CVE 2601 Im Land der Wikinger

Heute sind unsere Gäste angekommen! Zehn Abenteuerlustige aus den USA sind eingetroffen und alle freuen sich auf die kommende Woche. Wir starteten mit unserer Begrüßung und der Sicherheitseinweisung. Bill, einer unserer Stammgäste, hat im Laufe der Jahre bereits mehr als zwanzig unserer Einweisungen erlebt und war überrascht, dass wir diesmal ein neues Konzept vorgestellt haben. Schließlich ist keine Tour wie die andere! Nach dem offiziellen Teil war es Zeit für die Schlüsselübergabe, und jeder konnte sein Fahrzeug kennenlernen, das ihn in den nächsten acht Tagen begleiten wird. Den Tag ließen wir bei einem gemütlichen gemeinsamen Abendessen im Hotel ausklingen, bevor es Zeit fürs Bett wurde. Auch wenn die Sonne erst gegen 23 Uhr untergeht, freuen sich alle auf einen erholsamen Schlaf. Wir können es kaum erwarten, morgen endlich loszufahren!
Unsere Reise führte uns von Oslo in Richtung Westen. Schon bald wurde der Verkehr deutlich ruhiger, als wir das malerische Numedal erreichten. Unser erster Kaffeestopp war in Kongsberg, einer charmanten Stadt in Norwegens bekannter Skiregion. Anschließend überquerten wir die Brücke und machten das erste Foto eines Wasserfalls auf unserer Tour. Vor dem Mittagessen erreichten wir die wunderschöne Region Telemark und besuchten die beeindruckende Stabkirche von Heddal, die größte erhaltene Stabkirche Norwegens. Sie wurde Anfang des 13. Jahrhunderts erbaut und zählt mit ihrer einzigartigen Holzarchitektur und den kunstvollen Schnitzereien zu den bedeutendsten mittelalterlichen Bauwerken des Landes. Einer lokalen Legende zufolge wurde die Kirche sogar von einem Troll namens Finn in nur drei Tagen errichtet. Später legten wir einen Fotostopp an den Vrangfoss-Schleusen ein, der größten Schleusenanlage des 105 Kilometer langen Telemarkkanals. Die Schleusen wurden Mitte des 19. Jahrhunderts vollständig von Hand aus dem Fels gehauen und gelten bis heute als eine der beeindruckendsten Ingenieurleistungen Norwegens. Mit etwas Glück konnten wir sogar eines der historischen Kanalschiffe bei der Durchfahrt beobachten. Nach dem tollen ersten Fahrtag bei traumhaft sonnigen Wetter genossen wir ein Bier und das Abendessen in unserem Hotel in der Nähe vom See in Vrådal.
Heute verspricht, ein weiterer unvergesslicher Tag zu werden. Wir wachen bei strahlendem Sonnenschein auf und freuen uns auf eine der landschaftlich schönsten Etappen der gesamten Tour. Nach dem ersten Frühstücksbuffet in unserem Motorradhotel geht es zum täglichen Fahrerbriefing. Nach einer kurzen Besprechung starten wir in den Tag. Rund 325 Kilometer liegen vor uns. Unser erster Halt führt uns an den idyllischen Vråvatn-See, wo wir einen kurzen Fotostopp einlegen. Das Wasser liegt nahezu spiegelglatt da und reflektiert die beeindruckende Landschaft. Anschließend wird die Straße herrlich kurvenreich – eine perfekte Einstimmung auf das, was uns später noch erwartet. Schon bald ist es Zeit für die erste Kaffeepause. Ganz typisch norwegisch halten wir an einer Tankstelle. Doch mit ihrem gemütlichen Außenbereich ist sie fast einladender als so manches Café. Zum Mittagessen hat Laszlo wieder ein fantastisches Picknick vorbereitet. Die Aussicht ist grandios, nur das Wetter zeigt sich kurz von seiner nassen Seite. Zum Glück haben wir das perfekte Timing und genießen unser Mittagessen trocken unter einem Unterstand. Danach wartet das absolute Highlight des Tages auf uns. Vorsichtshalber ziehen wir noch einmal die Regenkleidung an, können sie oben an der Lysebotn-Straße aber gleich wieder ausziehen, denn der Himmel reißt auf. Vor uns liegen die