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Pyrenäen – Wo Motorradfahrer dem Kurvenrausch verfallen
Wenn es einen Himmel für Motorradfahrer gibt, dann gehören die Pyrenäen definitiv dazu.
Kurven, wohin man schaut. Kleine Straßen, große Landschaften und immer wieder diese Momente, in denen man sich denkt: Warum bin ich diese Strecke eigentlich nicht schon früher gefahren?
In den Pyrenäen könnte man vermutlich wochenlang unterwegs sein und würde trotzdem jeden Abend feststellen, dass man nur einen Bruchteil der Straßen gesehen hat. Es gibt einfach verdammt viele davon. Und genau das macht diesen Gebirgszug für uns Motorradfahrer so besonders.
Für unsere Pyrenees Extreme-Tour haben wir deshalb nicht einfach irgendeine Route zusammengestellt. Wir haben uns die besten Stücke herausgepickt – kleine, schmale, kurvige und teilweise durchaus anspruchsvolle Straßen. Straßen, bei denen der Blick auf den Tacho schnell zur Nebensache wird und die nächste Kurve viel interessanter ist.
Sieben Tage lang geht es vom Mittelmeer bis hinüber an die Atlantikküste und wieder zurück. Die ersten drei Tage fahren wir auf der spanischen Seite der Pyrenäen, bevor wir für den Rückweg nach Frankreich wechseln. Und am letzten Tag wartet noch einmal Katalonien auf uns, denn schließlich müssen wir zurück nach Bardalona, unserem Ausgangspunkt vor den Toren Barcelonas.
Dabei steht ganz klar das Motorradfahren im Mittelpunkt.
Kurve an Kurve. Gas auf. Anbremsen. Einlenken. Rausbeschleunigen. Die nächste Kurve wartet schon.
Und dann wieder von vorne.
Was will man mehr?
Na gut – etwas gutes Essen darf natürlich auch nicht fehlen. Und davon gibt es reichlich. Tapas und Paella auf der spanischen Seite, später Escargots und Fromage de Chèvre in Frankreich. Dazu ein gutes Glas Wein und die Erkenntnis, dass man nach einem langen Fahrtag erstaunlich schnell wieder Hunger bekommt.
Unsere Übernachtungen suchen wir bewusst in kleinen Dörfern abseits der großen Touristenströme aus. Nur Pamplona bildet eine Ausnahme. Hier bleiben wir gleich zwei Nächte. Eigentlich wäre der dazwischenliegende Tag perfekt, um die Beine hochzulegen und dem Motorrad eine Pause zu gönnen.
Eigentlich.
Denn wer schon einmal in den Pyrenäen war, weiß, dass „Rasttag“ ein ziemlich dehnbarer Begriff sein kann. Es gibt einfach zu viele Straßen, die darauf warten, gefahren zu werden. Und zu viele Kurven, die man unmöglich links liegen lassen kann.
Also sitzen wir auch an diesem Tag wieder auf den Motorrädern und genießen, was die Pyrenäen zu bieten haben.
Stundenlang.
Kilometer um Kilometer.
Und meistens begegnen wir dabei kaum einem anderen Fahrzeug.
Genau diese Kombination macht die Pyrenäen für Motorradfahrer so einzigartig: fantastische Landschaften, anspruchsvolle Straßen, wenig Verkehr und Kurven ohne Ende.
Nach sieben Tagen wird dann vielleicht der eine oder andere Muskel melden, dass es langsam reicht.
Aber der Kopf sagt etwas ganz anderes:
Noch eine Kurve. Nur noch eine.
Und genau deshalb kommen wir wieder.
Vier Freunde aus Kanada starten heute in ihr großes Abenteuer: die Pyrenäen!
Zunächst gilt es, die Metropolregion Barcelona hinter uns zu lassen. Dafür nehmen wir die Autobahn bis kurz vor Montserrat, zum weltberühmten Kloster hoch oben in den Bergen.
Und ab hier beginnt das eigentliche Abenteuer: kurvige Bergstraßen, die ersten Pässe und jede Menge Fahrspaß. In der beeindruckenden Burg von Cardona legen wir eine Kaffeepause ein, bevor es weiter über die ersten Cols der Pyrenäen geht.
Nach einem urigen Mittagessen heißt es wieder: rauf auf unsere Babys und weiter geht’s! Sicher bringen sie uns nach Os de Balaguer, wo bereits unser heutiges Hotel auf uns wartet – ein wunderschön umgebautes ehemaliges Kloster.
