Tourenzentrum Norwegen NTC2602

Was für ein Auftakt! Unser erster gemeinsamer Fahrtag führte uns direkt zu einigen der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Region Møre og Romsdal – und zeigte einmal mehr, warum Norwegen als Paradies für Motorradfahrer gilt. Nach einem kurzen Kaffeestopp in dem süßen Küstenort Åndalsnes machten wir uns auf den Weg zur Trollveggen, der höchsten senkrechten Felswand Europas. Rund 1.100 Meter erhebt sich die gewaltige Granitwand nahezu senkrecht in den Himmel und zieht seit Jahrzehnten Bergsteiger aus aller Welt an. Für uns war sie der perfekte Ort für ein Erinnerungsfoto, bevor das Highlight des Tages auf uns wartete. Die Fahrt über den Trollstigen gehört zweifellos zu den schönsten Straßen Norwegens. Elf enge Kehren schlängeln sich den Berg hinauf, vorbei an Wasserfällen und beeindruckenden Felsformationen. Besonders der gewaltige Stigfossen Wasserfall sorgt unterwegs für eine spektakuläre Kulisse. Oben angekommen genossen wir den Blick von den modernen Aussichtsplattformen und staunten über die außergewöhnliche Straßenführung, die bereits in den 1930er-Jahren gebaut wurde! Und natürlich durfte eine Tradition nicht fehlen: Bob gönnte sich sein Eis. Weiter ging es zum Gudbrandsjuvet, einer tiefen Schlucht, die der Fluss Valldøla über Jahrtausende in den Fels gegraben hat. Das tosende Wasser ist ebenso beeindruckend wie die Architektur der Aussichtsplattformen. Und es gibt noch einen Grund warum wir hier sind: die Wohl besten Zimtschnecken der Region. Nach einem gelungenen Lunch führte uns die Route durch das idyllische Valldal, das in ganz Norwegen für seine zuckersüßen Erdbeeren bekannt ist. Dank des milden Klimas und der langen Sommertage entwickeln sie hier ein außergewöhnlich intensives Aroma. Natürlich mussten wir uns davon selbst überzeugen. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Zum Abschluss besuchten wir die "Stordal gamle kyrkje", auch Rosekirche genannt. Die kunstvollen Rosenmalereien machen die kleine Holzkirche zu einem besonderen kulturhistorischen Schatz. Interessant ist auch ein Blick in die Vergangenheit: Früher saßen Frauen und Männer während des Gottesdienstes auf getrennten Seiten. Über der Frauenseite erkennt man ein gemaltes Gesicht an der Decke. Es soll Gott darstellen, der über die "unbeschützten" Frauen wacht. Bevor wir den Tag ausklingen ließen, machten wir noch einen kurzen Abstecher auf den Aksla, den Aussichtspunkt über Ålesund. Von hier bietet sich ein wunderschöner Blick auf die Stadt, die umliegenden Inseln und den Fjord. Unser erster Fahrtag - voller beeindruckender Landschaften, spannender Geschichten und kleiner Genussmomente – war ein voller Erfolg und macht Lust auf mehr! Wohin werden Lasse und Joy uns morgen wohl führen?
Heute sind wir wieder in unserem schönen Hotel in Ålesund aufgewacht, einige von uns früher als die anderen, da sich eine kleine Gruppe entschlossen hatte, sich vor dem Frühstück zu einer kurzen Morgenwanderung zu treffen. Das reichhaltige Buffet ist ein sehr guter Start in diesen bewölkten Morgen. Wir trafen uns in der Garage bei den Motorrädern, wo wir uns kurz fertig machten und unsere heutige Tour in Richtung Fähre starteten. Die tägliche Einweisung haben wir auf die Fährfahrt verschoben, um etwas Zeit zu sparen. Wir stiegen auf die Fähre und hatten nach der Besprechung noch etwas Zeit, um einen Kaffee zu trinken und die Aussicht zu genießen. Wir kamen in Molde an, stiegen vom Schiff und machten uns auf den Weg nach Bud, einem kleinen Dorf, in dem Geschichte in der Luft liegt. Als Nazideutschland in Norwegen einmarschierte, baute es dort zahlreiche Festungen und Bunker. Wir verbrachten hier einige Zeit, bevor wir auf kurvigen und schmalen Straßen weiter zur Atlantikstraße fuhren. Die Überquerung dieser Brückenkette war definitiv ein Highlight des Tages. Auf der anderen Seite hielten wir an, um zu Mittag zu essen. Die Brücken warteten auf uns, also fuhren wir sie anschließend noch einmal über und machten ein paar schöne Fotos von der umliegenden Landschaft, bevor wir über kurvige Straßen zurück nach Molde fuhren. Hier stiegen wir wieder auf die Fähre, die uns zurück nach Vestnes brachte. Eine weitere wunderschöne Fahrt und ein paar Kurven brachten uns zurück zu unserem Hotel, wo wir ein köstliches Abendessen genossen, bevor sich alle müde, aber glücklich ins Bett begaben.
