ANC263 - Abenteuer Nordkap

Da sind wir nun – der letzte Fahrtag unseres unglaublichen Nordkap-Abenteuers! Es fühlte sich heute Morgen in Alta schon etwas unwirklich an, zu wissen, dass dies unsere letzte gemeinsame Etappe ist. Die Strecke hinunter nach Tromsø ist ein absoluter Traum: Sie schlängelt sich an spektakulären Fjorden entlang, während in der Ferne die majestätischen Lyngenalpen aufragen. Wir haben heute einen perfekten Rhythmus gefunden und jede letzte Kurve sowie die weiten Ausblicke auf die Küste einfach nur aufgesaugt. Die Ankunft in Tromsø war eine tolle Mischung aus Freude und dieser typischen Wehmut am Ende einer Tour. Die Motorräder sind sicher geparkt, und bald heißt es, sie für den langen Transport auf dem Hänger zurück nach Mieming zu verladen. Aber heute Abend feiern wir erst einmal eine unvergessliche Reise mit einer fantastischen Gruppe.
Von Ålesund aus starten wir in unsere Nordkap-Tour und bekommen schon am ersten Tag einiges geboten. Entlang der Fjorde geht es zunächst Richtung Stordal, wo wir an der Rosenkirche Halt machen. Die kleine Holzkirche stammt aus dem Jahr 1789 und ist vor allem für ihre farbenfrohen Rosenmalereien im Inneren bekannt. Danach geht es weiter durch die beeindruckende Landschaft des Romsdals. Am Gudbrandsjuvet rauscht der Fluss durch eine enge Schlucht, bevor wir den Trollstigen erreichen. Wir fahren die berühmte Passstraße bergab – elf Haarnadelkurven führen uns durch eine spektakuläre Berglandschaft. Unten angekommen, geht es weiter zur Trollveggen, der höchsten senkrechten Felswand Europas. Anschließend führt die Route über die Vistdalsheia, wo sich die Landschaft wieder öffnet und wir die letzten Kilometer Richtung Oppdal unter die Räder nehmen. Ganz schön intensiv für den ersten Tag – viele Eindrücke, viele Kilometer und ein ziemlich guter Auftakt für die kommenden Tage.
Heute steht ein deutlich kürzerer Fahrtag auf dem Programm. Von Oppdal aus geht es über ruhige Landstraßen durch die abwechslungsreiche Landschaft Trøndelags Richtung Trondheim. Wälder, offene Landschaften und kleine Seen wechseln sich ab, bevor wir uns langsam dem Trondheimfjord nähern. Entlang des Fjords wird die Strecke wieder etwas abwechslungsreicher, bevor wir Trondheim erreichen. Am Nachmittag bleibt Zeit, die Stadt zu erkunden. Trondheim wurde bereits im Mittelalter zu einem wichtigen politischen und religiösen Zentrum Norwegens und war einst Hauptstadt des Landes. Mittelpunkt der Stadt ist der imposante Nidarosdom, der über dem Grab des heiligen Olav errichtet wurde und bis heute ein bedeutender Pilgerort ist. Nach den vielen Kilometern des ersten Tages bleibt heute also etwas mehr Zeit für Stadt, Geschichte und ein wenig Entspannung.
Ein weiterer Tag und ein weiteres fantastisches Stück Norwegen liegen hinter uns! Heute haben wir Trondheim hinter uns gelassen und die Vorderräder auf Overhalla gerichtet. Die heutige Etappe hat uns richtig gezeigt, was Motorradfahren in diesem Land bedeutet. Wir tauschten den Stadtverkehr gegen diese wunderbaren, weiten norwegischen Straßen ein, die förmlich danach rufen, gefahren zu werden. Heute stand auch unsere erste Fährüberfahrt auf dem Programm – eine perfekte kleine Pause, um sich die Beine zu vertreten und den Blick aufs Wasser zu genießen. Wir haben einen großen Teil des Tages damit verbracht, durch die Landschaft zu cruisen und hielten immer mal wieder an, um einfach die gewaltige Natur auf uns wirken zu lassen. Das Fahren war großartig, die Gruppe spielt sich immer besser ein und heute Abend in Overhalla anzukommen, fühlte sich nach einem wirklich gelungenen Tag an. Ich bin gespannt, was die Straße morgen für uns bereithält!
