Irland und die wilde Atlantikküste CIR2601
Einige unserer Gäste haben den ersten Tag genutzt, um Dublin ein wenig zu erkunden und dabei mehr über die bewegte Geschichte der Stadt zu erfahren. Natürlich durfte dabei ein Blick auf den Osteraufstand von 1916 und die Geschichten rund um die irischen Rebellen nicht fehlen. Nach dem Besuch des geschichtsträchtigen GPO (General Post Office) und des Spire ging es über die berühmte Ha’penny Bridge hinüber ins Temple-Bar-Viertel. Anschließend stand mit Christ Church Cathedral ein weiteres Stück Dubliner Geschichte auf dem Programm. Zum Mittagessen gab es natürlich etwas ganz Typisches: Fish and Chips. Zum Abschluss durfte ein Besuch des berühmten Book of Kells nicht fehlen – ein echtes Highlight für alle, die sich für die Geschichte und Kultur Irlands interessieren. Am Abend traf sich dann die gesamte Gruppe zum Welcome Briefing im Hotel. Wir haben die wichtigsten Informationen für die kommenden Tage besprochen, die Route vorgestellt und natürlich auch die letzten Fragen beantwortet. Und dann kam endlich der Moment, auf den wohl alle gewartet hatten: die Übergabe der Motorräder! Die ersten Motoren liefen, die Vorfreude war deutlich zu spüren – jetzt kann die Tour kommen. Wir sind auf jeden Fall bereit!
Der Tag, auf den wir alle gewartet haben, war endlich da: Wir sind auf unsere Maschinen gestiegen und haben die allererste Etappe der Tour in Angriff genommen! Das Verlassen von Dublin verlief überraschend entspannt – für einen ganz normalen Werktag gar nicht so selbstverständlich. Wir haben für ein kurzes Stück die Autobahn genutzt, um den vielen Ampeln der Stadt zu entkommen. Unser erster Halt war in Trim, wo wir die wunderschöne mittelalterliche Burg – eine der bedeutendsten ganz Irlands – bewunderten und eine erste Kaffeepause genossen. Zurück im Sattel ging die Fahrt weiter nach Norden in Richtung Dundalk, wo wir in einem sehr gemütlichen Lokal zu Mittag aßen. Kurz darauf überquerten wir die Grenze nach Nordirland. Die einzige wirkliche Veränderung, die man bemerkt, ist die Umstellung der Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Meilen pro Stunde! Wir folgten der Küste bis nach Newcastle und erreichten schließlich rechtzeitig Belfast, um vor dem Abendessen noch einen Spaziergang durch die Stadt zu machen. Bleibt dran!
Nach nur einer Nacht hieß es heute Morgen schon wieder Abschied nehmen von Belfast. Für das Nachtleben und die berühmte Musikszene der Stadt blieb leider keine Zeit – unsere nächste Etappe wartete bereits auf uns. Unsere Route führte zunächst nach Norden und anschließend weiter Richtung Westen. Erster Stopp war der Carnlough Harbour, bekannt aus Game of Thrones. Genau hier kroch Arya Stark in einer Szene aus dem Wasser – wir begnügten uns allerdings mit einem Kaffee und genossen die besondere Atmosphäre des kleinen Hafens. Weiter ging es über den spektakulären Torr Head zum Giant’s Causeway. Beim morgendlichen Briefing hatten wir bereits die berühmte Sage vom irischen Riesen Finn McCool gehört, und vor Ort konnten wir uns nun selbst ein Bild von diesem einzigartigen Naturwunder machen. Anschließend folgten wir der Küste weiter nach Westen, immer näher an den Wild Atlantic Way heran. Die ersten Schilder entlang der Strecke waren bereits zu sehen – ein schöner Vorgeschmack auf das, was uns in den kommenden Tagen erwartet. Ein kurzer Zwischenstopp führte uns außerdem zur Startaufstellung des North West 200, bevor wir schließlich weiter nach Letterkenny fuhren. Dort lassen wir den Tag heute ausklingen und freuen uns auf die nächsten Kilometer entlang der wilden irischen Westküste.
Heute stand der längste Abschnitte der gesamten Reise auf dem Programm – eine ordentliche Strecke von mehr als 300 Kilometern! Der heutige Tag markierte den offiziellen Auftakt unserer Fahrt entlang des legendären Wild Atlantic Way, der sich über fast 2.500 Kilometer an der spektakulären Atlantikküste Irlands entlangschlängelt. Wir werden auch in den kommenden Tagen einen Großteil dieser berühmten Route unter die Räder nehmen! Der Atlantik hat uns allerdings nicht gerade mit offenen Armen empfangen: Viele Wolken und einige Regenschauer begleiteten uns auf dem Weg. Aber ein echter Motorradfahrer lässt sich vom irischen Wetter bekanntlich nicht die Laune verderben!