Wir mussten heute Morgen etwas früher losfahren, da ein langer Tag vor uns lag und wir pünktlich unsere erste Fähre des Tages erreichen mussten. Nach dem Frühstück trafen wir uns in der Garage, verschoben das tägliche Briefing erneut auf die Fahrt mit der Fähre und machten uns direkt auf den Weg. Der Nebel war so dicht, dass wir ein wenig nass wurden, obwohl es nicht regnete. Das tägliche Briefing während der Fährfahrt zeigte uns die heutige Route. Voller Vorfreude stiegen wir vom Boot ab und setzten uns wieder auf die Motorräder. Es war immer noch bewölkt und neblig, aber wir konnten uns bereits die wunderschöne Landschaft vorstellen, die sich dort neben der Straße verbarg. Nach einer schönen Fahrt, einigen Serpentinen und immer dichter werdendem Nebel erreichten wir unseren ersten Fotostopp, wo wir ein paar lustige Fotos mit der Krötenstatue machten, die Besucher daran erinnert, eine der größten Krötenpopulationen Europas zu schützen. Von hier aus fuhren wir weiter zu unserem Mittagessen in Nordfjordeid. Kurz bevor wir dort ankamen, schaffte es die Sonne endlich, den Nebel zu vertreiben. Während die Sandwiches gegessen wurden, beschloss ein Teil der Gruppe, eine weitere Runde zu drehen, um den Vestkapp zu besuchen. Sie trennten sich vom Rest der Gruppe, um einige schmale und kurvige Straßen zu erkunden, bis sie ihr Ziel erreichten. Der Nebel war wieder da, aber sie hatten so viel Glück, dass die Sonne erneut ganze Arbeit leistete und es während ihres Aufenthalts dort oben immer klarer wurde. In der Zwischenzeit machte sich die andere Gruppe auf den Weg zu einer der Fähren, um zum Hotel zurückzukehren. Auch die Besucher des Kapp mussten auf die Zeit achten und machten sich daher auf den Weg, fuhren noch eine kurze Kurvenrunde und folgten ihren Begleitern zur Fähre. Als sie im Hotel ankamen, war es bereits fast Zeit fürs Abendessen, also beeilten sie sich ein wenig, um gemeinsam ins Restaurant zu gehen, wo wir über den Tag plauderten und ein wunderbares Abendessen genossen. Später gingen einige von uns in eine Kneipe, um sich das Fußballspiel anzusehen, bevor wir ins Bett gingen und neue Energie für den kommenden Tag tankten.
