Im Land der Wikinger "RO! RO! RO!": Norwegen auf zwei Rädern entdecken mit Edelweiss

Es ist Sonntag, und unser norwegisches Abenteuer hat offiziell begonnen! Auch wenn wir die Motoren noch nicht anwerfen, dreht sich heute alles um das Herzstück jeder großartigen Tour: die Menschen. Einige Fahrer sind schon früh angereist, um den Jetlag abzuschütteln und Ålesund zu erkunden, das atemberaubende Jugendstil-Tor zu den Fjorden. Es ist fantastisch, so viele Paare in der Gruppe zu sehen, die die Leidenschaft für Abenteuer auf zwei Rädern teilen – die Stimmung ist schon jetzt elektrisierend! Das Eis brechen in Ålesund Wir haben das offizielle Programm mit unserer Begrüßungsrunde gestartet: 🍹 Ein herzlicher Toast: Hände schütteln, Geschichten austauschen und auf die vor uns liegende Reise anstoßen. 🗺️ Der Plan: Wir gehen wichtige Sicherheitstipps, Einblicke in die Route und Insidertipps für das Fahren auf norwegischen Straßen durch. 🤝 Zusammenwachsen: Aus einer Gruppe einzelner Motorradfahrer wird ein eingespieltes Team. Die Ruhe vor dem Gasgeben Wir ließen den Tag mit einem unvergesslichen Abendessen in einem lokalen Restaurant mit Blick auf die Bucht ausklingen. Während die Sonne über dem Wasser versank und die Gespräche in vollem Gange waren, konnte man spüren, wie die Vorfreude am Tisch stieg. Die Motorräder sind vorbereitet, die Routen sind geladen und die Gruppe ist bereit. Morgen geht es endlich los!
Einen besseren Start hätten wir uns nicht wünschen können: klarer Himmel, strahlender Sonnenschein und perfektes Motorradwetter. Unsere Reise begann in Ålesund, wo uns eine kühle Morgenbrise bis auf den Gipfel des Aksla-Hügels begleitete, von wo aus wir einen unvergleichlichen Panoramablick über die gesamte Bucht genossen. Nach dieser kurzen Aufwärmphase fuhren wir auf der E136 Richtung Osten und passten uns dem gemächlichen Tempo des norwegischen Verkehrs an. Fjord Coffee & der legendäre Trollstigen Unsere erste Kaffeepause gab den Ton für die Reise vor: Wir genossen heißen Kaffee direkt am Fjord und entdeckten dabei die lokale Spezialität der Region – handwerklich hergestellten Ziegenkäse. Doch das Highlight lag noch vor uns. Das Highlight des Tages war der legendäre Trollstigen (die Trollstraße). Dieser spektakuläre Gebirgspass schlängelt sich durch schroffe Gipfel und dramatische Wasserfälle, darunter der atemberaubende Stigfossen. Oben angekommen, gönnten wir uns einen kleinen Happen, während wir das Panorama aus der Höhe genossen. Erdbeeren & 11 Haarnadelkurven Als wir ins Tal hinabfuhren, lag der Duft frischer Erdbeeren in der Luft. Natürlich hielten wir an, um den lokalen Erdbeerkuchen zusammen mit einer weiteren Tasse köstlichen Kaffees zu probieren. Von dort aus überquerten wir den malerischen Storfjord mit der Fähre, bevor wir die berühmte Adlerstraße (Ørnevegen) hinunter nach Geiranger in Angriff nahmen: 600 Meter Höhenunterschied 11 enge Haarnadelkurven Atemberaubende Ausblicke (definitiv nichts für schwache Nerven!) Als wir vor dem Hotel vorfuhren, taten uns die Gesichter schon weh, weil wir den ganzen Tag über so breit gegrinst hatten. Was für ein unglaublicher Start in die Tour!