Heute verließen wir Ballina und machten uns auf den Weg nach Galway. Der Tag stand ganz im Zeichen von St. Patrick, aber auch die bewegte Geschichte Irlands sollte uns unterwegs immer wieder begegnen. Unser erster Stopp war Downpatrick Head, einer der spektakulärsten Küstenpunkte an der Westküste. Die markante Felsformation ragt weit in den Atlantik hinaus und ist vor allem für den vorgelagerten Felsen Dún Briste bekannt, der sich dramatisch aus dem Meer erhebt. Der Legende nach soll St. Patrick hier eine Kirche gegründet haben, und tatsächlich finden sich noch heute die Überreste einer kleinen Kapelle und eines steinernen Kreuzes. Direkt am Aussichtspunkt erinnert außerdem die gut erhaltene Éire-65-Markierung an ein weniger bekanntes Kapitel der irischen Geschichte. Während des Zweiten Weltkriegs war Irland neutral. Entlang der Küste wurden deshalb große Steinmarkierungen mit dem Wort „Éire“ und einer Nummer angelegt, damit Piloten aus der Luft erkennen konnten, dass sie sich über dem neutralen Irland befanden. Die Nummer 65 identifiziert dabei genau diesen Standort – ein faszinierendes Detail, das man leicht übersieht. Von Downpatrick Head ging es weiter zu Mary’s Bakery für einen kurzen Kaffeestopp. Anschließend fuhren wir Richtung Claggan Mountain, wo unser Chefkoch Domenico bereits ein feines Picknick für uns vorbereitet hatte. Bei bestem irischem Landschaftskino konnten wir uns für die zweite Hälfte des Tages stärken. Danach wartete mit Croagh Patrick einer der bekanntesten Berge Irlands auf uns. Der Überlieferung nach verbrachte St. Patrick hier im 5. Jahrhundert 40 Tage mit Fasten und Gebet. Bis heute pilgern jedes Jahr im Juli Tausende Menschen auf den Berg – viele davon traditionell sogar barfuß. Gegenüber von Croagh Patrick machten wir noch einen kurzen Halt auf dem Friedhof, der an die Opfer der Großen Hungersnot erinnert. Die Hungersnot der 1840er-Jahre gehört zu den prägendsten und tragischsten Ereignissen der irischen Geschichte. Rund eine Million Menschen starben, während Millionen weitere das Land verlassen mussten. Leider waren die Berge am Nachmittag komplett in Wolken und Nebel gehüllt, dazu gab es den obligatorischen irischen Regen. Aber genau das verlieh der Landschaft eine ganz besondere, fast mystische Stimmung. Und für uns Motorradfahrer waren die kurvenreichen Straßen durch diese wilde Landschaft ohnehin ein echtes Highlight. Zur Rushhour erreichten wir schließlich Galway und bezogen unser Hotel. Nach einem langen, abwechslungsreichen Fahrtag ließen wir den Abend bei einem wohlverdienten Drink und anschließendem gemeinsamen Dinner entspannt ausklingen.
Zwei Nächte in Galway bescherten uns einen wohlverdienten Ruhetag mit vielen Möglichkeiten. Einige entschieden sich, in der Stadt zu bleiben, um das lebendige historische Zentrum zu erkunden oder ein wenig shoppen zu gehen. Der Rest entschied sich – trotz der nicht ganz perfekten Wettervorhersage – für die beste Option: eine Runde auf dem Motorrad! Wir machten uns auf den Weg in die raue Landschaft von Connemara und erreichten das charmante Städtchen Clifden pünktlich zu einem fantastischen Mittagessen. Von dort aus nahmen wir die spektakuläre Sky Road unter die Räder – zweifellos eine der atemberaubendsten Küstenstraßen der gesamten Region, die weite Ausblicke auf den Atlantik und die umliegenden kleinen Inseln bietet. Auf der Schleife zurück in Richtung Galway legten wir an der ikonischen Kylemore Abbey einen kurzen Fotostopp ein. Schließlich rollten wir mit reichlich Zeit zum Ausruhen zurück zum Hotel – bestens vorbereitet auf einen geselligen Abend in der Stadt!