Der Morgen in Ålesund begann ähnlich wie die letzten Tage: Dichter Nebel lag über der ganzen Stadt, als wir aufstanden, um unsere morgendlichen Routinen zu erledigen. Wir trafen uns zum Frühstück – keine Überraschungen, aber das war auch nicht nötig. Anschließend trafen wir uns in der Garage bei den Motorrädern, machten uns schnell fertig und machten uns auf den Weg, um wieder unsere erste Fähre des Tages zu erwischen. Wieder perfektes Timing: Nur eine Minute Wartezeit, dann konnten wir an Bord gehen. Selbst nach all den Fährfahrten der letzten Tage wird es hier immer noch nicht langweilig. Wir versammelten uns um den Flipchart, um während der Einweisung zu sehen und zu hören, was der Tag für uns bereithalten würde. Alles war klar, also konnten wir auf der Fähre einen Spaziergang machen – aber Moment mal, plötzlich fing die Gruppe an zu singen … „Happy Birthday“ erklang über das gesamte Deck, als etwa 20 Stimmen ihr Bestes gaben, um diesen besonderen Tag eines unserer Gruppenmitglieder zu feiern. Zeit, auf die Motorräder zu steigen und die Fähre zu verlassen. Die lange Straße in perfektem Zustand mit einigen Kurven führte uns zu unserem ersten Halt im Nationalparkzentrum Jostedalsbreen. Wir konnten entscheiden, ob wir einen Kaffee genießen oder uns über Europas größten Gletscher informieren wollten. Es würde ein langer Tag werden, deshalb blieben wir nicht allzu lange, sondern machten uns zügig auf den Weg zu einer alten Straße, die man heutzutage durch einen Tunnel abkürzen könnte. Da wir ja hier sind, um Abenteuer zu erleben: Ratet mal, was wir gemacht haben … Klar, wir nahmen die alte Straße und so gab es statt einer dunklen Tunnelfahrt eine atemberaubende, landschaftlich reizvolle Fahrt durch den Berg. Ein paar Schotterbaustellen machten dieses Erlebnis zu einem ganz besonderen Highlight. Wir kamen in Djupvasshytta an, wo wir die Gelegenheit nutzten, hinauf nach Dalsnibba zu fahren, um die atemberaubende Aussicht hinunter auf den Geirangerfjord zu genießen. Dort gönnten wir uns auch einen kleinen Imbiss, bevor wir hinunter zum Fjord fuhren, um die Fähre zu nehmen, die uns über den Geirangerfjord zurück nach Hellesylt brachte. Die Fahrt mit der Fähre lohnte sich mit fantastischen Ausblicken auf mehrere Wasserfälle und wunderschöne Natur. Wir mussten noch eine letzte Fähre für heute erwischen und beeilten uns daher ein wenig, um pünktlich dort zu sein; wieder einmal perfektes Timing, und wir schafften es gerade noch rechtzeitig auf die Fähre. Nach einer kurzen Dusche trafen wir uns wieder zum Abendessen im Hotelrestaurant. Aber das Dessert schien heute etwas Besonderes zu sein: Es wurde eine Geburtstagstorte für unseren Freund serviert, und wir gratulierten ihm noch einmal zu diesem besonderen Tag. Zeit, schlafen zu gehen, denn wir müssen Energie für den nächsten Tag tanken.
Unser letzter Fahrtag begann mit einer Fährüberfahrt von Sulesund nach Hareid. In der Inselwelt um Ålesund gehören Fährfahrten ganz selbstverständlich zum Straßennetz – und machen jede Tour ein kleines Stück abwechslungsreicher. Unser heutiges Ziel war die Vogelinsel Runde. Nach einem sportlichen Aufstieg erreichten wir die Steilküste. Ein Norweger hätte den Weg vermutlich als gemütlichen Spaziergang bezeichnet. So oder so - die Aussicht ist spektakulär, trotz Kälte und Wind hat sich der Aufstieg auf jeden Fall gelohnt! Hunderte Papageitaucher düsen durch die Luft. Die kleinen Seevögel verbringen den Großteil ihres Lebens auf dem offenen Meer und kommen nur zum Brüten an Land. Mit ihren bunten Schnäbeln, den schnellen Flügelschlägen und den manchmal etwas holprigen Landungen sind sie einfach unverwechselbar – und ziemlich sympathisch. Nach einem leckeren Mittagessen im Naturzentrum führte uns die letzte Motorradrunde noch über die landschaftlich reizvolle Insel Gurskøy, bevor wir zurück nach Ålesund fuhren. Im Hotel gibts ein leckeres Bootbeer und es heißt Abschied nehmen von unseren Motorrädern. Den gelungenen Abschluss bildete das gemeinsame Abendessen im Restaurant Polabjørn im 9. Stock. Bei bestem Ausblick auf Ålesund ließen wir die Woche noch einmal lautstark Revue passieren. Die Erdbeeren aus Valldal, die alte Schneestraße, Dalsnibba, Trollstigen – jeder hatte seinen persönlichen Lieblingsmoment. Über eines waren wir uns jedoch alle einig: Aus unserer Gruppe individueller Motorradfahrer war innerhalb weniger Tage ein echtes Team geworden. Vielen Dank für dieses unvergessliche Abenteuer! Lasse & Julia