Was für ein herrlicher Morgen, um in unserem wunderschönen Hotel mit Blick auf den Geirangerfjord aufzuwachen! Das Frühstücksrestaurant in der obersten Etage bot ein so atemberaubendes Panorama, dass wir das Buffet fast vergessen hätten … fast. Zum Glück haben wir es doch nicht vergessen, denn die schiere Vielfalt an Speisen war unglaublich. Nach dem Frühstück versammelten wir uns in der Lounge-Bar zu unserer täglichen Einweisung und waren voller Vorfreude auf die bevorstehende Tour. Es dauerte nicht lange, bis wir uns fertig gemacht hatten und wieder auf den Motorrädern saßen. Der Aufstieg zur Dalsnibba Sobald wir die asphaltierte Straße erreichten, riss uns der berühmte Geirangervegen mit seinen legendären Kurven und gewundenen Serpentinen regelrecht mit. Da wir noch mehr erleben wollten, beschlossen wir, weiter hinauf zum Aussichtspunkt Dalsnibba zu fahren. Die Mautstraße dorthin ist zwar nicht gerade billig, aber jeden Cent wert – auf einer Höhe von fast 5.000 Fuß ist der Blick über den Fjord einfach atemberaubend. Schließlich war es Zeit, weiterzufahren. Wir fuhren hinunter und wählten eine alte Schotterstraße statt der modernen Tunnelabkürzung. Schließlich sind wir hier, um Rad zu fahren, die Aussicht zu genießen und ein kleines Abenteuer zu erleben! Die unbefestigte Strecke bot unglaubliche Panoramen und war genau das, wonach wir gesucht hatten. Von türkisfarbenen Seen zu Picknickpausen Nach einem kurzen Fotostopp und einer Kaffeepause im Jostedalsbreen-Nationalparkzentrum schwangen wir uns wieder auf die Motorräder. Wir fuhren über kurvige, immer schmaler werdende Straßen, bis wir den berühmten Lovatnet-See erreichten. Dort hatte einer unserer Reiseleiter ein fantastisches Picknick für die Gruppe vorbereitet. Wir genossen unser Mittagessen, während wir ungläubig die Landschaft um uns herum bestaunten. Geschichte, Geschichte und Gletscherausblicke Mit vollen Mägen setzten wir unsere Fahrt zu unserem Abendziel fort, hielten kurz an, um aufzutanken, und besuchten anschließend das Gletschermuseum in Fjærland. Während sich einige Fahrer dafür entschieden, direkt zum Hotel zu fahren, um sich zu entspannen, erkundeten der Rest von uns das Museum, bevor wir uns für den Abend wieder versammelten. Vor dem Abendessen gab uns der Hotelbesitzer einen faszinierenden Überblick über die Geschichte des örtlichen Dorfes und des Gletschers, der direkt vor unserer Haustür liegt. „Der beste Motorradtag meines Lebens“ Das Abendessen begann, und was soll ich sagen? Das Menü war außergewöhnlich. Während wir über die Höhepunkte des Tages plauderten, gab eine unserer Fahrerinnen eine kühne Erklärung ab: Dies sei der beste Motorradtag gewesen, den sie je erlebt habe. Man muss bedenken, dass sie nicht erst seit gestern Motorrad fährt – sie sitzt schon seit zehn Jahren im Sattel! Dass dieser Tag ein ganzes Jahrzehnt voller Motorradabenteuer übertrumpfte, spricht Bände über die heutige Route. Um einen ohnehin schon perfekten Tag abzurunden, wurde das Dessert mit einer brennenden Kerze serviert, während die gesamte Gruppe in Gesang ausbrach. Eine unserer Fahrerinnen hatte Geburtstag, und wir feierten ihn stilvoll! Wir verweilten noch ein wenig bei Getränken und Gesprächen, bevor wir uns für die Nacht zurückzogen – ausgeruht, glücklich und bereit für alles, was der morgige Tag bringen mag.