Heute verließen wir Galway und machten uns auf den Weg Richtung Killarney – natürlich wieder größtenteils entlang des Wild Atlantic Way. Nach etwa einer Stunde legten wir in Ballyvaughan unseren ersten Kaffeestopp ein. Die Pause wurde dabei etwas ereignisreicher als geplant, denn nebenbei mussten wir noch bei einer provisorischen Reparatur eines Autoreifens helfen. Mit etwas Teamwork war das Problem schnell gelöst und wir konnten unsere Fahrt fortsetzen. Unser nächstes Ziel war eines der absoluten Highlights Irlands: die spektakulären Cliffs of Moher. Die gewaltigen Klippen ragen hunderte Meter über dem Atlantik auf und gehören zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der irischen Westküste. Auch bei typisch irischem Wetter waren sie wieder einmal beeindruckend. Zum Mittag erwartete uns ein Picknick am Querrin Pier, bevor es weiter nach Killimer ging. Von dort setzten wir mit der Fähre über den Shannon nach Tarbert über – eine willkommene Abwechslung und gleichzeitig eine schöne Gelegenheit, die Landschaft einmal aus einer anderen Perspektive zu genießen. Unser Tagesziel war Killarney. Dort erwartete uns ein wunderschön gelegenes Hotel direkt am Lough Leane, mitten im Killarney National Park. Nach einem weiteren großartigen Tag entlang der irischen Atlantikküste war dies der perfekte Ort, um den Tag entspannt ausklingen zu lassen. Doch am Abend wartete noch eine ganz besondere Überraschung. Wir durften einige unserer Gäste für ihre Treue zu Edelweiss Bike Travel auszeichnen: Robert war bereits fünfmal mit uns unterwegs, David zehnmal und Katherine und Mark sogar unglaubliche 15-mal! Eine solche Verbundenheit bedeutet uns sehr viel. Sláinte auf euch alle – und auf viele weitere gemeinsame Abenteuer!
Heute stand der weltberühmte Ring of Kerry auf unserem Programm! Bekannt als eine der schönsten Küstenstraßen Europas, zieht diese spektakuläre, gebirgige Halbinsel mehr Besucher an als fast jede andere Region Irlands. Den Auftakt unserer Tour bildete die schmale, gewundene Strecke durch das Gap of Dunloe, wo wir uns die enge Fahrbahn rücksichtsvoll mit den traditionellen Pferdekutschen teilten. Weiter ging es in Richtung Küste nach Sneem, wo wir im malerischen Dorf eine entspannte Kaffeepause einlegten und ein paar Souvenirs besorgten. Die Panoramen waren schlicht umwerfend, sodass wir alle paar Kilometer für Fotostopps anhielten, bevor wir pünktlich zum Mittagessen in Glenbeigh eintrafen. Auch der Nachmittag bot pure Fahrfreude: Kurvenreiche, schmale Straßen inmitten einer beeindruckenden Landschaft führten uns schließlich zurück zum Hotel. Was für eine fantastische Etappe!
Manchmal läuft es einfach nicht ganz nach Plan – aber genau das macht ein echtes Abenteuer aus! Ursprünglich wollten wir von Killarney über Blarney Castle nach Waterford düsen. Doch nach ein paar kleineren, unerwarteten Verzögerungen gleich nach dem Start haben wir uns spontan entschieden, das Schloss auszulassen und das Beste aus dem Tag zu machen. Stattdessen ging es direkt nach Cobh, wo wir eine herrliche Mittagspause verbracht haben! Während die einen die bunte Stadt erkundeten, zur beeindruckenden Kathedrale hinaufspazierten oder sich kulinarisch verwöhnen ließen, nutzten andere die Zeit für ein paar wichtige Anrufe und organisatorische Dinge. Eben ein ganz normaler Tag auf einer echten Motorradtour! Danach steuerten wir auf direktem Weg Waterford an. Wir lagen super in der Zeit und freuten uns schon auf eine entspannte Ankunft, als der Tag noch eine kleine Überraschung für uns auf Lager hatte: Ein dicker Stau kostete uns gut 20 Minuten. Aber am Ende zählt doch nur das Eine: Alle sind sicher, gut gelaunt und wohlbehalten im Hotel angekommen! Und das ist das absolut Wichtigste. Jetzt schalten wir erst einmal ab, genießen ein fantastisches Abendessen und stoßen gemeinsam auf diesen ereignisreichen Tag in Waterford an. Nicht jeder Fahrtag verläuft perfekt – aber genau das sind doch die Tage, die die besten Geschichten schreiben, über die wir noch lange gemeinsam lachen werden!
Der letzte Tag dieser wundervollen Tour begann unter einem strahlend blauen Himmel – ein überaus verheißungsvoller Auftakt für unsere Schlussetappe! Auch wenn nur noch 200 Kilometer auf dem Programm standen, war die Fahrt absolut spektakulär und führte uns über einige der schönsten Straßen Südirlands. Unser erster Halt des Tages galt der beeindruckenden Jerpoint Abbey, einer Zisterzienserabtei aus dem 12. Jahrhundert. Später folgte ein weiteres echtes Highlight: unser Stopp am Kloster St. Kevin in Glendalough, einer der ältesten Klosteranlagen Irlands, mit seinem berühmten Rundturm. Als krönenden Abschluss durchquerten wir den atemberaubenden Wicklow-Mountains-Nationalpark, bevor wir wieder Dublin erreichten. Da Samstag war, hielt sich der Verkehr glücklicherweise in Grenzen, sodass wir pünktlich im Hotel ankamen, um uns vor dem gemeinsamen Abschiedsessen entspannt frischzumachen! Vielen Dank an alle für die fantastische Zeit und die großartigen gemeinsamen Kilometer. Hoffentlich sehen wir uns bald wieder auf einer weiteren Edelweiss Bike Travel Tour! Thomas und Domenico
