wartet mit der GI-682 ein krönender Abschluss der Reise. Die unscheinbare Straßenbezeichnung verrät nichts von dem, was dahintersteckt: eine der schönsten Küstenstraßen Europas. Kurven schmiegen sich an steile Klippen, das Meer glitzert tief unter uns, und jeder Kilometer lädt dazu ein, noch etwas länger unterwegs zu bleiben. Die Pyrenäen vereinen alles, was eine großartige Motorradtour ausmacht: fantastische Straßen, grandiose Landschaften, kulturelle Highlights und überraschend wenig Verkehr. Wer einmal hier unterwegs war, versteht schnell, warum diese Region ein echtes Sehnsuchtsziel ist.