Heute war einer dieser Tage, an denen es einfach nur ums Motorradfahren ging – 300 km atemberaubender Straßen lagen vor uns, eingebettet in Norwegens unberührte Wildnis. Eine Reise durch Norwegen bedeutet auch, sich an Fährüberfahrten über die Fjorde zu gewöhnen. Das ist immer ein überraschend entspannendes Erlebnis: Das Ein- und Ausschiffen verläuft reibungslos, die modernen Fähren sind praktisch geräuschlos und bieten an Bord sogar überraschend komfortable Annehmlichkeiten. Das legendäre Aurlandsfjellet (die „Schneestraße“) Zurück auf festem Boden machten wir uns direkt auf den Weg zur legendären Nationalen Touristenstraße Aurlandsfjellet, auch bekannt als „Schneestraße“. Dieser 47 Kilometer lange Abschnitt zwischen Aurlandsvangen und Lærdalsøyri steigt dramatisch von üppigen Fjorden hinauf zu einem alpinen Plateau aus Fels und Eis. Der Kontrast zwischen dem tiefen Blau des Aurlandsfjords unten und der kargen, mondähnlichen Landschaft oben ist einfach unglaublich. Hinter dem Gipfel schlängelt sich die Straße auf einer Reihe von spannenden, kurvenreichen – und gelegentlich sehr schmalen – Serpentinen wieder hinunter. Bevor wir den Talboden erreichten, hielten wir am berühmten Aussichtspunkt Stegastein an. Diese Aussichtsplattform ragt 30 Meter aus dem Berghang heraus und schwebt 650 Meter über dem Fjord – von hier aus bietet sich ein unvergesslicher Panoramablick. Mittagsschlemmereien & rauschende Wasserfälle Mittlerweile signalisierte das Knurren unserer Mägen, dass es Zeit für das Mittagessen war, also machten wir uns auf den Weg zu unserer Reservierung im Stalheim Hotel. Das Hotel befindet sich in spektakulärer Lage auf dem Gipfel des Stalheimskleiva und bietet einen atemberaubenden Blick auf das Nærøydalen-Tal. Nachdem bereits der halbe Tag hinter uns lag, war es an der Zeit, das Tempo zu erhöhen – aber nicht, ohne noch einen weiteren klassischen Zwischenstopp einzulegen. Wir hielten am wunderschönen Tvindefossen-Wasserfall an, um einen kurzen Kaffee zu trinken und ein paar Fotos am rauschenden Wasser zu machen. Ankunft in Bergen Für die letzte Etappe fuhren wir weiter südwestlich entlang der E16. Als wir uns Bergen näherten, wurde der Verkehr natürlich dichter, aber die Belohnung am Ende war es wert: Unser Hotel lag direkt im historischen Zentrum. Es gibt nichts Schöneres, als mit dem Motorrad mitten durch das Herz einer Stadt zu fahren, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört!
Unseren ersten Ruhetag der Tour verbrachten wir in der atemberaubenden Stadt Bergen – dem Tor zu den Fjorden, das sich perfekt zwischen der Nordsee und den umliegenden Bergen einfügt. Natürlich ist kein Besuch hier vollständig, ohne Bryggen zu bewundern, den legendären historischen Hafen mit seinen bunten Holzhäusern, der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Ein Ruhetag bedeutet, dass jeder die Stadt in seinem eigenen Tempo erkunden kann. Da wir aber zum Radfahren hier sind, haben wir für diejenigen, die einfach nicht vom Rad fernbleiben konnten, einen optionalen Vormittagsausflug organisiert! Erkundung von Sotra und der Festung Fjell Ganz gemächlich starteten wir um 10:00 Uhr los und machten uns auf den Weg nach Sotra, einer Insel westlich von Bergen. Auf Sotra befindet sich die Festung Fjell, eine gewaltige Küstenverteidigungsanlage aus dem Zweiten Weltkrieg, die während der deutschen Besatzung errichtet wurde. Wir nahmen an einer Führung durch das faszinierende Netz aus unterirdischen Kammern und Tunneln teil, die direkt in den Fels gehauen wurden. Hoch oben auf einer Klippe thront das Besucherzentrum direkt über der authentischen Festungsanlage und bietet einen einzigartigen Einblick in die lokale Geschichte. Nach Abschluss der Führung konnten wir der Versuchung nicht widerstehen, den Umweg zurück nach Bergen zu nehmen, um noch ein paar Meilen mehr zu fahren. Hot Dogs, Fischmärkte und Hafenaussichten Zurück im Hotel tauschten einige Fahrer ihre Motorradkleidung gegen Freizeitkleidung und machten sich auf den Weg, um den laut Einheimischen besten Hot Dog in Bergen zu probieren! Die Stadt sprühte vor Energie. Vom lebhaften Fischmarkt – der Besucher aus aller Welt anzieht – bis hin zu den malerischen Kopfsteinpflastergassen: Bergen lässt sich wunderbar zu Fuß erkunden. Zum Abschluss eines fantastischen Ruhetags trafen wir uns zum Abendessen in einem lokalen Restaurant mit Blick auf den Yachthafen und genossen gutes Essen und tolle Gesellschaft bei herrlichem Blick auf den Hafen.