legendären 27 Serpentinen. Die meisten erleben diese spektakuläre Strecke nur in eine Richtung – wir genießen sie gleich zweimal. Zuerst geht es hinunter nach Lysebotn, wo uns am Ende des Fjords eine atemberaubende Kulisse erwartet. Anschließend drehen wir um und fahren die gesamte Strecke mit ihren unzähligen Kurven wieder bergauf. Motorradfahren kann kaum schöner sein. Mächtige Felswände begleiten uns durch das Tal, und hinter jeder Kurve eröffnet sich ein neues beeindruckendes Panorama. An der nächsten Kaffeepause ist vom Regen nichts mehr zu sehen. Einige gönnen sich einen Kaffee, andere ein Eis – doch alle sind sich einig: Diese Landschaft und diese Straße gehören zu den absoluten Höhepunkten der Tour. Von dort aus ist es nur noch ein kurzes Stück bis zu unserem Strandhotel in Sola. Wir erreichen unser Ziel genau rechtzeitig, bevor der Regen wieder einsetzt – der perfekte Abschluss eines großartigen Tages auf dem Motorrad.
Heute war der erste Ruhetag unserer Tour. Wir verbrachten ihn am Strand von Sola, wo das Wetter angenehm war – wenn auch vielleicht nicht ganz warm genug für einen richtigen Strandtag. Wir boten zwei optionale Aktivitäten an: eine landschaftlich reizvolle Motorradtour entlang der Südküste und eine Wanderung zum Preikestolen. Einige Teilnehmer entschieden sich für die Motorradtour und begleiteten Laszlo auf einer spektakulären 200 Kilometer langen Rundfahrt entlang der Küste in Richtung Süden. Aimee, Bruce und Charlie schlossen sich Michel für die Wanderung zum Preikestolen an. Nach einer kurzen Motorradfahrt durch einen 15 Kilometer langen Tunnel erreichten wir den Ausgangspunkt der Wanderung. Etwa anderthalb Stunden später standen wir auf dem berühmten Felsplateau und wurden mit einem atemberaubenden Blick über den Lysefjord belohnt – denselben Fjord, den wir bereits am Ende der gestrigen Etappe besucht hatten. Nach der Rückkehr ins Hotel trafen sich die drei Wanderer mit MaryAnn zu einer Bootsfahrt auf dem Lysefjord. So konnten sie die beeindruckende Landschaft auch noch vom Wasser aus erleben.
Heute fuhren wir entlang der spektakulären norwegischen Küste nach Norden und hüpften von Insel zu Insel über ein beeindruckendes Netz aus Unterwassertunneln und Brücken, bevor wir die Fähre von Mortavika nach Arsvågen erreichten. Die 24-minütige Überfahrt bot die perfekte Gelegenheit für unsere erste Kaffeepause des Tages. Zurück auf der Straße führte uns die Route über weitere Brücken, die die kleinen Inseln miteinander verbinden. Anschließend legten wir östlich des Folgefonna-Nationalparks, umgeben von atemberaubenden schneebedeckten Bergen, eine weitere Kaffeepause ein. Danach folgten wir der alten Straße entlang des Åkrafjords, wo wir Fotostopps an den beeindruckenden Wasserfällen Langfoss und dem berühmten Låtefossen einlegten, zwei unvergessliche Höhepunkte des Tages. Das Mittagessen genossen wir in einem gemütlichen norwegischen Café in Odda. Am Nachmittag führte uns die Strecke entlang des wunderschönen Hardangerfjords zu einem der größten Meisterwerke norwegischer Ingenieurskunst, der Hardangerbrücke. Nach der Überquerung der Brücke und der direkten Weiterfahrt in den Tunnel auf der anderen Seite bogen wir nach Westen ab und folgten weiter dem malerischen Fjord. Der Nachmittag belohnte uns mit spektakulären Ausblicken auf schneebedeckte Berge und weitere kristallklare Seen. Nach einer letzten Kaffee- und Tankpause erreichten wir schließlich Bergen, wo unser Hotel für die nächsten zwei Nächte unser Zuhause sein wird, der perfekte Abschluss eines weiteren unvergesslichen Tages auf den Straßen durch Norwegens atemberaubende Landschaften.
