Hoch Alpen Tour - HAT2602

🇩🇪 München zu Fuß – das Aufwärmprogramm vor der Alpinen Motorradtour Noch bevor die Motoren unserer Alpinen Motorradtour zum ersten Mal aufheulen durften, übernahm Gerald bereits die Führung – allerdings noch ganz ohne Motorrad. Gemeinsam mit seinen beiden Gästen Rod und Urs ging es mit der Bahn von Erding mitten hinein ins Herz von München. Am Isartor begann die Stadtbesichtigung gleich mit einer echten Münchner Besonderheit: der verkehrt laufenden Uhr zu Ehren von Karl Valentin – ein perfekter Hinweis darauf, dass in Bayern manchmal eben alles ein bisschen anders läuft. Von dort führte Gerald seine kleine Reisegruppe vorbei am Alten und Neuen Rathaus mit dem berühmten Glockenspiel zum Viktualienmarkt, der sich am Sonntag allerdings eher von seiner ruhigen Seite zeigte – viele Stände hatten geschlossen. Zum Glück war wenigstens die bayerische Grundversorgung gesichert: In einem Biergarten wurde kurzerhand ein zweites Frühstück mit Weißwurst, süßem Senf und Bier eingelegt. Schließlich weiß jeder erfahrene Motorradreisende: Man sollte niemals mit leerem Magen einen Kirchturm besteigen! Gut gestärkt ging es deshalb hinauf auf den Turm der Peterskirche, wo sich jeder einzelne Schritt mit einem großartigen Blick über München bezahlt machte. Wieder unten angekommen, setzte sich Geralds kultureller Hindernislauf durch München fort: Michaelskirche, Frauenkirche, Bayerischer Hof, die Fünf Höfe, Hofgarten und Residenz standen noch auf dem Programm. Rod und Urs dürften sich spätestens jetzt gefragt haben, ob sie eigentlich für eine Motorradtour oder versehentlich für einen Wanderurlaub gebucht hatten. Doch Gerald kannte natürlich das perfekte Finale: das legendäre Hofbräuhaus! Dort wurde aus dem geplanten Mittagessen aufgrund des ambitionierten Besichtigungsprogramms ein etwas verspätetes Lunch – selbstverständlich in typisch bayerischer Atmosphäre und vermutlich mit der Erkenntnis, dass Kultur ganz schön hungrig und durstig machen kann. Danach ging es mit der Bahn zurück nach Erding. Ein abwechslungsreicher, lustiger und überraschend sportlicher Tag ging zu Ende – und nun sind Rod und Urs bestens vorbereitet auf die kommenden Tage: Ab jetzt werden die Kilometer endlich wieder auf zwei Rädern statt zu Fuß zurückgelegt!
Der erste Tag auf dem Motorrad und schon geht es los in Richtung Alpen: Lange, kurvenreiche Straßen schlängeln sich über die Hügel zum Chiemsee. Wir halten an, um uns die Beine zu vertreten und am größten See Bayerns einen Kaffee zu trinken. Nicht weit davon entfernt überqueren wir die Grenze nach Österreich; die Gipfel der Alpen ragen über uns empor und steigern unsere Vorfreude auf die Bergpässe, die wir gleich in Angriff nehmen werden. Zum Mittagessen halten wir an einem weiteren See, wo wir feststellen, dass es hier keine kleinen Portionen gibt – nicht einmal bei Salaten. Ich denke mir, dass es ab jetzt eine gute Idee ist, uns die Mahlzeiten zu teilen, da wir uns auf die Fahrt konzentrieren wollen. Schließlich erreichten wir den Höhepunkt unseres Tages, die Großglockner Hochalpenstraße, und ja, wir hatten einen Riesenspaß – auch wenn sich der Himmel ein wenig bewölkte, sind wir ja eher wegen der Fahrt hier als wegen der Aussicht. Tony schwelgte ein wenig in Erinnerungen und kehrte auf die Straßen zurück, auf denen sein Alpenabenteuer 1997 begann, als er diese Tour zum ersten Mal absolvierte. Am Ende des Tages feierten wir die Tour in einer kleinen Gasse, die hübsch mit im wahrsten italienischen Stil zum Trocknen aufgehängter Wäsche geschmückt war, mit einem guten Drink in der Hand. Prost!