Ein weiterer Morgen, ein weiteres Erwachen in Bergen! Es hatte die ganze Nacht geregnet, sodass das Wetter beim Frühstück das Hauptgesprächsthema war – zumal die Vorhersage den ganzen Tag über Regen ankündigte. Bei unserer täglichen Besprechung in der Hotellobby stellten wir zwei Optionen vor: entweder die volle, längere Route beizubehalten oder eine Abkürzung zu nehmen, um den Regengüssen auszuweichen. Es überraschte nicht, dass sich jeder einzelne Radfahrer für die volle Tour entschied! Mit unserer Ausrüstung im Gepäck machten wir uns bei nassem Wetter auf den Weg. Unterirdische Kreisverkehre & die Hardangerbrücke Nachdem wir eine Weile durch den Regen gefahren waren, legten wir einen kurzen Stopp ein, um uns die Beine zu vertreten, bevor wir zu einem der Haupt-Highlights des Tages aufbrachen: der Hardangerbrücke. Die Brücke selbst ist gewaltig und wirklich beeindruckend, aber der Weg dorthin war schon die halbe Miete. Wir fuhren durch einen Tunnel, als wir aus dem Nichts auf einen unterirdischen Kreisverkehr stießen – kurz darauf folgte ein zweiter, der komplett im Inneren des Berges gebaut war! Wir hielten an, um ein paar Fotos von der spektakulären Hängebrücke zu machen, bevor wir uns auf den Weg zum Mittagessen machten. Popkultur, Wasserfälle und Küstenstraßen Eine unserer Fahrerinnen war besonders begeistert, als sie feststellte, dass unser Mittagessensstopp in der Stadt Odda lag – dem realen Drehort der Serie „Ragnarok“! Im Laufe des Tages ließ der Regen nach und machte Platz für ein paar willkommene Sonnenstrahlen, während wir auf den beeindruckenden Langfoss-Wasserfall zufuhren. Wenn man neben dem tosenden Wasser steht, weiß man die unberührte natürliche Schönheit Norwegens wirklich zu schätzen. Entspannung am Meer Nach einem kurzen Fotostopp am Wasserfall machten wir uns wieder auf den Weg und fuhren über eine Reihe malerischer Küstenstraßen in Richtung Fähre. Nach der Überfahrt tankten wir die Motorräder schnell auf und fuhren direkt zu unserem Hotel am Strand. Nach einer heißen Dusche und etwas Zeit zum Abtrocknen trafen wir uns zum Abendessen – und ließen einen unvergesslichen Tag auf dem Motorrad bei kaltem Bier und Live-Musik ausklingen.