Heute, an unserem Ruhetag in Bergen, unternahmen wir am Vormittag gemeinsam mit Bill, Mike, Nolan und Kirk eine Fahrt nach Norden zur Insel Sotra, um die berühmte Gedenkstätte der Festung Fjell zu besuchen. Glücklicherweise trafen wir dort einen Herrn, der uns viele interessante Geschichten über die Schlachtschiffe und die Kanonen erzählte, die während des Zweiten Weltkriegs dort im Einsatz waren. Zurück in Bergen machten wir nach dem Mittagessen am Fischmarkt einen Spaziergang durch die Stadt und besichtigten ihre wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Die Fahrt mit der Standseilbahn auf den Berg war zwar nur kurz, doch der Ausblick über die Stadt und die umliegenden Fjorde war einfach atemberaubend. Der Rest der Gruppe nahm am Morgen die Standseilbahn und begann von dort aus eine lange Wanderung zum Ulriken. Auf den malerischen Bergpfaden genossen sie atemberaubende Panoramablicke auf Bergen, die umliegenden Inseln und die Fjorde. Trotz einiger steiler Abschnitte war die Wanderung ein unvergessliches Erlebnis und eine wunderbare Möglichkeit, die beeindruckende Naturlandschaft rund um die Stadt zu entdecken.
Heute verlassen wir die wunderschöne Stadt Bergen und fahren wieder ins Landesinnere, immer den beeindruckenden Fjorden entlang. Gerade als wir das Hotel verlassen, hört der Regen auf. Auf derselben Strecke, auf der wir gestern in die Stadt gekommen sind, geht es wieder hinaus. Nach einem kurzen Abschnitt auf der Autobahn und der Hauptstraße erreichen wir Dale, wo wir unsere erste Kaffeepause einlegen. Von hier an wird die Strecke deutlich interessanter. Wir verlassen die stark befahrene E16 und nehmen eine alte Straße, die fast parallel verläuft, aber kaum Verkehr und dafür jede Menge Kurven bietet. Unterwegs begegnen uns unzählige Schafe – viele davon stehen oder laufen sogar mitten auf der Straße. Unser nächster Halt ist der Tvindefossen. Man könnte denken: „Schon wieder ein Wasserfall.“ Doch dieser ist wirklich beeindruckend – und ganz sicher nicht der letzte, den wir heute zu sehen bekommen. Wenig später machen wir einen Stopp am oberen Ende der Stalheimskleiva. Die historische Passstraße ist für Motorräder inzwischen gesperrt, aber allein die Aussicht von oben macht die Pause absolut lohnenswert. Anschließend geht es weiter nach Undredal, einem idyllischen Dorf direkt am Aurlandsfjord, wo wir unsere Mittagspause verbringen. Hier wird fast alles aus regionalen Produkten hergestellt. Besonders bekannt ist der Ort für seinen Ziegenkäse und die luftgetrockneten Fleischspezialitäten – genau das lassen wir uns natürlich schmecken, während wir den traumhaften Blick über den Fjord genießen. Und das Beste: Bis jetzt sind wir den ganzen Tag trocken geblieben. Zum krönenden Abschluss wartet noch die spektakuläre Aurlandsfjellet-Panoramastraße auf uns – zweifellos das Highlight des Tages. Über eine Reihe enger Serpentinen geht es hinauf auf ein beeindruckendes Hochplateau, auf dem selbst im Sommer noch Schneefelder liegen. Nach der Abfahrt bringt uns eine kurze Fährüberfahrt über den Sognefjord, bevor wir unser uriges Hotel in Fjærland erreichen. Ein hervorragendes Abendessen mit wunderschöner Aussicht bildet den perfekten Abschluss eines weiteren unvergesslichen Motorradtages durch Norwegen.