Wow!
Die vier waren sich schnell einig: So kann es weitergehen!
Und genau das wird es auch. Die Pyrenäen haben noch einiges mit uns vor.
Tag 2 – Im Herzen der Pyrenäen
Heute geht es mitten hinein ins Herz der Pyrenäen – und das lässt das Herz eines jeden Motorradfahrers garantiert höherschlagen. Denn eines ist heute sicher: Kurven, Kurven und noch mehr Kurven!
Schon von weitem können wir die gewaltigen Gipfel der Pyrenäen erkennen. Einige davon ragen über 3.000 Meter in den Himmel. Allen voran der Aneto, mit stolzen 3.408 Höhenmetern der höchste Berg der Pyrenäen. Eine beeindruckende Kulisse, während wir uns Kurve für Kurve durch diese fantastische Bergwelt schlängeln.
Nach all den aufregenden Kurven tut es irgendwann ganz gut, ein paar Kilometer etwas entspannter auf der Autobahn Richtung Pamplona abzuspulen.
In Pamplona angekommen, gibt es für unsere vier Freunde natürlich kein Halten mehr: Sie wollen unbedingt die weltberühmte Strecke des Sanfermines-Stierlaufs sehen. Gesagt, getan – und plötzlich stehen wir genau dort, wo jedes Jahr mutige Läufer vor den Stieren um ihr Leben rennen.
Auch die berühmte Stierkampfarena darf bei unserem Besuch natürlich nicht fehlen. Anschließend schlendern wir noch über den romantischen Marktplatz und lassen den ereignisreichen Tag bei einem gemütlichen Abendessen im Hotel ausklingen.
Ein Tag voller Berge, Kurven und spanischer Tradition – genau so muss ein Pyrenäen-Abenteuer aussehen!
Wer rastet, der rostet – auf nach San Sebastián!
Wer rastet, der rostet! Und deshalb waren sich unsere vier Freunde aus Kanada schnell einig: Auch heute bleiben die Motorräder nicht in der Garage.
Pamplona war schnell hinter uns gelassen und schon führte unser Weg hinein in die beeindruckende Landschaft der Pyrenäen – immer weiter in Richtung französische Grenze.
Kaum auf der französischen Seite angekommen, war erst einmal Zeit für eine wohlverdiente Kaffeepause.
Danach hieß es wieder: Helm auf, Motor starten und Kurve für Kurve die traumhaften Passstraßen hinunter in Richtung französischer Atlantikküste.
Und dann wartete unser Tagesziel: San Sebastián – oder, um es korrekt zu sagen, Donostia. Eine absolute Perle an der baskischen Küste! Und offensichtlich waren wir nicht die Einzigen, die das wussten. Unzählige Besucher, vor allem spanische Touristen, nutzten ihr letztes Ferienwochenende, um noch einmal Sonne, Meer und die besondere Atmosphäre dieser wunderschönen Stadt zu genießen.
Eine kleine Herausforderung war allerdings, einen Parkplatz für unsere Bikes in Strandnähe zu finden. Mit etwas Geduld, etwas Mühe und einer guten Portion Glück gelang es schließlich. Und der traumhafte Blick auf den Atlantik entschädigte sofort für die Parkplatzsuche. Es war jede Mühe wert!
Während Arnaud und Sean die Gelegenheit nutzten, sich im angenehm kühlen Atlantik zu erfrischen, genossen die anderen den Blick auf Strand, Meer und Stadt.
Doch irgendwann heißt es auch in San Sebastián wieder: Zurück auf die Bikes!
Über eine überraschend schöne spanische Autobahn ging es zurück nach Pamplona. Ein weiterer großartiger Tag in den Pyrenäen ging zu Ende – mit jeder Menge Kurven, Atlantikluft und dem guten Gefühl, dass vier Freunde aus Kanada genau das Richtige getan hatten:
Wer rastet, der rostet!
Kurven, Cols & der Jakobsweg
Heute verlassen wir Pamplona und folgen zunächst dem legendären Jakobsweg in Richtung Frankreich.
Doch natürlich haben die Pyrenäen noch einige „Cols“ für uns vorbereitet! Als erstes wartet der spektakuläre Col de la Pierre St. Martin auf uns, der uns auf 1.760 Höhenmeter führt. Danach steht der legendäre Col d’Aubisque mit seinen 1.709 Höhenmetern auf dem Programm.
Und was bedeutet das für fünf Motorradfahrer?