Sola ist ein bezaubernder norwegischer Badeort in der Nähe von Stavanger – dem pulsierenden Wirtschaftszentrum und der Ölhauptstadt des Landes. Wir wachen bei hoher Luftfeuchtigkeit und leichtem Nieselregen auf. Auch die Wettervorhersage ist nicht vielversprechend: Bis 16:00 Uhr soll es regnen. Das ist ein bisschen schade: Bei diesem schlechten Wetter fällt der Aufstieg zum Preikestolen (dem berühmten Felsen, der den Lysefjord überragt) aus, und eine Motorradtour würde auch nicht viel Spaß machen. Aber jede Wolke hat auch einen Silberstreif – wir beschließen, den Vormittag zu einem gemütlichen, entspannten Verwöhnprogramm im Spa unseres Hotels zu nutzen. Nachmittags: Wartung & Stadtrundgang Am frühen Nachmittag nutzen wir die Auszeit, um uns die Hände schmutzig zu machen und an einigen Motorrädern routinemäßige Wartungsarbeiten durchzuführen. Sobald die Motorräder wieder in Ordnung sind, fahren wir nach Stavanger, um die Straßen der Stadt zu erkunden und ein paar Dinge einzukaufen. Das Glück ist auf unserer Seite, denn das Wetter klart auf, sodass der Nachmittag wie im Flug vergeht. Entspannung in Sola Nach einem großartigen Abendessen treffen wir uns an der Hotelbar, um den Tag gebührend ausklingen zu lassen. Umgeben von guter Gesellschaft, kühlem Bier und fantastischer Live-Musik entpuppt sich der Tag schließlich doch noch als perfekter Ruhetag.
Der Sonntag beginnt früh. Um 9:00 Uhr sitzen wir bereits im Sattel und haben eine gut 200 Meilen lange Fahrt vor uns. In Richtung Osten schlängelt sich unsere Route durch sanfte Hügel zum atemberaubenden Lysefjord – ein Name, der „Lichtfjord“ bedeutet und von den hellen Granitfelsen inspiriert ist, die das Wasser säumen. Hier befindet sich auch der weltberühmte Felsen Preikestolen. Zwar ist Fallschirmspringen hier sehr beliebt, doch wir sind auf zwei Rädern unterwegs, was auf diesen Straßen einen ebenso großen Adrenalinkick verspricht. Nachdem wir schnell ein Foto vom Fjord geschossen haben, halten wir in Byrkjedalstunet für unsere erste Kaffeepause an. Dieser Ort ist wirklich etwas Besonderes: Die Wände sind mit alten Fotos und Artefakten aus einer Käserei aus der Mitte des 19. Jahrhunderts sowie von lokalen Gehöften geschmückt, was den Raum mit warmer Geschichte und rustikalem Charme erfüllt. Die Haarnadelkurven der Lysevegen bezwingen Als Nächstes steht eines der absoluten Highlights der Reise auf dem Programm. Wir fahren 25 Kilometer lang durch eine surreale, mondähnliche Landschaft, bevor wir Øygardstøl erreichen, ein Café mit Panoramablick hoch über der Lysevegen – einer der spektakulärsten Straßen Norwegens. Mit 27 Haarnadelkurven und einem Höhenunterschied von über 900 Metern ist sie ein Traum für jeden Motorradfahrer. Die Straße wurde Anfang der 1980er Jahre für das Tjodan-Wasserkraftprojekt gebaut und besticht durch ihre faszinierende Technik. Um die steile Felswand namens „Råså“ zu überwinden, bauten die Ingenieure einen einzigartigen Korkenziehertunnel durch den Berg, der auf den Felsvorsprung „Okslå“ hinausführt. Von dort schlängelt sich die Straße spiralförmig hinab und eröffnet einen unglaublichen Blick auf das Lysedalen, Lysebotn und den darunter liegenden Fjord. Heute jedoch versperren Nebel und Regen die Sicht. Der steile Abhang lässt einige Fahrer vorsichtig werden, sodass sie sich dafür entscheiden, sich im Unterstand auf dem Gipfel aufzuwärmen. Der Rest von uns? Wir sind wie Kinder im