🇩🇪 Tag 2 – Sonne, Pässe, Picknick und die große Wasserschlacht nach Bozen Am zweiten Tag unserer Motorradtour führte Tourguide Gerald seine 12 Gäste auf 10 Motorrädern von Lienz hinein in die grandiose Bergwelt der Dolomiten – die Damen hatten es sich dabei als Sozia auf den Rücksitzen bequem gemacht und konnten die Aussicht genießen, während vorne konzentriert Kurvenarbeit geleistet wurde. Über die wunderschöne Pustertaler Höhenstraße ging es Richtung Italien und nach dem Grenzübertritt hinauf zum malerischen Misurinasee. Das Wetter spielte noch brav mit, die Stimmung war bestens und bei einem gemütlichen Caféstopp konnte man sich noch völlig entspannt der Illusion hingeben, dass dies auch den ganzen Tag so bleiben würde. Weiter führte die Route über den Passo Tre Croci, mitten durch das lebhafte Cortina d’Ampezzo und schließlich hinauf zum Falzaregopass. Genau dort beschloss der Wettergott allerdings, etwas Abwechslung ins Programm zu bringen: Die ersten Regentropfen fielen – und aus einer gemütlichen Dolomitenrunde wurde langsam eine echte alpine Motorradtour. Doch wer die Alpen kennt, weiß: Das Wetter wechselt schneller als ein Motorradfahrer seine Handschuhe. Am Valparolapass wartete plötzlich wieder Sonnenschein – und noch besser: ein wunderbares lokales Picknick, liebevoll von Claudia vorbereitet. Umgeben von einer spektakulären Bergkulisse schmeckten die regionalen Köstlichkeiten gleich doppelt so gut, und der Regen vom Falzarego war schnell vergessen. Danach ging es weiter zum Grödner Joch, bevor bei der Abfahrt noch ein wohlverdienter Caféstopp mit traumhaftem Blick auf die Sellagruppe und den Langkofel eingelegt wurde. Eigentlich hätte der Tag hier bei Sonnenschein und Cappuccino enden können – doch die Alpen hatten noch ein großes Finale vorbereitet: strömenden Regen! Die letzten Kilometer nach Bozen wurden damit weniger zur Panoramafahrt als zur ausgiebigen Prüfung sämtlicher Regenkombis. Schließlich erreichten alle wohlbehalten und vermutlich deutlich sauberer gewaschen als am Morgen den Magdalener Hof in Bozen. Fazit des Tages: zehn Motorräder, zwölf Gäste, unzählige Kurven, Sonne, Regen, ein fantastisches Picknick – und der eindeutige Beweis, dass eine großartige Motorradtour nicht vom Wetter abhängt, sondern von der richtigen Gruppe!
🇩🇪 160 Kilometer, vier Motorräder und jede Menge Kurven Bei allerbestem Motorradwetter machten sich die drei Fahrer Benjamin, Rad und Urs gemeinsam mit Tourguide Gerald vom Hotel Magdalenerhof in Bozen auf zu einer kleinen, aber äußerst feinen 160-Kilometer-Runde durch Südtirol – wobei „klein“ bei so vielen Kurven natürlich relativ ist! Zunächst ging es schwungvoll hinauf auf den Mendelpass und weiter zum Monte Penegal, wo bei herrlicher Aussicht eine wohlverdiente Cafépause eingelegt wurde – schließlich fährt auch ein Motorradfahrer nicht nur mit Benzin. Danach führte die Route zum Castel Katzenzungen, dessen ungewöhnlicher Name schon für Gesprächsstoff sorgte, bevor ganz in der Nähe ein gemütlicher Lunch auf dem Programm stand. Gut gestärkt ging es anschließend wieder aufs Motorrad und über herrliche, kurvenreiche Bergstraßen Richtung Klobenstein – ganz nach dem bewährten Motto: Wenn es eine gerade Straße und eine kurvige gibt, nimmt Gerald garantiert die kurvige! Nach rund 160 Kilometern, unzähligen Kurven und jeder Menge Fahrspaß rollten die vier schließlich wieder zufrieden beim Magdalenerhof ein.
