West Kanada Tour CCW2601

… und es geht endlich los. Unsere Tour durch den Westen Kanadas, der Provinz British Columbia startet. Wir begrüßen unsere Gäste bei unserem Welcome Briefing und besprechen alle Informationen und Notwendigkeiten für die kommenden Tage. Der erste Fahrtag und zuerst müssen wir unsere Motorräder bei der Vermietstationen abholen. Wir machen uns vertraut mit den Motorrädern und es geht los auf direktem Wege hinaus aus Vancouver. Die Highways Nummer 7 und Nummer 3 werden heute unsere ständigen Begleiter sein. Die Landschaft ändert sich schnell, und wir durchfahren die ersten Waldgebiete mit dem Fraser River auf unserer rechten Seite. Schneebedeckte Berge sind in der Ferne zu sehen und es kommt das erste Abenteuer Feeling auf. Unsere Fahrt nach Osoyoos führt uns beständig an der kanadischen/ amerikanischen Grenze entlang. Das ist übrigens die längste Landesgrenze mit circa 8600 km der Welt. Nachdem wir die ersten Wälder durchfahren haben, ändert sich die Landschaft und es wird deutlich wärmer. Wir erreichen das wärmste Gebiet von Kanada. Hier gibt es Temperaturen im Sommer von über 40°. Ackerbau, Obstplantagen und Weinbau sind ein großer Wirtschaftsfaktor in dieser Region. Heute ist bereits ein sehr länger Fahrtag mit über 420 km. Glücklich und zufrieden erreichen wir am späten Nachmittag unser wirklich sehr schönes und einladendes Hotel in Osoyoos, wunderschön gelegen, am gleichnamigen See. Den Abend lassen wir mit einem leckeren Abendessen ausklingen und freuen uns bereits auf den nächsten Tag.
Auf geht's zum zweiten Tag unserer Kanada-Reise! Es könnte sein, dass ihr heute das Gefühl habt, durch Italien zu fahren. Wir werden an sehr vielen schönen Seen vorbeikommen. Zunächst verlassen wir jedoch den Osoyoos Lake und das Okanagan-Tal in östlicher Richtung. Von dort aus werfen wir einen wunderschönen Blick zurück auf den Osoyoos. Über den Crowsnest Highway mit seinen schönen Kurven geht es rauf und runter. Nach einem kurzen Besuch im Kettle River Museum und einer kleinen Geschichtsstunde über die Canadian Pacific Railway geht es weiter zu einem ganz besonderen Kaffeestopp. Blake durfte ich (Michaela) auf der Südspanien-Extremtour kennenlernen. Er sagte: „Wenn du mal in Kanada bist, komm vorbei.” Und da in Kanada alles etwas größer ist, durften wir alle kommen. Es war für alle ein tolles Erlebnis, diese Gastfreundschaft zu erleben. Danke, Blake. Was für ein wunderschöner Platz mit einem über 100 Jahre alten Baum. Wir fuhren noch an ein paar Seen vorbei und dann weiter westlich zum Lake Kootenay. Leider hatten wir keine großen Tiere gesehen, aber vielleicht morgen. Also wieder diesen Kanal einschalten.
Fahrtag Nummer 3 führt und Richtung Norden, weg von der kanadisch/ amerikanischen Grenze. Landschaftlich sehr schöne Strecken warten heute auf uns. Das Wetter ist der Meinung, dass es heute etwas naß werden soll - egal. Wir starten und fahren zunächst am Kootenay See entlang nach Kaslo. In Kaslo haben wir unseren ersten Kaffeestop. Wer mag besichtigt den alten Schaufelraddampfer, die S.S. Moyie. Dieser Schaufelraddampfer war von 1898 bis 1957 auf dem See als Fährschiff unterwegs und versorgte die Städte mit allem notwendigen - sozusagen der Bus von heute. Nach einem Kaffee und Photos vom Schiff geht es weiter. Ein paar Kilometer später war es dann soweit, der Regen setzte ein, gehört zu einer richtigen Motorradtour einfach dazu. Schnell die Regenkleidung angezogen, weiter ging es nach Nakusp bevor wir dann dem Arrow See folgend mit einer Fähre auf die anderen Uferseite übersetzen. Eine wunderbare Straße führt uns über den Monashee Pass nach Vernon, eine tolle Strecke mit schönen flüssigen Kurven. Noch schnell tanken, ab ins Hotel und ab zum Abendessen. Morgen geht es weiter :-)
Den heutigen Tag beginnen wir auf einer der wichtigsten Straßen Kanadas: dem Trans-Canada-Highway. Er wurde von 1949 bis 1971 gebaut, ist 7.821 km lang und verläuft vom Pazifik bis zum Atlantik. Er ist an dem Ahornblatt zu erkennen. Den ersten Kaffee nehmen wir in Sicamous. Leider regnet es und es wird immer kälter. In Revelstoke haben wir einen warmen Platz für unser Mittagessen. Aus Sicherheitsgründen fahren wir nicht den „Madow of the Sky”, dort könnte Schnee liegen. Wir beißen uns durch und müssen noch über den 1330 Meter hohen Roger Pass. Leider sind es nur noch 6 Grad und es regnet. Aber unsere Unterkunft lässt uns alle Strapazen vergessen. Wir werden von Doris und Norbert herzlich empfangen. Die gute deutsche Hausmannskost lässt uns alle Strapazen vergessen. Was für ein Tag, und es ist nicht der letzte!