Heute haben wir unsere Regenkleidung so richtig auf die Probe gestellt. Schon als wir gut gesättigt vom leckeren Frühstück auf die Motorräder steigen, fallen die Tropfen vom Himmel. Warum die Engel hier so viel Weinen? Es müssen Freudentränen sein, weil die Natur einfach so atemberaubend schön ist. Selbst im Regen! Die Berge und Felsen verstecken sich hinter einer mystischen Nebelwand und spiegeln sich im Wasser der Fjorde. Heute ist das Wasser überall. Wir fahren entlang der Sunde und Fjorde, an den Felswänden fallen dramatische Wasserfälle in die Tiefe und nunja, dann ist da eben noch der Regen, der sich langsam aber sicher einen Weg in den Nacken sucht oder unseren Händen die Farbe der Handschuhe verleiht. Nichts desto trotz sieht man überall strahlende Gesichter. Mit dem aktivierten "Rain"-Modus macht auch die Fahrt im Regen richtig Spaß! Beim Mittags Stop gibt es heißen Kaffee für kalte Finger und einen Föhn, der reihum gereicht wird. Abends erreichen wir den schönen Küstenort Sandnessjøen. Und wenn die Regenjacke nicht hält, was sie verspricht, lässt sich im Sport Outlet nachhelfen. Nach einem leckeren und sehr unterhaltsamen Abendessen gehts ab ins Bett! Morgen wartet ein besonderer Tag auf uns: Wir überqueren den Polarkreis!
Nachdem wir den gestrigen Tag meist am Wasser verbracht haben, geht es heute ein wenig ins Innland. Es wartet wunderschöne Landschaft auf uns, angefangen mit tollen Wäldern geht es zum Kaffee Stop in die Kleinstadt Mo i Rana. Wenn auch wir uns heute viel auf großen Straßen bewegen macht das Fahren große Freude. Kurz bevor wir am Highlight des Tages ankommen, lichten sich die Bäume. Wir fahren durch eine kahle beeindruckende Felslandschaft. Und da ist er auch schon! Der Polarkreis! Natürlich lassen wir es uns nicht nehmen durchs Polarkreis Center zu stöbern und ein paar Souveniers zu kaufen. Am Nachmittag wartet noch ein weiteres Naturphänomen auf uns: Der Saltstraumen! Nachmittags werden wir fröhlich von Felix im Wood Hotel in Bodø begrüßt. Manch einer verschwindet direkt im Rooftop SPA. In jedem Fall haben wir alle ein Abendessen mit fantastischer Aussicht genossen! Schön wars! Aber jetzt schnell ins Bett, denn morgen geht es früh raus aus den Federn! Wir wollen am frühen Morgen die Fähre auf die Lofoten nehmen.
Von Bodø geht es mit der Fähre nach Moskenes. Kaum von der Fähre, sind wir mitten in der typischen Lofoten-Landschaft: steile Berge, tiefblaue Fjorde und kleine Fischerdörfer. Wir fahren an Reine und dem Reinebringen vorbei und folgen der Straße weiter durch die beeindruckende Landschaft. In Ramberg machen wir einen Spaziergang am Strand, bevor es weiter Richtung Haukland geht. Dort wartet das Mittagessen mit Blick auf den Strand – bei dieser Kulisse lässt es sich gut aushalten. Am Nachmittag steht noch ein Rundgang durch Henningsvær auf dem Programm. Das kleine Fischerdorf liegt verteilt auf mehreren Inseln und ist durch Brücken miteinander verbunden. Danach geht es weiter zu unserem heutigen Ziel Svolvær. Ein abwechslungsreicher Tag mit viel Lofoten-Landschaft, schönen Straßen, Fjorden und natürlich reichlich Eindrücken.
Heute haben wir die atemberaubenden Gipfel von Svolvær hinter uns gelassen und Harstad ins Visier genommen. Das Fahren in diesem Teil Norwegens ist ein absoluter Traum! Die Straßen schlängeln sich wunderschön direkt an den Fjorden entlang, während neben uns massive, schroffe Berge direkt aus dem Wasser aufragen. Wir haben den Tag quasi mit Inselhüpfen verbracht und dabei einige spektakuläre Brücken überquert, die diese unglaubliche Küstenlandschaft miteinander verbinden. Es ist einfach ein Genuss, hier am Gashahn zu drehen und auf den weiten Küstenstraßen den perfekten Rhythmus zu finden. Die Motorräder stehen für heute Nacht sicher in Harstad und wir sind dem Nordkap wieder ein großes Stück näher gekommen. Jetzt ist es Zeit für ein wohlverdientes Abendessen mit der Gruppe!