Da sich fünf Mitglieder unserer Gruppe entschlossen hatten, auf eigene Faust zu fahren, und drei die kürzere Route wählten, blieben nur zwei Fahrer für die lange Tour übrig: Kuty, Chris und ich. Mit sechs Bergpässen und 260 km endloser Kurven und Haarnadelkurven vor uns machten wir uns um 8 Uhr morgens auf den Weg, um dem Verkehr zuvorzukommen. Unser erster Pass, der Lavazè, führte uns tiefer ins Herz der Dolomiten. Am zweiten Pass, dem Passo Rolle, legten wir unsere erste Pause ein und genossen einen echten italienischen Kaffee, während wir die Aussicht auf die Berge bewunderten. Da wir nur eine kleine Gruppe waren, konnten wir anhalten, wann immer wir wollten, was es uns leicht machte, jede Menge Fotos zu machen und die spektakuläre Landschaft in vollen Zügen zu genießen. Am Passo Duran machten wir Mittagspause, doch leider hinderte uns eine Straßensperrung daran, unsere geplante Route fortzusetzen. Der Vorteil war, dass wir noch einmal die schmale, kurvenreiche Straße entlangfahren konnten, bevor wir einen kurzen Abstecher zum Passo Fedaia machten, wo wir für eine weitere Fotosession anhielten. Unser letzter Pass des Tages war der Passo di Costalunga, der uns am atemberaubenden türkisfarbenen Wasser des Carezza-Sees vorbeiführte. Während die Temperaturen in den Dolomiten angenehm waren, stiegen sie merklich an, als wir in Richtung Bozen in die Täler hinabfuhren. Glücklicherweise erwartete uns ein erfrischendes Bad im Pool unseres wunderschönen Hotels als perfekter Abschluss des Tages. Die auf eigene Faust unterwegs befindlichen Fahrer sorgten für zusätzliche Spannung: Tony und Essam mussten sich auf einem Teil ihrer Tour auf eine altmodische Papierkarte verlassen, nachdem ihr GPS ausgefallen war. Glücklicherweise fanden sie den Weg und bewiesen damit, dass das beste Navigationsgerät manchmal das ist, dessen Akku nie leer wird.
🇩🇪 Tag 4 – Kehren, Würstel und alpine Traumstraßen Bei bestem Motorradwetter startete unsere Gruppe von Bozen in einen Tag, der alles versprach, was das Motorradfahrerherz höherschlagen lässt: Sonne, spektakuläre Alpenpässe und jede Menge Kurven. Zunächst führte die Route durch die herrliche Südtiroler Landschaft nach Glurns, wo bei einem gemütlichen Kaffee noch einmal Kraft für die große Herausforderung des Tages gesammelt wurde: das legendäre Stilfser Joch! Kehre um Kehre schraubten sich die Motorräder nach oben, und spätestens nach der gefühlt hundertsten Spitzkehre wusste jeder, warum dieser Pass bei Motorradfahrern gleichermaßen beliebt wie gefürchtet ist. Oben angekommen, wartete die verdiente Belohnung bei Wurststand Bruno – ein perfektes Biker-Lunch in luftiger Höhe. Denn eines steht fest: Eine Wurst schmeckt nach der Bezwingung des Stilfser Jochs mindestens doppelt so gut! Danach ging es hinunter nach Bormio, doch mit gemütlichem Cruisen war es noch lange nicht vorbei. Schon wartete mit dem Gaviapass das nächste große Abenteuer: schmal, wild, spektakulär und mit einer Landschaft, die ständig zum Hinschauen verführte – während die Straße gleichzeitig ziemlich deutlich verlangte, dass man besser nach vorne schaut! Am Fuße des Gavia gab es schließlich einen wohlverdienten Kaffee, bevor die Reise über den Passo dell’Aprica weiter Richtung Schweizer Grenze führte. Nach der Überquerung der Grenze eröffnete der Berninapass noch einmal eine völlig neue Alpenkulisse. Gletscher, tiefblaue Seen und majestätische Berggipfel begleiteten die Gruppe auf einer der schönsten Passstraßen der Alpen. Obwohl bereits viele Kurven hinter den Fahrern lagen, schien niemand genug davon zu bekommen – ganz im Gegenteil, mit jedem Kilometer wurden die Grinser unter den Helmen breiter. Am Ende rollten alle entspannt in Pontresina ein, erfüllt von einem Tag voller Motorradgenuss. Vier legendäre Alpenpässe, zahllose Kurven, traumhafte Panoramen, eine legendäre Bratwurst bei Bruno und viele gemeinsame Lacher machten diesen Fahrtag zu einem weiteren Höhepunkt der Reise. Wer jetzt noch behauptet, Motorradfahren sei nur ein Hobby, war eindeutig noch nie in den Alpen unterwegs.