Wir starteten den Tag in der Nähe des wunderschönen Sognefjords und fuhren auf derselben malerischen Straße wie am Vortag durch Tunnel und Wälder bis nach Sogndalsfjøra. Von dort ging es nach Westen entlang des längsten und tiefsten Fjords Norwegens bis zur Fähre in Dragsvik. Nach neun Serpentinen erreichten wir einen fantastischen Aussichtspunkt mit Blick auf die kurvenreiche Straße und den wunderschönen Nystølsvatnet-See. Anschließend fuhren wir durch die beeindruckende Landschaft des Jostedalsbreen-Nationalparks und genossen später ein entspanntes Picknick an einem ruhigen See bei Skei. Der Jostedalsbreen-Nationalpark wurde 1991 gegründet und beherbergt den größten Gletscher des europäischen Festlands. Mit seinen Gletschern, Wasserfällen, Seen und Bergen zählt er zu den beeindruckendsten Naturlandschaften Norwegens. Danach folgten weitere traumhafte Kurven, bevor wir über 13 Serpentinen zum Dalsnibba-Aussichtspunkt auf rund 1.500 Metern Höhe hinauffuhren. Zusammen mit dem spektakulären Geiranger-Aussichtspunkt war dies eines der Highlights des Tages. Zum Abschluss ging es über den berühmten Geirangervegen fast 1.000 Höhenmeter bergab – auf einer Straße voller Kurven und rund 20 weiterer Serpentinen. Nach diesem unvergesslichen Fahrtag entspannten wir im Whirlpool und ließen den Abend bei einem leckeren Abendessen in unserem wunderschönen Hotel direkt am Fjord ausklingen.
Vor ein paar Tagen standen wir vor einer Entscheidung: Sollten wir eine Fjordkreuzfahrt auf dem Geirangerfjord machen oder über den berühmten Trollstigen fahren? Die Entscheidung fiel der Gruppe leicht – alle wollten lieber noch einen Tag auf dem Motorrad verbringen als einen Tag auf dem Wasser. Also ging es los, zunächst über die elf Serpentinen der Ørnevegen (Adlerstraße), die sich aus Geiranger hinaufwindet. In der letzten Kehre legten wir einen Stopp am Aussichtspunkt ein. Von dort aus bot sich ein atemberaubender Blick über den Fjord mit den Kreuzfahrtschiffen – einfach wunderschön. Anschließend ging es mit der letzten Fähre unserer Tour weiter, bevor wir einen Kaffeestopp am Gudbrandsjuvet einlegten. Hier hat sich das Wasser tief in den Fels gegraben, und man kann die gewaltige Kraft des Flusses hautnah spüren. Auch der Ausblick vom Café ist einfach fantastisch. Dann folgte das Highlight des Tages – und für viele sogar der gesamten Reise: der Trollstigen, das „Stelvio Norwegens“. Vom Aussichtspunkt oben eröffnet sich ein spektakulärer Blick auf die Straße, die sich mit ihren engen Kehren ins Tal schlängelt. Danach waren wir selbst an der Reihe: 700 Höhenmeter bergab, verteilt auf elf legendäre Serpentinen. Für diese Gruppe? Kein Problem. Nach einem leichten Mittagessen in Åndalsnes machten wir uns auf die letzte Etappe nach Ålesund, dem Endziel unserer Tour. Bevor wir im Hotel eincheckten, fuhren wir noch hinauf zum Aussichtspunkt Aksla. Von dort konnten wir die Stadt überblicken und sogar unser Hotel entdecken. Es war ein etwas wehmütiger Moment, denn unsere Reise war nun zu Ende. Doch wenn wir auf die vergangenen acht Tage zurückblicken, bleibt vor allem eines: eine unvergessliche Tour mit traumhaften Straßen, spektakulären Landschaften und Erinnerungen, die uns noch lange begleiten werden.