Heute stand ein echter Tapetenwechsel auf dem Programm: Wir haben die norwegischen Fjorde hinter uns gelassen und die Grenze nach Schweden überquert! Der Übergang ist wirklich spektakulär. Nachdem wir uns hinauf in die Berge bei Riksgränsen geschwungen hatten, öffnete sich vor uns die endlose, wilde Weite Schwedisch-Lapplands. Das Fahren hier hat einen ganz anderen Charakter. Wir haben die engeren Küstenkurven gegen weite, langgezogene Straßen eingetauscht, die sich durch unendliche Wälder und entlang riesiger Seen wie dem Torneträsk ziehen. Die Gruppe hat heute schnell einen wunderbar entspannten Cruising-Rhythmus gefunden und die schiere Größe dieser Wildnis aufgesaugt. Wir sind gerade in der bekannten Bergbaustadt Kiruna angekommen, die Motorräder haben Pause und wir freuen uns darauf, den Abend in Schweden ausklingen zu lassen!
Von Kiruna aus geht es heute weiter durch die Weiten Lapplands. Die Straßen führen durch endlose Wälder, vorbei an Seen und immer wieder durch fast menschenleere Landschaften. Rentiere gehören inzwischen fast schon zum Straßenbild – immer wieder tauchen sie am Straßenrand auf und sorgen dafür, dass wir aufmerksam bleiben. Zwischendurch sorgt Jim mit einem irgendwo im Nirgendwo verlorenen Handy für eine kurze Schnitzeljagd. Fast verloren geglaubt, finden wir es mit technischer Remote-Unterstützung von Felix tatsächlich wieder. Je weiter wir nach Finnland kommen, desto stärker verändert sich die Landschaft. Über Muonio erreichen wir den Pallas-Yllästunturi-Nationalpark mit seinen bewaldeten Hügellandschaften und weiten Moorgebieten. Durch diese ruhige und weitläufige Landschaft fahren wir weiter bis nach Enontekiö – ein Tag, an dem vor allem die Weite und die Landschaft Lapplands im Mittelpunkt stehen.
Von Enontekiö aus geht es heute weiter Richtung Norwegen. Wälder und unzählige Seen begleiten uns auf dem Weg durch die weiten Landschaften Lapplands. Die Straßen sind ruhig, der Verkehr gering und die Landschaft wird immer einsamer. Unterwegs machen wir Halt bei einer Silberkunstschmiede und Galerie. Bei einer kurzen Führung bekommen wir einen Einblick in das traditionelle Handwerk, bevor wir uns bei einem Kaffee aufwärmen. Danach geht es für einen kurzen Abstecher noch einmal über die Grenze nach Finnland zum Mittagessen, bevor wir wieder nach Norwegen zurückkehren. Ein besonderer Programmpunkt wartet anschließend bei einem Sámi auf uns. Er gibt uns Einblicke in sein Leben, die Rentierhaltung und die Sámi-Kultur und erzählt, wie man sich an die harten Winterbedingungen anpasst. Auch traditionelle Methoden des Hüttenbaus und das Leben in dieser abgelegenen Region gehören dazu. Ein interessanter Einblick in eine Lebensweise, die eng mit der Natur verbunden ist. Am Nachmittag fahren wir weiter Richtung Lakselv – dem Nordkap wieder ein Stück näher.
Heute ist der Tag, auf den wir alle gewartet haben! (Wobei, ehrlich gesagt waren alle anderen Tage auch atemberaubend.) Nach einem leckeren Frühstück brechen wir auf, immer gen Nord. Schon als wir am Hotel losfahren hängen die Wolken tief am Himmel. Nach einem kurzem kurzen Kaffee Stop fahren hinauf, über Brücken und durch Tunnel, bis wir schließlich auf der Insel Magerøya ankommen, auf deren nördlichstem Punkt sich das Nordkap befindet! Um uns Felsen und Meer. Nur sieht man nichts davon, denn der Nebel ist so dicht, wir sehen kaum unseren Vordermann. Kaum zu glauben aber wahr, ein paar Meter vor dem Parkplatz zieht der Himmel auf, die Sonne scheint und da ist es! Das NORDKAP! Wahnsinn! 11 wunderschön Fahrtage haben uns von Ålesund bin hier oben gebracht. Neben uns haben auch weitere Motorradfahrer, Fahrrad Fahrer und Wanderer ihr Ziel erreicht. Die Stimmung am Globus ist kribbelt von Freude und Stolz.
