Pyreenes Extreme 2026A

Pyreenes Extreme 2026A

27 Aug 2026
/Michael Stegmayr
TWIST AND SHOUT Pyrenäen – Wo Motorradfahrer dem Kurvenrausch verfallen Wenn es einen Himmel für Motorradfahrer gibt, dann gehören die Pyrenäen definitiv dazu. Kurven, wohin man schaut. Kleine Straßen, große Landschaften und immer wieder diese Momente, in denen man sich denkt: Warum bin ich diese Strecke eigentlich nicht schon früher gefahren? In den Pyrenäen könnte man vermutlich wochenlang unterwegs sein und würde trotzdem jeden Abend feststellen, dass man nur einen Bruchteil der Straßen gesehen hat. Es gibt einfach verdammt viele davon. Und genau das macht diesen Gebirgszug für uns Motorradfahrer so besonders. Für unsere Pyrenees Extreme-Tour haben wir deshalb nicht einfach irgendeine Route zusammengestellt. Wir haben uns die besten Stücke herausgepickt – kleine, schmale, kurvige und teilweise durchaus anspruchsvolle Straßen. Straßen, bei denen der Blick auf den Tacho schnell zur Nebensache wird und die nächste Kurve viel interessanter ist. Sieben Tage lang geht es vom Mittelmeer bis hinüber an die Atlantikküste und wieder zurück. Die ersten drei Tage fahren wir auf der spanischen Seite der Pyrenäen, bevor wir für den Rückweg nach Frankreich wechseln. Und am letzten Tag wartet noch einmal Katalonien auf uns, denn schließlich müssen wir zurück nach Bardalona, unserem Ausgangspunkt vor den Toren Barcelonas. Dabei steht ganz klar das Motorradfahren im Mittelpunkt. Kurve an Kurve. Gas auf. Anbremsen. Einlenken. Rausbeschleunigen. Die nächste Kurve wartet schon. Und dann wieder von vorne. Was will man mehr? Na gut – etwas gutes Essen darf natürlich auch nicht fehlen. Und davon gibt es reichlich. Tapas und Paella auf der spanischen Seite, später Escargots und Fromage de Chèvre in Frankreich. Dazu ein gutes Glas Wein und die Erkenntnis, dass man nach einem langen Fahrtag erstaunlich schnell wieder Hunger bekommt. Unsere Übernachtungen suchen wir bewusst in kleinen Dörfern abseits der großen Touristenströme aus. Nur Pamplona bildet eine Ausnahme. Hier bleiben wir gleich zwei Nächte. Eigentlich wäre der dazwischenliegende Tag perfekt, um die Beine hochzulegen und dem Motorrad eine Pause zu gönnen. Eigentlich. Denn wer schon einmal in den Pyrenäen war, weiß, dass „Rasttag“ ein ziemlich dehnbarer Begriff sein kann. Es gibt einfach zu viele Straßen, die darauf warten, gefahren zu werden. Und zu viele Kurven, die man unmöglich links liegen lassen kann. Also sitzen wir auch an diesem Tag wieder auf den Motorrädern und genießen, was die Pyrenäen zu bieten haben. Stundenlang. Kilometer um Kilometer. Und meistens begegnen wir dabei kaum einem anderen Fahrzeug. Genau diese Kombination macht die Pyrenäen für Motorradfahrer so einzigartig: fantastische Landschaften, anspruchsvolle Straßen, wenig Verkehr und Kurven ohne Ende. Nach sieben Tagen wird dann vielleicht der eine oder andere Muskel melden, dass es langsam reicht. Aber der Kopf sagt etwas ganz anderes: Noch eine Kurve. Nur noch eine. Und genau deshalb kommen wir wieder.