Heute nehmen wir die letzten Alpenpässe in Angriff und verlassen die Schweiz über den malerischen Albula-Pass – ein UNESCO-Weltkulturerbe – auf unserem Weg nach Österreich. Zwar gibt es nicht viele Serpentinen, doch die Strecke ist ruhiger, und man erlebt die Alpen auf eine ursprünglichere Art und Weise. Anderson und Fabio liefen bis zu den Schweizer Flaggen hinauf, um dort die Flagge ihres brasilianischen Motorradclubs zu hissen. Wir schätzen unseren Schlussfahrer Urs und seine „Bumble Bee“ sehr, die uns auf dieser Tour fast jeden Tag den Rücken freihält. Nachdem wir die schmale Straße hinuntergefahren sind, passieren wir Chur und essen in Heididorf zu Mittag – dem Dorf von Heidi aus dem weltberühmten Roman, der in über 70 Sprachen übersetzt wurde. Kurz darauf überqueren wir die Grenze nach Liechtenstein, was wie für europäische Grenzübergänge typisch eigentlich nur ein Schild ist, aber da es sich um eines der kleinsten Länder der Welt handelt, lohnt sich ein Stopp; und nur 25 km später haben wir dieses winzige Land hinter uns gelassen und sind in Österreich angekommen. In Feldkirch geraten wir in einen kleinen Stau und müssen einen kleinen Umweg fahren, bevor wir einen unserer letzten Bergpässe des Tages erreichen, das Furkajoch. Ich lasse einen Teil der Gruppe auf eigene Faust zum Gipfel vorfahren, wo wir uns dann zum Kaffee treffen. Am Treffpunkt für Motorradfahrer genossen wir die atemberaubende Aussicht. Von dort war es nicht mehr weit zu unserem schönen Hotel in Warth, und da es so gut geklappt hatte, meine Teilnehmer frei fahren zu lassen, fuhr die Hälfte der Gruppe ohne Anführer weiter zu unserer Tankstelle; von dort übernahm Urs die Führung, um die Gruppe zum Hotel zu lotsen, während ich vorausfuhr, um die berühmte Hochtannberg-Pass-Kurve zu fotografieren – eine aus dem Berg herausragende Brücke. In unserem Hotel wartete Gerald bereits mit kühlen Bierchen auf uns, was für eine schöne Überraschung. Und wir hatten sogar noch genug Zeit, vor dem Abendessen den Pool zu genießen.
🇩🇪 Tag 6 – Der letzte Fahrtag: Kurven, Königsschloss und ein Abschied mit einem Lächeln Der letzte Fahrtag begann in Warth bei bestem Motorradwetter – fast so, als hätten die Alpen beschlossen, sich zum Abschied noch einmal von ihrer schönsten Seite zu zeigen. Über Reutte führte die Route Richtung Füssen, wo natürlich ein Fotostopp vor dem märchenhaften Schloss Neuschwanstein Pflicht war. Nach einer gemütlichen Kaffeepause ging es weiter entlang des traumhaften Starnberger Sees, dessen glitzerndes Wasser fast mit dem Chrom der Motorräder um die Wette funkelte. In einem typisch bayerischen Wirtshaus wurde beim gemeinsamen Mittagessen noch einmal ausgiebig über die schönsten Kurven, die lustigsten Momente und die eine oder andere „perfekt gefahrene“ Kehre diskutiert – wobei jede Geschichte mit jeder Erzählung ein kleines bisschen spektakulärer wurde. Am Nachmittag rollte die Gruppe schließlich entspannt in Erding ein, wo nach sechs unvergesslichen Fahrtagen zwar die Motorräder zum Stillstand kamen, die Erinnerungen aber noch lange weiterfahren werden. Am Abend trafen sich alle zu einem stimmungsvollen Farewell-Dinner, bei dem noch einmal auf die gemeinsamen Erlebnisse angestoßen wurde. Tourguide Claudia und Gerald ließen die Reise mit einem Augenzwinkern Revue passieren: unzählige Kurven, legendäre Alpenpässe, traumhafte Landschaften, bestes Essen, jede Menge Kaffee und noch mehr Gelächter. Schnell wurde klar, dass eine Motorradtour nicht nur aus Kilometern besteht, sondern vor allem aus Menschen, gemeinsamen Erlebnissen und Freundschaften, die unterwegs entstehen. Zwischen herzlichem Lachen, Geschichten über kleine Fahrfehler, perfekt gemeisterte Spitzkehren und den obligatorischen Sprüchen über das Wetter verging der Abend viel zu schnell. Beim Abschied waren sich alle einig: Die Tour mag zu Ende sein – aber die Vorfreude auf das nächste Abenteuer hat bereits begonnen.