Süßwarenladen und nehmen die engen Kurven bergauf und bergab in Angriff. Das Glück ist auf unserer Seite: Der Regen hört auf, und der Himmel beginnt sich aufzuklären. Tankdrama & Bergpässe Der Tag hat noch weitere Überraschungen parat. Plötzlich wird die Suche nach einer Tankstelle zur dringenden Angelegenheit – jemand fährt auf Reserve, und niemand will ein Motorrad den Berg hinaufschieben. Glücklicherweise taucht eine Tankstelle auf, sobald wir die Hauptstraße im Talgrund erreichen. Ein paar Motorräder rollen heran, deren Anzeige buchstäblich noch 0 km Reichweite anzeigt … Krise abgewendet! Mit vollem Tank begeben wir uns auf den Suleskarvegen, die höchste Straße im Südwesten Norwegens, die Suleskar in Sirdal mit Brokke in Setesdal verbindet und uns über die Gipfel in Richtung Dalen führt. Bevor wir in die Region Telemark hinabfahren, erwartet uns ein weiteres Highlight: unser zweites legendäres Edelweiß-Picknick. Die Bergluft ist frisch, aber die Stimmung ist ausgelassen. Während wir hinabfahren, steigt die Temperatur von kühlen 7 °C auf angenehme 20 °C. Eine letzte Kaffeepause wärmt uns auf, bevor wir die sanften, weit geschwungenen Kurven genießen, die zu unserem letzten Halt führen: dem Straand Hotel in Vrådal. Ein herzlicher Empfang für Reiter in Vrådal Das Straand Hotel heißt Reisende bereits seit 1864 willkommen, als Kari und Olav Straand hier erstmals eine Postkutschenstation gründeten. Diese Tradition ist überall spürbar, insbesondere in den gemütlichen Lounges im Zentrum des Hotels mit ihren originalen Holzwänden und antiken Möbeln. Das Hotel befindet sich nach wie vor im Besitz der Familie Straand und wird von ihr geführt. Es verbindet mühelos reiche Geschichte mit moderner Gastfreundschaft. Es kommt nicht jeden Tag vor, dass man am Hoteleingang von einem ausgestopften Bären begrüßt wird, der neben einem hochmodernen Motorrad steht – und als Motorradfahrer ist das genau unser Ding!
Alle guten Dinge müssen einmal enden. Heute ist unser letzter Tag im Sattel, und wir wollen jeden Kilometer voll auskosten. Wir beginnen den Tag mit einer Fahrt durch das Herz der Region Telemark. Auf ruhigen Nebenstraßen, fernab von den Touristenströmen, dreht sich auf dieser Etappe alles um die pure Freude am Fahren – wir genießen diese unglaubliche Reise in vollen Zügen. Um die 320 km zurückzulegen, die uns noch von Norwegens Hauptstadt trennen, legen wir ein höheres Tempo vor und genießen jede Kurve und jede Wendung. Es mag zwar unser letzter Tag sein, aber das Abenteuer ist noch nicht vorbei. Wir rasen mit voller Geschwindigkeit auf den Nationalpark Hardangervidda zu, das größte Plateau Nordeuropas. Je näher wir Oslo kommen, desto dichter wird der Verkehr – ein krasser Gegensatz zu den weiten, leeren Straßen, die wir in den letzten Tagen ganz für uns allein hatten. Sobald wir vor dem Hotel vorfahren, ist es Zeit, das Ende einer epischen Reise zu feiern. Wir Guides organisieren das legendäre „Bootbeer“ – denn mal ehrlich: Was gibt es Besseres als ein eiskaltes Bier (oder ein alkoholfreies Getränk), sobald man vom Motorrad steigt? Mit einem Hauch von Wehmut geben unsere Fahrer ihre Motorradschlüssel zurück. Später, bei unserem Abschiedsessen, sprudeln die Geschichten nur so hervor, während jeder seinen Lieblingsmoment von der Tour erzählt. Es ist Zeit, Abschied zu nehmen. SKÅL an alle unsere Mitfahrer – mögen die Straßen vor euch lang und voller Spaß sein!