Nach einem unglaublich gutem Frühstück bei Doris und Norbert, unseren Gastgebern von heute, schwingen wir uns auf die Motorräder und starten nach Lake Louise. Der Wettergott meint es noch gut mit uns und wir sind fast trocken nach Hot Radium Springs gekommen. Dann wurde die Fahrt leider naß und auf unserem Weg nach Banff waren die Berge und die Landschaft sehr wolkenverhangen. Es gab wegen dem schlechten Wetter nicht wirklich viel zu sehen und unsere Photostops waren von Wolken verdeckt. Also zügig weiter nach Banff. Bevor jeder individuell die Stadt erkundet, haben wir das legendäre Fairmont Banff Springs Hotel (gebaut von der Canadian Pacific Railway und eröffnet 1888) von einem sehr schönen Aussichtspunkt photographiert. Der Name Banff stammt aus Schottland dem Country Banffshire. Wichtige Geldgeber für den damaligen Bau der Canadian Pacific Railway waren Schotten und diese kamen aus Banffshire. Schliesslich sind wir den schönen Bow valley parkway bis nach Lake Louise gefahren wo wir heute übernachten.
Für manche beginnt unser Tag heute sehr früh, denn unser Shuttle zum berühmten Lake Moraine geht um 5:15 Uhr. Wir kommen im Dunkeln an und suchen unseren Weg, um den neuen Tag mit einem fantastischen Blick auf diesen grandiosen See zu beginnen. Diese Idee haben noch viele andere, aber wir haben unser Bild im Kasten. Anschließend haben wir das Vergnügen, den Icefields Parkway zu befahren, eine der dramatischsten und faszinierendsten Bergstraßen der Welt. Die Strecke führt von Lake Louise nach Jasper. Unterwegs passieren wir spektakuläre Bergseen wie den Lake Bow. Natürlich machen wir Bilder, auch wenn dieser See in unseren Gedanken für immer bleiben wird. Am Columbia-Eisfeld haben wir den Blick auf den Athabasca-Gletscher, eine der größten Eisansammlungen südlich des Polarkreises. Nachdem wir eine tolle Aussicht vom Skywalk (Glasboden) hatten, hat uns Heiko mit einem Picknick in der Sonne erwartet. Die Sonne war heute ein tolles Geschenk nach all den Regentagen und es wurde am Ende des Tages sogar mit 12 °C warm. ;-)
Heute ist Ausschlafen angesagt. Nach einem tollen Frühstück sind einige mit mir, Michaela, auf eine nette Tour zum Malinge See aufgebrochen. Er ist 22 km lang und der zweitgrößte Gletschersee der Welt. Die Farben sind fantastisch. Auch wenn es heute nur eine kurze Fahrt war, haben wir es genossen, auch mit einem netten Kaffeestop am See. Am Nachmittag hat Heiko übernommen und wir sind mit der Jasper Seilbahn in die Whistler Mountains auf 2277 m gefahren, um eine kleine oder größere Wanderung auf dem „Broadwalk” zu machen, bis auf 2466 m. Manche haben Wäsche gewaschen, andere haben einfach nur den freien Tag genossen. Abends sind alle wieder zusammengekommen. Um Kräfte zu sammeln, denn morgen steht die längste Etappe an.
4° am frühen Morgen, strahlender Sonnenschein, 420 Kilometer durch die fantastische Landschaft Kanadas von Jasper nach Kamloops - so sieht unser Fahrtag heute aus. Wir starten warm angezogen um 8:30 Uhr und es geht zügig Richtung unserem ersten Highlight dem Mount Robson, dem höchsten Berg der kanadischen Rockies mit 3940 m. Es bietet sich uns ein fantastisches Panorama und wir genießen die Aussicht. Nach einer kurzen Pause sind wir wieder unterwegs und fahren auf direktem Wege hinaus aus den Bergen. Michaela hat ein leckeres Picknick für uns vorbereitet und wir genießen am Rande eines Sees bei 25° und strahlendem Sonnenschein unser Mittagessen. Die Landschaft ändert sich sehr schnell und wir lassen die Berge hinter uns. Landwirtschaft ist nun wieder vorrangig links und rechts der Straße zu sehen. Noch ein kurzer Kaffeestop entlang der Straße und wir erreichen am Nachmittag unser Hotel in Kamloops.
Wie doch die Zeit verfliegt. Heute ist leider unser letzter Fahrtag von neun Tagen in Kanada aber es soll ein ganz besonderer sein, denn wir fuhren heute auf dem Highway 99, dem See to sky Highway auf unserem Weg nach Vancouver. Wo unsere Tour gestartet ist. Wir halten an entzückend blauen sehen, um noch mal unser Fotoalbum mit wunderschönen Erinnerungsfotos zu füttern. Ein obligatorische Stopp ist natürlich Whistler wo wir uns das olympische Dorf von den Winterspielen 2010 anzuschauen und um uns zu stärken für das, was da noch kommen mag. Kurve und Kurve fahren wir durch fünf verschiedene Klimazonen, um dann in den Vancouver Verkehr einzutauchen der trotz Rush Hour gar nicht so schlimm war. Stolz und das Gepäck voller Erinnerungen. Tanken wir unsere Motorräder, ein letztes Mal, bevor wir sie alle unversehrt zurückgeben. An unserem FerwellDinner schwelgen wir schon jetzt in Erinnerungen. Schau mal hier, schau mal, da, hast du das gesehen wieder neue Freunde gefunden? Werden Verabredungen für neue Touren gemacht und man schaut, was so gehen kann. Wir bedanken uns recht herzlich, Heiko und Michaela das wir euch durch Kanada begleiten zu dürfen.
…vielen Dank für die tollen Tage…