Kurven, Kurven und noch mehr Kurven!
Die kurvenreichen Bergstraßen ziehen sich bis zu unserem heutigen Ziel: Luz-Saint-Sauveur, einem bekannten Sommer- und Wintersportort, idyllisch gelegen mitten in den französischen Pyrenäen.
Ein weiterer fantastischer Tag in den Bergen geht zu Ende – und morgen warten schon die nächsten Straßen, Pässe und natürlich jede Menge Kurven auf uns!
Der legendäre Col du Tourmalet
Gleich zu Beginn des heutigen Fahrtages wartet eines der absoluten Highlights der Edelweiss Tour auf uns: der legendäre Col du Tourmalet mit seinen stolzen 2.115 Höhenmetern.
Seit 1910 wurde kein Pass der Tour de France häufiger bezwungen als der Tourmalet. Für die Radsportler ist er legendär – und für uns Motorradfahrer bedeutet er vor allem eines: eine fantastische Passstraße mitten durch das Herz der Pyrenäen.
Doch der Tourmalet war erst der Anfang! Im Laufe des Tages folgten noch zahlreiche weitere spektakuläre Pässe und traumhafte Bergstraßen – wie ihr auf den Bildern sehen könnt.
Und am Ende unserer heutigen Etappe wartet wieder ein ganz besonderes Hotel auf uns: ein wunderschönes, historisches Herrenhaus in Tarascon-sur-Ariège.
Ein weiterer unvergesslicher Fahrtag mit beeindruckenden Landschaften, unzähligen Kurven und ganz besonderen Momenten geht zu Ende!
Da wir gestern wieder einen richtig langen Fahrtag hinter uns hatten, starteten wir den heutigen Tag etwas gemütlicher und besuchten am Morgen zunächst das beeindruckende **Château de Foix**.
Doch danach hieß es wieder: Helm auf, Motor starten und ab auf die Passstraßen!
Durch mystischen Nebel kämpften wir uns hinauf zum **Col de Chioula**. Und schon wartete der nächste der unzähligen Cols der Pyrenäen auf uns – immer höher, bis wir schließlich über den Wolken unterwegs waren.
Hinab ging es durch das Wolkenmeer, bis sich langsam die Sonne durchsetzte und die Pyrenäen wieder in ihr schönstes Licht tauchte.
Ein fantastisches Mittagessen in **Villeneuve** gab uns die nötige Energie für den nächsten Teil des Tages. Denn jetzt standen wieder jede Menge **“Swings and Twisties”** auf dem Programm – genau das, wofür wir Motorradfahrer in die Pyrenäen kommen!
Auch die letzte Etappe Richtung **Maçanet** ließ die Herzen unserer Motorradfahrer höherschlagen. Kurve um Kurve, Pass um Pass – ein perfekter Abschluss eines außergewöhnlichen Fahrtages.
Und am Ende waren sich alle einig:
**Das war der beste Fahrtag von vielen sensationellen Tagen in den Pyrenäen!**
Der letzte Fahrtag ist immer etwas ganz Besonderes – aber auch die schönste Tour muss irgendwann zu Ende gehen.
Über kurvenreiche Straßen verlassen wir die Ausläufer der Pyrenäen und machen uns auf den Weg zu einer der schönsten Küstenstraßen Europas.
Diese Strecke war ein ausdrücklicher Wunsch unserer Teilnehmer und normalerweise nicht Bestandteil der Tour. Da unser Edelweiss Tourguide diesen Abschnitt von der „normalen“ Pyrenäentour bestens kennt, wurde der Wunsch kurzerhand in die Tat umgesetzt.
Und es hat sich gelohnt! Die Ausblicke über das tiefblaue Mittelmeer sind einfach unglaublich und hinter jeder Kurve wartet ein neues spektakuläres Panorama.
Anschließend brachte uns eine gelungene Kombination aus kurvigen Landstraßen und etwas Autobahn wieder zurück zu unserem Ausgangspunkt.
Ein letzter Fahrtag, noch einmal jede Menge Kurven und ein würdiger Abschluss für eine fantastische Reise durch die Pyrenäen.
Das Resume?
Die Kombination aus fantastichen Motorradstecken, kaum Verkehr, tolle Ausblicke, sensationelklem Essen, usw. usw. ist kaum zu toppen.
Und diese Erlebnis mit 4 so tollen Fahrern und fantastischen Menschen zu teilen, ein absoluter Traum.